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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-08-27 · 35 (27.8.1909) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
35 (27.8.1909)
Date
1909-08-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 596 Nr. 35 Dr. Blochs Wochenschrift. östlichen Teile der Ebene Iesreel nicht schwer, da dort reichliche Quellen und Bäche zur^ Verfügung stehen. Dagegen in der Saron-Ebene und im Küstengebiete muh das Wasser durch Bohrungen oder Teufbrunnen erschlossen und durch Pumpwerke zu Tage gefördert werden. Diese Art der Wasserbeschaffung ist zuweilen kostspielig, hat sich aber in den meisten Fällen als lohnend herausgestellt. Auf der Basis dieser Bewässerungsart hat sich die ganz bedeutende Orangenkultur in Jaffa und Petach-Tikwah entwickelt. In Egypten hat sich ein besonderer Geschäftszweig herausgebildet, der darin besteht, dah Wasser gebohrt, gefördert und den Feldern der einzelnen Fellachen zugewiesen wird. Der Preis des Wassers .wird pro Kubikmeter oder pro Feddau und Saison berechnet. Mehrere Gesellschaften arbeiten auf diese Weise und bezahlen den Aktionären hohe Dividende. Es besteht kein Zweifel, dah solche Gesellschaften sich ein hohes Verdienst um die Förderung der Bodenkultur erwerben, obwohl sie in erster Linie ihren eigenen Vorteil im Auge haben, und es wäre sehr wünschenswert, wenn die Initiative zu derartigen Unternehmungen auch für Syrien und Palästina ergriffen würde. Ich halte es noch für angebracht, ein viel verbreitetes Vorurteil gegen die Bodenbewäfferung vorzubringen. Man findet nicht selten die Ansicht vertreten, dah mit der Vodenbewässerung auch die Malaria einkehre. Diese Auffassung hat aber nur dann eZne Berechtigung, wenn die Bewässerung schlecht durchgeführt wird und wenn infolge unvernünftiger Anordnung des Erabensystems Wasserlachen und kleine Sümpfe entstehen. , Hat man es mit einem sehr durchlässigen Boden zu tun, so liegt diese Gefahr kaum vor,- ist der Boden aber zäh und schwer durchlässig, so muh an das Bewässerungssystem ein Drainagesystem angeschlossen werden, so dah das Wasser auf und in der Erde in steter Zirkulation bleibt. 3. Wegbau. Neben der Ent- und Bewässerung gehört der Wegebau zu den wichtigsten Vorarbeiten der Kolonisation. Das Gedeihen der Kolonien ist eben so sehr von den Abunb Zufuhrverhältnissen als von der Qualität des Bodens und von Landwirtschaftsmethoden abhängig. Der Ausbau des Wegenetzes muh meiner Ansicht nach im gleichen Tempo mit dem Grunderwerb vorangehen. wenn man eine schnelle Entwicklung der Kolonien herbeiführen will. Dabei sollte auch dem Wegenetze zweiter und dritter Ordnung, dem der Vicinal- und Feldwege die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im Verwaltungsbezirke Tiberias hat die Jewish Colonisation Association im vergangenen Jahre ein grohes Netz von Feldwegen tracieren und ausbauen lassen und damit die vorher wüsten und unzugänglichen Abhänge des Höhenzuges von Delaika dem Ackerbau und der Kolonisation erschlossen. Im allgemeinen fehlt es auch nicht an gutem Beschotterungsmaterial. Im Dscholan und im Bezirke Tiberias steht die äußerst dauerhafte Basaltlava zur Verfügung, im übrigen Palästina, wo die Kreideformation vorherrscht, liefert der Cenoman guten Schotter, während das Senongestein bisweilen zu weich ist. Der Bau der Heeresstrahen obliegt der Vilajetsverwaltung, während die Befestigung und Neuanlage der Strahen zweiter und dritter Ordnung der Privatinitiative überlassen bleibt. 