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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-10-08 · 41 (8.10.1909) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
41 (8.10.1909)
Date
1909-10-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite.710 Dp.. Blochs WochenschrM Die Hudson-Fulton-Feier und die Juden. Die amerikanischen Inden -waren sehr unangenehm berührt,, daß die Eröffnung der amerikanisch-nationalen Hudson-Fulton-Feier gerade auf den Jomkippurtag festgesetzt wurde, wodurch es ihnen unmöglich war, sich an der Eröffnungsparade offiziell zu beteiligen. Die offiziellen jüdischen Kreise haben ihrem Unmut hierüber auch offen Ausdruck gegeben. Einige Tage vor der Parade sah sich denn auch der Präsident der Festkommission veranlaßt, an das Präsidium der Newyorker Kehillah ein Entschuldigungsschreiben zu richten, das wegen seines interessanten Inhaltes dem Wortlaute nach wiedergegeben werden soll : „Unsere Kommission hatte keine Ahnung (?), daß Samstag, den 25. September Iomkippur sein wird, denn sonst wäre die Eröffnung der Feierlichkeit nicht auf diesen Tag angesetzt worden. Es ist jetzt ganz unmöglich, das Datum zu ändern, da die ganze Welt für diesen Tag eingeladen ist und an diesem Tage zumindest 75 Kriegsschiffe verschiedener Nationen und wahrscheinlich über tausend andere Schiffe im Hafen beisammen sein werden, um an der Eröffnungsparade teilzunehmen. Wir bedauern aus der Tiefe unseres Herzens diese peinliche Gestaltung der Situation und bitten unsere jüdischen Freunde, zu glauben, daß es der Kommission ferne lag, ihre wahren und gerechten religiösen Gefühle absichtlich zu verletzen. Indem ich Sie versichere, daß wir all das, was Sie unternehmen, um die Feier zu einer Feier der vollständigen Brüderlichkeit zwischen allen Rassen und Konfessionen zu gestalten, aufs Höchste einschätzten, zeichne ich usw." _^ Vermischtes. KranzablösuugSspeudeu zugunsten der Ehewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens der sei. Adele .Ornstein: Von Siegfried Bachrach R 25.—, Dr. M. Hellmann und Frau 40.—, Walter Kary und Frau 25.—, Jda Schulhof 20.—, Dr. Gustav Harpner 20.—. Dr. Maximilian Saxl und Frau 20.—, Wilhelm Saxl und Frau 10.—. Zusammen R 160.—. Anläßlich des Ablebens des fel. Jacques Ehrenzweig: Bon Direktor Maxime Kraßny K 100.^—. Anläßlich des Ablebens des fel. Ladislaus Honigsb er g: Von Dr. Julius Lederer R 40.—, Familie Perlen 20.—, Familie Ernst Hamburger 20.—. Zusammen R 80.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Julius Hecht: Von Leopold Klein R 20.—, August Großmann 20.—, Frau Fanni L. 10.—. Zusammen R 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ladislaus Hönigsberg: Von Professor Tr. Epstein u. Fra>, Prag, R 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Bernhard Reicher: Von Moritz Schwarz R 10.—, Adolf Naumann 20.—, Dr. Albert Mittler 20.—. Zusammen K 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Albert Stern: Von Philipp Kohn R 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Emanuel H a r t m a n n Von Familie Spitzer R 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Eckstein: Von Samuel Glück R 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Weldler: Von Theresia Glück R 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz Spiegel: Von N. N. 5.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Friedrich Hirsch: Von Ignaz Beck 20.—, Schur 50.—, Arthur Kary 20.—. Zusammen R 90.—. Wien. (Israelitischer TempelundSchulv e r e i n, VI., Stumpergafse 42.) Frau Regine L a n d e i s hat hat zum Andenken an ihren Gemahl, Herrn Land eis s. A., unserem Vereine ein „Leker-Idora" samt Kle Kodesch gespendet. Die Einweihung findet am Lekerniui azeres, Donnerstag, den ■<?. Oktober, halb 10 Uhr vormittags in unserem Bethause statt. Nr., 41 Wien. (Trauung,). Sonntag, den 17. Oktober l. I., um 11 Uhr vorm., findet die Trauung des Fräuleins Stella Winter, Tochter des Herrn Dr.. Göza W in t e r, mit Herrn Edo Adler im Tempel, I., Seitenstettengaffe, statt. Wien. Mit Bewilligung des k. u. k. Korpskommandos in Wien fand, wie alljährlich so auch heuer, auf Ansuchen des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde während der hohen Festtage in der Roßauer Kaserne für die Mannschaft jüdischen Glaubens unter der bewährten Leitung des Oberosfizials der