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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-01-14 · 2 (14.1.1910) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
2 (14.1.1910)
Date
1910-01-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 24 Dr. Vlochs Wochenschrift. tu. 2 Signal „Feuer einstellen". Oesterreichische und preußische Offiziere mit Weitzen Fahnen galoppierten über das Gefechtsfeld hinüber und herüber: der Waffenstillstand war beschlossen. Die bei Blumenau in Verwendung gewesenen galizischen Regimenter Nr. 10 und 24 erhielten Befehl, bis auf weiteres in der Aufstellung zu verbleiben, als kurz darauf sich unseren Truppen preußische Offiziere und Mannschaft, letztere bereits ohne Gewehre, näherten. Gegenseitiges Vorstellen der Offiziere und kameradschaftliche, ungezwungene Unterhaltung. Das Wort „Feind" gehörte bereits der Vergangenheit an: und nur Kameraden saßen beisammen. Auch die Mannschaften beider Parteien näherten sich einander und, nachdem die Regimenter Mazzuchelli Nr. 10 und Parma Nr. 24, aus Ruthenen sich rekrutierten, sahen sie sich gegenseitig nur neugierig an, und die Konversation wäre eine total beschränkte geblieben, wenn die erwähnten Regimenter nicht auch viele Juden hätten. Die Kosten der Unterhaltung österreichischerseits bestritten ausschließlich die jüdischen Soldaten: in deren Verlauf stellte es sich heraus, daß rückwärts beim Gros der Preußen unter den jüdischen Soldaten ein Mann eingeleilt sei, dessen Schwester an einen Oesterreicher verheiratet war, welcher, dem Rufe zur Fahne folgend, Berlin verließ und nun in irgend einem österreichischen Regimente den Feldzug mitmachen dürfte. Der Name des preußischen Soldaten wird schnell eruiert und, hell aufjauchzend, beginnt ein Reservist des zehnten Infanterieregiments, seelenvergnügt sich im Kreise zu drehen. Der Mann hatte am Schlachtfelde seinen Schwager gefunden und nach kaum einer Viertelstunde „lag«r am Haffe sich Beide und weinten vrr Schmerzen und Freude". Eigentümliche, uns heute unbegreifliche Verhältnisse haben es mit sich gebracht, daß für die in den zahlreichen Kriegen seit ihrer Einreihung in die Armee auf dem Felde der Ehre gebliebenen jüdischen Soldaten nie ein? Erinnerung stattfand. Erst nach dem Nrietze 1866 wurde in Wien eine Gedächtnisfeier veranstaltet, welche mit einem Choral, von Professor Sulzer eröffnet wurde. Hiernach hielt Dr. Jellinek die Festrede: „Wie sind sie gefallen die Helden". Die theoretischen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage, Aus der Einleitung zu Dr. Z o 11 s ch an’s Buch: »Das Rassenproblem«. , Soweit das allgemeine Interesse von der Judenfrage nicht loskommen kann, kann man sich dieselbe durch folgende Teilprobleme verkörpert denken: 1. Sind die Juden den Ländern, in denen sie leben, ökonomisch und kulturell schädlich, bedeutungslos oder nützlich? 2. Gibt es eine in sich homogene jüdische Rasse und hat dieselbe bestimmte Eigenschaften, die ihr ihren geschichtlichen Weg für alle Ewigkeit vorbestimmen? Vorliegende Arbeit soll diese Probleme behandeln, indem sie den Kern derselben, das Problem der Rassenwertung herausgreift. Die Untersuchung über den Rassenwert der Juden mußte sich auf zwei Gruppen des Tatsachenmateriales erstrecken. Der Beweisgang wäre nämlich ein deduktiver, aus den Ergebnissen' der anthropologischen Gehirnforschung und ein induktiver, historischer. Durch die Analyse der aus den anthropologischen Studien erreichbaren Resultate ergeben sich aber infolge des noch primitiven Zustandes dieser Wissenschaft nicht ausreichende Daten, so dass fast sämtliche Autoren, die in dieser Frage Stellung nahmen, auf die historische Beweisführung angewiesen waren und auch wir uns zum grossen Teile werden darauf beschränken müssen. Immerhin gewährt uns erfreulicherweise der Fortschritt auf dem Gebiete der Vererbungstheorie die Möglichkeit, die in Aussicht genommene Beweisführung auch naturwissenschaftlich zu fundieren. Außerdem verfolgt diese Untersuchung noch höhere, über der Tagespolitik stehende Ziele. Im gegenwärtigen Zeitpunkte ist ein Prozess der Auflösung der jüdischen Rasse im Gange. Es ist möglich und in die Hand der Zeitgenossen gegeben, diesen Prozess durch politische Ingerenznalime zu hemmen oder zu fördern. Die