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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-07-16 · 29 (16.7.1909) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
29 (16.7.1909)
Date
1909-07-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 504 Dr. Blochs Wochenschrfft. Nr. 29 der Geschwister Namen der Mutter einen ergreifenden Abschiedsgrub widmete. Das Andenken der Frau Adelheid Schornstein wird in unserer Gemeinde in steter ihrender Erinnerung verbleiben. Aus Anlatz dieses Trauerfalles haben die Schwiegermutter des Herrn Rabbiner Dr. Schornstein, Frau Direktor Simon (früher in Wien) jetzt in Teplitz und Herr Ignaz Kohn aus Teplitz dem Frauenvereine Tachau je eine Spende von 20 Kronen dem Andenken der Verstorbenen zu Ehren gewidmet. CH. M. Herzig b*» Aus Dukla erhalten wir die tiefbetrübende Trauernachricht von dem Tode des Präsidenten der isr. Kultusgemeinde, Herrn Ch. M. Herzig, welcher einer der besten und edelsten Repräsentanten der galizischen Orthodoxie war und bis zu seinem Lebensende dem Judentume treu gedient hat. Ch. M. Herzig entstammte einer der vornehmsten und frömmsten jüdischen Familien, deren edelste Traditionen er in sich durch seinen Lebenswandel verkörperte. Bei all seiner strengen Frömmigkeit war er ein Mann milder Gesinnung und reinen Herzens, so daß er Verehrung und Liebe bei den Angehörigen aller Parteien sein ganzes Leben hindurch genossen hat. Sein Heimgang wird denn auch in allen Kreisen die aufrichtigste Teilnahme erwecken und eine tiefe Lücke reißen. Wir erhalten folgendes Telegramm: „Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift", Wien: Tieferschüttert teilen wir Ihnen das heute (13. Juli) 3 Uhr nachm, erfolgte Hinscheiden unseres hochverehrten edlen Kultuspräsidenten, Bize-Bürgermeisters und Direktors des Spar- und Kreditvereines Ch. M. H e r z i g mit. Die gesamte Gemeinde betrauert aufrichtig den großen und unersetzlichen Verlust ihres verehrten Führers. Sein Andenken wird bei uns stets gesegnet bleiben. Goldhammer". Budweis. (Custozzafeier.) Das k. u. k. Infanterieregiment Nr. 28 beging gestern den Gedenktag der ruhmreichen Schlacht bei Custozza. 43 Jahre sind um seit dem blutigen Ringen, und-nur wenige-von denen leben noch, die damals mitgefochten. Das Regiment hatte im Kasernenhof Aufstellung genommen und Herr Oberst Daniel hielt eine auf die Feier bezugnehmende, patriotische Ansprache. Anschlietzend wurde vor dem Stationskommandanten, Herrn G.-M. Jonak Edlen von Freyenwald und dem Offizierskorps defiliert. An der Feier nahmen auch zwei alte Kämpfer teil und zwar der hiesige Zahnarzt Herr D. Hlawatsch und ein Beamter der k. k. Staatsbahn, die die Schlacht bei Custozza als 75 er (Graf Grenville) mitgemacht haben. Bei der Defilierung wurde ihnen ein Ehrenplatz zugewiesen und Herr Hlawatsch außerdem der vom Offizierskorps veranstalteten Festtafel beigezogen. In der Schlacht wurde Herr Hlawatsch durch einen Lanzenstich und einen Streifschuß verwundet. Badeort Bösiug. Jetzt unmittelbar vor den Schulferien sei erwähnt, daß der Badeort Bösiug, Ungarn, der mit dem Schnellzug in 1 lj% Stunden von Wien zu erreichen ist, einem erholungsbedürftigen Publikum den schönsten und dankbarsten Sommer-Aufenthaltsoxt bietet. Es lohnt sich sehr, die Strecke bis Preßburg zu Schiff und von da per Eisenbahn zurückzulegen. Unmittelbar hinter dem Böfinger Kurhote Ibeginnen die mit Fichten bewaldeten kleinen Karpathen. Die Lust ist gewürzt, ozonhältig und besonders staubftei. Große schattige Parkanlagen schützen vor Hitze. Die seit langer Zeit berühmte Eisenquelle wird zur Bereitung von heißen Stahlbädern verwendet und ist von großem Erfolge bei Blutarmut, Nervenschwäche und bei vielen Frauenkrankheiten. Zwei vortreffliche Restaurationen, eine hievon streng rituell, sorgen bestens und sehr preismäßig für die Bedürfniffe der Kurgäste. Ein Badegast D. S. Ein Denkmal für Berek Jesselowiez. Am 2. Juli fand in Lemberg die feierliche Enthüllung des Jeffelowiczer Denkmals in Anwesenheit eines großen Publikums