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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-01-14 · 2 (14.1.1910) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
2 (14.1.1910)
Date
1910-01-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Cm u« 36 Dr. Blochs Wochenschrift. N, 2 er am Schlüsse daran erinnerte, daß es die erste Pflicht aller nationalaesinnten jüdischen Juristen sei, die jüdische Re ch tsw i ss e n sch a ft z u f ö r d e rn und 3» unterstützen. Das unter Leitung des Herrn Dr. S. Rubin siebende Seminar für jüdische Rechtswissenschaft wird jeden Freitag im Lokale des „Betb-Haundrasch", II., Ferdinandsgasse obgehalten. Nächste Seminarstunde Freitag den 14. Jänner 1310, 7 Ubr abends. Verein der Sabbatfreunde „Schomre-Schabbos". Am 24. Jänner a. c., 1/i8 Uhr abends, wird Herr Jacob Rosenheim, Verlagsbuchhändler aus Frankfurt a. 9Ji., über das Thema „Z-itgemäße Beirachtungen beim Scheine der Sabbatlichter" im Saale des Hotel Central, II., Taborstraße 8, sprechen. Dem Vortrage schließt sich eine Diskussion an. Wien. Samstag den 8. Jänner haben sich unter den wirklich guten Duiblktnngen in der Toynbeebolle zwei Schülerinnen dein den besten W>eier Kreisen üderouS geschätzten Lehrers Her'n Mo iz Lampl besonders bemerkbar g-macht; und zwar spielte F-> Lili Weiß em Tr>o von Hatzen mit schön m Anschlag und guter Auffassung und Frl. Gufti Elbogeu sp'elte Ebopin Fant isie-Jmprnmpt», Schubert, Heller, die Forelle, Schürt Etüde mignonne, Godaid Mnzurka rc. An der vornehmen Art des Sp'eleS erkannte man nickt bloß das Talent, sondern auch den vorzüglichen Lehrer. Frl. Freistädt sang mit großem Erfolge einig-- Lieder, auck sie ist eine eh-malige Sckülerin des Herrn P oieffor Lampl. Herr Glattauer (Violine) errang durch fein scköues Spiel dtso. deren Beifall mit einem ungarischen Tanz. Wien. (,® enschenlieb e".) Der W twen- und WaisenfondSverem des allgemeinen Krankenuntersiützunpsvernnes ..Menschenliebe" mit dem S'tze in Wien, IX., Porzellangosse (Eafe Jägerhof), ist in sein zweites Vereinsjahr getreten. Der Ve ein verfolgt den Zweck, den Hinterbliebenen von Ve emsmitgliedern Be'träge zu sichern, deren Höhe sich nach der Anzahl d r Mitglieder richtet. Beitrittsanmeldungen nehmen Herr Dr. Hugo Kohorn, Hof und Gerichtsatvokat. Wien, I., W'pplingerstraße ^0, ivwie alle Vorttandsmitglieder entgegen. Vorstandssitzungen finden jeden erstell Donnerstag im Monate statt. Wie«. (Beth-Hamidrasch Talmud-Tdora, Malzgaffe 1«) Freitag den 14. Jänner 1910, abends da'b 8 Uhr findet daselbst ein Vortrag des Herrn Religionslehrers Josef Pisk statt. Thema Vorbehalten. — Samstag den ln. Jänner 1910, vackmittagS */4.3 Uhr, Vortrag vl. Herr Rabbinatskandidat Bela Fischer. Thema: „Die Bannverordnungen des R Geiickon b. Zehuda aus Mainz". — Voranzeige: Samstag den 22. Jänner 1910, nachmittags 3 Ubr, findet daselbst ein Vortrag Sr. Ebrwürden Rabbiner Dr. Armand Kamiuka statt. Thema: „Der Amoräer R. Jochanan und R. Simon b. Luky'ch". Austritte ans dem Judentum Vom 2. bis 8. Jänner 1910. Adler Friedrich, Gymnasiast, geb. 17. Juni 1895, Wien, XII., Dö»felstrasse 12. Brecher Mag a, geb. 20. November 1895, Wien, wohnhaft in St. Holten. Deutsch Max, geb. 25. April 1881, Wien, X., Eugengasse 90. Drucker Sophie, geb. Herzig, Tischlermeisterswitwe, geb. 24. November 1870, Durnholz, XIV., Schweglerstrasse 0. Haberfeld Walter, Dr., geb. 8. April I8e5, ßiala, XVIII., Gentzgasse 158. Meledniker Eifre, Näherin, geb. 14. April 1887, Podwoloczyska, XXI., Leopoldau. <?renzgasse 217. Politzer Wilhelmine, Private, geb. 2. November 1886, Wien, IX., Währiutierstrasse 72. Tafler Armin, Dr., Gutsbesitzer, geb. 3. April 1868, Budapest, III., Marokkanergasse 12. Tafler Anna, geb. 7. März 187/, Brünn, III., Marokkanergasse 12. Austerlitz. Am 6. d. M. starb Frau Netti Jellinek im Alter von 83 Jahren, eine edle, fromme Dame aus guter, jüdischer Familre. Ihr Heimgang ist ein Verlust für viele Arme und Notleidende. Von der Wertschätzung der Verewigten gab die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigungsfeierlichkeit beredtes Zeugnis. Die Funkionen versahen Bezirksrabbincr Dr Steif und Herr Kantor Ster« in ergreifender Weise. Ein Neffe der Verblichenen, Herr Ignaz Kampflieek, widmete ihr am Grabe tiefempfundene Worte des Gedenkens. Prag. (Jüdisches Intern^t) Das jüdische Internat in Prag, Smetanagaffe 23, beging am 8. d. M. in festlicher Weise seine erste Makkabäerfeier. Zu dieser Veranstaltung hatte sich eine große Anzahl von Gästen eingefunden, darunter der löbliche Vorstand des Vereines zur Gründung und Erhaltung eines südlichen Internates in Prag, Vertreter des