Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 8 (25.2.1910)
- Date
- 1910-02-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Dt. Blöchs WocheMtift. Sette 14K Ar. 8 und dem Präsidenten zur Hochzeit seiner Tochter erwiesen wurde. An den Tätigkeitsbericht knüpfte sich eine Debatte und zahlreiche Anregung für die Arbeit im folgenden Jahre. Der Kassenbericht, wurde zur Kenntnis genommen und has Absolutorium erteilt. Eine wichtige Scheidungsangelegenheil wurde zur Sprache gebracht und entsprechende Beschlüsse darüber gefaßt. Nun erhielt Professor Dr. Stern das Wort zu einem Vortrag über „Wunder und Wunderglauben", der eine halbe Stunde gespanntes Interesse in Anspruch nahm, und da derselbe Aussicht hat, in Druck zu erscheinen, wurde die Diskussion darüber auf eine spätere Zeit verlegt. Bei der nun vorgenommenen Wabl wurden gewählt: Professor Dr. Kurrein, Rabbiner in Teplitz, zum Präsidenten, Professor Dr. Stern, Rabbiner in Saaz, zum 1. Vizepräsidenten, Professor Dr. Kisch, Rabbiner in Prag, zum 2. Vizepräsidenten, Dr. Schwarz, Rabbiner in Prag, Professor Dr. Biach, Rabbiner in Vrür Doktor Thieberger, Rabbiner in Budweis, Professor Dr. Hoffmann, Rabbiner in Reichenberg. Em Erlaß des k. k. Landesschulrates in Böhmen. Der Ausschuß des „Rabbinerverbandes in Böhmen" reichte ein Gesuch an den k. k. Landesschulrat in Böhmen ein, in welchem auf den bedeutenden Fortschritt des ministeriell approbierten Lehrbuches Kayserling-Biach in pädagogischer und patriotischer Beziehung hingewiesen und ersucht wurde, es möge von einem besonderen Gutachten über dieses Buch betreffs Neueinführung desselben in Böhmen abgesehen werden.*) Der k. k. Landesschulrat gab diesem Gesuche statt und verwies auf den Erlaß vom 30. Mai 1908, Z. 22.412. Abschnitt IV, Punkt 5, wo es heißt: „Es sind künftighin (in der Aprilkonferenz zur Einführung neuer Lehrbücher) nur die eintretenden Aenderungen namhaft zu Machen. Ein ausführliches Gutachten des Lehrers, welcher ein neues Buch vorschlägt, wird nicht verlangt." Ehrung des Kultusvsrstehers Dr. Hugo Spitzer. Aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit. Der langjährige Vorsteher der Essek-Oberstädter israelitischen Kultusgemeinde Herr Doktor Hugo Spitzer und dessen Gattin, Frau Albine geborene Billev. waren gestern anläßlich des Festes ihrer silbernen Hochzeit Gegenstand mannigfacher und herzlicher Ovationen und Ehrungen. Gestern um 11 Uhr vormittag trafen die Deputationen der israelitischen Kultusgemeinde, der Chewra-Kadischa, des Frauenvereines, der südslavischen schen Konföderation der Zionisten, des Zionistenvereines „Theodor Herzl", des Beamten- und Lehrkörpers und zahlreiche Freunde und Verehrer in der Wohnung des Jubelpaares ein. Herr Vorsteher-Stellvertreter, I. N. Schulhof, begrüßte in kurzen Worten das Jubelpaar und ersuchte den Gemeindesekretär, Herrn Nathan Schwarz,, die von ihm verfaßte Adresse namens des Kultusvorstandes zu verlesen. Die gehaltvolle und schwunghaft vorgetragene Adresse erzielte mächtigen Eindruck und wurde mit stürmischen Citnorufett begleitet. Diese Adresse hat den folgenden Wortlaut: Hochverehrter Herr! Hochverehrte Frau! Zum fünfundzwanzigsten Jubeltage Ihrer glücklichen Ehe gereicht es uns zur hohen Freude, Ihnen unsere Gefühle und die unsrer ganzen Kultnsgemeinde, in deren Namen wir hier erscheinen, zum Ausdruck zu bringen. Das heutige Fest trauter Häuslichkeit uid weihevollen Gedenkens ist nicht nur ein bedeutungsvoller Markstein in Ihrem, dem Guten, *) Wir machen unsere geehrten Leser auf den unserer heutigen Nummer beigelegten Prospekt der Verlagsbuchhandlung Gustav Engel in Leipzig aufmerksam. Edlen und Schönen gewidmeten Leben, sondern auch ein Fest unserer Stammes- und Glaubensgemeinschaft, für welche Sie seit langen Jahren unermüdlich und unverdrossen Ersprießliches geleistet und deren humanitäre Institutionen Sie als Vorsteher dieser Kultusgemeinde mit Weisheit und Festigkeit in unvergleichlicher Weise gefördert und ausgestaltet haben. Gestützt und getragen vom Vertrauen Aller, haben Sie kraft Ihrer seltenen