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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-11-12 · 46 (12.11.1909) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
46 (12.11.1909)
Date
1909-11-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 791 Warnung vor gemeinem Schwindel. Seit einiger Zeit werden jüdische Familien von Söldlingen der Mission heimgesucht, die „jüdische Schriften* feilbieten. Während der Geschäftsstunden nimmt man sich gewöhnl ch nicht die Zeit, die „Ware* genauer zu besehen, man gibt, um den Besucher, der den äußeren Schein eines „Glaubensgenossen" trägt, loszuwerden, irgend einen Betrag und erhält dafür den bekannten literarischen Schund der Miffionsgesellschaft. Verschiedene Kaufleute teilen uns mit, daß fie zu ihrer Beschämung solchen Tricks zum Opfer gefallen find. Wir stehen nicht an, vor solchem Schwindel öffentlich zu warnen. Wien. Der Verein „Jüdischer Mädchenklub" eröffnete sein zweites Vereinsjahr mit einem Vortrag des Herrn Doktor Ernst Müller aus Jaffa, der am 29. Oktober im Damensalon des „Cafs City" stattfand. Die zahlreich erschienenen Gäste folgten den anziehenden Ausführungen des Vortragenden über jüdische Legenden und den Chassidismus im allgemeinen, wie über den Baalschem im besonderen und dem fesselnden Vortrage zweier Legenden aus der Bearbeitung von Martin B u b e r mit großem Interesse und spendeten reichen Beifall. Der „Jüdische Mächenklub" bezweckt die Unterstützung armer jüdischer Frauen und Mädchen insbesondere Emigrantinnen. Anfragen und Beitrittserklärungen find zu richten an die Schriftführerin Frl. Emmy K o h n, I., Himmelpfortgaffe 20. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 21. November l. I. findet im großen Tempel zu Brünn die Trauung des Herrn Eduard K u n st a d t, Sohn des Restaurateurs Herrn Salomon Kunstadt, mit Frl. Olga Rosenberg, Tochter des Realitätenbefitzers Herrn Gustav Rosenberg, statt. Wien. Das diesjährige Bekleidungssest des „Vereines zur Bekleidung und Unterstützung armer, alter Männer israelitischer Konfession" findet Sonntag der^ 14. November, 3 Uhr nachmittags, im Festsaale des „Hotel Continental", II., Hrborstraße 4, statt. Wien. (Erster zionistischerFrauenverein, Cafe City, IX., Porzellangasse 1. Ecke Berggaffe.) Der Erste zionistische Frauenverein ladet Gesinnungsgenossen und Freunde zu dem am Mittwoch den 17. November 1909, präzise halb 8 Uhr abends, stattfindenden Vortrag über „Grundlegende Ideen des Judentums" des Herrn Bibliothekar Dr. Bernhard Münz höflichst ein. Ort: Saal des Wissenschaftlichen Klubs, I., Eschenbachgasse 9. Wien. (Todesfall.) Sonntag den 7. d. M. fand auf dem Zmtralfrledhofe unter zahlreicher Beteiligung das Leichenbegängnis des emeritierten Rabbiners und Religionslehrers Herrn Ignaz Schulhof statt. Herr Schulhof war zuletzt in den Gemeinden Steyr und Innsbruck als Rabbiner und Religionslehrer tätig, mußte jedoch leider eines schweren Herzleidens wegen seinen ihm so liebgewordenen Beruf aufgeben. Er übersiedelte nach Wien, wo er nach langem, qualvollen Leiden Freitag den 5. d. M. gottergeben verschied. Seine Familie verliert in ihm einen treuen, aufopferungsvollen Gatten und Vater. Nachdem Kantor Smotritzky die religiösen Trauerzeremonien vollendet hatte, hielt Herr Rabbiner Doktor Mandl an der Bahre einen tiefempfundenen Nachruf, in welchem er die groben Vorzüge des Verstorbenen rühmte und der Verdienste, welche er sich um Gott und die Menschheit erwaib, gedachte. Verband der jüd.-nationalen Finken an den Wiener Hochschulen. Die Ausschubwahlen für dieses Semester ergaben folgendes Resultat: Präses cand. rned. Aurel Gonda, Vize-Präses cand. med. Ernst Gsünberger, I. Schriftführer cand. jur. Leo Keller. II. Schriftführer cand jur. David Weinberger, Kassier jur. Friedrich Wessely. Anmeldungen werden täglich von 11—12 Uhr vormittags in der Wohnung des Herrn Ernst Grünberger, IX.. Hahngasse 24, I. Stiege, 3. Stock. Tür 16, angenommen. Zuschriften: Aurel Gonda, III. Bez, Obere Bahngasse 22. Wien, (H umanitärer Geselligkeitsverein („S chauspielfreund e".) Letzten Sonntag fand in den Souterrain- Lokalitäten des „Cafe Gartenbau" eine Nachmittaasunterhaltung statt, die sehr gut besucht war. Das Programm eröffnete mit einer tiefempfundenen Ansprache über die Bedeutung des Altruismus für die moderne Zeit der Obmann