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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-06-25 · 26 (25.6.1909) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
26 (25.6.1909)
Date
1909-06-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 26 De. Blochs Wochenschrift. Seite 455 Austritte aus dem Judentum. Vom 13. bis 19. Juni 1909. Boxhorn Amalia, geb, Deutsch, Private, geb. 15. März 1877 Javoschau (Mähren), IV., Alleegasse 60. Boxhprn Emma, geb. 3. September 1902, Wien, I V., Alleegasse 60. Grünfeld Maximilian, Prokurist, geb. 6. Oktober 1866, Pirnitz (Mähren), VI., Gumpendorferstrasse 23. Hartmann Alexander, Privatbeamter, geb. 18. Juni 1882, Wien, II., Kleine Stadtgutgasse 12. Kohn Hedwig, geb. Luzzato, geb. 12. August 1855, Wien, XIX., Grinzingerstrasse 67. Pils Samuel, Hilfsarbeiter, geb. 15. April 1885, Wien, II., Obermüllergasse 21. Samek Erwin, Buchhalter, geb. 4. Juni 1884, Prag, II., Kothe Kreuzgasse 5. Schaffranek Jeanette, Handarbeiterin, geb. 26. November 1876, Wien, II., Novaragasse 17. Sussmann Josef Herbert, Studierender der Philosophie, geb. 23. August 1887, Voslau (Niederösterr.), VIII., Zeltgasse 6. Teplanszky Felix, Privatbeamter, geb. 13. Oktober 1867, Usztije, Komitat Arva, II., Obere Donaustrasse 111. Teplanszky Gisela, geb. Lustig, geb. 16. Jänner 1875, Budapest, II., Obere Donaustrasse 111. Uilmann Franziska, Friseurin, geb. 1. Mai 1870, Battaszek (Ungarn), VIII., Lerchentelderstrasse 1. Wollner Editta, Private, geb. 16. Juni 1886, Wien, VIII., Buchfeldgasse 10. Wiener-Neustadt. Bei der am 16. d. M. stattgehabten Wahl des Vorstandes der hiesigen jüdischen Gemeinde wurde Herr MUDr. Wilhelm Wolf zum Präses, Herr Schuhfabrikant Adolf Ehrenhaft zu dessen Stellvertreter und Herr JUDr. Emanuel Berstl zum Beirat gewählt. Diese drei Männer, die durch den Willen der Mehrheit an die Spitze der Gemeinde getreten sind, bieten durch ihre strenge Rechtlichkeit, Charakterfestigkeit, Prinzipientreue und Beamtenfreundlichkeit die sichere Gewähr, die Gemeinde mit Umsicht und Tatkraft zu einer ebenso gedeihlichen Entwicklung zu bringen,, wie es der frühere, langjährige Vorsteher Herr Schischa so trefflich verstanden hatte. Herr Dr. Wolf gehört dem Vorstande seit dem Jahre 1897 an und war bereits 1906 -1907 als Präses hervorragend tätig. Herr Ehrenhast vertritt die Interessen der Gemeinde seit sechs Jahren in vortrefflicher Weise und hat nunmehr auch das Kassawesen vom bisherigen verdienstvollen Kassier Herrn Danzig übernommen, der nach Wien übersiedelt. Herr Dr. Berstl» der neugewählt wurde, gilt als forensische Kapazität und erfreut sich wegen seines Biedersinnes großer Beliebtheit. Gleichzeitig mit dem Vorstande wurde auch Herr Redakteur A. Weiß zum Tempelvorsteher für drei Jahre gewählt. Marienbad. Herr I. F a r e a n u, Verwalter der kgl. Domänen in B u k a r e st, hat für das zu errichtende Jubiläumskurhaus für unbemittelte Israeliten in Marienbad über Intervention des Herrn Dr. Baruch, Marienbad, den namhaften Betrag von 500 Kronen gespendet. Beiden Herren fei an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen. Prag. (T