israelitischen Kultüsgemeinde Herrn Jakob Stein ein feierlicher Gottesdienst statt. Die Vorbeter Mayer Brunn er, Hai mann und Reich versahen in würdiger, alttraditioneller Form die kantorale Funktion und inbrünstig beteten die Soldaten an diesen drei Tagen, die einzigen im Jahre, an welchen ihnen die Teilnahme am jüdischen Gottesdienste möglich wird. — Am Jom Kippur hielt vor dem Minchagebete Herr Doktor Armin A b e l e s, Feldrabbiner i. d. R., eine dem Festtage angemessene, eindrucksvolle Exhorte, der die Soldaten mit weihevoller Andacht lauschten. Einen herzerfreuenden Eindruck machte es, wie es jedem Einzelnen der zur Thora Gerufenen als Auszeichnung galt, eine Aliah erhalten zu haben. — Es wurden an beiden Neujadrstagen wie auch nach Schluß des Versöhnungstages nahezu 600 Mann seitens des Vorstandes des hiesigen israelitischen Kultusgemeinde verköstigt. Jüdisches Museum. Die Wiedereröffnung des Museums II., Praterstraße 28 findet Samstag 16. Oktober d. I. statt. Besuchszeiten sind wie bisher jeden Samstag und Sonntag 11—1 Uhr mittags. Wien. (Bethaus verein „Am Volkert".) Schon seit Jahren verfolgt dieser streng konservative Bcthausverein das Ziel, einen stattlichen Tempel zu erbauen und hiemit eine Religionsschule, eine für diesen Stadtteil höchst notwendige Institution, zu verbinven. Stets scheiterte die Durchführung und Verwirklichung dieses erstrebenswerten Zieles, an den knappen verfügbaren. Geldmitteln. Nunmehr ist es durch die Munistzenz und durch die für jüdische Zwecke stets bereite Opferwilligkeit des Vereinsobmannes Herrn Adolf S ch r a m e k gelungen, wenigstens einen der beiden Herzenswünsche ins Leben zu rufen, dieGründungder Religionsschu le für Knaben der Volks - und Bürgerschulen. Die Einschreibungen haben bereits begonnen und werden Sonntag den 10. Oktober zwischen 10 und 12 Uhr vormittags fortgesetzt. Nebst dem Unterrichte in den Gebeten und in Thora wird auf Hebräisch-Schreiben und Hebräisch- Sprechen großes Gewicht gelegt, wobei in erster Linie auf den Urquell jüdischen Wissens, die hebräische Grammatik, besondere Rücksicht genommen w-rd. Dem Vereine ist cs gelungen, zwei tüchtige Schulmänner für die beiden Abteilungen zu gewinnen, so daß der langgehegte Lieblingsgedanke des ersten Förderers dieser Religionsschule, des Herrn Elkan Bauer, Obmannstellvertreters dieses Vereines, erfüllt erscheint. Selbstverständlich ist - die tunliche Erweiterung dieser in diesem Bezirksteile einzigen Institution ins Auge gefaßt. „Alles-Leser". Unter diesem Titel hat sich hier soeben ein neues Unternehmen gebildet, das in seiner praktischen Art als Neuheit gelten kann. Zweck und Wirkung sichern ihm das weiteste Interesse und eine günstige Beurteilung. Wie dem Prospekt zu entnehmen ist, befaßt sich der „Alles-Leser" neben der Zusammenstellung von Zeitungsnachrichten (Ausschnitten) insbesondere auch mit der Evidenz des gesamten Inseraten- und Reklame-Marktes derart, daß auch die Annonzen der diversen Tagesblätter, Fach- und sonstigen Zeitschriften auf Bestellung nach den betreffenden Kategorien gesichtet werden, so daß jeder Reflektant stets das für ihn wissenswerte Material prompt erhält. Bei der Fülle der hier in Betracht kommenden Nachrichten und Jnteressenten-Gruppen läßt sich wohl von der Nützlichkeit eines solchen Unternehmens sprechen, dem sich ein weites Feld der Tätigkeit eröffnet, so daß das Bureau bald eine schätzbare Auskunftsquelle werden dürfte. Prospekte und Auskünfte kostenlos vom Burean: I., Postgaffe 11. (Tel. 16918 ) Erster Wiener Jüdischer Turnverein. Wien, IX., Liechtensteinstraße 20. Der Erste Wiener jüd. Turnverein, IX., Liechtensteinstraße 20, erlangte von dem k. u. k. Landesschulrate in Wien die Bewilligung zur Errichtung einer Privatturnschule für Kinder im schulpflichtigen Alter. Es werden Mädchen- und Knabenriegen abgesondert, unter Leitung eines staatlich geprüften Turnlehrers, Turnunterricht erhalten. Die Turnanstalt wird am 2. Oktober um 3 Uhr in der Turnhalle, IX., Liechtensteinstraße 20 eröffnet werden. Auskünfte werden am Turnplätze erteilt. Austritte aus dem Judentum. Vom 26. September bis 2. Oktober 1909. ■■■• Edelstein Fritz, Techniker, geh. 16. Jänner 1891, Wien, I., Nibelungengasse 11. Goldstein Salomon, geb. 12. September 1893, Lemberg, VI., Webgasse 38.

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