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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-01-21 · 3 (21.1.1910) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
3 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 58 Nr. 3 Dr. Blochs Wochenschrift. Kreisen Bahn bricht" (439). Wie die Gotteserkenntnis der Propheten „in ihnen zustande kommt, können wir wissenschaftlich nicht mehr ermitteln. Das Geheimnis der Persönlichkeit kann historisch nicht restlos zergliedert werden, es spielt sich im verborgenen Innern ab, und nur was als Wirkung der hier zwischen der Seele und ihrem Gott sich vollziehenden Vorgänge nach außen tritt, können wir als Lebensäaßerung dieses innersten Vorganges beschreiben. Wir haben es nicht mit Produkten dichterischer Phantasie, sondern mit Tatsachen und Erlebnissen spezifischer Art zu tun" (440, 445). Vom Messias heißt es (480): „Die Stunde, in der Jesaja von Ahaz schied, hat der Welt den Gedanken an den Messias geschenkt." Ein abschließendes Urteil wird erst das Erscheinen des 1. Bandes ermöglichen, in dem die Quellenscheidung einen wesentlich breiteren Raum einnehmen und Kittels Stellung zu den gegenwärtig beliebten Standpunkten schärfer präzisieren dürfte. Soviel ist gewiß: Dieses Buch gehört zu denen, die auch von jüdischen Bibellesern durchaus ernst zu nehmen sind und mit denen die noch immer ausstehende Apologie des Judentums der Bibel an erster Stelle sicb wird auseinandersetzen müsien. R. Das neue „Palästina-Handbuch" des Orientverlages gibt auf alle die zahlreichen Fragen Auskunft, die den jüdischen Palästina- Freund intereffieren können. — Fragen nach den Verhältnissen und Möglichkeiten des Landes, nach der Bevölkerung, ihrem gegenwärtigen Zustand, ihren Bedürfnissen und ihren Aussichten 2C. 2c. — Das Material ist auf Grund der eingehenden Landcskeuntnis des Verfaffers auf's Sorgfältigste gesichtet und übersichtlich angeordnet. Das alphabetische Inhaltsverzeichnis weist an 3(0 Stichworte auf. — Das Handbuch ist ein unentbehrliches Hilfsmittel für Alle, die an irgend einer der zahlreichen, jüdischen Palästina-Bestrebungen Interesse nehmen. Die Ausstattung ist vorzüglich; der Preis ist außerordentlich niedrig bem-ffen. — Bestellungen sind zu richten cn das Zionistische Centralbureau, Charlottenburg, Bleibtreustraßc 49. (Vereine, die sch für den Vertrieb des Buches unter ihren Mitgliedern verwenden wollen, erhallen bei größeren Bezügen entsprechenden Rabatt.) Rabbiner N. Friedmauu, C h e w e 1 Nach loch, Kommentar zum Buche Mischte, 4, 188 Seiten. Selbstverlag des Herausgebers Wien, II., Schreigaffe 12. Preis 3 Kronen. Mit wahrer Freude muß es jeden Gelehrten und Freund der hebräischen Ltteratur erfüllen, wenn er ein neues, auf echt jüdischen Boden entstandenes, wiffenschaftlich bearbeitetes und sehr interessantes Werk, wie das genannte, begrüßen kann. Dcr Verfasser, ein allgemein beliebter und sehr intelligenter und gelehrter Rabbi und Warschau in Wien, hat in diesem Bande 14 Kapiteln der Sprüche Salomonis gründlich bearbeitet und von der materiellen Förderung dieses ersten Teiles wird es abhängen, ob auch der Schlußband dieses besonders für Prediger und Gelegenheitsredner eminent wichtigen Werkes bald dem Drucke wird übergeben werden können. Besonders hervorzuheben ist die systematische Zusammenstellung der bearbeiteten Materie, die das Werk bald, zu einem unentbehrlichen machen und ihm einen würdigen Platz in unseren Bibliotheken einräumen wird. Nur ein mitten im Volke stehender und mit seinen fleißigen Hörern aufs innigste verwachsener Gelehrter kann in des großen Königs Salomo Werk so eindringen, wie der Verfasser es getan. Wie auf dem geistigen Gebiete, das er vollauf beherrscht, wünschen wir dem hochgeehrten Autor auch auf Materiellem den besten Erfolg. M. A. Neue Bücher. Das Leben der Propheten nach der arabischen Legende. Ins Hebräische übertragen vom Rabbiner Dr, I. Eiseuberg. 1910. Kriefkaftem M., Ranscherstraße. Ein ungarischer Staatsangehöriger, welcher ui Oesterreich eine Eheschließung eingehen soll, brauchte dazu die Bewilligung des königl.