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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-11-26 · 48 (26.11.1909) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
48 (26.11.1909)
Date
1909-11-26
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 838 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 48 Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Neuer Freundschaftsbund", Verein zur Bekleidung armer Schulkinder, veranstaltet Sonntag den 5. Dezember 1909 im Prachtsaale „Zum bayerischen Hof" eine Kinderbekleidung (X. Gründungsfest), verbunden mit einer Theatervorstellung, Vorträgen und Tanzkränzchen. Jüdischer Verein „Einheit". Wir begehen die festliche Einweihung unserer neu erbauten Rituellen Speisehalle, II., Malzgaffe 12, Sonntag den 28. November 1909, 10 Uhr vorm. Die mehrjährige Wirksamkeit dieser Küche hat ihren Segen für weite Schichten der Bevölkerung erwiesen. Jetzt wurde sie mit allen Erfordernissen der Hygiene, Oekonomie und Bequemlichkeit ausgestattet. Wie« (Ehanuka-Akademie.) Die Soz.- Territorialist en veranstalten Mittwoch den 8. Dezember a. e. (Feiertag) im Unterhaltungssaal. des „Cafe City", IX., Porzellangaffe, eine Chanuka-Akademie mit anschließendem Tanz. Für ein reichhaltiges, hervorragend künstlerisches Programm ist bestens vorgesorgt. Karten a K 1.—, Familienkarten (4 Personen) a L 3.— sind erhältlich: «Cafe City", IX., Porzellangaffe, „Cafe Marienbrücke", 1., Franz Josefs-Quai, Salo Ellner, I., Wipplingerstraße (Verkehrsdank), N. Zindwer, II., Malzgaffe 14. Wie». (Trauung.) Sonntag den 28.November um 12 Uhr mittags findet im Tempel UL, Untere Viaduktgaffe 13, die Trauung des Fräulein Flora Springer, Tochter des Herrn Elias Springer, mit Herrn Gyula Prinz statt. Wieu-Mariahilf. Am 19. d. M. wurde Herr Kommerzialrat Karl Kraus, Seniorchef der Prag-Rudnitzer Korb-Manufaktur und Vorstandsmitglied des Mariahilfer Tempelvereines, unter außerordentlicher Beteiligung zu Grabe getragen. Der im besten Mannesatter Verblichene war einer der angesehensten Großindustriellen unserer Stadt, der sein Unternehmen durch persönliche Tüchtigkeit und unermüdlichem Fleiß zur hohen Blüte brachte und durch seinen vornehmen Charakter und seltene Herzenseigenschaften sich allenthalben nur Freunde erwarb. In trefflicher Weise zeichnete an seiner Bahre der ehrwürdige Rabbiner Dr. T a g l i ch t das Lebensbild dieses ausgezeichneten Mannes, dem nichts Menschliches ftemd war und der in der Betätigung seines edlen Herzens seine reinste Befriedigung fand. Darauf nahm Herr Präsident Dr. Jakob Engel in folgendem wirkungsvollen Nachrufe Abschied von dem Heimgegangenen Freunde: „Schmerzlich bewegt entbiete ich Dir, meinem alten, lieben, getreuen Freunde Karl Kraus auf Deinem letzten Wege den letzten Gruß. Durch nahezu ein Vierteljahrhundert hat uns ein inniges, brüderliches Band der Freundschaft umschlungen, die nie, auch nicht ein einziges Mal getrübt wurde. Aber nicht als Freund und nicht als Bruder habe ich hier zu sprechen, diese Liebespflicht wird nach mir ein Anderer erfüllen, ich stehe klagend an dieser Bahre als Präsident zweier Korporationen, deren Vorstandsmitglied Du gewesen. .Als vor einem Jahrzehnt die israelittsche Kultusgemeinde das neue.Statut geschaffen