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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-05-14 · 20 (14.5.1909) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
20 (14.5.1909)
Date
1909-05-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 20 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 357 Verstorbenen Mitglieder des Vereines gedachte. Der Geschäftsbericht des Herrn Dr. W. Hersch, des geschäftsführenden Vizepräsidenten des Vereines, bot durch die Fülle des Materials und statistischer Daten einen ungemeinen klaren Einblick in das Getriebe dieses großen Werkes und zeigte, wie viel Voraussicht und Planmäßigkeit notwendig war, um aus den vorhandenen Mitteln ein neues Haus aufzustellen, welches mit allem ausgestattet ist, was Hygiene und moderner Betrieb verlangt. Auch der Kassa- und Revisionsbericht (Kassier Herr Katzen stein er und Revisor Herr Gutmann) fand seitens des aufmerksam zuhörenden Publikums ungeteilte Anerkennung. Zuin Schluffe wurden von der Versammlung Herr und Frau Dr. Hersch, Herr A. Winterberg—Wien und Frau Emma Zinner zu Ehrenmitgliedern einstimmig ernannt und hiedurch für die großen Verdienste, die emsige Arbeit und Unermüdlichkeit der genannten Herren und Damen der Dank äußerlich kundgetan. Es ist zu wünschen, daß das großartige Genesungsheim dieses Vereines „Asyl für mittellose kranke Israeliten in Meran" von allen Glaubensgenossen gefördert werde und jeder einzelne durch einen Beitrag dem Institute über den ersten und schwersten Anfang hinaus helfe. Israel. Hilfsverein „Maskil el dol." Der israelitische Hilfsverein „Maskil e l dol" für die westlichen Bezirke Wiens, der für die Armen seines Bezirkes so segensreich wirkt, hat am 25. April 1909 seine 35. ordentliche Generalversammlung abgehalten. Nach dem mit großem Beifalle aufgenommenen Berichte seitens seines Präsidenten Herrn Samuel Mohr wurde der Vorstand wie folgt gewählt: zum Präsidenten: Herr Samuel Mohr, zur I. Vizepräsidentin: Frau Dr. Margarete Grunwald, zum II. Vizepräsidenten: Herr Hermann Weinberger, zum I. Schriftführer: Herr Isidor Gehlbard, zum II. Schriftführer: Herr Oberrev. Hermann Strach, zum Kassier: Herr Isidor Dusch in sky, zur Kassier-Stellvertreterin: Frau Klara Jurberger, zu Revisoren: Herr Sam. Steiner und Frau Leopoldine Schick, zp Beiräte^ die. Damen: Frau Sofie Dusch in sky, Eugenie Frank, Mizzi Grabkowic, Babette Kirschmann, Gisela P o l l a k, Babette Stern, Stefanie Strach und Hermine Tritsch; die Herren: Siegfried Kallich, Adolf L ö w y und Moritz T r i t s ch. Bon der Wiener „Jto". Am 29. April wurde im „Hotel Post" eine Versammlung des „W iener Zentralvereines der Jüdischen Territorialistischen Organisation „I t o" abgehalten, auf deren Tagesordnung „D i e Probleme der jüdischen Emigration" standen, Wie nicht anders erwartet, entsprach der Verlauf dieser Versammlung vollends dem Ernste des Themas. Mit gewohnter Gründlichkeit befaßte sich der Referent Herr Schmidt zunächst mit der Schilderung der allgemeinen, historischen Ursachen der jüdischen Wanderung und den bisherigen Versuchen zu deren Eindämmung seitens der verschiedenen Hilfsorganisationen, um sodann auf die Tätigkeit und Erfolge des „Emigration s- Regulierungs-Departements" der „Jto" eingehendst zu sprechen zu kommen, welch letztere als erste und einzige Körperschaft im Judentum das Problem der jüdischen Emigration richtig erfaßt und die ersten praktischen Schritte zur Lösung dieses Problems getan hat. Herrn Schmidts Ausführungen hatten das vollste Interesse und Verständnis der Anwesenden, dank deren sich die an dem Vortrage anknüpfende Diskussion zu einer äußerst anregenden gestaltete. Besondere Hervorhebung verdient die außerordentlich geistvolle Rede des Redakteurs Jakob Krausz, der die Emigrationsfrage, hauptsächlich soweit sie unsere Monarchie betrifft, beleuchtete. Insbesondere von den g a l i z i s ch e n Verhältnissen entwarf er ein treffendes