des Vereines Herr Max Koppel, der lebhaft akklamiert wurde. Es folgten dann verschiedene Produktionen ernsten und heiteren Genres. Das Fest beschloß eine gemütliche Tanzunterhaltung. Namentlich verdient der löbliche Eifer für den edlen Zweck, arme Schulkinder zu bekleiden, von Seite des Fräulein» Laura Schiffer hervorgehoben zu werden, die durch reichen Blume»verkauf ein hübsches Resultat erzielte. Es ist erhebend, schon bei der Heranwachsenden Jugend dem löblichen Streben, gute Werke zu üben, zu begegnen. Sitz des Vereines: „Cafß Bristol", II., Stadtgutgaffe 27. Wien. (Theatervorstellung.) Mittwoch, den 17. d. M. veranstaltet der Akademische Verein „Jüdische Kultur* im jüdischen Thrater (II., Taborstraße 12, „Hotel Stefanie"), eine Theatervorstellung zugunsten des „Goldfadenpreises" (für das beste in jüdischer Sprache erschienene Drama). Zur Aufführung gelangt „Lar-Kochdar^ von Abraham Goldfaden. Beginn 8 Uhr abends. — Samstag, den 13. d. M., 7 Uhr abends, findet im Cafs Rahnhof (IX, Porzellangaffe 3l) ein Vortrag statt. Thema: Die letzte Reichsgerichtsentscheidung, betreffend die jüdische Nationalität. Referent: Dr. Carl Lifczis. Gäste herzlichst willkommen. Wien. Samstag den 13. November, präzise 7 Uhr abends, findet im Beth-Hamidrasch, II., Ferdinandstraße 23, eine Jahrzeitseier für den sel. Herrn Lektor Meier Friedmann statt. Der Eintritt ist mit Rücksicht auf die beschränkten Raumverhältniffe nur geladenen Gästen gestattet. Austritte aas dem Judentum. Vom 31. Oktober bis 6. November 1909. Breuer Margarethe, geb. Nawiasky, Advokatursgattin, geb. 30. Mai 1879, Wien, II., Obere Donanstrasse 65. Danneberg Robert, Dr, Redakteur, geb. 23. Juli 1885, Wien, I., Wollzeile 19. Diamant Elsa, Private, geb. 16. April 1887, Minichstal, Bezirk Floridsdorf, XX., Heinzeimanngasse 8. Drekszler Hermine, geb. 11. Mai 1886, GyÖr-Szt.-Marton, VI., Aegidigasse 18. Feldmann Theodor, Kaufmann, geb. 26. Angnst 1874, Eidlitz (Böhmen), V. Margarethenplatz 6. Grünbaum Karl, Kaufmann, geb. 6. August 1880, Bukarest, St. Basil, V., Kriehubergasse 27. Klein Frieda, Private, geb. 8. Juli 1880, Wien, I., Graben 28. Kunwald Ella, Private, geb. 15. Mai 1871, Wien, I., Schnlerstrasse 1. Kunwald Lothar, Dr., geb. 27. März 1878, Wien, I., Schüler- Strasse 1. Marcus Walther Julius, Kaufmann, geb. 7. August 1883, Hamburg, VIII., Piaristengasse 11. Matzner Siegfried, Hilfsarbeiter, geb. 3. April 1884, Wien, 11.. Stuwerstrasse 29. Milch Margarethe, geb. Weiss, Kaufmannsgattin, geb. 25. Mai 1887, Iglau, III, Bechardgasse 18. Saxl Alfred, Doktor der Medizia, geb. 12. Dezember 1877, Wien, VI., Mariahilferstrasse 89 a. Saxl Kamilla, geb. 8. April 188 t, Troppau (Schlesien), VI., Mariahilferstrasse 89 a. Schächner Hersch, Lehramtskandidat, geb. 15. Dezember 1878, Zaleszzyki (Galizien), IX, Prechtlgasse 3. ch * ch Strauss Theodor aus Floridsdorf, geb. am 22. Dezember 1885 in Kanitz, derzeit Partiewarengeschäft in Wandsbeck. Oberhollabruu«. Unter grober Teilnahme der hiesigen Bevölkerung, der Spitzen der Behörden, der Stadtgemeinde und des Gefamtvorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Oberhollabrunn, wie auch sämtlicher Honoratioren wurde am 7. d. M. der gewesene Kultusvorsteher Herr Max Wallisch zu Grabe getragen. Bor dem Trauerhause hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbin r Dr. N. Roseumann die Trauerrede, in der er die Tugenden und Charaktervorzüge des Verblichenen in formvollendeter Weise zum Ausdrucke brachte. In der neuerbauten Zeremonienhalle — das letzte Wert des Dahingeschiedenen — widmete Religionslehrer Herr Sigmund Jellinek demselben einen tiefempfundenen Nachruf, welcher auf alle Anwesenden einen sichtlichen Eindruck machte. Die kantoralen Funktionen versah Herr Kantor Max Stößler aus Retz. Bilin. Am Sonntag den 7. d M. fand im hiesigen israelitischen Tempel die Beeidigung der in der hiesigen Kaserne dienenden Rekruten der israelitischen Konfession statt. Dieser ging ein feierlicher Gottesdienst voraus, bei welchem unser Rabbiner Löwy eine von patriotischem Geiste getragene Ansprache an die Rekruten hielt, in welcher er ihnen die Bedeutung und Wichtigkeit des Fahneneides vor Augen hielt und ihnen auch an's Herz legte, fie mögen treue, diensteifrige Diener des Kaisers und Vaterlandes sein.

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