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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-08-06 · 32 (6.8.1909) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
32 (6.8.1909)
Date
1909-08-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 650 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 32 Else Siegel im Chinesenviertel war für den Mayor von Newyork ein beinahe willkommener Anlaß, den verhakten -Polizeidirektor zur Demission zu veranlassen. Die amerikanische Ehescheidnngsstatistik und die jüdische Frau. Das vornehmste amerikanische Frauenjournal „The Ladies Home Journal" veröffentlicht in seiner jüngsten Nummer an leitender Stelle einen Artikel über das lleberhandnehmen der Ehescheidungen in Amerika und gedenkt hierbei des jüdischen Ehelebens indem es schreibt: „Der Jude veröffentlicht in der Regel seine Verlobung, was zur Folge hat, daß solche Verlobungen in verhältnismäßig seltenen Fällen rückgängig gemacht werden. Beobachten wir das Brautwerben eines jüdischen Freiers, so werden wir bemerken, daß m chm nicht gestattet ist, die Wohnungen aller Nachbarschaften einzurennen, wo junge jüdische Mädchen zuhause sind, er wird sich nicht mit einem halben Dutzend Jüdinnen verloben, noch ehe er das 21. Jahr erreicht hat. Das Freien und die Heirat sind heilige, alte Einrichtungen bei den Juden, die nicht so leichthin genommen und nicht leichtfertig eingegangen werden. Und diese Anhänglichkeit an diese alten Einrichtungen führen bei jedem Studium über die jüdische Frau zu dem hervorstechenden Resultate: daß es unter den jüdischen Frauen einen höheren Standard der Reinheit und Tugendhaftigkeit gibt, als bei den Frauen jeder anderen Rasse. Bei allen Nachforschungen und Studien, die unsere Zeitschrift über die körperliche und moralische Erziehung der Kinder unternommen hat, haben wir bei jüdischen Ellern fast ausnahmslos nur ein Ergebnis angetroffen, — sie haben ihre Kinder frei und anständig behandelt. Diese weise, kluge Art, wie die jüdffche Mutter ihre Kinder zur Zeit ihrer Verheiratung behandelt, enthält sehr viel Anregendes und gibt viel zum Nachdenken denjenigen, die keine Juden sind. Hier geschieht alles so diskret, ruhig und dennoch mit einer bewunderungswürdigen Vollkommenheit, daß einst, wenn das amerikanische Ehescheidungsproblem einer ernsten wissenschaftlichen Analyse wird unterzogen werden, das amerikanische Volk mit Erstaunen erfahren wird, welch winzigen Anteil die Juden an diesem unschönsten amerikanischen Problem haben." Ein neuer jüdischer Professor an der Harwardllniversitat. Wie aus Newyork berichtet wird, wurde der bisherige Direktor des hygienischen Laboratoriums im Sanitätsdepartement der Vereinigten Staaten, Dr. Milton I. Rosenau, zum ordentlichen Professor an der medizinischen Fakultät der berühmten Harward-llniversität ernannt. Dr. Rosenau hat seine ersten Studien in seiner Vaterstadt Philadelphia absolviert, arbeitete dann im hygienischen Institut in Berlin, im Pasteur-Institut in Paris und im Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Im Jahre 1890 trat er in amerikanische Staatsdienste, wurde zur Zeit der Cholera 1893 dem Konsulate sin Hamburg und dann in Antwerpen als medizinischer Beirat attachiert. Die Regierung der Insel Kuba betraute ihn mit der Ausarbeitung eines Quarantäne-Regulatives. Kanada gegen Emigranten. Unter diesem Titel veröffentlicht der Rabbiner der Vereinigten jüdischen Gemeinden von Montreal, Jesaias Glaser, in einem Newyorker Blatte einen aufsehenerregenden Artikel über die großen Hindernisse, welche den jüdischen Einwanderern in Kanada in den Weg gelegt werden. Rabbi Glaser hatte diesbezüglich eine Unterredung mit dem Ministergehilfen Robertson in Quebeck, doch erhielt er von demselben die barsche Antwort: „Nein, das Einwanderungsdepartement wird nicht warten, bis Sie die neuen Einwanderungsgesetze den Vertretern