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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-02-25 · 8 (25.2.1910) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
8 (25.2.1910)
Date
1910-02-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 144 Dr. Vlochs Wochenschrift. Är ß dortigen jüdischen Jugend Gelegenheit zu geben, den Ansprüchen der Jetztzeit Rechnung, tragend, sich ein entsprechendes Matz von weltlicher Bildung und Wissen anzueignen. Dies soll im Anschluß an die bestehenden Talmud- Thoraschulen geschehen und ist hierzu die Frankfurter Palästinakommission in erster Linie berufen, weil die maßgebenden rabbinischen Kreise Palästinas dieser das notwendige Vertrauen bezüglich der religiösen Leitung der Schulen entgegen bringen. Die Palästinakommission der freien Vereinigung in Frankfurt a. M. hat zur Leitung dieser Schulen einen bewährten Pädagogen entsendet, der bereits mehrere solche Schulen in den grötzten Kolonien Palästinas errichtet hat, die sich lebhaften Besuches erfreuen. Herr Rosenheim regte die Bildung eines Filialkomitees zur Förderung der Palästina-Schulkasse an, worauf sich ein engeres Komitee bildete, welches folgenden Aufruf versendet: „Das zahlreich erschienene Publikum verfolgte die interessanten Ausführungen des Redners durch 2 Stunden mit gespannter Aufmerksamkeit. An der Diskussion beteiligte sich unter anderem Herr Redakteur Dr. Josef S. Bloch, der unter vollster Zustimmung zu den Darlegungen des Redners hervorhob, daß gerade die Frankfurter freie Vereinigung nach jeder Richtung am berufensten sei, dieses eminent notwendige Werk durchzuführen. Universitätsprofessor Dr. Samuel Röna. einer der hervorragendsten Spezialisten, ist in Budapest infolge einer Infektion, die er sich während seiner Berufstätigkeit zugezogen hat, an Gesichtsrose gestorben. Vor acht Tagen untersuchte Professor Ronä im St. Stephansspital, wo er einer eigenen Abteilung Vorstand, einen Rotlaufkranken: er hatte sich zu diesem Behufe ohne Hut von einem Pavillon in den anderen begeben, und als er nach der Untersuchung des Patienten zurückkehrte, wischte er sich mit der Hand den Kopf ab, der durch den Regen feucht geworden war. Und das ward ihm zum Verhängnis. Er hatte nämlich am Kopfe eine ganz unscheinbare kleine Wunde, die er gar nicht beachtet hatte, und durch diese infizierte er sich, als er sich mit der Hand über den Kopf strich. Am nächsten Tage schon traten Fiebererscheinungen auf und bald verschlimmerte sich sein Zustand derart, datz ein Konsilium abgehalten werden mutzte, dessen Ergebnis das denkbar ungünstigste war: die Aerzte mutzten ihren von allen hochgeschätzten Kollegen aufgeben. Röna, der erst im 53. Lebensjahre stand, war zu Halas im Pester Komitat geboren: nach Absolvierung seiner Studien machte er Reisen ins Ausland. Nach Budapest zurückgekehrt, gründete er das öffentliche Ambulatorium für arme Kranke: seit 1887 war er in hervorragenden Stellungen an den hauptstädtischen Spitälern tätig, zuletzt als Primarius der dermatologischen Abteilung des St. Stephansspitals. Seit 1899 war Nona, der sich zehn Jahre vorher als Privatdozent hatte habilitieren lassen, außerordentlicher Titular-llniversitätsprofessor. Er war einer der hervorragendsten Dermatologen, Teiltc Abhandlungen sind in zahlreichen in- und ausländischen Fachzeitschriften erschienen, auch hat er mehrere größere Werke veröffentlicht. Die Teilnahme für den als Märtyrer seines Berufes verstorbenen Gelehrten kam aus Anlaß der Beisetzung 1>es Verblichenen in imposanter Weise zum Ausdruck. In der Leichenhalle des israel. Friedhofes, von wo das Begräbnis um 11 Uhr stattfand, hatten sich die Vertreter des 'Professorenkörpers der medizinischen Fakultät unrer der Führung ves Dekans. Hofrates Leo Liebermann, nahezu vollzählig eingefunden: ferner waren die Präsidien der Budapester AerzteveMne und Korporationen, die Aerzte der