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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-01-07 · 1 (7.1.1910) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
1 (7.1.1910)
Date
1910-01-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seile 12 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr: 1 Die deutsche Landsmannschaft erklärte, daß sie an der Wahl Wolfffohr.s zum Präsidenten sesthalte und sich eventuell an der Wahl des engeren Aktionskomitees überhaupt nicht beteiligen würde. Professor Otto Marburg und Doktor Haudtke erklärten, die auf sie gefallene Wahl zum engeren Aktionskomitee nicht annehmen zu können, wenn die deutsche Landsmannschaft sich der Stimme enthalte und Wolffsohn nicht wieder das Präsidium übernehme. Von russischer Seite wurde, der Wunsch geäußert, daß Professor Marburg dos Präsidium und Wolffsohn das Amt des Vorsitzenden des Äufsichtsrates übernehme. Auf die strikt ablehnende Erklärung Professor Marburgs zog sich um 3 Uhr die russische Landsmannschaft zur Beratung zurück. Herr Dr. Bodenbeimer gab nach deren Beendigung die Erklärung ab, daß ein Kompromiß der einzelnen Landsmannschaften mit dem großen Aktionskomitee geschaffen worden sei, und zwar in der Form, daß das bisherige ^engere Aktionskomitee, bestehend aus den Herren David Wvlffsohn-Köln, Professor Otto Warburg- Berlrn und I. S. Kanu-Haag vorläufig weiter die Leitung behält. Dieser Vorschlag wurde um 4 Uhr nachts vom Homitee ahne. Debatte angenommen. David Wolffsohn bleibt affö Präsident nich die Leitung der zionistischen Bewegung vorläufig iu Köln. Damit hatten die Kongreßverhandlungen ihren Abschluß gefunden. Professor Weill dankte dem Präsidium für die vorzügliche Leitung. Der Vizepräsident Dr. Bodenheimer gab ip seinem Schlußwort einen Rückblick über die Verhandlungen. Mit.einem.Dank an die Hamburger Behörden, die jüdische Bevölkerung Hamburgs und die Hamburger Ortsgruppe, sowie an die Presse schloß er dann, die diesjährige Tagung. Hie Versammelten stimmten'zum Schluß die. zionistische Hymne '„Hcstiklvah" au. m. Äus den „Mitteilungen der Israelitischen Allianz ^./zu Wien".;,i, Der Kinderganien in Chrzanow wurde im Mai er- Mnet.. Die zahlreichen Einschreibungen — es wurden sofort nach der^ Eröffnung' 75 Kinder angemcldet — zeigen, daß diese Institution, einem Bedürfnisse der dortigen, meist armen, jüdischen Bevölkerung entgegenkam. Aus dem Berichte der Leitung Mc die Zeit vom .15. Mai bis 16. September entnehmen wir: Es wurden mehr als 100 Kinder eingeschrieben; die Frequenz ist jedoch sehr wechselnd und die Zahl der den Kindergarten besuchenden Kinder schwankt zwischen 30 und 65. , Mährend der Sommermonate werden die Kinder von 9-bis. lO^ Uhr in einem großen lustigen Hofe mit Bewegungsspielen .und Gesang unter Aussicht einer Lehrerin und einer Gehilfin beschäftigt. Um halb 11 Uhr kommt der Religionslkhrer; die Kinder sprechen unter seiner Leitung den „Segen" und essen hierauf, ihr Frühstück. Diejenigen, deren Eltern dies wünschen,, haben von 11 bjs 12 Uhr Religionsunterricht, die archeren werden mit Fröbel'schen Arbeiten beschäftigt. AnschaMngsunterricht, kleine Erzählungen und Fröbel'sche Spiele füllen den Rest der Zeit aus. An schönen Nachmittagen werden Ausflüge ins Freie unternommen. ' Eine Zuschrift an* die Präsidentin des Komitees Frau Dr. Berggrün, mit zahlreichen Unterschriften versehen, lautet: „Von.dem Gefühle der Dankbarkeit geleitet, sehen sich die gefertigten-Eltern der Kinder, welche die hiesige Spielschule, resp. Kindergarten besuchen, veranlaßt, Ihnen für dieses große Werk herzlichst zu danken und wünschen, daß dieses mit so vieler Anstrengung'gegründete Unternehmen gedeihen soll." r @hten ebenso erfreulichen und vielversprechenden Anfang können wir mit Befriedigung auch bei der von uns gegründeten polnisch-jüdischen Volksschule in Büdzanow