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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-06-11 · 24 (11.6.1909) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
24 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 24 Dr. Bloch’s Jahrgang XXYI » Zentralorgan für die gesamten Unteressen des Judentums. -□ .—□- Wien, 11. Juni 1909 Lrscbelnt jeden Freitag. Brief-Adreffe: Wien, IX/i, Hahngasse 15. Telegramm-Adresse: Bloch'S Wochenschrift, Wien. oa= - =do P Dexrrgsprris für Vesterrrich: Halbjährig 8 Kronen; Einzelexemplare 50 Heller. Für's Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 4mal gespaltene Petitzeile 24 Heller. £ o r> —— —■ ■ o o off Do Q V. ft. Postfxarftalfrnaurr Cleartng-Verkebr Mr. S10.976. RedaNion und Administration:^ e- Viru H/i, Hahugasse Nr. 15. _ Telefon Nr. 14.847. oO -Oo Inhalt: Leitartikel: Jahresberichte der Baron und Baronin Hirsch-Stiftungen. — Aeußerungen hervorragender Persönlichkeiten über Mesopotamien als jüdisches Kolonisationsgebiet. — Zu den Aufsätzen über Erzherzog Karl in Nr. 22 dieses Blattes. — Getreidebau bei den alten Völkern. — Korrespondenzen: Israelitische» Taubstummeninstitut. Zwölfter Bericht des Vereines „Kinderheim". Sohrau. Ein rumänischer Konsul über die Lage der Juden in Rumänien. Odessa. Die jüdischen Schulen im Orient. Eine merkwürdige „jüdische" Rede am Grabe Pergaments. Der Antisemitismus in Marokko. — Vermischtes. — Feuilleton: Ein Tag des Schreckens. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Jahresberichte der Karo« und Karonin Hirsch-Stiftungen. Bericht der Baron Hirsch-Stiftung zur Beförderung des V o l k s sch u l-Un t e r r i ch t e s in Galizien und der Bukowina. (1. September 1907 bis 31. August 1908.) Die Baron Hirsch-Stiftung erfüllt mit ihrem Vermögen von K 18,492.628 ausgezeichnet ihre hohe Mission der körperlichen und geistigen Hebung der jüdischen Jugend in Galizien, aber ihr Zinsenerträgnis im Betrage von K 677.257 reicht lange nicht so weit, als die Notwendigkeit und die Wünsche es erfordern. Das Einkommen bleibt ständig, aber die Gebäude werden älter und kosten mehr an Reparaturen, die Lehrer werden älter und müssen Gehaltsaufbesserungen bekommen. Da sich nun die Gemeinden nicht zu weiteren Zuschüssen verstehen wollen, so bleibt dem Kuratorium leider nichts übrig, als mit der Schließung einzelner Schulen vorzugehen, wenn es nicht einer finanziellen Kalamität zusteuern will. Dieses Los hat im Berichtsjahr die Schulen von Stanislau und Boryslaw getroffen, eine sehr beklagenswerte Tatsache, zu deren Verhinderung man alle Kräfte hätte ausbieten sollen. Man darf aber ja nicht glauben, daß etwa ein Fehler in der Verwaltung diese Schließung zur Folge hatte. Trotz musterhaften Betriebes an den 45 Schulen und an der Handwerkerschule wird überall die strengste Sparsamkeit angewendet, leider können sogar für die verabschiedeten Lehrer keine neuen angestellt werden. Sparsamkeit, keine übel angebrachte Knickerei. Die Schüler erhalten die besten Unterrichtsbehelfe, werden nach den modernsten Systemen erzogen, für die Lehrer ist ein Pensionsfond vorhanden, der bei L 1,534.000 Vermögen K 59.300 Erträgnis hat, sie erhalten zinsenlose Gehaltsvorschüsse und für ihre Söhne, die in einer anderen Stadt Mittelschulen besuchen müssen, ausreichende Stipendien. Auch den Abendschulen und den Handwerkerschulen wird die sorgfältigste Aufmerksamkeit zugewendet. Interessant ist ein Blick in die Tabelle über die Handwerkskategorien der Lehrlingsschulen. Von 245 Zöglingen sind 70 Schneider, 54 Tischler, 45 Spengler, 19 Schlosser. Das verdienstvolle Kuratorium der Stiftung besteht aus den Herren: Präfident: Herr David Ritter von G u t m a n n, Großindustrieller; I. Vizepräsident: Herr Dr. Moriz Güdemann, Oberrabbiner; II. Vizepräsident: Herr Dr. Ludwig CWiklinski, k. k. Sektionschef; Schatzmeister: Herr Donat Zisferer, Stadtbaumeister; Schatzmeister - Stellvertreter : Herr Dr. Ludwig Schwitzer, em. Hof- und Gerichtsadvokat. — Herr Theodor Cohn; Herr August Ritter von D o b i e ck i, k. k. Ministerialrat; Herr Dr. Paul Hammerschlag, Direktor des Giro- und Kassenvereines; Herr Dr. Leon K e l l n e r, k. k. Universitäts- Professor; Herr Dr. Wilhelm Binder, k. k. Hofrat beim Verwaltungs-Gerichtshofe; Herr med. Dr. Edmund Kohn, Herr Moriz Koritschoner, Herr Dr. Edmund Kornfeld, Hof- und Gerichtsadvokat; Herr Julius N o s s a l, Direktor der k. k. priv. österr. Kreditanstalt; Herr Dr. Heinrich Ritter von R o z a, k. u. k. wirklicher geheimer Rat, k. k. Sektionschef a. D.; Herr Dr. Adolf Stein, Hof- und Gerichtsadvokat; Herr Dr. Samuel Steinhüb l. kaiserl. Rat. Börserat; k. k. Regierungskommissär: Herr Dr. Sigismund P i l a t, k. k. Ministerialrat. Wir lassen nachstehend einen kurzen Auszug aus dem Berichte folgen, der ein Bild der reichen und segensreichen Tätigkeit der Stiftung gibt. A. Volksschulen. Im abgelaufenen Schuljahre wurden in den 47 Schulen der Baron Hirsch - Stiftung von 178 Lehrpersonen, und zwar 145 Lehrpersonen für die Volksschulgegenstände und 33 Lehrpersonen für das Hebräische, in 155 Klaffen 7557 Schüler unterrichtet. Derzeit find folgende 31 Schulen mit dem Oeffentlichkeitsrechte ausgestattet: Bohvrodczany, Bojan, Boryslaw, Bursztyn, Dabrowa. Delatyn, Dukla, Gliniany, Gologory, Gwozdziec, Jagielnica, Jezierna, Kolomea, Mielec, Monasterzyska, Obertyn, Ottynia, Rawa ruska, Rozwadow, Sadagora, Safsow, Sniatyn, Solotwina, Stanislau, Tarnow, Tysmienica, Zablotow, Zabno, Zaleszczyki, Zborow, Zloczow. Bon den 45 in Galizien errichteten Schulen find 20 höheren und 25 niederen Typus, 33 Schulgebäude find Eigentum der Stiftung. In Pomoi^any wurde das Schulgebäude im Herbst 1908 fertiggestellt, an 14 Orten wurden Schulräume gemietet.

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