4. Parzellierung des Bodens. Eine gut geleitete Parzellierungsgesellschaft könnte die Ansiedlung von brauchbaren Einwanderern ganz besonders fördern. Die erste Schwierigkeit, die sich dem Einwanderer entgegenstellt, ist der Mangel an käuflichem Farmland. Die Bodenhändler bieten ihm zuweilen ganze Gemarkungen zum Verkaufe an, mit denen ihm nicht geholfen ist, da er weder imstande ist, ein so grohes Gebiet zu erstehen, noch es zu bewirtschaften. Selbst wenn ihm auch mitten im arabischen Fellachendorfe ein geeignetes Grundstück angeboten würde, was aber änderst selten vorkommt, so wäre ihm auch damit kaum gedient, da er nicht aus eigenen Mitteln die allgemeinen Ameliorationen ausführen könnte, die von einer Parzellierungsgesellschaft mit Leichtigkeit bewältigt werden können, wie z. B. Anlage von Zufuhrwegen, Trockenlegung der Sümpfe, Bewässerungsanlage, Wasserleitung usw. Die Parzellierungsgesellschaften in Verbindung mit einer Agrarbank können grohe Latifundien aufkaufen, ameliorieren, in Lose verteilen. Wirtschaftsgebäude errichten und die einzelnen Farmen gegen mäßige Amortisations- und Zinsraten verkaufen. Der neue Ansiedler könnte dann sofort mit der Bewirtschaftung einer solchen Farm beginnen, während er jetzt gezwungen ist, einen großen Bruchteil seines mitgebrachten Kapitals zu verzehren, bevor er den Boden gekauft, sein Haus errichtet und die ersten Ameliorationen durchgeführt hat. Unter den sich um Ansiedlung bewerbenden Farmern sollten solche bevorzugt werden, die einige Jahre lang im Lande landwirtschaftlich beschäftigt waren. Auf diese Weise hätte die Gesellschaft die größere Gewähr für das Fortkommen des neuen Kolonisten. Unter Anwendung ähnlicher Methoden hat die Jewish Colonisation Association während der letzten fünf Jahre manche schöne Arbeit im Bezirke Tiberias geleistet. Die von ihr gezeitigten Resultate sollten zur weiteren Parzellierungstätigkeit anspornen zum Segen unserer bedrängten, zur Auswanderung gezwungenen Brüder, zur Förderung der Landwirtschaft unter den Juden und zur Stärkung des jüdischen Einflusses in dem neuen jüdischen Ansiedlungsgebiete. Korrespondenzen. Wien. (Jüdisches Emigrations-Info rmationsbureau.) Wie uns von informierter Seite mitgeteilt wird, wird das Wiener Emigrations-Komitee der „Jto" im Laufe des Monates September ein Jnformationsbureaü für jüdisches Emigrationswesen eröffnen. Dieses Bureau, das als eine Filiale der Londoner und Kiewer Zentralen des Emigrations-Regulierungs-Departements der „I t o" anzusehen ist, wird sich jedoch nicht blos auf Informationen, betreffend die von der „I to" vorgezeichnete Emigrationsrichtung, beschränken, sondern soll sich seine Tätigkeit auch auf Erteilung von Informationen über alle von jüdischen Auswanderern ausgesuchten Einwanderungsländer, so auch den ganzen Orient erstrecken. Als besonderes Tätigkeitsgebiet hat sich das Emigrations- Komitee, beziehungsweise dessen Bureau die Ausführung mehrerer von ihm bereits vor einem Jahre in verschiedenen vertraulichen Besprechungen angeregter Projekte vorgezeichnet. So wird das Bureau mit den in Betracht kommenden Faktoren wegen der Errichtung einer Emigrantenbank Unterhandlungen anknüpfen. Zweck dieser Bank soll hauptsächlich die Regelung des Ueberweisungsdienstes derjenigen Geldsendungen sein, welche die jüdischen Auswanderer aus ihren neuen Berufsorten ihren zuruckgelassenen Familienmitgliedern zukommen lassen. Ein weiteres, gleichfalls schon seit längerer Zeit diskutiertes Projekt des Wiener Emigrations - Komitees der „Jto" ist die Errichtung einer jüdischen, landwirtschaftlichen Schule in Galizien, in welcher moderne, jüdische Ackerbauer ausgebildet werden sollen. Auch

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