Vereines jüd'scker Hochschüler in Prag, „Bar Kochba", Ellern und Verwandte der Zögl nge, sowie zahlreiche andere dem Internate nahestehende Personen. Nach Begrüßung der Festqäste durch den Jnternatsdirektor Herrn M. Ma«dl folgte das offizielle Programm, welches durch Gedichtrezitationen seitens der Zöglinae und durch Liedervorträge der Anstaltslebrer ousgefüllt wurde. Besonders mackte der Septimaner Herr Ernst Kraus, ein Scküler deSOrck-stermitgliedes des Deutschen Landesrheaters ln Prag, Herrn Karl Klein, durch sein gediegenes Spiel (Romanze von Swndstn und Serenade von Pierne) auf sein Talent aufmerksam Die Klavierbegleitung hatte mit besonderer Freundlichkeit tue Anstaltslehrerin Frau Hilda Kauturek übernommen und wußte sich dieser itner Aufgabe mit einem ausgezerchncten Erfolge zu entledigen. Den Klanwunkt des Abends bildete der Violinvortrag des Herrn Karl Klein, der mrt der Beriotschen Scene dg Ballette die zahlrercken Zubörer voll zu bannen wußte. Lauter Beifall folgte seinem Vortrage. Eme angenehm' Abwechslung in das P'vgramm brockte der fcköne Vortrag von Rubinfteins Asra durch F au Direktor Mandl. Mit -iner kurzen Ansprache des Obmannsüllvertreters H<rrn Din klar Karl Resek. d>r iw Namen des Vor"ande« dem Leiter des Internates, Herrn M. Mandl, s ine volle Anerkennnna au^'proch und an das Interesse der Anwesenden für das Jüdische Internat appellierte, schloß die woblgelungeue Feier. — Nock A w ctlii»>> des otfiz-ellen Programmes Welt Herr St ftsrabbiner Benedikt Katz an die Zöglinge eine kurz- Anspracke. worm er die relig öle Bedeutung des Fettes in formvollendeter Weise darleate. Zrm Scklusswurde O st und Z.lckerwerk verteilt, ein Geschenk des Vorstandes an bte Zöglinge. Rozsahegh. In der am 6. d. M. stattgehabten Generalversammlung der Roziahegyer Kultusgemeinde wurden folgende Herren gewählt: Jakob Klein, Präsident; Dr. David Szilagyi. Vizepräsident; Dr. Bernhard P 0 l i c z e r, Schulstuhlpräsident; Jakob Fischer, Kassier; .Samuel Grusb ak und Adolf Roth, Tempelvorstther. Die Herren Dr. Bernhard P 0 l i c z e r, Jakob Klein und Jakob Glasner wurden zu Distrikts-R> Präsentanten gewählt. Berlin. Der Gesamtvorstand des Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland hat in letzter Zeit zwei Sitzungen, eine in Breslau gelegentlich des Verbandstages der deutschen Juden und eine am 30. Dezember in Berlin, abgehalten. Auf der Tagesordnung standen folgende drei Punkte: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes. 2. Beratung über Ort und Termin des nächsten VerbandStoges. 3. Vorschläge zur Reorganisation und Förderung des Verbandes und seiner Einrichtungen. Die eingehenden Beratungen führten zu dem einstimmigen Beschluß, Herrn Prof ssor Dr. Martin P h i l i p p s 0 n zum Ehrenvorsitzenden, Herr Dozenten Doktor I. E l b 0 g e n zum ersten Vorsitzenden und Herrn Alors Marcus in Firma Veit, Selberg u. Co., Berlin, Französiichestraße 49 zum Schctzmeister des Verbandes zu wählen. Alle drei Herren haben sich bereit erklärt, die ihnen angebotenen Aemter anzunehmen und im Geste des verewigten Dr. Gustav Karp-les für die Ziele des von thm begründeten Verbandes zu wirken. Zugleich wurde beschlossen, den Verband zu reorganisieren, den Wanderrednerfond zu kräftigen und im Laufe dieses Jahres, möglichst im Anschluß an die nächste Versammlung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, einen Verbandstag abzuhalten und sämtliche Vereine zur Teilnahme an den Verhandlungen einzuladen. Berlin. Die jüdischen Mitglieder der im letzten Zerbst hier weilenden Deputation der englischen Kaufmannschaft benützten ihre Anwesenheit auch zum Besuche einiger Berliner Synagogen, u. a. auch der Charlottenburger Synagoge, Bismarckstratze, wobei die Herren Gelegenheit hatten, den Oberkantor Jg.Oesterreicher zu hören. Als unmittelbare Folge dieses Besuches dürfte ein ehrendes Anerbieten anzusehen sein, welches seitens der Liverpooler Great-Synagoge an Herrn Oesterreicher erging. Wiewohl ihm jedoch auch betreffs des Erlernens der englischen Sprache die günstigsten Konzessionen gemacht wurden, bleibt es zweifelhaft, ob Herr Oesterreicher einem Rufe Folge leistet, der ihn von der Stätte seiner ehemaligen Wirksamkeit noch weiter entfernt. Die jüdische Auswanderung im Monate November 1909. Im Verlaufe des Monates November 1909 sind im New-Uoiker Hafen 7692 jüdiscke Einwanderer gelandet u. zw. 3887 Männer und 3805 Frauen. 5685 blieben in New-Aork, der Rest fahr weiter in das Innere des Landes. Von den Eingcwanderten kamen 5484 aus Rußland, 1105 aus Oesterreich, 377 aus England, 215 aus Ungarn.

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