i t e l v e r l e i h u n g.) Der Minister für Kultus und Unterricht hat dem israelitischen Religionslehrer an der I. deutschen Staatsrealschule in Prag, Moses Stark, den Titel eines Professors verliehen. Pohrlitz. Am 15. Juni d. I. verschied im Löw'schen Sanatorium m Wien nach kurzem Leiden Herr Oberingenieur Alois Schnabl im Alter von 50 Jahren. Schmerzlich beklagt seine Familie seinen Verlust, denn er war der zärtlichste Sohn, der treueste Bruder und allen Verwandten war er ein liSbevoller Berater und Helfer. In Fachkreisen erfreute er sich wegen seiner großen Tüchtigkeit und immensen Wissens großer Wertschätzung, aber auch alle, die ihn kannten, verehrten ihn wegen seines biederen Charakters, seiner—Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit. Sein Wunsch war es, in heimatlicher Erde begraben zu werden und so wurde die sterbliche Hülle des Verewigten hieher nach Pohrlitz überführt und daselbst am 18. d. M. unter allgemeiner Teilnahme der hiesigen Bevölkerung zur ewigen Ruhe bestattet. Aus Nah und Fern waren Freunde und Verwandte herbeigeeilt, um dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Nebst vielen anderen nahmen am Leichenbegängnisse teil: die Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde Pohrlitz. Herr Bürgermeister Franz Rund, Herr Bürgermeister Heinrich Ellinger, die Beamten der hiesigen Zuckerfabrik rc. Der Männergesangverein „Frohsinn" war korporativ mit der Fahne erschienen. Die kantoralen Funktionen besorgte in bekannt vorzügliä)er Weise Herr Oberkantor Roth. Herr Moriz S. Schnabl hielt dem Verewigten am offenen Grabe einen würdigen Nachruf, der auf die Zuhörer von nachhaltigster Wirkung war. Mit einem vom Mannergesangvereine „Frohsinn" gesungenen Trauerchore wurde die Leichenfeier weihevoll geschlossen. Aus Anlaß dieses Leichenbegängnisses wurden für wohltätige Zwecke nachstehende Kranzablösungsspenden gewidmet: Familie Fanny Schnabl. K 40.—, Dr. Emil Wolf, Brünn K 20.—, Oberlehrer Moriz Bader K 4.—, Ludwig Groß und Frau K 5.—, Moriz Schnabl K 10.—, Bernhard Schnabl K 10.—, Adolf Redlich K 10—, H. Schönhauser K 10.—, Karl Seidl K 2.—, Dr. Feldmann K 10.—, Familie Lotti Schweinburg K 10.—. Moriz und Eduard Naffau K 20.—, Sigmund Schnabl K 10 —, Wilhelm Bader K 2.—, Heinrich Schnabl, Grulich K10.—, Ludwig und Joßi Schnabl K 10.-, Albert Nassau K 10.—, Doktor Moriz Schnabl K 20.—, Mannergesangverein „Frohsinn" K 6.—, Direktor Mannaberg K 10.—, Moriz Spitz K 2.—, Dr. Gustav Pick K 10.—, im Ganzen K 241.—. Meran. Das Genesungsheim Asyl für mittellose kranke Israeliten wurde am 16. Mai 1909 geschloffen. In der Zeit vom 26. Jänner bis 16. Mai 1909, durch 110 Tage, wurden 101 Kranke in 7624 Tagen verpflegt. Die Heilerfolge waren sehr günstig. 