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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-05-07 · 19 (7.5.1909) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
19 (7.5.1909)
Date
1909-05-07
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 340 Dk Blochs Wochenschrift Mt. 19 Ausgaben. Gehalte y . ..fl. C. M. 2.190 — Periodische Gnadengaben.„ „ „ 345— Unterstützungen..„ „ „ 80 s-45 Patrizmstaxe* * * * * * * 8) au das fllrsterzb. Konsist. . . . „ „ „ 100.— Frauenbadpacht... . „ „ „ 275-72 Diverse.... „ „ 381— Spttal: Steuer . .... fl. C. M. 51-15 Verköstigung. . . * „ „ 2.437-0 t Anschaffungen, Beheizung und Beleuchtung . . . „ „ „ 3.7j4-37 Lohne ...... „ „ 1.19930 Apotheker . . . .„ „ „ 647 26 Wäschereinigung .„ „ „ 128 22 „ „ „ 8.108.15 Friedhof»),.... „ 1.14944 _ fl. E. At. 13.353-55 Korrespondenzen Feftgottesdienft im türkisch.israelitischen Tempel. Aus Au laß des Regierungsantrittes Seiner Majestät des Sultans Mohammed V. und auch aus Anlaß des Regimes der. neuen freiheitlichen Aera in der Türkei fand Dienstag den 4. d. M. mittags um 12 Uhr im hellerleuchteten türkisch-israelitischen Tempel, II. Bezirk, Zirkusgasse, ein Festgottesdienst statt. Das Gotteshaus war festlich geschmückt und von Andächtigen geMt. Unter den Antre'enden waren zu sehen: der türkische Botschafter Moustapha R e s ch i d Pascha mit seinem Sohn, die Botschaftssekretäre Fuad Samavi Bey und T e w f i k Be y, Generalkonsul Freiherr v. Dirsztay, Konsul Lyonel Bondh-Bey, der ehemalige türkische Staatsrat und Redakteur der „Jeni-Gazetta" Safvety Zia Bey, Exzellenz A s l a n Effendi-Fresc o, der Justizrat der türkischen Bo'.schüft Dr. Libitzky, der Polizeibezirksleiter Regierungsrat K e n d a, Generalkonsul C h i l a i d i t i, Sekretär kaiserlicher Rat Dr. Lieben, der Präses der türkisch-ijraelilischen- Gemeinde Licco A d u t t mit dem Bethausvorsteher Hassan und den Vorstandsmitgliedern rc. Mit einem vom Oberkantor Bauer vorgetragenen Choral wurde die Feier eingelcitct. Dann hielt vor der offenen Bundeslade der Chacham Papo die Feschredigt, die mit einem Gebet für den neuen Sultan schloß. Oberkautor Bauer, begleitet vom Chorpersonal, das Herr L ö w i t dirigierte, brachte den Freiheitsmarsch zum Vortrag. Nach dem Gottesdienst würden die Gäste im Zeremoniensaal vom Präses Licco Adutt dem Botschafter Reschtd Pascha vorgrstellt. Der Botschafter reichte jedem die Hand und dankte dem Präses Adutt und dem Chacham Papo, sowie Oberkantor Bauer, Dirigenten L ö w i t. worauf er den Tempel verließ. Nachod. (Todesfall.) Mittwoch, den 28. April d. I. wurde hier der 91 jährige Seniorchef der weltbekannten Firma Isaac Schur & Söhne, ehemaliger Vorsteher der Kultusgemeinde und Gemeinderat der Stadt Nachod, Mitglied der Bezirksvertretung Herr David Schur zu Grabe getragen. David Schur war eine einzigartige Persönlichkeit unserer Gemeinde. In ihm waren vereinigt: eine unentwegte Treue zu den Traditionen unserer Lehre, welche ihm nie gestattete auch in seinen geschäftlichen Beziehungen den Sabbath zu entweihen, welche aber frei war von gedankenloser Buchstabenvergötterung, eine profunde Gelehrsamkeit auf talmudischem Gebiete und in den sonstigen Zweigen der hebräischen Literatur, eine ungewöhnliche Hiezu sei bemerkt, daß für die meisten Gemeindeangestellten ihre Dienstesbezüge nur ein Nebeneinkommen waren; so bezog beispielsweise der Spttalsarzt ganzjährig fl. 400-—, der More Z-dek fl. 300 —, der Aktuar fl. 200-—; die anderen Bediensteten erhielten monatlich fl. 3'— bis fl.' 25—. «) Diese Taxe mußte bis zum Jahre 18.5 — als Entschädigungfür die der Pfarre entgehenden Stolägebühren — bezahlt werden. 