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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-06-11 · 24 (11.6.1909) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
24 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sette 414 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 24 Neben den Volksschulgegenständen wurde an 7 Schulen von 7 Lehrern in 11 Abteilungen an 144 Kinder Unterricht in Handfertigkeit (Slöjd) erteilt. Am Turnen haben 5651, an Jugendspielen 5532 und an Ausflügen 4194 Schüler teilgenommen. Bezüglich der durch den Unterricht erzielten Leistungen kann erfreulicherweise erwähnt werden, daß nicht bloß die drei vom Kuratorium bestellten Kreisschulinspektoren, sondern auch die k. k. Landesschulinspektoren und k. k. Bezirksschulinspektoren im allgemeinen sehr befriedigende, in mehreren Fällen sogar ausgezeichuete Resultate konstatierten. Dieselbe Wahrnehmung konnten der Präsident Herr David Ritter von Gutmann und der Schatzmeister Herr Baumeister Donat Zifferer persönlich bei einer Bifitationsreise machen. Das Kuratorium nahm in seiner Plenarsitzung vom 30. Oktober 1907 den erfreulichen Bericht mit Dank für diese außerordentliche Bemühung zur Kenntnis. Ebenso benützte das gewesene Mitglied des Kuratoriums, der gegenwärtige Statthalterei- Vizepräsident in Lemberg, Dr. Julius Kleeberg, am 16. Juni '1908 seine Anwesenheit in Sniatyn, die Stiftungsschule zu besuchen. Auch hat er über "bte Erfolge derselben sich außerordentlich günstig geäußert. Umsomehr ist es zu bedauern, daß das Kuratorium in seiner Plenarsitzung vom 13. April 1908 sich gezwungen sah, im Hinblick auf die finanzielle Situation der Stiftung mit Ende des Schuljahres 1907/1908 die Auflassung der Schulen in Stanislau und Boryslaw zu beschließen. Da die Schule in Stanislau zum großen Teile auch von Kindern besucht wurde, deren Eltern in der angrenzenden Gemeinde Knihinin wies wohnten und diesen ein Anspruch auf Aufnahme in die Schulen in Stanislau nicht zusteht, hat das Kuratorium in der genannten Gemeinde eine zweiklaffige Schule errichtet. Da durch die Auflassung dieser beiden Schulen das Budget nur eine sehr geringe Entlastung erfährt, die Ausgaben durch die sich alljährlich wiederholenden Avancements und Quinquennalzulagen, Mietzinssteigerungen sich immer vergrößern, muß das Kuratorium sich auch fernerhin mit der Frage von Schulauflaffungen beschäftigen. Die bisher getroffenen Maßnahmen, wonach in den letzten acht Jahren, trotz des Austrittes zahlreicher Lehrer, Neuanstellungen nicht erfolgten, konnten nicht ausreichen. Das Konto für Volksschulen, welches im Vorjahre K 470.626*36 betrug, erhöhte sich im Berichtsjahre auf K 483.320*08, das Konto für Bücher und Requisiten stieg von X 8775*17 auf K 10.625 71, die Aktion für Handwerkslehrlinge, welche sicherlich als eine außerordentlich wichtige und dem Zwecke der Stiftung als entsprechendste bezeichnet werden muß, erforderte K 9376.60 gegen K 6973*51 im Vorjahre. Auch die Ausgaben für gewerbliche Fortbildungs-Abendschulen sind in konstanter Steigerung und betrugen K 3975*80 gegen K 3682*40 vor einem und K 3251 vor zwei Jahren. Schließlich mußte mit Rücksicht auf die in den letzten Jahren den Lehrern zugewendeten, immerhin sehr bedeutenden Gehaltserhöhungen der Zuschuß an den Penfionsfond, für welchen die Lehrer aus Eigenem nichts beitragen, auf Grund der vom Versicherungstechniker erfolgten Ueberprüfung mit K 3729*89 gegenüber K 960*41 im Vorjahre votiert werden. Die Subventionen an Schulen betrugen im Berichtsjahre K 10.850 gegen K 10.900 im Vorjahre. Das Baukonto erforderte ungeachtet der nur in den allerdringendsten Fällen vorgenommenen Reparaturen K 12.118*88 gegenüber K 13.519 41 im Vorjahre. Außerdem wurde für den Bau in Pomorzany eine Teilzahlung von K 8000 geleistet. Ungeachtet des Umstandes, daß das Kuratorium