Fähigkeiten, Ihres Sachverständnisses, Ihrer mächtigen Arbeitskraft, das Ansehen dieser Kultusgemeinde nach innen und außen in rühmlichster Weise gehoben und den Rahmen dieser Kultusgemeinde weit überschreitend, haben Sie auf dem Gebiete der Regelung der Verhältnisse der Gesamtjudenschaft unseres Vaterlandes eine erfolgreiche Tätigkeit entfaltet und Errungenschaften aufzuweisen, die Ihrem Namen unvergänglichen Ruhm in den Annalen der Geschichte der gesamten Judenschaft dieses Landes sichern werden. Sie hochverehrte, gnädige Frau, haben sich vom ersten Tage an, an dem Sie Ihrem Gatten die H md zum Lebensbunde gereicht, zur verständnisvollen und gleichgesinnten, ebenbürtigen Mitarbeiterin seiner Bestrebungen auf dem Gebiete der Wohltätigkeit gemacht; durch Ihre Herzensgüte haben Sie sich die Herzen Aller erobert und durch Ihr Leben und Wirken, durch Tat und Beispiel die traditionellen Tugenden der jüdischen Frau in Ihrer Person verkörpert. Diese hervorragenden Eigenschaften dankbarst würdigend, sprechen wir Ihnen im Namen der israelitischen Kultusgemeinde, sowie aller in ihrem Schosse bestehenden Institutionen und Körperschaften, namentlich aber im Namen des israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereines, an dessen segenspendender Tätigkeit Sie als Vizepräsidentiin stets in hervorragender Weise mit unermüdlichem Eifer und ersprießlichem Erfolge teilgenommen haben, aus aufrichtigen Herzen unsere herzlichsten Glück- und Segenswünsche aus. Möge Ihnen, dem verdienstvollen Jubelpaare, beschieden sein, bis in der Zeiten tiefste Ferne in körperlicher und geistiger Kraft und Fpsche, frei von der Jahre Last und Plage, für alle Zukunft Ihr Leben mit dem edelsten Gehalte zu erfüllen, wobei Sie sich jederzeit unserer freudigbegeisterten Mitwirkung, unserer vollsten Sympathien und der unwandelbar treuen Gefolgschaft Ihrer zahlreichen Verehrer, versichert halten wollen. Sodann .ergriff Herr Oberrabbiner Dr. Simon Ungar das Wort, um namens der Kultusgemeinde, der zum Oberrabbinate gehörenden Landgemeinden, des Exekutivkomitees des Rabbinerverbandes und des Beamten- und Lehrkörpers die Wünsche aller zu verdolmetschen. Die der Form und dem Inhalte nach gleicherweise gediegene Rede erzielte tiefgehende Wirkung. Nmeans der Chewra-Kadischa sprach der Präses dieser Korporation, Herr Samuel Kästenbaum, in kurzer, gehaltvoller und überaus herzlicher Weise. 'Ebenso überbrachte die Präsidentin des israelitischen Frauenvereines, Friedericke Bauer, die Glück- und Segenswünsche des vollzählig erschienenen Komitees und überreichte einen herrlichen Blumenkorb, welcher mit einer silbergestickten prächtigen Bandschleife mit Widmung geziert war. Die herzlichen Worte der Präsidentin rührten die Jubilarin bis zu Tränen. Nachdem noch Herr I. M. Schulhof namens der Zionisten und der südslavischen Konföderation der Zionisten die hohen Verdienste des Jubilars gewürdigt hatte, erwiderte Herr Dr. Hugo Spitzer in geistvoller, humoristischer Weise auf jede einzelne Begrüßung. Der Redner mußte sichtbar kämpfen, um seine Rührung angesichts der überwältigenden Ovation zu bemeistern. Er erklärte diese Kundgebung als einen Vorschuß auf noch zu leistende Dienste, schilderte seine Anhänglichkeit an die Kultusgemeinde und seine Liebe für ihre Institutionen, versicherte alle Vereine und Körperschaften seiner unentwegten Bereitwilligkeit, auf dem Gebiete gemeinnütziger Institutionen nach bestem Wissen und Gewissen weiter zu wirken, dankte dem Beamten- und Lehrkörper für seine gewissenhafte Pflichterfüllung und allen seinen getreuen Mitarbeitern für ihre begeisterte, tatkräftige Unterstützung, um sodann mit einem tiefempfundenen allgemeinen Dante zu schließen. Von Nah und Fern, aus allen Kreisen der Bevölkerung. liefen zahlreiche Gratulationen ein. deren warmer Ton dem Jubelpaare bewies, daß gemeinnützigem Wirken die Anerkennung der Allgemeinheit nicht versagt wird. Nach den allgemeinen Gratulationen wurden die Gäste in freundlichster Weise bewirtet und in gehobener Stimmung verließen sämtliche Festteilnehmer das schöne