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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-02-18 · 7 (18.2.1910) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
7 (18.2.1910)
Date
1910-02-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 137 Abfassung eines vielfach anerkannten kriegstechnischen Werkes wurde ihm vom Kaiser der persönliche Adel mit dem Prädikate Edler von Trenckheim verliehen. Vor kurzem erst starb die Mutter in hohem Alter. „Ueber die Eigenart israelitischer Geschichtsschreibung im biblischen Zeitalter" sprach der Austauschprofessor der Harvard-Universität, Dr. George Moore in der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Abgesehen von den Chinesen — so etwa führte er aus — haben nur zwei Volksstämme, die Griechen und Israeliten, eine historische Literatur im eigentlichen Sinne aufzuweisen. Aber auch zwischen ihnen beiden gebührt der Vorrang in bezug auf Selbständigkeit der Auffassung und Darstellung, auf Gründlichkeit der Forschung, Zuverlässigkeit der Tradition ohne Frage den Juden. Während Assyrer und Babylonier die wichtigsten Etappen ihrer Volksgeschichte in oberflächlichen Annalen niederlegten, erstanden den Israeliten — etwa um die Zeit der Gründung des Königtums, der Befreiung vom Philisterjoch imposante Geschichtsschreiber, die die historische Entwicklung völklicher Eigenart mit großzügigem Blick begleiteten, in großzügiger Weise festlegten. — Die Uranfänge solcher Geschichtsschreibung finden wir im Buche Samuelis, das die Historie des Hauses David umfaßt; auch über die Könige Saul und Jonathan wird schon berichtet. Dann greift der Chronist auf frühere Zeiten zurück, bucht die Leiden Israels unter ägyptischem Joch, den sagenhaften Zug durchs Rote Meer -- Mose Erscheinen und seine Verkündigung der göttlichen Gebote. Der interessantere Teil der Ausführungen beschäftigte sich mit den künstlerischen Qualitäten dieser Geschichtsschreibung. Zwar konnte Professor Moore in dieser Hinsicht nichts wesentlich Neues Vorbringen, formvollendet aber war seine kritische Analyse. Nicht mündliche Ueberlieferung allein, so glaubt Moore, nur systematische Beschäftigung mit dem sprachlichen Kunstmaterial, ein bewußtes Streben nach stilistischer Reife und Präzision ist imstande, eine so plastische Darstellung des Tatsachenmaterials zu erreichen. Allergrößte Sparsamkeit, Schlichtheit des Wortes erzielt den erhabensten Ausdruck des Affekts. Nicht die heute so beliebte, naturalistische Kleinmalerei, der umständliche Apparat psychologischer Analyse — nur die sinnfällige Verkörperung jener in der Phantasie erzeugten und darum einzig wahrhaften Vorstellungsbilder feiert hier ihren ungeahnten Triumph. Die Israeliten — so wollte Professor Moore mit dieser Würdigung wohl andeuten — strebten bewußt jene Synthese künstlerisch-historischer Darstellung an. die den weltbedeutenden Charakter ihrer biblischen Niederschrift ausmacht. Korrespondenzen Ein Judentag mit Ausschlust der Oeffentlichkeit. Das „Czernowitzer Tagblatt" erhält das nachstehende Kommunique: Sonntag, den 6. Februar d. I. fand eine Vertrauensmänner-Versammlung der jüdischnationalen Partei statt. Die Versammlung war zahlreich beschickt. Abgeordneter Dr. Straucher, welcher den Vorsitz führte, referierte in mehr als einstündiger Rede über die politische Lage und namentlich jene der Iudenschaft des Landes, schilderte den Verlauf der letzten Landtagssession und besprach die Organisation der Bukowinaer Judenschaft. Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. An dieses Referat knüpfte sich eine ausführliche Diskussion, an welcher nebst dem Abgeordneten Wilhelm Tittinger noch eine größere Zahl von Vertrauensmännern der Stadt und des Landes teilnahm. Der Verlauf der Versammlung war teilweise ein stürmischer, indem einige Radikale der Iungjuden in mehr als scharfer Tonart ein radikales Vorgehen der jüdisch-nationalen Partei des Landes und die Separation von allen anderen Parteien forderten — ein Versuch, dem Dr. Straucher mit aller Energie entgegentrat und dem auch die überwiegende Mehrheit der Versammlung zustimmte. Ueber Antrag des Dr. Vierer aus Radautz beschloß die Versammlung nachstehende Kundgebung, welche unter stürmischem Beifalle einstimmig angenommen wurde und zwar: Die heute hier anwesenden aus dem ganzen Lande der Bukowina herbeigeeilten Vertrauensmänner der jüdischen Parteileitung zu Czernowitz anerkennen die hervorragenden Verdienste ihres hochverehrten Abgeordneten Dr. Straucher um das jüdische Volk, erklären, auch weiterhin Herrn Dr. Straucher als Führer des jüdischen Volkes anzuerkennen, verlangen mit Rücksicht auf die schwierige Lage eine Gesamtorganisation aller Juden des Landes, die nur durch das persönliche Eingreifen des Führers Dr. Straucher zustande kommen kann, mnd bitten ihn, schon in allernächster Zeit durch Bereisung der Bukowina dieses Werk zu inaugurieren und zu vollenden. — Nach mehrstündiger Verhandlung wurde die Versammlung zur Erledigung der noch restlichen Tagesordnung vertagt und Dr. Straucher gebeten, vorerst mehrere Parteiversammlungen in den verschiedenen Orten des Landes abzuhalten und sodann eine neuerliche große Versammlung in Form eines jüdischen Parteitages 'in Czernowitz einzuberufen. -- Hierzu bemerkt das „Czernowitzer Tagblatt", daß ihm die Erstattung eines ausführlichen Berichtes über diese Versammlung unmöglich war, weil es zu derselben keinen Zutritt hatte. Die „Bukawinaer Post" meldet, daß Abgeordneter Dr. Straucher infolge dieser Krise im jüdischen Nationalverein seine Obmannschaft niederzulegen erklärte und daß am kommenden Freitag eine neuerliche Versammlung stattfinden soll. Israelitischer Religionslehrerverein „Esra". Samstag den 12. Februar, 71 t, Uljr abends hielt Herr Professor D. K o h n, akademischer Maler, auf Einladung des Religionslehrervereines „Esra" über das Thema: „Die Kunst im Dienste des israelitschen Religionsunterrichtes" einen höchst instruktiven Vortrag, der sich eines zahlreichen Zuspruches zu erfreuen hatte. Als Ehrengäste waren erschienen: die Herren Kultusoorsteher Dr. I. Samuely und A. Schramek, die Herren Rabbiner Ehrw. Dr. Bondy (Mainz), Kramer. Dr. Abeles, Doktor Mandl, in ^Vertretung des Verbandes der israelitischen Religionslehrer an Mittelschulen Herr Professor Dr. A. Weiß, Oberkantor Herr kaiserl. Rat I. Singer, die Herren Religionsschulinspektoren Dr. David. Professor M. Kanitz und Dr. Rosenmann, der Herausgeber der „Oesterr. Wochenschrift", Herr Dr. S. Bloch, der Sekretär der Wiener israel. Kultusgemeinde Herr kaiserl. Rat Dr. Lieben, und Sekretär Herr Dr. Adler, Religionsprofessor Herr Dr. A. Frankfurter, die Präsidentin des Vereines „Vikur cholim" Frl. L. Bondy, Herr Oberlehrer Kohn (Talmud-Thora) und Herr Neumann. Vorstandsmitglied des Talmud-Thoravereines usw. usw. und zahlreiche Damen. Der Obmann des Vereines „Esra". Herr Religionslehrer Wilhelm Breuer, begrüßt zunächst die Erschienenen, insbesondere die p. 1. Gäste und weist auf § 2 der Vereinsstaluten hin, der den Zweck verfolge, durch einmütiges Zusammenwirken die geistigen und materiellen Interessen der Religionslehrer zu fördern und deren Standesbewußtsein zu heben. In diesem Sinne ergreift Herr Professor Kohn das Wort zu seinem Vortrage, hebt

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