Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 24 (11.6.1909)
- Date
- 1909-06-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 424 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 24 für das Ferienheim.K 50.— für den Verein zur Errichtung von Volksküchen . -.. 50.— für den Talmud-Thora-Verein zur Bekleidung und Ausspeisung armer Schulkinder . „ 50.— für die Chewra-Kadischa.„50. K 500.— Von Herrn Robert Eißler: für das Israelitische Spital ....... 250.— „ die Israelitische Versorgungsanstalt . . „ 250.— „ 500,— Von Frau Fanny Wiener: für den Waisenverein.„ 50.— „ die Chewra-Kadischa.„ 50.— „ den Verein sür arme, alte Männer im 2. Bezirk.„ 50.— für den Frauenverein im 19. Bezirke. . . „ 50.— „ „ Studentenverein.. . . . „ 50.— „ das Mannheimer Kinderasyl.. 50.— Zur Handbeteilung. „ 100.— „ 400.— Von Herrn kais. Rat Siegmund Kauders für Arme durch Gustav Kohn (ex Präsidialfond) zur Verteilung durch V. P. . . . . „ 40.— Von Frau Anna Keil für jüdische Arme.„ 200.— Von Herrn Jakob Karpeles: für den Handlungskrankenverein.„100 — für die Chewra-Kadischa.„ 25.— für die Armenanstalt. -.. 25.- „ 150.— Von „Anonymus" für sehr wohltätige Zwecke .„ 100.— Von Herrn Dr. Jakob Engel für das Versorgunghaus . . „ 100.— Von der Administration der „Neuen Freien Presse ' als Sammlungsergebnis für die Schulküche im 20. Bezirke..„ 50.— Von „Anonymus" für Arme.„ 20 — Von Herrn S. W, 20. Bez., Jägerstraße, für die Jeiteles Pfrllndnerstistung.. io.— Von Herrn T. W., 20. Bez., Jägerstraße, für die Jeiteles- Pfründnerstiftung.„ io.— Von „Anonymus" für die Jeiteles Pfröndnerstiftung. . . „ 10.— Von Herrn Franz Frankl für einen armen Inden . „ 8.— Von „Anonymus" durch die „Neue Freie Presse" für ein zu errichtendes, jüdisches Kinderspital.„ 5.— Vom Gemeinde-Vermittlungsamt Margarethen.. 4.87 (Israelitische Kultusgemeinde.) Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde hat mit Schreiben vom 12. Mai d. I. dem k. k. Landesschulrate und k. k. Bezirksschulräte zur Kenntnis gebracht, daß in diesem Jahre das jüdische Neujahrsfest auf den 16. und 17. September fällt, und das Ersuchen gestellt, bei den Verfügungen für den Beginn des Schuljahres 1909/10 hinsichtlich der Einschreibungen. Wiederholungs- und Aufnahmsprüfungen israelitischer Schulkinder und der Inanspruchnahme israelitischer Lehrer auf diesen Umstand gemäß Erlasses des k. k. n. ö. Landesschulrates vom 5..Februar 1879, Z. 376, Rücksicht nehmen zu wollen. Hierüber hat der k. k. Landesschulrat mittelst Erlasses vom 1. Juni 1909, Z. 2723-11, folgendes verfügt: An die Direktionen aller staatlichen Lehranstalten und an alle Bezirksschulräte. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat die Aufmerksamkeit des Landesschulrates auf den Umstand gelenkt, daß in diesem Jahre das jüdische Neujahrsfest auf den 16. und 17. September fällt. „Die Direktionen und Bezirksschulräte werden daher angewiesen, bei den Verfügungen für den Beginn des Schuljahres 1909/10 hinsichtlich der Einschreibungen, Wiederholungs- und Aufnahmsprüfungen israelitischer Schüler auf diesen Umstand Rücksicht zu nehmen." Prüfung au der Talmudschule der israelitischen Kultusgemeinde. Samstag den 5. d. M. fand an der Talmudschule der israel. Kultusgemeinde die Prüfung der Schüler statt, die ein glänzendes Resultat ergab. Anwesend waren Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann, Rektor Dr. Schwarz, Landesschulrat und I. Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohu, die Kultus- und Bethrmiidrasch- Vorsteher Dr. Leopold Kohu und Dr. Markus Spitzer u. v. a. Oberrabbiner Dr. Güdeman« und Rektor Dr. Schwarz nahmen die Prüfung vor, bei der man mit Genugtuung konstatieren konnte, daß unsere Jugend bei vernünftiger Methode trotz der sogenannten Mittelschulüberbürdu^g auch in die schwierigsten Talmudpartien einzudringen und den sprödesten Talmudsioff zu beherrschen vermag. Alle Anwesenden zollten den Leistungen uneingeschränktes Lob« Die Schule, die unter Leitung des Herrn Lekiors Dr. S. Rubin steht und an der gegenwärtig 56 Schüler in drei Abteilungen unterrichtet werden, hat in diesem Jahre ihren Schülern 26 Stipendien