-ungar. Ministeriums. Die Sekretariate in den Wiener Rabbinatskanzleien sind darauf eingerichtet und erbötig, die hiefür nötigen Schritte zu unternehmen und eine schleunige Erledigung zu bewirken. I. F. Wir können in dem Benehmen des von Ihnen geschilderten Rabbiners in dem „christlichen" Kaffeehaus absolut nichts Aergerliches erkennen. T. Z. Nur Feiglinge erniedrigen sich zu anonymen Drohungen. Im Uebrigen notteren wir, allen Renegaten zur Kenntnisnahme, die Konstatierung in der letzten Nummer der „Montags-Revue", daß der Weihbischof Dr^ Marschall aus dem Grunde gemaßregelt wurde, weil er „eine rege Verbindung mit konvertierten Familien unterhielt und einen unangemeffenen geselligen Verkehr in Konvertiten-Häusern pflegte. Also auch in streng katholischen Kreisen wird das Renegatentum moralisch richtig taxiert, der persönliche Verkehr mit Renegaten als diffamierend anerkannt. . Josef Kmmer irr Z. Ob. B. Hubermann noch Jude ist, wissen wir nicht. M. G. Essegg. Es ist richtig, daß Baron Karl Hatvany den Uebettritt vom Judentum zur römisch-katholischen Kirche feierlich vollzogen hat. N. Der 25. Februar 1897 war am 23. Adar. Die Barmizwah fällt auf 24, Adar, d. i. auf Samstag den 25. März 1910. Dr. M. St. Wenn Braut und Bräutigam in zwei verschiedenen Gemeinden wohnhaft sind und in einer dritten Gemeinde die Eheschließung vollziehen wollen, so ist jede der beiden Rabbinen berechtigt, die Delegation zu erteilen. Notiz. Jüdisches Theater, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag den 21. Jänner 19.0: „D i e S e d er-N a ch t" von I. Luteiner, ab Samstag den 22. Jänner 1910: „Kol Nidrei" von Scharkansky, Sonntag Nachmittag halb 4 Uhr: „E i n G a st von jener Welt" von N. M. Scheckowitz. Halbe Preise. Die Herren Student?» zahlen an Wochentagen die Hälfte. In Vorbereitung: „DerSkandal im Theater" von Rakow. F^mn Alt Adolf Waclisberger Patzau Saybusch— Krakau Verlobte. Herr und Frau Rabbiner Dr. Feuchiwang beehren sich, Freunde und Bekannte zu der am 5. Februar im Tempel XVIII, Schopenhauerstrasse 39, um 9 Uhr vormittags, . stattfindenden nisö "O-Feier ihres Sohnes Benno höflichst einzuladen. Gratulation: Samstag Vormittag und Nachmittag ab 4 Uhr, Sonntag Nachmittag. Jakob Löwyscbe Familienstiftung. Anzahl derPlätze: Unbestimmt zusammen K 2520. — Bewerbungsberechtigt sind die nächsten armen Verwandten des am 7. Mai 1864 verstorbenen Stifters, Herrn Jakob Löwy. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Verwandtschaftsnachweis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: ü8. Februar 1910. — Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich erhältlichen Gesuchsbögen. Stiftung des Herrn Salomon Koiiscii zum Andenken an seinen Bruder Ignaz Freiherr von Koltsch. Anzahl der Plätze: Unbestimmt zusammen K 800.—. Bewerbungsberechtigt sind: a) in erster Reihe arme Verwandte des Stifters, und zwar : 1. Deszendenten desselben ohne Einschränkung auf einen bestimmten Grad; 2. Abstämmlinge der Grosseltern des Stifters bis zum sechsten Grade der Seitenlinie von dem Stifter abgerechnet, b) in Ermanglung solcher vier arme israelitische Familien in Wien. — Gesuchsbeilagen: Sämtliche Bewerber haben Zeugnisse über ihre Armut und Würdigkeit — mit dem Stifter verwandte Personen überdies den legalen Nachweis über diese Verwandtschaft zu erbringen. Von den mit dem Stifter nicht verwandten Bewerbern ist die Zugehörigkeit zum Judentume auszuweisen. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 81. Jänner 1910. — Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungs-Protokoll). — Verleihungstag: 8. Mai 1910 (29. Nissan). Baurat Max Fleischerseh« WohlfttlokeltsStiftung. Anzahl derPlätze: Unbestimmt im Gesamtbeträge von K 145.—. — Bewerbungsberechtigt sind mittellose, würdige, israelit. bandel- oder gewerbetreibende Bewohner der Wiener Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau; in Ermanglung solcher auch sonstige Gemeindeangehörige der israelitischen Kultusgemeinde Wien. — Bevorzugt sind: ehemalige Mitglieder des Tempelvereines für die beiden Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau, sowie Angehörige von solchen und endlich Angehörige von Angestellten dieses Tempelvereines. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Gewerbeschein, Erwerbsteuervorschreibung, eventuell die auf die oben angeführten Vorzugsberechtigungen bezughabenden' Nachweise. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Jänner 1910. — Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungs-Protokoll). — Auszahlungstag: 29. März 1910 Adolf und Therese Sters Wohltätigkeitsstiftung. Anzahl der Plätze: Unbestimmt zusammen K 2425. — Bewerbungsberechtigt sind würdige bedürftige Personen jüdischer Konfession ohne Unterschied des Geschlechtes und ohne Rücksicht auf die Staats- und Gememdeangebörigkeit. — Bevorzugt sind vor allen anderen Bewerbern solche der Unterstützung bedürftige und würdige Einschreiter, welche die Verwandtschaft oder Schwägerschaft mit dem am 14. April 1899 verstorbenen Stifter, Herrn Adolf Stern oder dessen Gattin, Frau Therese Stern, geborene Kanitz, nachzuweisen vermögen — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, eventuell Trauungszeugnis, Armutszeugnis. — Letzter Tag derEinrniebungsfrist: 31. Jänner 1910. — Einreichungsstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungspr'tokoll), — Verleihungstag: 14. April 1910. — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltich erhältlichen Gesuchsbögen.

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