Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 37 (10.9.1909)
- Date
- 1909-09-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Dr.. Blochs Wochenschrift. Seite «32 sich hauptsächlich aus uichtjüdischen Millionären rekrutieren, ihm rundweg die Freundschaft gekündigt haben, weil er rruch reiche Juden in sein Hotel aufnehme. Seine Gäste verlangten daher die Anbringung des odiosen Plakates. _■ Vermischtes. Gratulatioue» anläßlich des Festes zugunsten der Chewra-Kadischa. Einem seit Jahren eingebürgerten Brauche folgend, laden wir unsere p. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine Anzeige in der. ^Oesterreichischen Wochenschrift" an Stelle der direkten Gratulationen per Post erstatten zu wollen. Auf diese Weise verbindet der Gratulant mit der Erfüllung einer Formalität gleichzeitig die Förderung einer unserer ältesten und würdigsten Mischen Anstalten. Die Einschaltung solcher Anzeigen erfolgt in der dem Roschhaschauah'Feste vorangehenden Nummer unseres Blattes vom I.F. September l. I. gegen Einsendung einer Spende von mindestens K 4.— zugunsten der Chewra-Kadischa Wien. Letzter Termin zur Einsendung solcher Anzeigen 13. September 1906. Tempeljubiläumsfeier. Am 16. d. M., als am 1. Roschhaschanatao, begeht der berühmte Mariahilfer Tempelverein den Gedenktag an den 25jährigen Bestand seines herrlichen Tempels und gleichzeitig das 25jährige Amtsjubiläum des Herrn Oberkantors Simon D ü n m a n n. Der Vereinsvorstand, an dessen Spitze Herr Dr. Jakob En gel als Präsident steht, rüstet sich, diesen ©r* innerungstag in würdigster Weise festlich zu begehen. Wie«. (Auszeichnung eines Rabbiners.) Die philosophische Fakultät der großherzoglich hessischen Landesuniversität sandte dem als Rabbiner und Gelehrten vielverdienten Dr. M. H. Fried länder gelegentlich seines fünfzigjährigen Doktorjubiläums, „in Anerkennung seiner bis in die letzte Zeit hinein fortgesetzten ersprießlichen literarischen Betätigung, ihren Glückwunsch zum Gedächtnis des Tages, an dem ihn die Fakültät vor 50 Jahren zum Doktor der Philosophie ernannt, und erneuerte ihm das' Diplom." Herr Dr. M. H. Friedländer, der mehr denn 40 Jahre als Rabbiner segensreich wirkte und noch heute als Prediger und Exhortant in Wien sich großer Beliebtheit erfreut, ist auch unfern Lesern durch seine ebenso interessanten als wertvollen historischen Beiträge vorteilhaft bekannt. Die besondere Auszeichnung des greisen Gelehrten wird in weiteren Kreisen mit großer Genugtuung begrüßt werden. Wie»? (Auszeichnung.) Der Prästdent von Venezuela hat den Chemiker und Schriftsteller Dr. Paul Cohn in Wien zum Kommandeur des Bolivarordens ernannt. Wien. (V e r l o b u n g.) Fräulein Reitzi Schlesinge r, Tochter der Frau Rosa S ch l e s i n g e r, hat sich mit Seiner Ehrwürden Rabbiner Jakob Hoffmann in Koste! verlobt. Wien. (Bet-Hamidrasch „M o n t e f i o r e", II. X a b o r* st ruße 38.) Samstag den 11. Sevtember d. I., 10 Uhr vormittags, findet. ein^Mrtrag des Herrn Dr. Rosenstein statt. Gäste willkommen. Wien. (L i w i a s Che», II-, Stefanie st raße Nr. 2.) Samstag den U. d. M. um 4 Uhr nachmittags Vortrag des Herrn I. Rosner über: Pirke Owos. Austritte aus dem Judentum. Vom 29. August bis 4. September 1909. Glück Friedrich, Geschäftsdieuer, geb. 26. Mai 1884, zu Wien, XVII., Kalvarienberggasse 52. Gross Robert, Lehrjunge, geb. 27. September 1894, Wien, II., Vorgartenstrasse 2"b. Maixner Markus,' Haudschuhmachergebilfe, geb. 26. Oktober 1857, Neu-Pest. V., Kompertgasse 13. Rosenfeld Wilhelm Anton, geb. 21. November, 1890, Wien, XVI., Seiten berggasse 25. Nr. 37 Rosenthal Jakob, Kaufmann, geb. 21. Jänner 1866, Folwartziwielkl IV., Margarethenstrasse 34. Rosenthal Maximilian, Dr., Schriftsteller, geb. 11. Februar 1881,* Wien, VI., Amerlingstrasse 19. Schnabel Berta, Privat, geb. 24. September 1868 zu Hof, Oesterr.