Spitäler, der Klinik für Hautkrankheiten, sowie zahlreiche Bekannte und Verehrer des Verblichenen erschienen. Nach der ergreifenden Trauerrede des Rabbiners Dr. Julius Fischer wurde der Sarg, von der Witwe und den beiden Töchtern des Verblichenen begleitet, zur Gruft gebracht. Hier ergriff im Namen der Schüler des Verstorbenen Dr. Jacob Csillag das Wort, um des hohen wissenschaftlichen Wertes, des aufopfernden, nie ermüdenden Forschungseifers und der genialen fachlichen Kunst des Verblichenen zu gedenken, der viele Tausende vom Siechtum gerettet hat, welchem er selbst zum Opfer fiel. Der Sarg wurde sodann in der Gruft beigesetzt. Rabbinerverband in Böhmen. Am 14. d. M. wurde die Generalversammlung des „Rabbinerverbandes in Böhmen" in Prag abgehalten. Der Besuch wat ein zahlreicherer als sonst, besonders waren es die jüngeren und neueingetretenen Kollegen, die sich einfanden. Der Präsident Prof. Dr. Kurrein eröffnetc die Versammlung mit einem Hoch auf Se. Majestät, unsern allverehrten Kaiser. Hierauf begrüßte er die Versammlung und die neueingetretenen Mitglieder, die er zu energischer Tätigkeit im Verbände aufmunterte. Von diesen einleitenden Worten ging er zur Erstattung des Tätigkeitsberichtes über. Das Jahr brachte sowohl Fortsetzung und Erfolg früherer Arbeit oder neue, vorbereitende. Zu dem ersten gehörte die Teilnahme an dem 2., Gemeindetage in Wien. Hier war kein Erfolg zu erzielen, denn der Standpunkt der Kultusvorsteher, eine Oberbehörde, nicht allein in politischer, sondern auch in religiöser Beziehung zu bilden, ohne genügende Vertretung der Rabbiner, rief den Protest nicht allein der Rabbiner, sondern auch aller Religiöser hervor und ließ die geplante Organisation nicht zustande kommen. Einen nennenswerten Erfolg seiner Eingabe und Audienz bei dem ehemaligen Minister Marchet im Jahre 1905 erzielte der Rabbinerverband erst Heuer, indem vom hohen k. k. Minister für Kultus und Unterricht und der k. k. Statthalterei in Prag an die k. k. Bezirkshauptmannschaften ein Erlaß erging, darauf zu achten, ohne der Autonomie der Gemeinden nahezutreten, daß Rabbiner und auch andere Religionsdiener womöglich definitiv angestellt werden, gegen ungerechte Entlassung geschützt werden und Pension, Altersversorgung erhallen, und daß solche kleine Gemeinden, die das zu leisten nicht imstande wären, aufgelöst und größeren zugeteilt werden. Hrroorgehoben wurde, datz der Verband an den hohen k. k. Landesschulrat eine Eingabe machte, um die Einführung des von Prof. Dr. V i a ch neubearbeiteten Kayserlingschen Geschichtsbuches zu erleichtern und sie zu einer in Böhmen allgemeinen zu machen. Die Erledigung dieser Eingabe vom 15. Dezember 1909, Z. 70.152 wies auf die Bestimmungen des Erlasses des hohen k. k. Landesschulrates vom 30. Mai 1908, Z. 22.412, Abschnitt IV. Punkt 5 hin, demzufolge jeder Lehrer zur Einführung dieses Buches in der Aprilkonferenz nur die Anzeige an den betreffenden Direktor der Anstalt zu erstatten hat. Der Ausschuß des Rabbineroereines faßte den Beschluß, dieses Lehrbuch als ein vorzüglich geeignetes allen Kollegen zur Einführung aufs angelegentlichste zu empfehlen. Dieser Beschluß wurde auch einstimmig von der Grneralv ersann.v jung gefaßt, nachdem Kollege Thieberger darauf hinwies, daß es eine Ehrensache sein müsse, ein so treffliches Buch eines Kollegen überall einzuführen. Die Pflege der Kollegialität wurde noch besonders betont. In diesem Jahre wurde eine Kondolenz dem Kollegen Professor Hirsch in Karolinenthal zugemittrlt bei dem Hinscheiden seines hochverdienten Vaters, des Oberrabbiners in Hamburg. Der Präsident benutzte die Gelegenheit, um dem ehemaligen Oberrabbiner von Prag einen ehrenden Nachruf zu halten. Erwähnt wurde ferner die Ehrung, die dem Vizepräsidenten des Verbandes, Professor Dr. Kisch, zu seinem 25 jährigen Jubiläum in Prag

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