verzeichnen. Eingeschrieben wurden 66 Schüler. Durchschnitts-Frequenz 53 Schüler. An dem- Abendkurs haben außerdem in zwei Abteilungen 46 Schüler terlgenommen (Abteilung I: Analphabeten; Abteilung H: Für Personen; die bereits lesen und schreiben erlernt haben). Es 'finden auch Elternabende statt, an welchen Fragen der Erzichung besprochen werden. In der ersten Zeit nach der Eröffnung der Schule mußten in vielen Fällen die Eltern darüber belehrt werden, daß die Kinder rein gewaschen und in ordentlicher Kleidung erscheinen müssen. Sämtliche Schüler wurden ärztlich, besonders auf den Zustand der Augen untersucht. Von den eingeschriebenen Schülern haben nur 10 Heuer das schulpflichtige Alter erreicht, während die meisten Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren sind, viele 11—12 Jahre und 9 Schüler das 13. Lebensjahr bereits erreicht hatten, als sie in die erste Klasse der Volksschule eingeschrieben wurden — ein Beweis, wie dringend notwendig die Schule war. Da die meisten Schüler Kinder armer Eltern sind, so wurden für unsere Rechnung Lehrbücher und sonstige Schulrequisiten verteilt. Rumänien. Wie aus dem letzten Jahresberichte ersichtlich ist, haben wir aus dem in unserer Verwaltung verbliebenen Restbeträge des gemeinsamen rumänischen Zentralfondes, mit. Rücksicht auf die noch teilweise infolge der Ausweisungen aus den Dörfern fortdauernde Notlage, den Schulküchen (Cantines scolaires) eine Subvention von 2500 Fr cs. bewilligt. Wie uns unser Vertrauensmann in Rumänien, Herr Astruc, berichtet, sind diese Schulküchen von außerordentlich großem Werte für die arme jüdische Bevölkerung jenes Landes. Man muß sich vor Augen halten, daß durch diese Institution eine große Zahl armer jüdischer Schulkinder regelmäßig warmes Essen erhält; noch wichtiger aber ist der Umstand, daß sich hauptsächlich dadurch viele, den ärmsten Schichten angehörige Eltern, denen die Ernährung ihrer Kinder schwer fällt, veranlaßt sehen, ihre Kinder überhaupt zur Schule zu schicken und sie nicht frühzeitig einem Erwerbe zuzuführen, ein Umstand, der in kultureller Hinsicht sehr zu Gunsten dieser humanitären Institution spricht. Die von uns im vorigen Jahre bewilligte Subvention wurde an folgende Küchen verteilt: Stadt Bukarest . Botoschani Craiova . Galatz. . Jassy . . Piatra-N. Verteilte Portionen . . 34.078 . . 13.770 . . 3.472 . . 20.700 . . 31.635 . . 6.750 Subvention Acs.' 450.— „ 500.— „ 100.- „ 400.- „ 650.— „ 400.- 110.405 Frcs. 25001— Für das laufende Jahr haben wir zw Gunsten der Schulküchen einen Beitrag von Frcs. 1250.— bewilligt. Verband der isr. Religionslehrer an den öftere. Mittelschulen!. Dienstag den 28. Dezember 1909 fand im Sitzungssaale der isr. Kultusgemeinde unter dem Vorsitze des Obmannes, Inspektor Rabb. Dr. Feuchtwang, der siebente Verbandstag statt. Der Verband konnte neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern viele seiner Freunde als Ehrengäste begrüßen. Als solche wohnten der Versammlung bei: die Herren Oberrabb. Dr. ,Güdemann, Inspektor Rabb. Dr. David, Landesrabb.-S.tellvertreter Dr. Funk - Boskowitz, Rabbiner Kramer, Moritz Antscherl, Amtsleiter Julius Braun, Rabb. Prof. Doktor Brettholz-Triest, Rabb. Dr. A. Frankl-Grün-Kremsier, Rabb. Dr. Kahan-Znaim, Rabb. Dr. Lazarus-Göding, Rabb. Dr. Proßnitz-Eger, Prof. Dr. Redisch-Brünn, Rabb. Dr. Sicher-Nachod u. a. Ihr Fernbleiben hatten teils telegraphisch, teils brieflich entschuldigt: die Herren Vizepräsident Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, Landesschulrat Rabb. Friedmann-Linz, Rabb. Altmann-Salzburg. Rabb. Prof. Dr. Viach-Brur; Prof. Dr. Grünfeld-Brünn, Rabb. Dr. Schächter-St. Pölten und einige beruflich verhinderte Mitglieder des Wiener Kollegiums. Nach herzlicher Begrüßung der Gäste und Mitglieder leitete' der Obmann die Arbeiten des Verbändstages

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