Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 43 (22.10.1909)
- Date
- 1909-10-22
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 747 Bewohner Griechenlands und Italiens. Die pelasgischen, beziehungs weise etruskischen Sprachdenkmäler führt er mit oft überraschendem Erfolg auf semitischen Ursprung zurück. Erstaunlich ist vor allem der große Anteil, den er dem Semitentum an der Herkunft des griechischen und lateinischen Wortschatzes zuweist. Sehr ansprechend ist, um auf Einzelheiten einzugehen, die Erklärung der „Blindheit" Homers, die man ja neuerdings daraus erklären will, daß die erhaltenen Homerbüsten nach der Totenmaske des Dichters modelliert seien, während ihnen die Physiognomie des Blinden durchaus fehle. Schmidt vermutet. Pisistratus, der Sammler der Gesänge Homers, habe diese auf getünchten Tafeln verzeichnet. Den Namen Homer erklärt Schmidt aus dem hebräischen „orner Erzähler. Kalk heißt im Hebräischen „Tophel". Aus der „erzählende Tafel" wurde t^phlos homer-os — der blinde Homer, eine Hypothese, für die Schmidt Analogien anführt, wie „Amazone" aus: „arn-aza" — die starke Mutter (Semiramis) und „Bellerophon“ aus „Bel-rophim" — „Herr der Toten". Fast die ganze griechische Mythologie erscheint in diesem Spiegel betrachtet in neuem Lichte. Auch was Schmidt über die Semitismen im Baskischen sagt, ist sehr beachtenswert. Als Ergänzung dieser Schrift hat der Verfasser in d.m gleichen Verlag und Jahr Über „Das Geheimnis der griechischen Mythologie und den Stein von Lemnos" (135 S.) eine Studie veröffentlicht, in der er unter Anderem die vielgedeuteten „Epbesia Grammata" und die vielumstrittene Legende des Denksteines von Lemnos nach der gleichen Mettode als semitisches Sprachgut deutet. Wir fügen noch hinzu: „tbznos" „Tür" phöniz., „hedone" (Freude) vergl. hebr. „eden", (Stade. Hebr. Gr. 359 a.). Mau erinnert sich ferner, daß die (nach Jolephus) von den Makkabäern an die Spartaner entbotene Gesandtschaft auf eine zwischen beiden bestehende Verwandtschaft bezugnimmt. Wir können Herrn Schmidt zur Fortsetzung dieser Studien nur ermutigen. Fritz von Uhde. Die Kunstgabe für das deutsche Volk mit einem Geleitwort von A. Troll. Herausgegeben von der Freien Lehrervereinigung für Kunstpflege. Mainz, 1908. Jos. Scholz. 1. Mark. Was diese herrlichen Ausgaben unserer Klassiker der Kunst zu solch unverhältnismäßig billigem Preise für die Hebung des Kunstverständnisses und die Bildung des Geschmackes in den weitesten Volksschichten bedeuten, kann nicht genug gewürdigt werden. Eine Perle der Sammlung bilden diese 36 Proben des Uhde'schen Genies. Treuer und ergreifender ist Andacht, religiöse Inbrunst von einem Modernen nicht dargestellt worden. Zu derselben Sammlung gehört: Hantz Thoma und seine Weggenossen. Mit einem Geleitwort von M. Kotzde. M. 2.—. Es genügt zur Würdigung dieses Bandes der Hinweis auf die Namen Böcklin, Bracht, Burnitz. Eysen, Frölicher. Haider, Lang, Leibl, Ludwig, Lugo, V. Müller, Pidoll, Schirmer, Scholderer, Stäbli, Steinhaufen, Cella und Hans Thoma. die sämtlich durch vorzügliche Reproduktionen charakteristischer Werke vertreten sind. x. Das goldene Familienbuch. 8. Aust. Ilmenau (Thür.) 1909. Aug. Schröter. 564. M. 4.-. „Ein Hausschatz von erprobten und bewährten Mitteilungen für Wohnung, Küche, Keller, Vorratskammer, Waschhaus und die gesamte Hauswirtschaft in Stadt und Land", so nennt sich dieses nie versagende Nachschlagebuch für alle möglichen Fragen des Hausstandes, und wir bestätigen gern, daß es jenem Titel durchaus gerecht wird und die wärmsten Empfehlungen verdient. Kriefkagrn. P. 61. Zur Anstellung als israelitischer Religionslehrcr in Oesterreich gehören auch der Nachweis der österreichischen Staatszugehörigkeit und die Vorkenntnisse, welche die Befähigung zur Erteilung des allgemeinen Unterrichtes dokumentieren. Die antisemitische Presse und die ihr geistesverwandten Blatter haben es sich natürlich nicht nehmen lassen, auch den am 13. Oktober in der Festung Montjuich erschossenen Francesco Ferrer als Juden oder als einen „Mann jüdischer Abstammung" hinzustellen. Wie der „N. I. St.