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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-12-24 · 52 (24.12.1909) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
52 (24.12.1909)
Date
1909-12-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 52 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 891 um Las in dieser Stadt errichtete, bloß aus Juden bestehende Regiment zu mustern. Se. Erz. schienen mit der Haltung dieses neuen Storps und mit den Fortschritten, die es gemacht hat, vollkommen zufrieden." Es ist zu bedauern, daß in dieser Mitteilung nichts Näheres über dieses jüdische Regiment gesagt ist. Jedenfalls ist aus dem Schlußpassus der Notiz ersichtlich, daß es ein tüchtiges Regiment war, das seine Pflichten in zufriedenstellender Weise erfüllte. Eine Parade jüdischer Soldaten der englischen Armee. Gelegentlich des Chanuka-Festes fand in London die Parade der jüdischen Mitglieder der englischen Armee statt. Mehrere hundert Soldaten und Matrosen, unter ihnen eine beträchtliche Anzahl Offiziere, sämtlich in Uniform, marschierten in Reih und Glied nach der Hauptsynagoge in der Great Portland Street im Westen Londons, um Chanuka zu feiern. An der Parade nahmen fast alle Gattungen der Armee und der Flotte teil. Am meisten waren die Territoriels vertreten, dann eine ganze Anzahl Marinemannschaften, verschiedene hochgewachsene Gardisten, ferner Lanciers und Dragoner und Rote Kreuz- Soldaten. Die Truppen wurden von dem Obersten D. de Lara Cowen und etwa zwanzig jüdischen Offizieren kommandiert. Der Gottesdienst wurde von M. Adler, dem jüdischen Armeekaplan, gehalten. Am Abend fand ein Konzert für die Soldaten und Seeleute statt, das von den jüdischen Territoriels arrangiert worden war. Korrespondenzen Aus der öffentl. Plenarsitzung des israelitischen Kultusvorftandes vom 19 Dezember 19V9 unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern Die letzte öffentliche Sitzung des israelitischen Kultusvorstandes war überaus bedeutsam und es wäre zu wünschen, daß die eingehenden interessanten Verhandlungen auch in Kreisen der Wähler die wohlverdiente Würdigung finden. Zur Beratung stand der Voranschlag für das kommende Verwaltungsjahr und das Referat des Kultusvertreters Mar Frank entwirft ein belehrendes und fesselndes Bild von der Entwicklung der Gemeinde. In der lebhaften Debatte, welche an das Referat sich knüpfte, kamen sämtliche Fragen des jüdischen Gemeindelebens zur Sprache; die Diskussion war deswegen ebenso aufschlußreich als interessant. Der Präsident Dr. Alfred Stern eröffnet die Sitzung, konstatiert die Beschlußfähigkeit. Erster Sekretär, kaiserl. Rat Dr. Lieben, bringt den Einkauf zur Kenntniß: Spenden: Von Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern die ihm zukommende Präsenzgebühr der Pollak Ritter v. Rudin'schen Familienstiftung.per X 200.— und ein weiterer Betrag von 100.— X :;00.— die wie folgt aufzuteilen sind: dem allgem. Oesterr.-israel. Bund ..X 100.— für eine nachträgliche Chanukabeteilung armer Kinder des II. und XX. Bezirkes ...... 150.— zur späteren Verfügung . ..,, 50.— Von Herrn Ing. Heinrich Socholler für die Brigittenauer Schulküche... ... „ 5.— Von Herrn Josef Ungrat für arme russische Juden . . . „ 4.- Das Wohltätigkeitsamt legt nachstehende zwei Berichte dem Vorstande vor: So wie seit einer Reihe von Jahren, haben auch diesmal die Schwestern Zirner, geb. Zwieback für 112 Kinder, die von Bekleidungsvereinen aus Mangel an Geldmittel abgewiesen werden mußten, Kleider, Wäsche und Backwerk gespendet. Frau Ella Zirner-Zwieback, Gemahlin des Kommerzialrates Alexander Zirner, spendete für jedes Kind ein nach Maß gearbeitetes Winterkleid, sowie Obst, Backwerk und Würste. Frau Gisela Zirner. Gemahlin des k. k. Hof-Juweliers Max Zirner, spendete für jedes Kind je ö Stücke Winterwäsche. Sämtliche Kinder erhielten über Verwendung des Amtsleiters Kraus Schuhe. Der Hietzinger israel. Frauenverein, an dessen Spitze Frau Lanra Krenberger steht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ihm vom Wohltätigkeits-Amte der isr. Kultusgemeinde gemeldeten verlassenen Kinder zu inspizieren und aus seinen Mitteln nach Möglichkeit zu unterstützen. Seit Mai 1908 besorgen nun zirka 30 Damen diese wichtige Agende in nicht genug anzueckennender Weise, indem sie diejenigen verlassenen Kinder, die in den Bezirken III.