Bild, das er durch Schilderung vieler sehr interessanter Details ergänzte. Er konstatierte mit Bedauern, daß gerade dieses Land bisher von allen in Betracht kommenden Faktoren ungerechterweise vernachlässigt worden ist, trotzdem es in der Emigration gleich nach Rußland rangiert. Herr Krausz empfiehlt daher der „Jto", respektive deren „österreichischem Departement zur Regelung der Auswanderung", ein besonderes Augenmerk auf Galizien zu lenken und macht schließlich Vorschläge nach dieser Richtung, welche er dem Komitee zur dringenden Behandlung empfiehlt. Die Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Auch der Sekretär der „Wiener Allianz", Herr Doktor K a m i n k a betont, daß auch die „Allianz" der „Jto" sehr sympathisch gesinnt ist und konkrete Vorschläge ln Hufs Regelung der gal-zischen Emigration seitens der „Allianz", sowie auch anderer jüdischer Korporationen sicherlich Unterstützung erfahren werden. In später Stunde schloß der Vorsitzende, Vizepräsident Herr Dr. Jakob Engel, mit Worten des Dankes die Versammlung. N. 2. Bad Ischl. In Bad Ischl wird auch in der heurigen Saison der öffentliche tägliche israelitische Gottesdienst vom Komitee für Erbauung eines israelitischen Friedhofes und Belhauses ein gerichtet. Das Betlokal befindet sich im Hause des Herrn Ernst Morgenstern, Pfarrgasse 5, im 2. Stock. Jahrzeiten sind in jenem Lokal beim Funktionär daselbst stets rechtzeitig anzumelden. Sehr erwünscht wäre ein regerer Spendenzufluß, teils um den Gottesdienst dort zu stabilisieren, teils um die Möglichkeit zur Erbauung eines Bethauses und Friedhofes daselbst zu schaffen. Da sich die dringende Notwendigkeit hiefür von Jahr zu Jahr steigert, die im Salzkammergut wohnenden Glaubensgenossen leider nicht in der Lage find, ohne kräftige Mithilfe unserer auswärtigen Glaubensgenossen dieses zu verwirklichen, wenden wir uns an edelherzige Glaubensgenossen um Beihilfe und Unterstützung. Jene P. T. edelsinnigen Glaubensgenossen, welche dieses der Pietät dienende Werk fördern wollen, werden gebeten, die eventuellen Spenden au die Adresse: Israelitische Kultusgemeinde Linz, für das Bad Jschler BethausundFriedhof-Bauk o m i t e e zu richten. Trauerfeier für Baron Sigmund Kornfeld. Die Pester israelitische Kultusgemeinde veranstaltete im Kultustempel in der Tabakgasse für das Seelenheil ihres jüngst verstorbenen Vizepräsidenten Baron Sigmund Kornfeld eine Trauerfeier, aus welchem Anlässe die Wände des Tempels mit Trauerdraperien bedeckt waren. Der Trauerfeier wohnte ein zahlreiches, vornehmes Publikum bei, darunter die Witwe des Verblichenen, dessen Söhne Moriz und Paul und Schwiegersohn Moriz v. Domony, ferner die Mitglieder der Repräsentanz der Kultusgemeinde mit dem Präsidenten Hofrat Philipp Weinmann an der Spitze, der pensionierte Senatspräsident der Kurie Sigmund Decsey, Reichstugsabgeordneter Paul S-.ndor, Baron Moriz Herzog, Vizepräsident der Budapester Waren- und Effektenbörse Jaques v. Simon, Dr. Wilhelm Grauer, Gustav G. Ehrlich, Robert Auer, Ludwig Adler, unter Führung des Generaldirektors Ullmann der Beamtenkörper der Ungarischen allgemeinen Kreditbank, eine Deputation des Pester Frauenvereines unter Führung der Frau Witwe Jakob Fürst de Maroth, die Vertreter der Ofener und Altofener Kultusgemeinde, die Rabbiner und Beamten der Kultusgemeinde mit dem Oberrabbiner Dr. Samuel Kohn an der Spitze. Die Trauerfeier wurde von dem Tempelchor mit einem ungarischen Totenliede unter der Leitung des Oberkantors Prof. Adolf Lazarus eröffnet. Sodann ergriff Rabbiner Dr. Julius Fischer zu einer schwungvollen Rede das Wort, in deren Verlauf er unter Anderem Folgendes sagte: „Der Tod des Baron Kornfeld hat die israelitische Kultusgemeinde in tiefe Trauer versetzt, denn wir haben einen der größten Söhne unserer Nation und unserer Konfession in ihm^verloren. Die Außerordentlichkeit seines p«-r

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