hatte, warst Du Einer der Ersten, der in die neugebildete Bezirkskommiffion berufen wurde, woselbst Du eine eifervolle, aber auch streng unparteiische Tätigkeit entwickeltest. Und als vor vier Jahren durch den Heimgang meines Vorgängers im Amte, des Baurates Max Fleischer, ein Mandat im Vorstande des Mariahilfer Tempelvereines ftei geworden, folgtest Du freudig meinem Rufe und bewährtest Dich auch hier, in Erinnerung an Deine Jugendzeit, als eine vortreffliche Kraft. Hiefür und für all' die Liebe und Mühe, welche Du in Ausübung dieser Aemter aufgewendet, empfange unser Aller wärmsten, herzinnigsten Dank l Es gibt Persönlichkeiten, deren Andenken nie verblaßt. Mag auch in der Zeiten Flucht die Erinnerung an den Körper, an die Gestalt, an das Antlitz schwinden und sich silhouettenhaft verwischen, die Erinnerung an die Seele, an den Geist, an das Herz und Gemüt, sie bleibt aufrecht, so lange noch ein Atemzug in den Ueberlebenden weht. Und so wirst auch Du nicht vergeffen werden, umsoweniger, als Du noch am letzten Tage Deines Lebens einen Akt der Hochherzigkeit geschaffen, um deffentwillen Dich Tausende Armer und Bedrückter segnen werden, sowie auch ich dem Wunsche Ausdruck verleihe. daß Dein Andenken gesegnet bleibe für jetzt und alle Zeiten. Dann widmete Herr Robert Wortmann tiefgefühlte Worte dem allzufrüh Entschlafenen namens seiner engeren Freunde, worauf der unübersehbare Trauerzug den sterblichen Ueberresten eines unserer wackersten Mitbürger das letzte Geleite gab. B—y. Wie»-Fu«fha«s. Am 15. November l. I. veranstaltete der israelttische Bekleidungsverein für arme alte Männer und Frauen der Bezirke XII—XV in seinem Klublokale XV., Cafä Schwenderhof, unter der Leitung feines rührigen Obmannes Herrn Moritz Weiß, Vorstand der Chewra-Kadischa Fünfhaus, und in Anwesenheit des Kuttusvorstandes und Obmannes des Bethausvorstandes Herrn Samuel Steiner als Delegierter seine vierte Beteilung. Der Verein bekleidete in diesem Jahre 14 Frauen, 8 Männer mit vollständigen Winterkleidern und Wäsche, außerdem wurden vier Personen mit Geldgaben von L 30—30 betritt, auch erhielten die Beteilten eine reichliche Jause. Herr Kultusvorstand Steiner sprach sich äußerst lobend aus Ueberzeugung über die Tätigkeit des Vereines ans und versprach, die Ziele dieses humanitären israelitischen Vereines nach Kräften überall zu fördern. Indem dies allen Gönnern dieses Vereines mit herzlichen Danke der armen alten beteilten.Leute angezeigt wird, soll es unseren Glaubensgenossen ein Ansporn sein, diesen Verein in seinem edlen Bestreben kräftig zu unterstützen. Jüdisches Volkstheater. (Stefanie-Saal, Taborstraße.) Im Stefanie-Hotel hat die jüdische Truppe in der letzten Woche „Barkochba" mit großem Erfolge zur Aufführung gebracht. Sämtliche Darsteller, insbesondere aber die Heldin des Stückes, wurden wiederholt mit rauschendem Beifalle ausgezeichnet. In der laufenden Woche wird eines der interessantesten Werke Jakob Gordins, die „Kreuzer-Sonate", gegeben. Das Stück genießt eine große Popularität und soll in Amerika über eintausend Mal gespielt worden sein. Freunde der spezifisch-jüdischen Kunst sollten nicht verabsäumen, das Stück sich anzusehen. Lunlrttls ans dem Judentum Vom 14. bis 20. November 1909. Bauer Emil, Musikdirektor, geb. 