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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-09-24 · 39 (24.9.1909) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
39 (24.9.1909)
Date
1909-09-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 668 cp^ ^{a Dr. Blochs WochrMrist^ Nr. 39 Norrespondenzen Zum Bukowiuaer Wahlreformentwurf. Me wir in der letzten Nummer gemeldet haben, ist für den Landtag in der Bukowina vom Permanenzausschuß ein Wahlreformentwurf ausgearbeitet worden, welcher besondere Wahlkörper ruchenischer, deutscher, polnischer und jüdischer Nationalität anordnet. Die Schaffung einer jüdischen Wahlkurie — von der zionistischen Partei mit hohem Enthusiasmus begrüßt — hat in nichtzionistischen Kreisen starken Widerspruch hervorgerufen und heftige Gegnerschaften gefunden, die sich gegen den projektierten Entwurf wehren. Wie wir erfahren, hat der Wiener Reichsratsabgeordnete Hofrat Doktor Kuranda Schritte unternommen, um das Zustandekommen eines solchenGesetzes zu verhindern. Doppeljubiläum des Mariahilfer Tempelveremes. Am ersten Tage Rosch-Haschonoh wurde das Jubiläum des 25 jährigen Tempelbestandes, gleichzeitig mit dem Amtsjubiläum des Oberkantors Herrn Simon Dünmann, in diesem Tempel in würdiger und vornehmer Weffe — wie dies bei allen Veranstaltungen dieses trefflich geleiteten Vereins der Fall ist — gefeiert. Der mit Blattpflanzen und Blumen reich geschmückte Tempel war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt,- als Vertreter der Kultusgemeinde waren der erste Vize-Prä? fident Herr Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, Herr kaff. Rat Leopold Sar und der erste Sekretär Herr kaff. Rat Dr. Theodor Lieben erschienen. Als Vertreter des Kantorenvereines Herr Dr. Moritz Löwy, Herr Frankl in Vertretung des 5. Bezirkes, die Herren Fürst und Metzer vom Tempel und Schulverein des 6. Bezirkes, Herr Dr. Krenberger als Vertreter des Tempelvereines im 13. Bezirke, Frau Präsidentin Strauß für den Frauenk-Wohltätigkeitsverein des 6. Bezirkes, Herr Dr. Löwy als Präsident des Humanitätsverems, die Vertreter der Preffe und viele andere. Den Mittelpunkt der Feier, die sich im Rahmen des Festgottesdienstes abspielte, bildete das Aufrufen des Präsidenten des Vereins, Herrn Dr. Jakob Engel, zur Thora. Nach der Rezitierung des Segensspruches dankte der Präsident im Namen der ganzen Gemeinde dem Mlmächtigen für die göttliche Gnade, die ihn und alle Anwesenden diesen Tag erleben ließ und rezitierte nach altehrwürdiger Pätersitte das Schechionugebet. Sein erster Mffcheberach galt dem verdienstvollen Oberkantor, dem er an Gott geweihter Stätte namens der Gemeinde für fein musterhaftes 25 jähriges Wirken herzlichst dankte, sein zweiter der ganzen Gemeinde für die bewundernswerte Opferwilligkeit der Mitglieder und Vethäusbefucher, welche dieses heilige Unternehmen stets in reichster Weffe gefördert haben. Hierbei gedachte er in pietätvoller Weise seines Amtsvorgängers Baurates -Mar Fleffcher sel. Angedenkens und aller jener, welche zum Bestände des Gotteshauses beigetragen haben und bereits zu ihren Vätern versammelt wurden. — Der Jubilar Oberkantor Dünmann wurde als Mäftir aufgerufen, bei welcher Gelegenheit seitens des Chores ein von Herrn Rabbiner Dr. Taglicht verfaßter und hem Orgcmfften Herrn Herz vertonter Mischeberach rezitiert wurde, der die ungeteilteste Anerkennung aller Zuhörer fand. Der Jubilar selbst dankte in einem von ihm verfaßten gedankenvollen Mischeberach für die chm gewordene Auszeichnung. Die hierauf folgende Festrede des Herrn Rabbiners Dr. Taglicht, die die Bedeutung dieser Doppelfeier in herrlichen Worten erschöpfte, wird wohl allen Zuhörern unvergeßlich bleiben. Nach Beendigung des Gottesdienstes versammelten sich die Festgäste, der Vorstand und eine große Anzahl von Bethausbesuchern ,in dem Sitzungssaale des Vereins, in welchen der Oberkantor-Jubilar > vom Gesamtvorstande geleitet wurde. Dort hielt der Präsident Herr Dr. Jakob