—XIX. in fremder Pflege oder bei der vom Gatten verlassenen Mutter untergebracht sind, nach einer vom Vereinsvorstande gegebenen Instruktion wiederholt besuchen und all das, was für das betretende Kind zur Anschaffung notwendig ist, entweder aus eigenen Mitteln oder nach Bericht durch den Vereinsvorstand besorgen. In nur wenigen Fällen wendet sich der Vereinsvorstand um eine Beitragsleistung an den Kultusvorstand. Zu Chanuka 1908 hat der Vereinsvorstand beinabe seine sämtlichen Schützlinge bekleidet und auch bei der heurigen Chanukafeier am 9. Dezember 1909 hat der Vereinsvorstand für 86 Kinder, durchwegs Pfleglinge der Kultusgemeinde und Schützlinge des Vereines, die Bekleidung besorgt. Es erhielten 45 von diesen Kindern die vollständige Bekleidung, bestehend aus einem Kl.ide oder Anzug, Wintermantel, Schuhe und je 3 Stück der notwendigsten Leibwäsche. 51 Kinder, die im vorigen Jahre von dem Vereine oder von einem anderen Bekleidungsvereine beteilt wurden, erhielten die für sie notwendigsten Bekleidungsstücke, aber allenfalls Schuhe und Wäsche. Sämtliche Kinder erhielten Spielzeug und Bücher, sowie eine Jause mit Bäckerei. Den Pflegeparteien gab der Vorstand je 2 Leib Brot und 1 Paket Tee. Der Hietzinger Frauenverein hat für die Fürsorge der verlassenen Kinder, respektive für Bekleidung derselben au« seinen Vereinsmitteln X 1700.— ausgegeben, weiters für diesen Zweck von privaten Wohltätern einen namhaften Betrag erwirkt, ebenso Naturalien besorgt. Eine sehr schöne Einführung hat der Hietzinger Frauen-Verein damit getroffen, daß er Pflegeparteien, welche ihre Schützlinge außerordentlich fürsorglich pflegen, eine Prämie zuweist, und erhielt sowohl im Vorjahre, wie auch in diesem Jahre je eine Pflegepartei einen Dukaten als Geschenk. Der Vorstand spricht allen Spendern den Dank und seine Anerkennung aus. lieber den Voranschlag für das Iahr 1910 erstattet Kultusvertreter Mar Frank nachstehendes Referat: Sehr geehrte Herren! Ich beehre mich Ihnen hiemit den Voranschlag der finanziellen Gebarung unserer Gemeinde für das Iahr 1910 vorzulegen, wonach sich die Ausgaben mit 2,983.215 67 Kronen, die Einnahmen mit 2,873.038 85 Kronen beziffern, so daß sich rechnungsgemäß ein unbedeckter Fehlbetrag von 110.17682 Kronen ergibt. Nebstdem werden wir im nächsten Iahre außerordentliche Ausgaben von 180.000 Kronen zu leisten haben, und zwar 100.000 Kronen Kaiser-Iubiläums-Spende für das der Vollendung nahe Knabenwaisenhaus und 80.000 Kronen als voraussichtlichen Bedarf im Iahre 1910 für die im Bau befindliche Mikwah. Diese 180.000 Kronen, welche im Voranschläge auf Seite 131 verzeichnet sind, sowie die bisher für den Mikwahbau verauslagten Summen werden wir nach Fertigstellung des rituellen Bades im Wege eines aufzunehmenden Anlehens zu bedecken haben, da sie aus der ordentlichen Gebarung der Gemeinde selbstverständlich nicht getilgt werden können. Solange dies aber nicht der Fall ist, vermehrt der genannte Betrag das voraussichtliche Defizit des nächsten Jahres und wir haben demnach vorläufig mit einem unbedeckten Gesamtmehrerfordernisse von 290.17683 Kronen zu rechnen. Einer alten Gepflogenheit folgend, werde ich zunächst die wesentlichen Veränderungen, die sich in den einzelnen Abschnitten gegen das Vorjahr ergaben, erörtern

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