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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-12-24 · 52 (24.12.1909) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
52 (24.12.1909)
Date
1909-12-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr 62 Dr. Blochs Wochenschrift. Sette 901 Kärpel Karoline, Buchhalterin, geh. 28. Februar 188?, Wien. II, Rembrandtstrasse 26. Schwarz Rudolf, Fabriksdirektor, geh. 25. Februar 1870, Wien, V., Schönbrnnnerstrasse 70. Spitzer Olga, geb. 17. Juli 1881, Wien, VI., Mariahilferstrasse 99. Wilhelm Elsa, geb. Spitzer, Inspektorsgattin, geb. 7. April 1875, Wien, II., Untere Augartenstrasse 37. Wilhelm Friedrich, Inspektor der k. k. Nordwestbahn, geb. 7. April 1864, Wien, II., Untere Augartenstrasse 37. Prag. (Juki lau nt.) Der Rabbiner und Prediger der Hiesigen Meisel-Synagoge Prsfessor Dr. Alexander Kisch feierte am 18. d. M. den 25jäHrigen Gedenktag des Antrittes dieses Amtes. Dr. Kisch entstammt als Sohn des 1873 verstorbenen Schuldirekors Joses Kisch einer alten Prager Familie. Er wurde am 5. Oktober 1818 in Prag geboren. Dr. Kisch besuchte das Kleinseitener Gymnasium bis zur 6. Klasse und trat dann als jüngster ordentlicher Hörer, den diese Anstalt je hatte, nicht ganz 15 Jahre alt, in die Gymnasialabteilung des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau ein, das damals unter der Leitung des Dr. Zacharias Frankl blühte. Professor Graetz, M. Joel, Michael Bernays. Zuckermann, Feeudenthal und Rosin waren da feine Lehrer. Die Universitätsstudien beendete Kisch mit Erlangung des philosophischen Doktorgrades. Nach Vollendung seiner Studien am Breslauer Seminar wurde er als Erzieher an Baron Harare Günzburg aus Petersburg für dess-n Kinder nach Paris empfohlen. Der bekannte Gelehrte Baron David Günzburg in Petersburg. Baronin Louise Sassoon in London und Fran Mathilde von Gutmann in Wien waren da seine Schüler. In Paris hörte Dr. Kisch nicht nur Vorlesungen an dem dort unter Wozne blühenden Seminar, sondern verkehrte auch viel bei den beiden Großrabbinern Isidor und Zadoc Kahn. Mit einer vom Direktor Dr. Frankel besonders rühmend anerkannten Selbstlosigkeit verließ Dr. Kisch Ende 1874 die glänzende Stellung im Baron Günzburg'schen Hause, um sich seinem Lebensberufe zu widmen. In Brüx, Zürich und Jungbunzlau bekleidete er ehrenvoll das Rabbineramt, bis er nach dem Tode des Dr. A. Stein im Dezember 1834 auf die Kanzel der Meisel-Synagoge berufen wurde. Mehrere ehrende Rufe nach auswärts, namentlich 1894 als Landesrabbiner von Bulgarien, lehnte er stets ab. Im November 1899 wurde Dr. Kisch das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Am 28. Juni 1900 wurde er als erster israelitischer Religionslehrer in Böhmen zum wirklichen Gymnasialprofessor ernannt und 1907 in die VIII. Rangsklasse befördert. Seine selbstlose Tätigkeit als Seelsorger — er ist k. k. Landwehrrabbiner in der Reserve, k. u. k. Subsidialseelsorger der Prager Garnison — wurde erst kürzlich auch vom Reichskriegsministerium durch ein Belobungsdekret im Namen des Allerb. D. anerkannt. Aus der reichen fachschriftstellerischen Tätigkeit des Ju'nlares nennen wir: Der Septuaginta-Codex des Uifilas, Breslau 1872, die Anklagen Papst Gregor IX. gegen den Talmud, Leipzig 1873, Extractiones de Talmud, Hillel der Alte 1875, 2. Anfl. 1886. Das Testament