Art der Ingerenznahme wird aber von dem Urteil über den Kulturwert der Juden abhängig sein. Daher stellt sich als Judenfrage von dem weit höheren Standpunkte der grossen historischen Evolutionen die Frage dar, ob das Judenvolk überhaupt weiter existieren soll oder nicht. Ist es zu wünschen, dass das jüdische Volk erhalten bleibe oder dass es sich auflöse und restlos einsickere in die Materie der übrigen Völker? Vor allem, wo und wer ist die entscheidende Kompetenz, von deren Wunsch oder Nicht-Wunsch die Entscheidung dieser Frage abhängt? *— Nicht Phrasentum und nicht Gefühlsmomente, sondern einzig und allein die Wissenschaft. Aber, wird man einwerfen, ist denn der Beweis geliefert, dass wir überhaupt vor der Alternative des Unterganges stehen? Der offizielle jüdische Nationalismus schöpft ja seine Berechtigung gerade aus dem Umstand, dass eben die jüdische Nation nicht sterben, d. h. sich nicht völlig assimilieren könne. Wie wir jedoch sehen werden, beruht dieser Gedankengang auf unrichtigen Voraussetzungen. Betrachten wir also vorläufig die erst später zu beweisende Richtigkeit der Alternative als gegeben und wenden wir uns strikte der Frage zu, ob der Weiterbestand der jüdischen Nation wünschenswert sei. Es gibt nun eine grosse antisemitische Literatur, die diese Frage in ihrem Sinne bereits beantwortet hat. Bei Dühring, dem wissenschaftlich bedeutendsten unter den antisemitischen Argumentatoren, heisst es: „Die jüdische Rasse habe ihre Eigenschaften im markiertesten Gegensatz zum übrigen Menschengeschlecht ausgebildet. Die Einimpfung der Eigenschaften der Judenrasse in die Völker sei die äusserste Gefahr für deren Charakter. Die eigentliche Ursache aber, welche die tiefste Geringschätzung und Verachtung der Judenrasse begründe und motiviere, sei deren absolute Inferiorität, betreffs aller höherwertigen Geistesanlagen. Mangel jeden wissenschaftlichen Sinnes, Unzulänglichkeit für die Philosophie, Unfähigkeit zum Schaffen in der Mathematik, Unfähigkeit auch in anderen Wissenschaften und blosse Reklamefähigkeit für das Unbedeutende, Unfähigkeit zur Kunst und sogar zur Musik sei bei den Juden deutlich erkennbar. Ihre ganze lange Geschichte hindurch hätten die Juden auch nicht in einer Wissenschaft etwas produziert. Wo sie sich mit der Wissenschaft abgegeben, habe das stets nur einen geschäftlichen Zweck gehabt. Treue, Achtung vor dem Grossen und alles Edle überhaupt |sei dem Juden fremd. Die jüdische Rasse sei also verderbt und inferior.“ Das ist zugleich der Katechismus der über die Juden herrschend gewordenen allgemeinen Meinung. In die negative Beantwortung der Frage nach dem Kulturwert per jüdischen Rasse teilen sich neben dem Schwarm der mittelmässigen Literaten noch massgebendere Schriftsteller, wie Renan, Chamberlain, Weininger. Durch die aggressive Art, die Vehemenz der Angriffe Dührings und Chamberlains darf man sich nicht verleiten. lassen, ihre Arbeiten etwa auf eine Stufe mit den Krakeelei’eien berufsmässiger Antisemiten zu stellen. Sind diese Thesen, wie sie von Dühring, Renan, Chamberlain, Wagner usw. herrühren, richtig? Tatsache ist, dass sie immer mehr allgemeine Geltung bekommen. Kann es wünschenswert erscheinen, daß ein derartiges Volk weiter bestehe? Anderseits aber macht stets ein erster, unbefangener Blick auf Verhältnisse, w o man jüdische und christliche Leistungen zugleich im Auge hat, den Eindruck von einer Superiorität des jüdischen Geistes, und der Glaube an die geistige Ueberlegenheit der Juden ist als subjektive Ueberzeugung stark verbreitet. Die etwaige, schon in der Form einer blossen Erwähnung sicherlich als dreist im höchsten Grade empfundene Meinung von der jüdischen Rassensuperiorität .würde gewiss von beiden Seiten als ein viel zu weitgehender Ausfluss und als ein bezeichnendes Beispiel arroganter Rassenanmassung aufgefasst werden. Aber auch wenn sich nur ergeben sollte, dass dieser Teil des Menschengeschlechtes der „besseren“ Menschheit' ebenbürtig und nicht jämmerlich und inferior ist, ist es ein kategorischer Imperativ, auf diese Tatsache aufmerksam zu machen. Nichts rechtfertigt jedoch eine Reaktion auf die genannten Angriffe mehr, als der Umstand, dass die Juden, die ja auch unter

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