30% wurden als geheilt oder wesentlich gebeffert, 65% gebessert, 5% wurden als ungeheilt entlaffen, 1 Kranker starb in den letzten 8 Tagen. Aus Oesterreich-Ungarn stammten 76 Kranke und zwar aus Wien 41, aus Böhmen 15, aus Mähren und Schlesien 8, aus dem übrigen Oesterreich 12. Aus Deutschland wurden uns zugewiesen 22 und zwar aus Berlin 3, aus Frankfurt 8, aus Hamburg 3, aus Caffel 2 und aus dem übrigen Deutschland 6. Aus Rußland wurden uns 3 zugewiesen. Der Beschäftigung nach waren 51 Kranke aus dem Handelsstande, 8 Studenten, 5 Studentinnen, 3 Lehrer, 11 Schneiderinnen, 2 Borbeter, 21 Patienten hatten die verschiedenartigsten Berufe. Das Asyl wird streng rituell geführt und find Gesuche schon jetzt bis längstens Ende August nach Meran einzusenden, da die nächste Saison schon am 26. September beginnt. Der unbedeckte, durch Mitgliedsbeiträge und Spenden aufzubringende Zuschuß beträgt jährlich 60.000 K. Wir richten an alle unsere Glaubensgenossen und alle Menschenfreunde die Bitte, sie mögen uns behilflich sein, unsere Kranken zu ernähren, sie mögen bei allen Gelegenheiten, in Freud und Leid, der armen Kranken gedenken, die in Meran Gesundheit und neue Kraft erlangen, um in ihrem Berufe weiter tätig sein zu können. Diesen Armen Hilfe zu bringen, möge das Bestreben jedes Einzelnen sein. Spenden übernimmt der Verein „Asyl für mittellose kranke Israeliten in Meran", Dr. Wilhelm Hersch, Meran, Winkelweg Nr. 7. Teplitz Schöna«. (Maifest desPensionates R. u. C. A l t s ch u l.) Das am 16. Mai abgehaltene Penfionsfest nahm einen glänzenden Verlauf. Die Feier wurde mit einem schönen Prologe eröffnet, auf welchen Vorträge in deutscher, französischer und englischer Sprache folgten, die mit musikalischen Aufführungen abwechselten. Es war eine Freude, dem Feste beizuwohnen und die vorzüglichen Leistungen der Jugend zu bewundern. Sololieder, gesungen von Frl. Emmy Zinner, riefen lebhaften Beifall hervor. Den größten Anteil am Gelingen des Festes haben die Fräulein: Frieda Stein, Grete Cohn, Annie Pick. Zdenka Stern, Elsa Pollak, Grete Weigner, Schwestern Herzog, Irma Dukes, Grete Dawison, Selma Hirsch, Irma Kohn, Trude Back, Liese Silberstern, Luise Lederer, Ella Seiner und Grete Rothenstein, welche durch Rezitation, Gesang und Tanz die Zuschauer ergötzten. Die jungen Künstlerinnen wurden durch prächtige Blumenspenden ausgezeichnet. Den Glanzpunkt des Festes bildete das feenhaft ausgestattete, von Herrn Balletmeister Etterich einstudierte Ballet „Wiener Walzer", wo sich alle Darstellerinnen zum Schlußbild vereinigten, die Volks- Hymne erklang und das Publikum begeistert mit einstimmte. Die Penfionsvorsteherin Fräulein Karla A l t s ch u l kann mit Stolz auf dieses Fest zurückblicken, ihrer Umsicht und ihrem selbstlosen Eifer haben es die Zöglinge und das Publikum zu danken, daß dieser Tag unvergeßlich in ihrer Erinnerung bleiben wird. Wacker mitgeholfen haben die Penfionslehrerinnen, Gesangsmeisterin Frau Henriette F e l s m a n n. Fräulein Marie A b e l e s, Elsa Prohaska, Martha Freund, Miß Penny, Mademoiselle Heurard, Herren Lehrer Vater und Kaldarar. Karlsbad. Derzeit weilt in unserer Stadt Se. Exzellenz der Herr Statthalter von Böhmen, Graf C o u d e n h o v e, zur Kur. Unter den Personen, welche sich bei Sr. Exzellenz zur Audienz einfanden, befand sich auch unser Kultusvorsteher Herr Ludwig Moser, welcher anläßlich des Jubiläums Sr. Majestät

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