Mordochai Meisels, Prag 1894. Die Prager Judenstadt während der Schlacht am Weißen Berge und viele andere. Neutra. Eine erhebende Makkabäerfeier hat über Initiative des Herrn Rabbiners Dr. Klein zu Ehren der hier dienenden Mannschaft jüdischer Konfession im großen Saale des Kaufmännischen Kasinos am 14. d. M, abends stattgefunden. Die Soldaten unter Führung des Feldwebels waren in großer Zahl erschienen und wurden von dem Kultusvorstande herzlichst begrüßt, Nahezu die gesamte Repräsentanz und ein großer Teil der Gemeindemitglieder waren zur Feier erschienen. Die Feier begann mit dem Chanukalichtanzünden, sodann stimmte Oberkantor Jenö Weisz, das Weihelied Moaasz zur an, bei welchem in Chor von den Anwesenden mitgegesungen wurde. Nachdem der letzte Akkord dieses weihevollen Liedes verklungen war, hielt Rabbiner Dr. Klein an die Mannschaft eine herrliche Ansprache. Herr Rabbiner Dr. Klein wurde zu seiner Rede allgemein beglückwünscht. Sodann ging es zum Nachtessen, welches für die Mannschaft beigestellt wurde. An dem Souper hat auch ein Teil des Vorstandes teilgenommen und haben sich auch zahlreiche Mitglieder der Gemeinde demselben angeschlossen. Den ersten Toast brachte Herr Kultusvorsteher Dr. Grünfeld auf den Rabbiner Dr. Klein aus, von dem die Anregung zu dem schönen Feste ausgegangen war. Rabbiner Dr. Klein toastierte auf die Mannschaft; nachdem Herr Kultusvorsteher Dr. Grüiifild noch allen Jenen Dank ausgesprochen hatte, welche die materiellen Mittel des Abends bestritten hatten, brachte noch Herr Wilhelm Boxhorn einen schönen Toast aus. Zwischen den einzelnen Toasten trug Herr Oberkantor Jenö Weisz mit seiner herrlichen Tenorstimme einige hebräische und ungarische Tänze vor, welche stürmischen Beifall fanden. Sodann wurde das Tischgebet verrichtet. Sissek. Am 8. November empfingen Se. Erzellenz der Banns Herr Baron Rauch und dessen Vertreter, Sektionschef Herr v. Cuvaj, eine Abordnung unserer Kultusgemeinde. Es erschienen unter Führung des Kultuspräfidenlen, Herrn Stationsvorsteher S. Straffer, die Herren: S. Alerander, Ziga Reiß und G. Schlesinger. Herr Alerander schilderte in überzeugender Weise die Verhältnisse und kulturellen Bestrebungen unserer Gemeinde, ihre materielle Lage und bat den Landeschef und dessen Stellvertreter um Sanierung der Gemeindefinanzen. Se. Exzellenz und dessen Vertreter, die sich mit den einzelnen Herren der Deputation aufs freundlichste unterhielten, versprachen, den Wunsch der Gemeinde möglichst zu erfüllen und stellten ihr aus Staatsmitteln zehntausend Kronen teils als Subvention, teils als Darlehen zur Verfügung. Es ist,eine erfreuliche Tatsache und ein höchst ehrender Zug der königl. Landesregierung und dessen Chefs, daß sie die humanitären und kulturellen Bestrebungen im Lande ohne Unterschied der Konfession tatkräftig unterstützen. Mattersdorf. Unter großer Beteiligung wurde Mittwoch den 8. T ezember d. I. der weithin bekannte Rabbi Moses Hirsch. Schwiegersohn des durch seine Gelehrsamkeit rühmlich bekannten Rabbi Jakob Hirsch s. A., gewesenen Rabbiners zu Sechshaus in Wien, im Alter von 82 Jahren zu Grabe getragen. Wahrhaftige Frömmigkeit, gepaart mit Biedersinn und humaner Denkungsart, grenzenlose Herzensgüte und Bescheidenheit zeichneten den Dahingeschiedenen in dem Maße aus, daß Alle, die ihn kannten, nur Achtung und