Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 8 (25.2.1910)
- Date
- 1910-02-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3020846-3021873-3021882--19082-3044044- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«eite 143 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 8 Oöiev. (Verein israelitischer Fleischhauer Und Fleischverkäufer in Wien.) Dienstag den 1. März d. I. findet im Festsaäle des „Hotel Continental", EL, Praterstraße Nr. 3, ein Kostmnkränzchen (ohne Kostümzwang) statt« Wie«. (Beth-Hamidrasch-Talmud-Thora, IE, Malzgasse 16.) Freitag den 25. Februar um ^*8 Uhr abends findet daselbst ein Vortrag des Herrn Oberlehrers Jakob K 0 h n statt« Thema: „Denkwürdigkeiten aus der jüdischen Geschichte". — Samktag, den 25. Februar 1910, nachmittags 3 Uhr, Vortrag des Herrn Rabbinatskandidaten Bala Fische^ Thema: „Abu Esra's Exegetik zur Bibel". Wien. (W 0!, 1 t ä t; z k e i t s a k a d e m i e des humanitär e n " ere in es zu r tt n t e r st ü tz u n g armer, jüdischer K u r b e d ü r f t i fl e r) Dieser vor drei Jahren vom H.rrn L ktor Friedman« s A. b-gründete Verein veranstaltete am 17. d. M. eine Akademie, die einen ,nib n Verlauf nahm. Dem von Herma«« Stein verfaßten, von rer elljährig-n Ella Bergner gesprochenen Proloa folgten Vortrags Herr Hofopernsänger Joief Schwarz entzückte durch seinen herrlichen G:seng, Herr Paul Mo gau erheiterte die Zuhörer durch humoristische Votträge. Fräulein Mizzi Graffi Fanto, eine reizende Kabartttiere, erntete besonders durch das Lied „Ringelringelreib", komponiert von R. V. Weran, stürmischen Applaus. Her- Robert Ncubach sang vortrefflich. Der zehnjährige Misch« Stillmauu erwies sich als ein vortrefflicher Geigenvirtuose und den glanzvollen Abschluß des Festes brachte die Klaviervirtuofin Fräulein Elsa Kriß Au d e Vorträge schloß sich ein Tanzkravzchen an. Um das Gelingen des Festes h rtten sich besondere Verdienste erworben die Fru des Vere neobmannes, Frau Dr. Martha Brau«, sowie das Komitee, an dessen Spitz- H rr Dr. Jakobovies stand. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler iu Wieu. (IX.. Habngaffe Nr. 15.) Die zahlreich besuchte Plenorversan-mlung vom 19. d. M. hat für das kommende Semester folgenden A-isichuK gewählt: JUC. Robert Souueumark. Präses; JUE. Max Körner, erster Biz^- präskS; JUC. Heinrich Schiffmau«, zweiter Vnepräfes: Phil. I. Goldberg«:, erster Schriftführer; jur. Max Silberbnsch. zweiter Schriftfüvrer; JUC. Ignaz Berl, erster Kassier; jur. Alfred Haberfeld, zweiter Kaffier; jur. Paul Berger, Sausverweser; jur. Ernst Beermau«, Zeitungsverweser; phil. Mayer Präger, Bibliothekar. Der neugewählte Ausschuß hat in seiner ersten Sitzung beschlossen, ein „Seminar zur Erforschung der Geschichte der Juden Oesterreichs und ein Informatives Jüdisches Seminar" einzuführen und literarische Abende abzuhalten und hofft auf rege Beteiligung seitens der jüdischen Studentenschaft. Austritte aus dem Judentum Vom 13. bis 20. Februar 1910. Blau Rudolf, Schauspieler, geb. 22. Juli 1881, Wien, IX., Simondenkgasse 1. Byk geb. Epstein Marie Stefanie, Ministerialsekretärs-Gattio, geb. 25. Jänner 1884, Wien, IV., Gusshausstrasse 19. Friediänder Elise, Beamtin, geb. 22. April 1872, Wien, VIII., Laudongasse 58. Klötzel Karl, geb. 8. September 1909, Wien, IV«, Leibenfrostgasse 5. Klötzel-Horschowsky Wittel, geb. 25. Juni 1886, Brody, IV., Leibenfrostgasse 5. Lorch Richard Hermann, Bankbeamter, geb. 3. Jänner 1880, Wien, I., Börsegasse 7. Mandl Regine, Näherin, geh. 5 Jänner 1884, Koboldt-Bebersdorf, XVÖ, Steinersasse 11. Poliak Laura, Geschäftsfrau, geb. 15. August 1869, Wien, I., Schottenring 33. Schmiedi Julius, Bankbeamter, geb. 22. August 1884, Goltz Jenikau, IX., Rögergasse 14 b. Szilaggyi Szerena Amalle, Kontoiristin, geb. 23. Mai 1888, Tasnad, III., Arndstrass9 17. Thieben Elsa geb. Halpern, geb. 5. November 1875. Prag, IX., Währingerstrasse 15. Trebitsch Heinrich, Dr., Industrieller, geb. 21. Juni 1872, Wien, L, Augustinerstrasse 8. Wilhelm Max, Dr., Prokurist der k. k, priv. Bodenkreditanstalt Wien, geb. 17. Jänner 1869, Wien, I., Reichsratsstrasse 13. Prag. (Trauung.) Sonntag den 6. März 1910 um 1^/2 IlHr nachmittags findet in der Hochsynagoge die Trauung des Fräulein Kamilla K n öp fel m a ch e r, Tochter des Herrn