statt. Ministerieller Dank für die Errichtung einer Talmud-Thora. Die Temesvarer Insassen David Hübsch und Frau haben dem dortigen Talmud-Thoraverein ein wertvolles Grundstück zum Geschenk gemacht und auch durch sonstige Zuwendungen die Errichtung der Talmud-Thora möglich gemacht. Kultus^ und Unterrichtsminister Graf Albert Apponyi hat nun dem munifizenten Ehepaare für diese Spende den öffentlichen Dank ausgesprochen. Es dürfte das der erste Fall sein, daß eine Regierung für die Errichtung einer Talmud-Thora den öffentlichen Dank ausspricht. Das neue Auswanderungsgesetz in Ungarn. Mit 1. September 1909 tritt das vor kurzem geschaffene neue ungarische Auswanderungsgesetz in Kraft, das verschiedene strenge Maßregeln zum Schutze der Auswanderer enthält. Das Gesetz sieht auch die Schaffung eines Auswandererfonds vor. Beachtenswert ist auch die Bestimmung, durch welche die Auswanderung nach Brasilien und Kanada unter Androhung strenger Strafen verboten wird. Frankfurt a M. Vor Kurzem starb hier Rabbi Elie Binjmowitsch im Alter von 80 Jahren. Rabbi Elie (Elias) Binjmowitsch war als Sofer (Thoraschreiber) weit und breit bekannt, so daß er einen Weltruf erlangte. Er war als „Sofer" unübertroffen, ein wahrer Künstler, und seine Arbeit war sehr gesucht; Männer wie Sir Montefiore, Ascher, Montagu und Baron Rothschild beschäftigten ihn. Baron Wilhelm von Rothschild s. A. hatte Rabbi Elie zum beständigen Sofer für sein Haus und seine Familie erko-en, und deshalb übersiedelte der Verblichene von seinem Heimatlande Rußland nach Deutschland und wechselte seinen Wohnsitz Wilna, wo er 30 Jahre lang in seinem Berufe tätig gewesen war, mit Frankfurt. Der Dahingegangene war aber nicht nur als Sofer hervorragend, sondern auch als Charakter, als Mensch, der sowohl geistig und sittlich hoch stand, und er wurde als solcher von allen, die ihn kannten, anerkannt und gewürdigt. So kam es, daß er, als vor 25 Jahren Sir Montefiore seinen 100jährigen Geburtstag feierte und die Judenheit Rußlands ihm eine Adresse überreichen wollte, mit dieser Ehrenmission beauftragt wurde, denn seine äußere imponierende Erscheinung, seine Klugheit und sein taktvolles Auftreten, wie auch sein reiches Wissen machten ichn.dafür geeignet. .Rabbi Elie war.-ein-^cht.. frommer ..und. . guter Jehudi, er war „medakdek bewizwaus" und trieb eifrig Talmudstudien. Auch für jüdische Literatur (Chcchmas Jisroel) hatte er großes Interesse. Er war überhaupt als Mensch sehr fleißig und arbeitssam, und auch in seiner Krankheit arbeitete er. Seine große Herzensgüte veranlaßte ihn auch, für andere zu sorgen; für viele russische Jeschiwaus ist er eine große Stütze gewesen. Hervorgehoben sei schließlich noch seine mächtige und klangvolle Stimme, die ihn zu einem hervorragenden „Baal-Tefilloh" machte. Lodz. Direktor Hertz spendete 200.000 Rubel für ein Mädchen-Untergymnasium (ohne Unterschied der Konfession). Diese Spende des Herrn Hertz erinnert lebhaft an eine Unterredung seines verstorbenen Schwiegervaters Poznanski mit Baron Hirsch. Poznanski, der — wie die meisten jüdischen Großindustriellen in Russisch-Polen — die Gepflogenheit hatte, keinen jüdischen Arbeiter zu beschäftigen, renommierte diesem gegenüber mit dem von ihm erbauten jüdischen Spital, darauf erwiderte Baron Hirsch: „Bauen Sie lieber Fabriken für Juden und Spitäler für Christen." Berlin. Zum Nachfolger Dr. Barths als Vorsitzenden des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus ist durch Beschluß der Mitglieder des engeren Vorstandes der Reichstagsabgeordnete Bergrat a. D. Georg G o t h e i n gewählt worden. Feuilleton. Zwischen den Marke« der Trauer. Also werden der 17. Thamus und der 9. Ab vom Midrasch benannt. Marksteine sind diese beiden Tage für die nationale Trauer über den Untergang unseres Staatswesens, unseres jerusalemischen Heiligtums. Hören wir zunächst, was die Mischna über diese beiden „Mezarim" (nach Echa I. 3) sagt: „Fünf unglückliche Ereignisse begegneten unseren Vorfahren

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