“ nun auf ihre Anfrage aus Madrid telegraphisch mitgeteilt wird, stammt Ferrer aus einer rein christlichen Familie. Er war von Geblüt Catalonier und von einer jüdischen Abstammung Ferrers ist in Spanien selbst nichts bekannt. Wirstellen da« fest, obwohl es den Juden nur hätte zur Ehre gereichen können, emen Mann zu den Ihren rechnen zu dürfen, der das tollkühne Wagnis unternimmt, in einem Lande mit fast 70 Perzent Analphabeten Bildung verbreiten zu wollen. Dieser „jüdische" Zug mag unsere Antisemiten auf die falsche Fährte gebracht haben, selbst in dem „judenreinen" Spanien noch jüdische Revolutionäre zu wittern. K. Lesen Sie in „Oesterreichische Revue", Organ für Ä^uranz und Volkswirtschaft Nr. 36, den interessanten Artikel: „Die Sterbetafeln des D. Giuseppe Toaldo aus dem Jahre 1787 S m o l e n s k y in Triest", Sie finden ein ausgezeichnetes, statistisches Material über die Sterblichkeitsziffern und Perzentsätz« inbezug auf die Juden. Dr. Schreiber, Wie». Wir haben wiederholt auf den Chile Haschem hingewiesen, daß Juden sich nicht scheuen, die „Budapester Orpheum"-Aufführungen zu besuchen, welche Juden und Judentum der Lächerlichkeit ausliefern. In der Tat, wir wüßten nichts, was dem jüdischen Namen und die Ehre des Judentums mehr schädigen könnte. Michael Strassersclie Stiftung, begründet von Herrn Salo Golm. Verleihungsbetrag: K244.80. — Bewerbungsberechtigt sind: Israelitische, mittellose, wärdige Bewohner des VIII. Wiener Gemeindebezirkes ohne Unterschied des Geschlechtes, welche seit mindestens 5 Jahren in diesem Bezirke ansässig sind und für eine Familie zu sorgen haben. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Meldezettel, Armutszeugnis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 21. November 1909. — Einreichstelle: Kanzlei des Tempelvereines für den viii. Bezirk, VIII., Neudeggergasse 12- — Verleihungstag: 12. Dezember 1909. Wien, 11. Oktober 1909. Der Vorstand. Ignaz und Rosalle Wolf-Krankenunterstützongs-Stlftiing. Anzahl der freien Plätze*. Unbestimmt im Betrage von je nicht unter K 50.—. — Bewerbungsberechtigt sind: Arme, hilfsbedürftige Kranke der israel. Kultusgemeinde Wien. — Bevorzugt sind: Unter gleichen Verhältnissen solche Bewerber, welche die Verwandtschaft mit dem stifterischen Ehepaare nachzuweisen vermögen. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Krankheitszeugnis, eventuell Verwandtschaftsnachweis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Oktober 1909. — Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungs-Protokoll). — Verleihungstag: 11. Thebet (23. Dezember 1909). — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich erhältlichen Gesuchsbögen. Dr. Max Frledlindersche Helratsausstattungs-Stlftung für ein armes Walsenmädchen. Anzahl derPlätze: Einer im Betrage von K120.—. — Bewerbungsberechtigt sind: Arme, verwaiste Mädchen jüdischer Konfession. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Totenscheine, Sittenzeugnis, Verlobungsnachweis. — LetzterTagderEinreichungsfrist:3l. Oktober 1909. — Einreichungsstelle: I. Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Bewerberinnen, welche sich vor Verleihung dieser Stiftung verehelichen, werden jeden Anspruches an dieselbe verlustig. — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich erhältlichen Gesuchsbögen. Ignaz und Eleonore Fluss’aelies Tecbnlker-Stlgendlam. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K 30.— p. a. — Bewerbungsberechtigt sind: Mittellose israelitische Hörer der k. k. technischen Hochschule in Wien. — Bevorzugt sind: Verwaiste, insbesondere doppelt verwaiste und unter gleichen Verhältnissen in Galizien heimatsberechtigte Bewerber. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Heimatsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse und eventuell Totenscheine der Eltern — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Oktober 1909. — Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich erhältlichen Gesuchsblanketten. Gbarlotte Kuffnersche Famlllenstiftung. Anzahl derPlätze: Unbestimmt im Betrage von K 680.—. — Bewerbungsberechtigt sind: Arme Verwandte der am 28. Dezember 1896 in Wien verstorbenen Frau Charlotte Kuffner, insbesondere Witwen.—Ge s u ch s b ei1ag e n: Geburtsschein, Armutszeugnis, Verwandtschafts - Nachweis. — Letzter Tag der Einreich ungsfrist: 81. Oktober 1909. — Einreichungsstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Verleihungstag: 23. Thebet (4. Jänner 1910). — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich erhältlichen Gesuchsbögen. Albert Baum-Stiftung für Techniker. Anzahl der Plätze: Zwölf im Betrage von je K 200.—. — Bewerbnngsberechtigt sind: Junge Leute jüdischer Religion, die sich der Technik widmen. — Bevorzugt sind die Söhne des stifterischen Bruders, Herrn Simon Baum (für solche Einschreiter beträgt der Stiftplatz K 600.—). — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Oktober 1909. — Einreichungsstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich erhältlichen Gesuchsbögen.