im Gesamtbeträge von 3000 Kronen verliehen und ist durch die im letzten Jahre eingetretene Erweiterung des Unterrichtes geeignet, jungen Leuten, die sich dem Rabbinerberufe widmen wollen, die nötigen Kenntniffe für die Aufnahmsprüfung am Rabbiner-Seminar beizubringen. Der Einschreibungstermin für das Schuljahr 1909—10 wird seinerzeit bekannt gegeben werden. Schriftliche Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an die Leitung der Talmudschule Bethamidrasch- Lokal, II., Ferdinandstraße 23. Othilde Singer. Am 3. d. M. wurde die Gattin des kais. Rates Oberkantor Singer unter überaus großer Teilnahme aller Kreise der Wiener Gesellschaft zur ewigen Ruhe bestattet. Die außerordentlich große Zahl der Anwesenden, die der Verblichenen die letzte Ehre erwiesen und die namentlich aufzuzählen unmöglich erscheint, war ein Beweis der großen Beliebtheit, deren sich die Verblichene allerorten erfreute und ihr gramgebeugter Gatte noch heute sich erfreut. Der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde mit dem Präsidenten Dr. Alfred Stern und dem Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn, der Gesamtvorstand der Chewra-Kadischa, ferner der Bethausvorstand, fast sämtliche Rabbiner, der Vorstand des Kantorenvereines und die Wiener Kantoren, der Beamtenkörper der Kultusgemeinde mit dem I. Sekretär kais. Rat Dr. Lieben und Sekretär Dr. Adler, die Zöglinge des Mädchen Waisenhauses mit ihren Lehrerinnen und ein überaus großer Kreis von Freunden und Bekannten der Verstorbenen waren erschienen. Im Trauerhause nahm der tiefgebeugte Gatte rührenden Abschied von seiner Lebensgefährtin, worauf der Sarg auf den Leichenwagen gehoben und nach dem Zentralfriedhofe gebracht wurde. Oberkantor Don Fuchs trug unter Assistenz des I. Kantors Jurberger und des Chors in ergreifender Weise das „Hazur Tomim“ vor, worauf Oberrabbiner Doktor Güdemann einen tiefempfundenen Nachruf hielt, in welchem er die vortrefflichen Herzenseigenschaften der edlen Dahingeschiedenen pries, deren letzte Freude gewesen sei, daß sie das mustergültige Wirken ihres verehrten Gatten von Allerhöchster Stelle gewürdigt sah. Die Rede des Herrn Oberrabbiners, die in warmen Trostworten an die Hinterbliebenen ausklang, übte auf die große Schar der Teilnehmer einen mächtigen Eindruck. Am Grabe sang Oberkantor Guttmann in zu Herzen gehender Weise das „Dl mole rachamim“, worauf die irdische Hülle der Heimgegangenen zur ewigen Ruhe bestattet wurde. Unzählige Beileidskundgebungen sind dem hart betroffenen Gatten aus allen Kreisen von nah und fern zugekommen. Wien, Nach kurzer Krankheit ist am 6. d. M. der Großindustrielle Herr Karl Kohn gestorben. Der Verblichene war Direktor und Verwaltungsrat der Ersten österreichischen Aktiengesellschaft zur Erzeugung von Möbeln aus gebogenem Holze, Jacob und Josef Kohn und der Aktiengesellschaft Wiener Möbel Jacob & Josef Kohn, Nowo-Radomsk. Als Mitbegründer der von der Firma Jacob & Josef Kohn ins Leben gerufenen industriellen Unternehmungen hat er bis an sein Lebensende an der Entwicklung der Bugholzmöbelindustrie hervorragenden Anteil genommen. Neben der größten Wertschätzung hat er sich durch seinen stets bekundeten Wohltätigkeitssinn und seine humanitären Bestrebungen allseits der größten Sympathien erfreut. Mehrere Jahre hindurch gehörte der Verblichene auch der Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde als Vorstandsmitglied an. Das Leichenbegängnis fand am 8. d. M. vom Trauerhause unter großer Teilnahme statt. In der Zermonienhalle des Zentralfriedhofes widmete Oberrabbiner Doktor Güdemann dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf. Oberkantor Don Fuchs versah mit dem Tempelchor die kantorale Funktion. Wien. Schon seit geraumer Zeit läßt sich die Tatsache feststellen, daß jene Familien, welche für die Erziehung ihrer Kinder geschulte Kräfte suchen, diese gar nicht oder nur schwer finden. Sie sind oft darauf angewiesen, ihre Kinder Personen anzuvertrauen, die vielleicht zwar eine fremde Sprache sprechen, von Kinderpflege und Kindererziehung aber nichts verstehen. Der Zudrang der Mädchen zu Berufen, in denen ihre soziale Stellung