4. Mai 1874, Wien, IX., Eisengasse 23. Ehrenzweig Margarethe, Private, geb. 5. August 1880, Wien, IX., Türkenstrasse 15. Habermann Katharina, geb. 19. Juni 1864, Teinitz, Mähren, XVI, Haberigasse 22. Harfner Margarethe, Private, geb. 2. Mai 1882, Wien, V., Margarethenstrasse 80. Hemfeld Bertha, Privatbeamtin, geb. 21. August 1883, Wien, IX., Porzellangasse 50. Majer Leopold, Chemiker, geb. 6. April 1885, Wien, IX., Pramergasse 6. Reti Jacques, Privatbeamter, geb. 18. November 1887, Wien, V., Margarethenstrasse 122. Rosenfeld Biii, Köchin, geb. 1. September 1872, Ungarisch-Brod, Mähren, II., Vorgartenstrasse 132. Rosenberg Anna, Private, geb. 14. Mai 1876, Lemberg, XVIII., Dempschergasse 16. Silbiger Manuela, Erzieherin, geb. 3. Jänner 1881, Döbling, XVIII., Sternwartestrasse 46. Schwarz Willi, Bankbeamter, geb. 18. März 1879, Bozen, Tirol. Wahle Elise Antonie, Private, 2i. Juni 1889, Wien, I,, Türkenstrasse 23. Weiss Valentin, geb. 15. Jänner 1886, Wien, III., Salesianergasse 8. Weinfeid Josef, Student, geb. 12. August, Glodurile, IX., Wagnergasse 10. St. Pölten. Für die dreijährige Funktionsdauer 1910/13 wurden folgende Herren gewählt: In den Kultusausschuß: Siegfried Schwarz. Kultusvorsteher; Albert Leicht, Vorsteher-Stellvertreter; Snmuel Mandl, Beirat; Siegmnnd AÜina, Beirat; Adolf Reiß, Julius Kohn, Simon Placzek, Heinrich Spitz. Josef Heller, Ersatzmänner: Eduard Frisches, Richard Lustig, Josef Weiner. In den verstärkten Kultusausschuß: Hermann Krausz, Alois Brumlik, Moritz Reis, Max Kubin, Sig. Allina senior, Rudolf Frank, Wilhelm Spitz, Bernhard Wulkan. Oberhollabrunn. An Stelle des sel. Herrn Max W a l l i s ch wurde Herr Wilhelm B r e i e r, Holzhändler in Oberhollabrnnn, zum Kultusvorsteher gewählt. Bisenz, 22. November. Gestern hatte unsere Gemeinde ihren Ehrentag — es fand nämlich die Einweihung der Zeremonienhalle statt. Zu diesem Behufe versammelte sich um 2 Uhr nachmittags in unserem hell erleuchteten Tempel ein zahlreiches distinguiertes Publikum, um dem Mincha-Gebete beizuwohnen. Nach Beendigung des Gottesdienstes begab man sich im gemeinsamen Zuge zur prächtigen, neuerbauten Leichenhalle, woselbst die eigentliche Einweihungsfeier nnt einem Trauerchorale begann, der vom Oberkantor Herrn Steiner exakt vorgetragen und von Kantor Dukesz wirkungsvoll akkonipagniert wurde. Sodann legte Herr Kultusvorsteher Sigmund Glaser nach herzlicher Begrüßung der Deputationen der Kultusgemeinden Ung.Ostra und Straßnitz in trefflicher Rede dar, welche Stadien der Monumentalbau durchzumachen hatte und welche Schwierigkeiten zu überwinden waren, bevor er seinem Zweck zugeiührt wurde. Nach Absinguyg des Psalmes 103 bestieg unser Herr Rabbiner Se. Ehrwürden Dr. Josef Hoff die Kanzel und hielt die Einweihungspredigt, die auf alle Anwesenden wegen ihres reichen Inhaltes, ihrer getragenen Sprache einen mächtigen Eindruck hervorrief. Mit dem Vortrage eines Schlußchorales schloß die erhebende Feier, die allen Anwohnenden in steter Erinnerung bleiben wird. Holleschau. (K n l t u s v o r st a n d s w a b l.) Bei der vorgenommenen Borstandswahl wurde der bisherige Vorstand, die Herren Carl Beer, Abraham Grätzer und Leopold Lustig, einstimmig wiedergewählt.

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