Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 9 (4.3.1910)
- Date
- 1910-03-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 158 Dr. Blöchs ist Naturalist und auch ein wenig Impressionist, der mit kräftigen Zügen die Bewegungen der Figuren festhält. Vater und Sohn stellen in dieser Ausstellung die zwei extremen Richtungen in der heutigen holländischen Maltunst dar. Allerdings ist auch der Modernismus Jsaac Israels nicht revolutionärer Natur, sondern bewegt sich auf der ruhig fortschreitenden Entwicklungslinie. Korrespondenzen» Außerordentliche Generalversammlung -es Brigitteuauer israel. Tempelvereines. Montag, den 28. Februar, fand in dem schönen Reftaurationssaale des Herm. Kohn in der Heinzelmanngasse eine außerordentlich gut besuchte außerordentliche Generalversammlung des Brigittenauer israelitischen Tempelvereines statt, zu d e m Zwecke, eine Neuwahl des Gesamtvorstandes vorzunehmen. Nachdem der Vorsitzende, Herr Herm. Eltbogen, die Anwesenden und besonders den Vertreter des Kultusvorstandes, Herrn Adolf Schrämet, die Vertreterinnen des Brigittenauer Frauen-Wohltätigkeitsvereines, Frau Dr. Weiß und Dr. Roth begrüßt und einleitende Worte gesprochen hatte, erteilte er das Wort dem Herrn Schriftführer- Stellvertreter Josef Kohn zur Erstattung des Referates. Der Redner bezeichnete nun als den einzigen Grund, warum alle 12 Vorstandsmitglieder die Mandate vorzeitig niedergelegt haben, die Art und Weise, wie der Kultusvorstand die sachlich und der Form nach vollkommen korrekten Eingaben des Vereines behandelt, oder besser gesagt, nicht behandelt habe. Am 1. Mai 1908, zur Zeit, da der Kultusvorstand sich mit der Aenderung des Statutes für die israelitische Kultusgemeinde Wien befaßte, richteten wir im Interesse des Ansehens des seit dem Jahre 1900 selbständig gewordenen 20. Wiener Gemeindebezirkes und im Interesse der Hebung des jüdischen Kultuslebens in diesem Bezirke ein-. Eingabe an den Kultusvorstand, welche in der Bitte gipfelte, es möge das Statut auch dahin geändert werden, daß ' a) dem 20. Bezirke ein eigener Kultusvorsteher, oder, wenn das aus gewichtigen Gründen nicht zulässig sein sollte/ daß b) dem 20. Bezirke eine eigene Bezirkskommission oder, wenn auch dies nicht möglich wäre, daß c) dem 20. Bezirke ein Drittel der Kommissionsmitglieder für den 2. und 20. Bezirk entnommen werde. Obwohl diese Wünsche mit offiziellen statistischen Daten begründet waren, habe diese Eingabe bis heute keine Erledigung gefunden, i Die zweite Beschwerde betrifft die Rabbinerfrage. Seit dem Bestände unseres herrlichen Gotteshauses, d. i. seit nahezu z e h n Jahren, bildete die Lösung dieser Frage für uns den Gegenstand ernstester Erwägungen und Bemühungen; gleichwohl gelang es uns in den Jahren 1900 bis 1910 nicht, in dieser Frage irgend ein Resultat zu erzielen. Erst im Jahre 1997 errangen wir einen kleinen Erfolg. Es kam nämlich damals zwischen dem Kultusvorstand und uns für ein Jahr ein Uebereinkommen zustande, wonach Se. Ehrwürden Herr Gemeinderabbiner Dr. Armin Abel,es unter Beibehaltung seiner Stellung .als Vereinsrabbiner des Tempels im 3, ■ Bezirke nach einem festgestellten Turnus abwechselnd, mit einem Rabbinatskandidaten die „rabbimschen Funktionen" in unserem Gvtteshause zu versehen habe. Dieses Uebereinkommen wurde im Jahre 1908 auf ein wei-. teres Jahr bis Ende Juni 1909 verlängert, u. zw. unter ausdrücklicher Aufrechterhaltung unseres prinzipiellen Wochenschrift. Nr. 9 Standpunktes, daß wir für unsern Bezirk Mit Rücksicht auf die Zahl der Bevölkerung einen selbständigen.Rabbiner verdienen, u. zw. viel eher, als