- Schlesien, IX., Grüne Torgasse 17 Weil Franz, Maler, geb. 24. Mai 1870, zu Wien, derzeit Gablonz a. d. N., zur röin.-kath. Kirche. Austerlitz. Bei dem am 2. d. M. ausgebrochenen Brande des Hauses Nr. 42 der Spitalgasse in Austerlitz hat die hiesige jüdische Jugend Musterhaftes geleistet. Namentlich die Brüder H u ß, Ignatz Zweig, Leo Fürst, med. canct. Siegm. Preiß. Viktor Flesch, Ernst Müller, Paul B a ch r i ch, Herr Siegm. - B a ch r i ch und Herr Richard M e d a k strengten sich sehr an, mn dem Brande Einhalt zu tun. Turn au. Bei der am 4. September d. I. stattgefundenen Konstituirung des Kultusgemeindevorstandes erscheinen als gewählt: Herr Wilhelm Epstein als Vorsteher, Herr Richard Nowak als dessen Stellvertreter. Ferner wurden in den Vorstand gewählt die Herren: Eduard E p st ein, Theodor S e g e r. Karl Läufer, Wilhelm Hartstein. Unser allverehrter Herr Vorsteher bekleidet bereits zirka zwei Jahrzehnte sein Amt zur vollsten Anerkennung der Gemeinde und zum Wohle derselben. Nagy Kanizsa. In der Plenarsitzung am 31. August ist dem Chordirigenten Herrn Moritz Eckstein die von der hohen ungarischen Regierung ihm verliehene vierzigjährige Dienstmedaille vom Gemeindevorstande unter Worten der wärmsten Anerkennung seiner Verdienste im Beisein seiner Familie und des bereits ähnlich dekorierten Kantors Goldmann feierlichst überreicht worden. Gr. Das Testament der Lady Goldsmid. Im Dezember vorigen Jahres starb in London die reiche Wohltäterin Lady S. Goldsmid. Das Testament, das über verschiedene Spenden in der Gesamthöhe von fast einer Million Kronen (43.500 Pfund Sterling) verfügt, wurde jetzt genehmigt, und die Testamentsvollstrecker, mit Mr. Claude Joseph Goldsmid- Montefiore an der Spitze, sind nunmehr in der Lage, die wohltätigen Vermächtnisse im Sinne der verstorbenen Wohltäterin den verschiedenen Anstalten, zuzuführen. Unter den von der Erblasserin bedachten Vereinen und Wohlfahrtseinrichtungen dient der größte Teil ausschließlich jüdischen Zwecken. Nakel. Am 11. August hatte Rabbiner Dr. Perlitz hier die Familienfeier seines 70. Geburtstages in Berlin begangen und heute brachte die jüdische Gemeinde sowie die Stadt Rakel ihre Glückwünsche dar. Als Vertreter der Gemeinde erschien der Vorsteher Kaufmann L. Baerwald und dankte in längerer Rede dem Jubilar, der seit 28 Jahren in Rakel wirke, für seine Tätigkeit zum Segen der Gemeinde. Redner überreichte dem Jubilar ein namhaftes Geschenk namens der Gemeinde, sowie mehrere kostbare Gegenstände namens der jüdischen Vereine und einen schönen Klubsessel, den die Familien Baerwald gestiftet haben. Bürgermeister Riedel gratulierte im Namen der Stadt und sprach die besten Wünsche für den Lebensabend des Jubilars aus. Von Seite des Gymnasiums waren erschienen: Gymnasialdirektor Professor Zielonka, Professor Rummel und Gymnasiallehrer Käding. Ersterer dankte Herrn Dr. Perlitz für seine 28jährige, segensreiche Tätigkeit als Religionslehrer am hiesigen Gymnasium. Der Jubilar dankte allen Herren für die freundlichen Worte. Die Vertreter der Körperschaften und viele Freunde des Jubilars blieben nunmehr einige Zeit gesellig beisammen. Viele Glückwünsche von nah und fern zeugten von der großen Liebe und Achtung, deren sich der Jubilar in allen Bevölkerungskreisen erfreut. Wessely ad. March. Kurz vor Jahresschluß haben wir noch einen schweren Verlust zu beklagen, der Stolz unserer Gemeinde wurde uns plötzlich durch den Tod entrissen. Frau Klara Ehrenhaft, die Witwe nach unserem langjährigen Bürgermeister, entsprösse t der ältesten und vornehmsten Familie, Tochter des Begründers der Bugholzmöbelfabriken »Jakob und Josef Kahn", ist noch - dreitägigem Krankenlager im Alter von 78 Jahren ins bessere Jenseits abberufen worden. — Edel hieß sie — edel war sie! Mit allen Tugenden einer