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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-09-24 · 39 (24.9.1909) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
39 (24.9.1909)
Date
1909-09-24
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 39 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 675 sonders gegen die Monopolisierung der jüdischen Wohltätigkeit für die reichen Juden und verlangt für die Züricher Israel. Knltusgemeinde Statuten, die es ermöglichen, daß in Zukunft nicht nur der Wille einzelner, soydern der Wille der Gesamtheit als Gemeindewille zum Ausdruck komme. Die zweite Rede hat Dr. Farbstein im Stadtrat als Antwort auf die Ausführungen des Polizeivorstandes gegen die starke Einwanderung russischer Juden gehalten. Hans Thoma, Landschaften. Eine Kunstgabe. 15 Blätter in Doppelton-Reproduktionen nach Werken des Meisters in einem von Hans Thoma selbst entworfenen Umschlag vereinigt 1 Mark. Verlag von Jos. Scholz in Mainz. Der Erfolg der von der Freien Lehrervereinigung herausgegebenen Kunstgaben, dieser künstlerischen Erbauungsbücher, hat gelehrt, daß in weitesten Kreisen der Wunsch rege ist, die Kunst unserer großen Meister in schöner Wiedergabe im Hause zu haben. Kann man doch so jederzeit nach den Blättern greifen und sich an ihnen erfreuen, wie man sonst wohl ein Gedicht ciufschlägt nnd seine Schönheit genießt. Diese Kunstgaben machen es jedem, auch dem Unbemittelten, möglich, große und ernste Kunst als sein eigen zu erwerben, und die Wiedergaben sind so gut, daß soviel von dem ursprünglichen Werke hineingebamst ist, wie eine Wiedergabe nur gestattet. Diesmal bringt die Freie Lehrervereinigung recht passend zu des Meisters 70. Geburtstag, den am 3. Oktober d. I. das deutsche Volk feiern wird, ein Heft mir Landschaften von Prof. Hans Thoma. Der Name Hans Thoma hat für den Deutschen heute einen guten und heimeligen Klang. Es ist uns vor seinen Bildern, als wenn uns jemand mit treuen deutschen Augen anblickt und sagt: „Das habe ich geschaut, das habe ich mit liebendem Sinn in mir getragen und nun will ich's euch geben, daß es euch freue, wie es mich gefreut hat!" — Thoma ist ein rechter Genosse der Dürer, Schwind und Richter. Treuherzig, freundlich, ist seine Kunst, und in die Tiefe geht sie. Das prägt sich auch in seinen Landschaften aus. Nehmen wir dazu, daß in diesem Heft eine ganze Anzahl Bilder Hans Thomas sind, die vorher noch nie veröffentlicht wurden, so wird ein jeder gern nach dieser festlichen Gabe greifen und so einen neuen Reichtum in sein Haus tragen. — Bei dieser Gelegenheit mögen auch die bisher erschienenen Hefte Erwähnung finden: 1. Hans Thoma, ein Buch seiner Kunst, 16 Blätter; 2. Wilhelm Steinhausen, Göttliches und Menschliches; 3. Vom Heiland, ein Buch deutscher Kunst, 16 Blätter; 4. Alfred Rethel, 16 Blätter; 5. Fritz von Uhde, 14 Blätter; 6. Giovanni Segatini, 17 Blätter; Wilhelm Leibl, 14 Blätter. Jedes Heft, wie gesagt, nur 1 Mark Möchten die Hefte zur Freude vieler recht große Verbreitung finden- Oskar Goldberg. Die fünf Bücher Mosis ein Zahleng e b ä u d e. Die Feststellung einer einheitlich durchgeführten Zahlenschrift. Berlin 1908. Es ist eine intereffante und merkwürdige Schrift, die nicht verfehlen kann, in weiteren Kreisen Aufsehen zu erregen und Diskussionen zu erwecken. Der Verfasser zeigt den Pentateuch von Anfang dis zu Ende als ein Zahlensystem, dessen Grundzahlen sich unmittelbar aus dem Gottesnamen ergeben. Er zeigt das Zahlensystem sowohl in dem sachlichen Inhalt und weist es auch nach, wie es den gesamten Styl bis in seine subtilsten Feinheiten durchsetzt, die Architektur der Absatz- und Verseinteilung beherrscht, die Worte regelt, während die Zusammensetzung dieser Faktoren ebenfalls ein festes Zahlenprinzip erkennen läßt. Der Pentateuch ist nach dem Verfaffer der in Zahlenschrift umgesetzte und entfaltete Gottesnamen. Die Beispiele, welche der Verfasser für seine Theorie anführt, sind häufig außerordentlich überraschend und dürften ebenso sehr begeisterte Zustimmung, wie nicht minder heftige Gegnerschaft erwecken. Die Schrift ist von Erich Lewy, Messingwerk, Post Heegermühle bei Eberswalde, Preis Mark 1.— zu erhalten. Neue Bücher. Dr. L. Freund. Zur Geschichte des Ehegüterrechtes bei den Semiten. Aus dem Sitzungsberichte der Kaisers. Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-Historische Klaffe. 162. Band, 1. Abhandlung. Vorgelegt in der Sitzung am 21. Oktober 1908. Alfred Hölder, k. u. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler, Wien 1909. Briefkasten- L. M. Szek. Wir haben im „Briefkasten" der letzten Nummer auf die Tatsachen hingewiesen und die Pflicht der europäischen Finanzmänner nachdrücklich betont. Das Wort ^rbvb ist talmudisch und bedeutet „sofort, sogleich". I. G. in O. Ihr Aufsatz ist für uns ungeeignet. Der Satz „Hiob Kap. II, Vers 9" hat übrigens einen ganz anderen Sinn. Leo Viertel. Erwähnt wird »Kol Nidre« zuerst in der Zeit der Geonim. Natronai gibt an, »Kol Nidre« werde in keiner der beiden Akademien (Sura und Pumbeditha) gesagt, der Gebrauch habe keinen Grund und keine Wirkung; ganz ähnlich Lai bar Nachschon. „Antiquarisch". Wenden Sie sich mit einem Angebot an den Bibliothekar der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Bernh. Münz, Wien, II., Ferdinandstraße 23. L. Gew mg, Wr.-Neustadt. Die Vorfälle in B. L. zur öffentlichen Diskussion zu bringen, müssen wir im Interesse des Gesamtjudentums leider ablehnen. K. H. 123. Im Lcsesaale der jüdischen Gemeindebibliothek, II., Ferdinandstr. 23 (geöffnet täglich von 4—6 Uhr) können Sie die Bände der „Zeitschrift für Demographie und Statistik des Judentums" nachschlagen. W. H., Tempelvorsteher in Oberhollabrnnn. Es ist in gleicher Weise auszeichnend, am 1. Tage des Neujahrsfestes oder am Versöhnungstage zur Thora gerufen zu werden. Uns ist ein Unterschied nicht bekannt. Notiz. Palästinareise der Israeliten. Abfahrt per Sonderzug und Extraschiff von Budapest am 21. Oktober 1909. Reisedauer 21 Tage. Streng rituelle Verpflegung. Mit Programmen und näheren Auskünften dient bereitwilligst 'die Ungarische Reise-Unternehmung A. G., Budapest, VII., Erzsebet Körut Nr. 12. Anmeldungen werden bis 20. September 1909 angenommen. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Kundmachung. Vom Vorstände der israel. Knltusgemeinde Wien wird hiemit bekanntgegeben, dass am diesjährigen Schemini-Azereth (Donnerstag, den 7. Oktober) im Saale des »Hotel Post«, I., Fleischmarkt 16, und im Saale des »Hotel Zentral«, II., Taborstrasse 8, I. Stock (Festsaal), um */.» Uhr vormittags anlässlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste abgehalten werden. Die Veranstaltung dieser Gottesdienste erfolgt zur Abhaltung des grossen Andranges zur „Haskara“ in den Gemeindetempeln, Der Eintritt ist frei. — Karten werden nicht ausgegeben. Wien, im September 1909. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Schülerinnen-Pension II., Grosse Sperlgasse 41 Pädagogisch geleitet von Flora Schafranik. Massige Preise. ... Zu sprechen täglich von 10 bis 12 Uhr und von 2 bis 5 Uhr. Siegmund und Reglos Kauders’sclie Helratsausstattungs-Stlftung für mittellose Jüdische Bräute. Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von je K 215.—. — Bewerbungsberechtigt sind: Arme, jüdische Bräute und zwar in erster Reihe: Verwandte des stifteris chen Ehepaares Herrn Siegmnnd Kauders und dessen Gattin Frau Regine, geborenen Schlesinger in erster, zweiter nnd dritter Linie; in zweiter Leihe: Verwandte der Familien Dr. Anton Kauders aus Körmend, Ungarn, und Johanna Wolf, verehel. Kauders aus Eisenstadt, Ungarn, Josef Schlesinger ans Tyrnau, Ungarn, und Johanna Neubrunn, verehel. Schlesinger aus Trenczin (in erster und zweiter Linie); in Ermangelung von Bewerberinnen der vorgenannten Kategorien in dritter Reihe: Bräute österreichischer oder ungarischer Staatsangehörigkeit, unter welchen bei gleichen Verhältnissen nach Wien zuständige oder daselbst geborene und bis zur Zeit der Bewerbung in Wien wohnhaft gewesene Einschreiterinnen bevorzugt werden. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Heimatsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugnis, Verlobungsnachweis, eventuell Verwandtschaftsnachweis und Meldezettel. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. Septemtier 1909. — Einreichst eile: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Verleihungstag: 26. November 190». — Bewerberinnen, welche sich vor der Verleihung der Stiftung verehelichen, verlieren den Anspruch an dieselbe. Näheres in den von der Einreichungsstelle unentgeltlich erhältlichen Gesuchs bögen.

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