Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 29 (16.7.1909)
- Date
- 1909-07-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 29 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 503 wissenschaftliche Betätigung des Verblichenen will nun, wie erwähnt, Freiherr Albert v. Rothschild eine spezielle Stiftung errichten, deren Statuten erst im Einvernehmen mit Fachleuten festgesetzt werden sollen. Professor Guido Adler. Der Kaiser hat dem ordentlichen Professor für Theorie und Geschichte der Musik an der Universität in Wien Dr. Guido Adler den Orden der Eisernen Krone dritter Klasse verliehen. Diese Auszeichnung gilt dem Vorstande des musikwissenschaftlichen Institutes an der Wiener Universität, dem erfolgreichen Organisator des internationalen Musikkongresses in Wien, welcher dank dem Zusammenfallen mit der Haydn-Zentenarfeier eine ganz ungewöhnliche Bedeutung erlangt hat. Als Bruckner-Schüler begründete Professor Guido Adler den akademischen Wagner- Verein; er promovierte an der juridischen und an der philosophischen Fakultät, wurde im Jahre 1885 Professor in Prag, 1888 in Wien. Adler begann im Jahre 1894 die Ausgabe der „Denkmale der Tonkunst in Oesterreich", redigierte die Musikwerke der Kaiser Ferdinand III., Leopold I. und Josef I. und bereitet derzeit eine große musikgeschichtliche Publikation aus internationaler Basis vor. Als Nachfolger Hanslicks hat Professor Guido Adler im letzten Sommersemester Uebungen im musikhistorischen Institut abgehalten. Wien-Margarethen. (Neuer Synagogen- B a u.) Dem eifrigen Bestreben des Ban-Komitees, dem sich die rührigen Mitglieder die Herren Adolf H o f fm a n n, Franz Frankl, Friedrich Wiener befinden, ist es gelungen, endlich den Bau gesichert zu erhalten und hat derselbe bereits begonnen. Die Arbeiten schreiten rüstig vorwärts und ist Aussicht vorhanden, dieses Gebäude zu den hohen Feiertagen bis 15. September d. I. fertigzustellen. Neben dem neuen Gerichtsgebäude wird sich der Synagogenbau in der allerdings noch an Alt-Wien erinnernden Umgebung sehr imposant ausnehmen. Die israel. Bevölkerung des IV. und V. Bezirkes erhält dadurch ein Gotteshaus, welches allen modernen Ansprüchen der Hygiene und Bequemlichkeit gerecht werden wird. Mädchen-Unterftützungsverein. An den Schulen dieses humanitären Vereines wurde das Schuljahr am 8. Juli geschlossen. An dem Unterricht haben in der Fortbildungsschule 37, im Handels-Lehrkurse 48, im Kurse zur Heranbildung von Burcauarbeiterinnen 26, in der Frauengewerbeschule und den ihr affinierten Kursen 98 Schülerinnen teilgenommen. Der Unterricht wurde durchaus unentgeltlich erteilt, die bedürftigsten Schützlinge sind mit Lernmitteln, Speisemarken. Wohnungsbeiträgen und Kleidung versehen worden. Die Neuaufnahme von Schülerinnen hat schon im Juni stattgefunden und wird nach Maßgabe der noch vorhandenen Plätze im Herbste fortgesetzt. Anmeldungen von Mitte September an in der Schulkanzle i, II., Pillersdorfgasse 8. Wien. (Todesfall.) Vor einigen Tagen starb Herr Dr. Isidor Klauber, Kammerzahnarzt Sr. k. k. Hoheit Franz Ferdinand d'Este, Regimentsarzt, kais. Rat, Ritter des Takowa-Ordens usw. in Wien, I., Singerstraße 2. Der Heimgegangene erfreute sich allgemeiner Verehrung, die sich auch in der Teilnahme bei dem Leichenbegängnisse dokumentierte. Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus widmete dem Heimgegangenen einen ehrenden Nachruf. Betharrsverein „Talmud-Thora". II.. Malzgasse 16 Am Samstag den 17. d. M., um 11 Uhr vormittags, findet in unserem Bethause von, Sr. Ehrwürden Herrn Obcrrabbiner Dr. L. Salzer aus Humona eine Drösche statt. Gäste willkommen. Wien. (L i w i a s Chen, II., S t e f a n i e st r a ß e Nr. 2.) Samstag den 10. d. M., 5 Uhr nachmittags, Vortrag des Herrn l. Rosner. Thema: Pirke Ovos. Wien-Floridsdorf. Am Schlüsse des Schuljahres fand unter, lebhafter Beteiligung aller Kreise die öffentliche Prüfung der Schüler und Schülerinnen unserer Talmud-Thora-, wie auch der hebräischen Fortbildungsschulen für Mittelschüler statt. Die beiden Herren 3; Löw und I. Eibenschntz führten ihre Zöglinge vor, die wieder den Beweis erbrachten, daß im verflossenen Schuljahre namhafte Fortschritte erzielt wurden. Herr Rabbiner Dr. Rosenmann und Herr Dr. Jakob König. Obmann der Reichskommission, nahmen Veranlaffung, den Herrn Lehrern, sowie den Schülern und Schülerinnen für die Leistungen zu danken. Schöne Prämien, über Veranlassung des Herrn Vorstehers Emannel Griinwald von den Wiener Kultnsgemeinde beigesteuert, wurden den Fleißigen zuteil. Herr Gabriel Dukes, Obmannstellvertreter der Bezirkskommission, sowie Herr Max Nenmaun, Obmann der Talmud-Thora, und Andere beglückwünschten die Herren Lehrer. Austritte aus dem Judentum. Vom 4. bis 10. Juli 1909. Beig Dr. Phil. Bels, Privat, geb. 15. März 1883, Veszprim, i'ngarn, IX., Porzellangasse 24 a. Gardony Hans (früher Singer), Privat, geb. 19. D. zember 1888, Wien, IX., Thurngasse 11. Guttmann Leni, geb. 20. November 1883, Wien, derzeit Budapest. Kreiiisheim Gisela, geb. Hahndel, Poiizei-Oberkommissärsgattin, geb. 10. Dezember 1879, St. Pölten, XVIII., Hofstattgasse 14. Palme Emilie, geb. Popper, Oberkellnersgattin, geb. 5. März 1865, Haindorf (Böhmen), V., Schönbrunnerstrasse 94. Treiber Kersch, Reiibursche, geb. 4. Februar 1882, Lubjezamiasto (Galizien), 11., Sterneckplatz 18. K. k. Major i. R. Moriz Jonasz, f. A. Am 1. Iuli verschied im Kurort Sauerbr.tnn in Ungarn Herr Moriz I o n a s z. k. k. Major im Ruhestände, im Alter von 60 Jahren und wurde daselbst unter großer Beteiligung aller kreise der jüdischen Bevölkerung zur ewigen Ruhe bestattet. Der Heimgegangene, ein Schüler des berühmten Rabbiners Dr. Israel Hildesheimer in Eisenstadt, hat in seiner Jugend jüdisches Wissen in sich ausgenommen. Zum Militärstande assentiert. hat er es durch eiserne Willenskraft, durch Pflichttreue und vorbildlichen Diensteifer vom einfachen Soldaten bis zum Majorsrange gebracht: wohlgelitten im Offizierskorps als treuer Kamerad. als guter, nur gegen sich strenger Mensch. Dem Judentum ist er bis zu seinen! letzten Atemzuge ein treuer Sohn geblieben. Sein letzter Wille war es, daß er einfach und prunklos, ohne militärische Ehrenbezeugungen und ohne Blumenkränze begraben sein wolle. An seinem Grabe hielt dem Hingeschiedenen sein in Wien, II.. Lichtenauergasse 5, wohnhafter Bruder. Herr Bernhard I o n a s z, einen tiefempfundenen Nachruf, welcher allgemeine Rührung bei der Traueroersammlung erweckte. Er nahm Abschied im Namen seiner Familie und seiner in Wien weilenden treuen Kameraden. Friede seiner Asche! Dachau. (S t e r b e f a l l.) Am 3. Juli dieses Jahres verschied in Kopenhagen Frau Adelheid Schornstein, woselbst sie seit mehreren Wochen zum Besuche bei ihrem dort als Rabbiner wirkenden Sohne Herrn Dr. Mar Schornstein geweilt hatte: derselbe ließ in schöner Pietät die Leiche nach Tachau überführen, damit die ihm von khm über alles geliebte und verehrte Mutter in heimatlicher Erde ihre letzte Ruhestätte finde. Frau Schornstein bekleidete bis vor 2 Jahren durch fast drei Dezennien das Amt einer Vorsteherin des Frauenvereines: sie widmete dem Verein ihre besten Kräfte, ihre erfolgreiche Tätigkeit war mit maßgebend für die Entwicklung und Erhaltung der edlen Vereinstraditionen. Frau Schornstein, welche ein Alter von 69 Jahren erreichte, erfreute sich auch sonst in ihrem großen Bekanntenkreise allgemeiner Sympathien. Das Leichenbegängnis fand am 7. d. M. unter zahlreicher Beteiligung statt: da die Verewigte in ihrer Bescheidenheit durch ausdrüchliche Verfügung eine Leichenrede sich verbeten hatte, gedachte der Ortsrabbiner Herr Dr. M. Wohl m kurzem Gebete der Verdienste der Dahingeschiedenen, während Herr Rabbiner Dr. Mar Schornstein in seinem und