die meisten anderen Wiener Bezirke. . Im Juni 1909 wollte der. Kultusvorstand diesen Vertrag auf weitere drei Jahre verlängert, haben, wir erklärten uns aber mit Rücksicht darauf, daß wir in den letzten zwei Jahren genug Gelegenheit hatten, zu erfahren, wie wenig dieses Arrangement geeignet ist, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, nur noch bereit, es für. ein weiteres Jahr, aber nur für ein Jahr zu verlängern. Zugleich erbaten wir uns, um! Zwistigkeiten und Mißhelligkeiten zwischen den Herren Rabbinern und uns zu vermeiden, eine authentische Interpretation des in dem Vertrage vorkommenden Ausdruckes „rabbinische Funktionen" und ersuchten insbesondere um eine autoritative Entscheidung über sechs spezielle Fragen. Wir taten dies am 12. Oktober 1909, heute, am 28. Februar 1910, haben wir die Antwort darauf noch nicht erhalten. Ein dritter Punkt betrifft die Behandlung unseres Subventionsgesuches. Auf Grund einer dreijährigen Durchschnittsberechnung unserer. Gebarungsergebnisse beanspruchten wir Ende Dezember 1909 für das laufende Vereinsjahr eme Subvention von 6850 Kronen. In dankenswerter Weise erhielten wir wohl diesmal prompte Erledigung unseres Ansuchens schon Mitte dieses Monates; aber, obwohl wir uns bereit erklärt halten, jede etwa gewünschte Aufklärung über die von uns vorgelegten Daten zu erteilen, erhielten wir, ohne im Zuge der Behandlung dieser Angelegenheit um irgend eine Aufklärung seitens des Kultusvorstandes aufgefordert worden zu sein, eine Subvention von nur 5000 Kronen. — Diese Herabminderung der angesuchten Subvention um 1850 Kronen ohne die geringste Motivierung mußten wir als eine Zurücksetzung betrachten, und legten deswegen unsere Mandate nieder. Der Referent berichtete des weiteren über Nichteinladungen zu der im Frühjahre des. vergangenen Jahres stattgehabten Lokalaugenscheine des Kultusvorstand es in unserem Tempel, wie zu einer vor kurzem bei dem Präsidium der Kultusgemeinde stattgehabten Versammlung von Delegierten sämtlicher Tempelvereine Wiens behufs Festsetzung einheitlicher Trauungstaren und schließlich über die erfolglose Verhandlung mit dem Herrn Präsidenten am 23. dieses Monates. Hierauf .schloß er seine Ausführungen mit der Bitte, die anwesenden Herren Mitglieder mögen diese Mitteilungen im Interesse der Würde des Vereines ruhig entgegennehmen und ohne Erregung auf dieselben reagieren, denn „wenn auch der 'Kultusvorstand uns, den ernsten Mitarbeitern auf dessem wichtigsten Gebiete, der Pflege des Kultus, gegenüber nicht den Grundsatz beachtet: „lau 82188U ponim das heißt: „Du sollst keinen Unterschied machen zwischen Person und Person" oder auf unseren Fall angewendet: „zwischen einem Bezirk und dem anderen", bezw. „zwischen einem Tempelvereine und dem anderen", so wollen wir uns doch halten an die Vorschrift: „Wenossi beamclio lau thaur“ „Die dir Vorgesetzte Behörde sollst du nicht lästern." , An dieses mit Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine lebhafte Debatte, an welcher sich folgende Herren beteiligten: Michael Engel, Hermann Dlaschk e s. D. Heinrich Sch reibe r, Kultusvorsteher Schrämet, D. S. R. Landau, Dr. Redlich, Dr. I. ,S. BIoch. S. Dub und I. Baumgarten. Herr Kultusvorsteher Adolf Schramek widerlegte viele der vorgebrachten Beschwerden, betonte, daß der Präsident alle Bethausvereine mit gleichem Wohlwollen und mit gleicher Rücksicht behandle, und sicherte zu, daß der Vorstand nicht anstehen werde, jenen Teil der vörgebrachten Beschwerden, sowohl wegen der Bezirkskömmission, als auch in betreff der Rabbiner-Angelegenheit und der Subvention