sich demnach gezwungen sah, soweit als angängig die Schulleitungen wiederholt dringendst zu ermahnen, sich überall der größten Sparsamkeit zu befleißen, wurden die zahlreich eingelangten Unterstützungsgesuche möglichst berücksichtigt. - Außer dem für den Unterricht für Volksschulen verausgabten Betrage wurden für Unterstützung der Kinder durch Verteilung von 28.791 neuen Büchern, 49.622 Heften, 16.129 sonstigen Schulrequifiten K 10.625 71 verausgabt. Aus den Mitteln der Jubiläumsstiftung gelangten an die die Schulen besuchenden Kinder 97.061 Mittagmahle, 1385 Lodenröcke und 1445 Hosen, 2819 reparierte Mäntel, 4515 Paar Stiefel, 2510 Sommeranzüge und 4911 Hemden, sowie 6210 Sacktücher mit einem Kostenaufwande von K 75.572 72 zur Verteilung. B. Abendkurse. In dem Bestreben, an allen Orten, wo gewerbliche Fortbildungs-Abendschulen Aussicht auf ersprießliche Resultate bieten, derartige Institutionen zu fördern, hat das Kuratorium die gesteigerten Ausgaben von K 3975*80 gegen K 3682*40 im Vorjahre genehmigt. Die Zahl der im abgelaufenen Schuljahre abgehaltenen Abendkurse betrug 20, dieselben wurden von 782 Schülern besucht und von 50 Lehrern geleitet. In diesen Abendkursen wurden einerseits Analphabeten die das schulpflichtige Alter weit überschritten hatten, in den Volksschulgegenständen unterwiesen, andererseits wurden Knaben, die vor Erreichung des vollständigen Lehrzieles die Schule verlassen hatten und bei Handwerkern oder Geschäftsleuten untergebracht waren, weiter unterrichtet. 0. Handwerk. Im Laufe des Jahres wurden auf Kosten der Stiftung 58 Lehrlinge freigesprochen, 108 neu ausgenommen, so daß nach 'Berücksichtigung einzelner Abgänge am Ende des Schuljahres 1907/1908 im Status der Stiftung 295 Lehrlinge verzeichnet waren. Bericht des Kuratoriums der Baronin Clara von Hirsch-Kaiserjubiläums-Stiftung zur Unterstützung von Knaben und Mädchen in Oesterreich.? " (Vom 1. September 1907 bis 31. August 1908.) Wohltätig schließt sich die von der edlen Gemahlin des großen Philanthropen mit einem Kapitalsaufwand von 4,695.100 Kronen errichtete Stiftung der Schulstiftung an. Die Zinsen im Betrage von 71.973 Kronen werden zur materiellen Unterstützung der Knaben aus den Schulen, der Fortbildung der Lehrlinge, vornehmlich aber der Lösung einer brennenden jüdischen Frage zugeführt, der Erziehung der Mädchen. Man weiß, wie es speziell in Galizien bisher damit bestellt war. Das Mädchen war auf die Ehe angewiesen, sonst aber verloren, zum Vegetieren im Elternhause verurteilt, wenn zu nicht Schlimmerem. Indem die Baronin Hirsch-Stiftung den galizischen Judenmädchen eine Reihe weiblicher Berufe erschloß, zugleich ihre Bildung bedeutend erhöhte, hat sie durch Tat und Beispiel einen Wandel geschafft, der einen kolossalen Fortschritt bedeutet. Nachfolgend eine Skizze der geleisteten Tätigkeit. A. Der erstangeführte Zweck der Stiftung ist: armen Kindern, welche die Schulen der „Baron Hirsch-Stiftung zur Beförderung des Volksschulunterrichtes im Königreiche Galizien und im Herzogtume Bukowina" besuchen, Mittagskost zu gewähren und Kleidungsstücke für dieselben anzuschaffen. Im Ganzen wurden 97.061 Mittagmahle verabreicht und die ärmsten Schüler mit Kleidern und Schuhen, sowie mit Wäsche beteilt; die Gesamtzahl der verteilten neuen Kleidungsstücke betrug 5340, die der verteilten neuen Lodenröcke 1385, die der Winterhosen 1445, die der Sommeranzüge 2510, der verteilten Hemden 4911, der Sacktücher 6210. Die alten Vorräte an Mänteln wurden repariert und unter die ärmsten Schulkinder 2819 reparierte Mäntel verteilt. Bezüglich der Beschuhung wurde im abgelaufenen Schuljahre ein neuer Modus eingeführt. Statt der sonst zur Verteilung gelangten neuen Schuhe wurde den Eltern der ärmsten Schulkinder ein Beitrag von K 4 zum Vorschuhen der Stiefel-

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