Engel an ihn folgende Ansprache: „Liebwerter Herr Oberkantor! Aus den heiligen Räumen, in welchen wir soeben andächtigen Sinnes ein dreifaches Fest gefeiert, begaben wir uns in diesen herrlichen Saal, gleichfalls von Meister Fleischers kundiger Hand erbaut, um noch im Besonderen und in weltlicher Weise Ihr 26jähriges Amtsjubiläum als Oberkantor dieser Gemeinde festlich zu begehen. Es ist ja nur natürlich, daß eine jüdische Gemeinde den so bedeutungsvollen Abschnitt im Leben eines seiner hervorragendsten Funktionäre nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen konnte, insbesondere dann nicht, wenn Sang und Klang rühmlichst bekannte Eigenschaften dieses Jubilars bilden. Wenn wir all der wundervollen Gaben gedenken, die Sie, verehrter Herr Oberkantor, uns durch ein Vierteljahrhundert in reichster Fülle geboten, wenn wir, um nur einige zu nennen, Ihr erschütterndes „Schemah Israel", dieses Gebet aller Gebete, Ihre tiefbewegenden Segenssprüche beim Anzünden des Chanukalichtes und vor dem Verlassen der Megilloh Esther, den ergreifenden Sanetokef- Sang mit den Vorausbestimmungen' in des Menschen Leben und die zahllosen anderen köstlichen Melodien uns vergegenwärtigen, die Sie machtvoll Ihrer Kehle entströmen lassen, dann können wir wohl mit dem Sänger sagen: „Welch reicher Himmel, Stern an Stern, wer zählet ihre Namen!" Und hiezu Ihr gottesfürchtiger Sinn, Ihr tiefreligiöses Empfinden und Ihre Friedfertigkeit, Eigenschaften, welche, mit Ihrer klastischen Sangeskunst vereint, uns wohl berechtigen, Ihnen den Ehrentitel eines wahren Priesters unserer erhabenen Religion zu verleihen. Empfangen Sie deshalb Herr Oberkantor für dieses beispielgebende Wirken den aufrichtigen Dank und die warme Anerkennung seitens des Vorstandes und der ganzen Gemeinde. Und mit diesem Danke verbinde ich den Herzenswunsch, daß Gott der Allmächtige, welcher die Geschicke der Menschen lenkt und leitet, das Ihrige zum Guten wende, daß Sie noch viele, viele Jahre im Vollbesitze Ihrer stimmlichen Mittel, gesund an Leib und Seele bleiben mögen — das walte Gott!" — Nach Schluß dieser mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede übergab der Präsident dem Jubilar das Ehrengeschenk des Vereins in Gestalt eines prachtvollen Kidusch-Bechers mit entsprechender Inschrift und die Ehrengabe des Vorstandes der Kultusgemeinde, des Vereinsvorstandes, des Frauenvereins, des Freitischvereines und der Mitglieder des Vereins. Herr Oberkantor Dünmann dankte in bewegten Worten für die außerordentliche Auszeichnung, die ihm am -heutigen .Tage erwiesen wurde. Er dankte dem Schöpfer, daß er ihn diesen heutigen Jubeltag in voller Schaffenskraft erleben ließ, versprach, solange er imstande sein werde, seine Kräfte in den heiligen Dienst dieses Tempels zu stellen, sie dem Vereine zu widmen und empfahl sich dem Wohlwollen und der Nachsicht des Vorstandes und der Gemeinde für den Fall, als er nicht mehr im Vollbesitze seiner Leistungsfähigkeit sein werde. Hierauf .beglückwünschte Herr Vize-Präsident der Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn in formvollendeter Rede den Verein zum heutigen Tage, der nicht nur ein Jubelsondern auch ein Ehrentag für den Verein sei, an dem mit dem herzlichsten Wohlwollen auch die Kultusgemeinde teilnehme. Er beglückwünscht weiter den Verein zu seinen ausgezeichneten Funktionären und hebe am heutigen Tage in erster Linie den Herrn Oberkantor Dünmann hervor, dem er auch die herzlichsten Wünsche der Kultusgemeinde überbrachte. Es gratulierten ferner namens des Kantorenvereins Herr Dr. Moritz Löwy unter Überreichung eines Ehrengeschenkes, Herr Josef Barkan als Obmann des Jubiläumskomitees für die Mitglieder des Tempelvereins, Herr Frankl namens des Bethausvereins im.5, Bezirk, Herr Dr. Krenberger für; den 13. Bezirk, Frau Frieda Strauß für den Frauen-Wohltätigkeitsverein und zum Schluffe in einer ausgezeichneten vom Herzen kom-

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