8) 3« anderen Jahren erscheint unter dieser Post nur der Lohn für den Friedhofswächter ausgewiesen; im Jahre 1809 wurden aber die Beerdigungskosten der im Spttal verstorbenen Soldaten von der Gemeinde bezahlt und überdies ein neuer Leichenwagen angeschafft. allgemeine Bildung und eine makellose Ehrbarkeit in seinen ausgedehnten Handelsbeziehungen. Aus einer seit uralten Zeiten in Nachod erbgesessenen angesehenen und reichen Familie stammend, war er mit seinem grundgelehrten Vater Isac Schur der Hauptbegründer unserer durch nationale Reibereien oft arg gefährdeten jüdischen Volksschule. Mit seinem durch Gelehrsamkeit und ungewöhnliche- Wohltätigkeit ausgezeichneten Bruder, dem sei. Herrn Samuel Schur, vermehrte er das Ansehen seiner Firma. Sein Schwager war der Nachoder Kreisrabbiner und Herausgeber der Scholien zum Talmud Jonas Wiesn er. sel. And., auch, dessen Nachfolger, der nachmalige Kopenhagener Rabbiner Dr. Goitein war nahe mit dem Verblichenen verwandt. Einer seiner Söhne,; Herr Dr. Heinrich Schur, wirkt als Universitätsdozent und Primarius in Wien, sein Schwiegersohn als Redakteur des „N/W. Tagblatt." Das Leichenbegängnis am 28. April, an welchem trotz strömenden Regens die meisten städtischen und staatlichen Behörden teilnahmen, gestaltete sich demgemäß zu einer würdigen Feier des großen Toten. Von Trauergästen waren anwesend u. a. der k. k. Bezirkshauptmann H. Dvorak, der Bezirkskommissär H. Sch lech ta, der Bezirksrichter H. Saska, der Obmann der Bezirksvertretung H. Barion, der Bürgermeister H. Dr. Cizek, die Großindustriellen der Leinen- und Baumwollbranche der ganzen Umgebung, eine dreigliedrige Deputation des Vereines Bene-Veris aus Prag, Vertreter der Feuerwehr und des Veteranenvereines usw. usw. Die Schüler der jüdischen Schule, von der eine Trauerfahne hing, eröffneten den langen Zug der Trauergäste. Im Hause des Verblichenen sprach dessen Schwiegersohn IUDr. Richard Lö bl aus Aussig herzliche, von allgemeinem Schluchzen unterbrochene Abschiedsworte. Vor dem Hause widmete Herr Rabbiner Dr. Sicher dem privaten Leben des Verstorbenen einenehrenden Nachruf. Mitglieder des Vorstandes trugen sodann die Bahre zu der Synagoge, die geöffnet und beleuchtet war und vor deren Eingang der greise Vorsteher der Kultusgemeinde Herr Jacob Pick in warmen Worten das Wirken David Schurs für die Gemeinde pries. Hierauf dankte Herr Oberlehrer Bäumel für das Wohlwollen, welches der Verblichene der Schule zeitlebens gespendet hatte. In weitem Umkreise über den Hauptplatz der Stadt zog der Trauerzug züm Friedhofe, woselbst Herr Rabbiner Dr. Sicher in böhmischer Sprache den' Verblichenen als seltenen Gelehrten und Ehrenmann pries. Bei offenem Grabe spendete der Obmann der Chewra Kadischa Herr Moriz Sommernitz dem ältesten Mitglieds dieser Körperschaft herzliche Worte des Abschiedes. Unter den zahlreichen Kondolenzen, welche im Trauerhause eintrafen, befinden sich auch solche von FriedrichPrinzen zuSch a u m b ur g Lippe,dem ehemaligen Leiter des Unterrichtsministeriums k. k. Sektionschef Josef Ritter von Kaner a, dem Stadtrate von Nachod, zahlreichen Großindustriellen, dem Oberrabbmer Dr. Ehrenfeld und vielen Rabbinern. David Schur kann man mit Recht die Abschiedsworte Ionatans an David, welche auch unser Rabbiner in seiner Rede gebrauchte,. Nachrufen: „Du wirst vermißt werden, denn dein Platz ist leer!" Bbzesko. Es fehlte nicht viel und wir wären wieder' unter dem Zeichen der Blutlüge gestanden. In dem nächst'- gelegenen Dorfe P o j a w i c übergab ein jüdischer' Schäüker den Ausschank während der jüdischen Österfeiertage einem Christen

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