Rabbiners Professor Sal. Knöpfelmacher, mit Herrn Julius Lieben statt. Mißlitz.. Am 9. d. M. feierte Herr Oberlehrer Siegmund Löwy, der seit zwölf Jahren an unserer Volksschule segensreich wirkt, seinen 60. Geburtstag. Am Geburtstage brachten ihre Glückwünsche dar: Der Lehrkörper, die Vertreter der politischen Gemeinde unter Führung des Herrn Bürgermeisters Josef Hauser, die einstigen und jetzigen Schüler und Schülerinnen, welche letzteren auch Blumenbouquets überreichten. Am darauffolgenden Sabbath wurde der Jubilar zur Thora gerufen, wobei Herr Kantor Holzer einen von unserem Rabbiner verfaßten, der Feier angemessenen -pap ’ö rezitierte. Nach Schluß des Gottesdienstes begaben sich der gesammte Kultusvorstand, der Ortsschuliat, der Rabbiner und Kantor in die Wohnung des Jubilars, wo die Herren Kultusvorsteher Josef Pollenz und Obmann des Ortsschulrates Sal. König Ansprachen hielten, in denen sie der langjährigen Tätigkeit des tüchtigen Schulmannes zum Segen unserer Jugend die wärmste Anerkennung zollten. Stampfe«. (V 0 r st a n d s w a h l.) Heute nahm die hiesige Kultusgemeinde die statutenmäßig vorgeschriebene Neuwahl des Kultusvorstandes vor. Die Wahl war eine der interessantesten, da der Kultusvorsteher, dessen Mandat abgelaufen, trotzdem ihm ein großer Teil der Mitglieder scharfe Opposition machte und ihm in der Person des Herrn Markus Weber ein Gegenkandidat aufgestellt wurde, auf die Wiederwahl nicht verzichtete. Der äußerst spannend verlaufene Wahlakt ergab folgendes Resultat: Vosteher: Markus Weber; Kaffier: Josef Koch; Kontrollor: Michael Wagner; Beisitzer: Pollitzer Ignaz, Erzmann Tobias, Wilhelm Kugler und Jakob Milcher; Tempelvorste er: Moritz Stern und Adolf Reich; Repräsentanz: Nasch Adolf, Bela Kohn-Zohor, Schönfeld S. L.. Fritz Geiriuger; Cbewra-Kadischa: Max Schröfll, S. L. Schönfeld und Josef Koch P. St. Pölten. (L i t e r a t ur v e r e in.) Am Sonntag den 13. Februar trug Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang aus Wien unter wahren Beifallsstürmen „Eigene Skizzen aus dem jüdischen Leben" vor. Der Vereinspräsident Herr Rabbiner Doktor Schächter gab in seiner Eröffnungsrede einen Ueberblick über die jüdische Novelle und sichtete namentlich die Fülle der literarischen Erscheinungen auf jenem Gebiete im Jahre 1909. Fräulein Irma Allina, die Vereinsbibliotekarin, sprach überaus Verständnis- und wirkungsvoll ein Begrüßungsgedicht an den Ehrengast und überreichte ihm einen herrlichen Rosenstrauß. Die Schachmeisterschaft für Rußland. Ein interessantes Schachmatch wird in den nächsten Tagen in Petersburg ausgesuchten werden. Der Petersburger Schachtlub hat nämlich den jungen Schachmeister Akiba Rubinslein eingeladen, mit dem Moskauer Advokaten und bekannten Schachspieler Bernstein aus Moskau ein Match um die Schachmeisterschaft für Rußland auszufechten. Es werden sieben Partien gespielt werden. Außer dem Titel „Champion von Rußland" wird dem Sieger auch ein Preis von 2000 Rubeln Zuerkannt. Vorläufig werden die leidigen Unterhandlungen mit den Behörden durchgeführt, um den Schachkünstlern, die beide Juden sind, das Aufenthallsrecht in Petersburg zu erwirken. Jüdische Volksmusik. In Petersburg fand dieser Tage die Generalversammlung der Gesellschaft für jüdische Volksmusik statt, in welcher Herr Kiselhof einen Vortrag über 30 wenig bekannte jüdische Volkslieder hielt, die er in dem Städtchen Ljubawitsch gesammelt hat. _ " Ein 600 jähriges Sefer-Thora. Wie seinerzeit berichtet, soll demnächst in Krakau ein jüdisches Museum eröffnet werden. Zu diesem Zwecke sammelt man jetzt jüdische Kunstgegenstände und alte Schriftstücke, welche auf die Geschichte der Juden in Polen bezug haben. Unter den bereits gesammelten Dokumenten befindet sich auch ein Schriftstück aus dem Jahre 1560, welches der Schwager des Ramo, Rabbi Moses Ifserles geschrieben hat. Es enthält religiöse Vorschriften, die man im Eeschäftsleben beachten soll. Einen noch interessanteren Teil der Sammlung bildet ein um das Jahr 1300 geschriebenes Sefer-Thora der jüdischen Gemeinde von Ratisbon. Das Sefer wurde vor Jahrhunderten von Einwanderern nach Krakau gebracht und gelangte später in das Eigentum der Krakauer Universität, von welcher die herrlich geschriebene Gesetzesrolle jetzt dem jüdischen Museum geschenkt wurde.