Wertschätzung für ihn empfanden. Er war ein Beschützer der Armen, ein liebevoller Berater der Bedrängten und ein warmer Freund aller Menschen. Aber auch auf geistigem Gebiete betätigte sich der Verblichene hervorragend. Mehr als Jahrzehnte lehrte er allsabbathlich im Vereine Ez-Chaim das Wort Gottes und seine Agada- Vorträge waren derart meisterhaft und populär gehalten, daß Jung und Alt davon entzückt und begeistert waren. Die hervorragendsten Eigenschaften des Heimgegangenen verschafften ihm einen großen Kreis von Freunden und Verehrern und von Nah und Fern eilten Viele herbe», um den edlen Toten die letzte Ehre zu erweisen. Was er seiner Familie, seinen Verwandten und seiner Umgebung gewesen, schilderten seine Söhne, die er wie alle seine Kinder in echt jüdischem Geiste erzog, durch treffende Zitate aus Bibel und Talmud in ergreifenden Worten. Auch Freunde und Verehrer traten an dessen Bahre, um die hohen Tugenden des Dahingeschiedenen nach Gebühr zu preisen und ihre Wertschätzung für ihn zum Ausdruck zu bringen. .“D'IC1? p’ns “CT. S. Sereth. Die Trauung des Fraulein Sidonie Adler, Tochter des Herrn Leiser Adler aus Sereth, mit Herrn Doktor Salomon Z i m m e l s, Gymnafialprofefsor in Wien, findet am 29. d. M. in Czernowitz statt. Preßburg. Herr Dr. Leopold Stein, Honorar- Komitatsoberphyfikus des Preßburger Komitats, Ritter des Franz Joseph-Ordens, ehemaliger Kultusvorstand, Präsident mehrerer Preßburger Wohltätigkeitsvereine, ist am 13. d. M. in Preßburg im 73. Lebensjahre gestorben. Dr. Stein, Vater des bekannten Wiener Zahnarztes Dr. Kolomann Stein, studierte an der Wiener mediznischen Fakultät und war lange Zeit Sekretär L. A. Frankls. In Preßburg gehörte er zu den angesehensten Aerzren und Bürgern und wirkte namentlich auf dem Gebiete der Wohltätigkeit. Das israelitische Mädchenwaisenhaus. die Volksküche, die Kleinkinderbewahranstalt, das Altersversorgungshaus wurden durch ihn teils ins Leben gerufen, teils zur Blüte gebracht und unvergessen bleibt seine humane Tätigkeit als Armenarzt und Phyfikus für die Hygiene des Preßburger Komitats. Dr. Stein war auch Stadtrepräsentant von Preßburg. Zwei neue jüdische Barone. Wie uns aus Budapest von wohlinformierter Seite berichtet wird, sollen demnächst zwei Juden, und zwar der Universitätsprosessor Dr. Emanuel Herzel und der Direktionspräsident der Ungarischen Escompte- und Wechlerbank Mar Beck de Madaras durch Verleihung der Baronie ausgezeichnet werden. Ocdeuburg. (Jubelfei er Dr. Adolf WinklerS.) Im Rahmen einer erhebenden Feier vollzog sich Dr. Adolf WürklerS Jubelfeier in Gegenwart der nahezu vollzählig versammelten Repräsentanz und zahlreicher geladener Gäste, die gekommen waren, um den Zoll ihrer Hochachtung für den populären Ehrenpräses der Gemeinde abzutragen. Um halb 11 Uhr eröffnete der Präses Dr. Gustav Schönberger die feierliche Generalversammlung, die in dem mit Palmen und Blumen geschmackvoll dekorierten Sitzungssaale der Gemeinde stattfand. Eine fünfgliedrige Deputation holte den Jubilar ab, der unter brausenden Eljenrufen den Ehrensitz einnahm, worauf der Präses Dr. Schönberger ihn begrüßte und ihm den Beschluß der Generalversammlung, der die ihm zugedachten Ehrungen seitens der Gemeinde enthielt, mitteilte und ihm das kunstvoll ausgestattete Diplom seines

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