Ihrer Rasse in Europa bekanntgegeben haben. Alle Einwanderer, die ohne Familie hier ankommen, selbst Väter ohne arbeitsfähige Söhne, und Söhne ohne Eltern werden unbarmherzig zurückgewiesen werden, wenn sie außer ihrer Fahrkarte bis an ihr Reiseziel nicht wenigstens 25 Dollars bar aufweisen können. Es wird auch nichts nützen, wenn Verwandte sich erbölig machen, die 25 Dollars für die Ankömmlinge auszulegen. Kanada ist ein Land für Feldarbeiter. Wir haben schon genug von den kleinen Kaufleuten und Schwitzarbeitern. Die Juden taugen für dieses Land nicht, da sie zum größten Teile der Feldarbeit fremd gegenüberstehen und wir brauchen keine ungewünschten Einwanderer." Im weiteren Verlaufe schildert Rabbi Glaser die herzzerreißenden Szenen, die sich an den Landungsstellen abspielen, wo zahlreiche jüdische Einwanderer in schmutzigen, feuchten Schuppen tagelang in Hangen und Bangen verbringen, um dann schließlich erbarmungslos deportiert zu werden. Rabbi Glaser schlägt die Gründung xon jüdischen Einwanderer-Hilfsorganisationen vor, die ihre Vertreter an den Landungsstellen haben sollen, so wie die Italiener, Japaner, Chinesen, Czechen usw. bereits solche haben. Dank den Bemühungen des Rabbi Glaser wird sich demnächst in Montreal eine solche Organisation konstituieren. _ vermischtes. KranzablösungSspendeuzugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstetteugaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich deS Ablebens des sel. Wilhelm Beck: Von Hermann und Adolf Beck X 50.—, Moritz Medak 10.—, Gabriel Singer 2.—, Alois Kohn 10.—, Vorstandsmitglieder des TempelbauvereinxZ für den VIII. Bezirk 50.—, Leo Krüger X 20.—. Zusammen X 142.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Adele Oppenheimer: Von Ludmilla Brüll X 5.—, Josef Rosenthal X 5.-. Zus. X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold Kantor: Vom Personal der Firma Max Zerner X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Walter Schläfrig: Von Karl und Louise Freudmann X 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Betty König st ein: Von Bernhard Tauber X 4.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Therese Spitz: Von Eduard Bachrach X 50.—, Isidor Spitz X20.—. Zusammen X 70.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Bernhard Witrofsky: Von Dr. Moriz Wachtel X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ludwig Fürth: Von Klara und Siegfried Levisson X 25.— , Georg Halle 20.—, Dr. S. Ehrenzweig 10.—, Alfred Klinenbelger 20.— , Rosa Ullmann 10.—, G:rson Bohm 5.—, Emil Fürth 20.—, Leo und Max Fürth 10.— , Emil Fürth X 10.—. Zusammen X 130.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Felix Mautner: Von Familie Philipp Adler X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Isidor Fröhlich: Von Richard Kraus X 10.—, D. Schwarzmann u. Komp. X 50.—. Zusammen X 60.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Jeanette Weiß: Von Sigmund Neumann X 3.—, Isidor Weiß 2.-, Back-Pollak X 2.—. Zusammen X 7.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Vogel: Von Julius Markstein X 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Elise Goldschmidt: Von Kabos Samu X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Michael Goldmann: Von Klein und Frankl X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Rabl: Von Familie Adolf Freund X 20.—, Familie Fritz Freund X 20.—. Zusammen X 40.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Rosenheck: Von Adolf Getreuer X 20.—, Dr. Josef Brust 20.—, Karl Rosenmann 20.—, Dr. Max Stern 20.—, Dr. Js. Bloch 10.—, Jakob Rosenheck 20.—, Hermann Brust Mk. 10.— X12.—. Zus. X 122.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Simon Stern: Vom Personal der Firma H. Schnabel u. Komp. X 6.—, Ignaz und Max Schnabel 20.—, I. Sternbach X 5.—. Zusammen L 31.-.

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