Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 18 (30.4.1909)
- Date
- 1909-04-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 18 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 313 Louis Bab, Michael Back, Dr. Alois Batz, Alfred Basch, Emanuel Baumgarten, Mar Braun, Moriz Brill, DirÄtor Moriz Brunner, Dr. Leon Dienes. Heinrich Eisler, Julius Frankl, David Gewitsch, Ludwig Greher, S. Grünberger, Louis Hamburger, Dr. Larl Hecht, Leopold Heller, Josef Herold, Josef Herrmann. Julius Jolles, Dr. Leopold Laperl, Josef M. Lohn, kais. Rat Salomon Lohnberger, Philipp Lorünyi, Sigmund Lurz, Emanuel Lewith, kais. Rat Adolf Lichtblau, Ad. R. Löwenstamm, Richard Löwith, Isidor Mintz, Joachim Mislap. Hillel Nachtigall. Adolf Pollak, Heinrich Pollak, Josef Pollak, Josef Rosenzweig. Larl Seligmanm Lommerzialrat Emil Singer, Jakob Simon, Mar^Squarenina, Hermann Subak, Heinrich Schick, Jaques Schnitzler, Dr. Lalman Steiner, Philipp Strautz, kais. Rat Alerander Tritsch, Leo Weitzenberg, Heinrich Weitzlitz, Leopold Wellmann, Ferdinand Wertheimer, Dr. Leo Wiener, I. S. Zilsel, sämtlich in Wien. — Ferner: Leopold Aufrichtig in Lobositz, S. Adler in Prag. A. I. Benezer in Stryj, Josef Bergmann in Lobositz. Leopold Beständig in Pl'ibram, Josef Bober in Lrakau, A. M. Buber in Jägerndorf, Hermann Bulova in Laun, Leopold Brach in Olmütz, S. Bramer in Olmütz, Ludwig Deutsch in Holleschau, Elias Feuerstein in Drohobycz, Ignaz Fischl in Marienbad, Simon Glaser in Laun, Josef Groak in Olmütz, Josef Hermann in Löniginhof, Eduard Lohn in Marienbad, Salomon Lawitzky in Goltsch-Jenikau, Albrecht Löwenstein in Znaim, Eduard Löwy in Lrumau, Sigmund Münz in Przemysl, Julius Oftheim in Reichenberg, Moriz Sarl in Rakonitz, Michael Singer in Hohenau, Richard Spitz in Pilsen, Wigdor Schleicher in Rohatyn, Leopold Schnabel in Neubydzow. Osias Steiner in Eibenschitz, Rabbiner Dr. Jakob Stransky in Melnik, Heinrich Traner in Stockerau, Rabbiner Hermann Weiner in Luttenplan, Ernst Weiseles in Reichenberg, Markus Welsch in Zuckmantel. Die geehrte Generalversammlung hat durch Erheben von den Sitzen das Andenken der Verstorbenen geehrt und wir erbitten uns die Ermächtigung, diese Trauerkundgebung dem Protokolle einverleiben zu dürfen. Zum Schlüsse gereicht es uns zur angenehmen Pflicht, allen Vertrauensmännern der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union", ferner den Anwälten und Abgeordneten, die in selbstloser Weise unsere gemeinnützigen Bestrebungen gefördert haben, sowie der Presse unseren innigsten Dank auszusprechen. Geehrte Generalversammlung! Sorgenvolle Tage liegen hinter uns. Im 60. Regierungsjahre unseres geliebten Laisers sind über Oesterreich-Ungarn schwere Gewitterwolken heraufgezogen. Der Weisheit und Friedensliebe des Laisers ist es gelungen, diese Wolken zu zerstreuen. In diesen schweren Tagen hat auch die jüdische Bevölkerung mit allen anderen Nationen des Reiches an opferfreudigem Patriotismus, an hingebender Treue zu Laiser und Reich gewetteifert. Auch unsere Söhne und Brüder standen bereit, dem Rufe des obersten Lriegsherrn zu folgen und ihr Blut für die Macht und das Ansehen des Vaterlandes zu vergietzen. Die freudige Erfüllung der gleichen Pflichten erhöht unseren Anspruch auf die Achtung vor unseren gleichen staatsbürgerlichen Rechten. In Not und Gefahr sind wir an Opferfähigkeit und Opferwilligkeit hinter niemandem zurückgestanden, wir wollen auch in friedlichen Zeiten nicht zurückgesetzt und zu Staatsbürgern zweiten Ranges erniedrigt werden. Mit den Waffen des Gesetzes wollen wir auch fürderhin jeden freventlichen Angriff auf unsere Ehre und unser Recht zurückweisen und wir vertrauen auch in diesem Lampfe auf unseren Laiser, in dem wir nicht nur den Hort des Friedens, sondern auch den Hort des Rechtes und der Gerechtigkeit verehren. Und so wollen auch wir unsere Stimmen zu dem huldigenden Rufe vereinigen: Unser Friedenskaiser, er lebe hoch! (Die Versammlung brach in dreimalige begeisterte Hochrufe aus.) Herr Ignaz Simon erstattete den Lassenbericht und beantragte das Absolutorium. was einstimmig ertellt worden ist. Zum Rechenschaftsbericht ergreift Herr Lucian Brunner das Wort und führt aus, datz die Generalversammlung des grötzten politischen Vereines stets Gelegenheit geben soll, die groben Fragen des Judentums zu besprechen. Der Bericht beweise, datz der Schwerpunkt der Tätigkeit der „Union" auch im letzten Jahre im Rechtsschutze gelegen sei, welcher wie immer die grötzte Anerkennung verdiene. Es sei auch rühmend hervorzuheben, datz eine Reihe interessanter Vorträge veranstaltet wurde. Hingegen werden im Berichte jene allgemeinen politischen Fragen, welche das Judentum berühren. nur angedeutet. Redner verweist auf den starken jüdisch-nationalen Pulsschlag in Galizien, wo er in den letzten Wochen geweilt hat, und meint, datz durch starke Betonung des jüdssch-nationalen Gedankens die Provinz, in welcher ein grotzer Teil der Lräfte der „Union" liege, in erhöhtem Matze interessiert werden könnte. Redner gibt zum Schlutz dem Wunsche Ausdruck, datz der Vorstand den Gedanken der jüdischen Solidarität stärker betone und sich mit der jüdischen Volksbewegung näher befasse. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden die Herren Lommerzialrat Eduard D o c 1 o r und Dr. Jakob O r n st e i n wieder- und Herr Stadtbaumeister Melcher neugewählt. Ebenso wurden die bisherigen Revisoren Ignaz Simon und Josef Fuchs in ihrer Funktion bestätigt. Unmittelbar nach der Generalversammlung trat der Vorstand zu einer Sitzung zusammen, in welcher Herr Sigmund Mayer neuerdings zum Präsidenten, die Herren Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Jakob Ornstein und kais. Rat Wilhelm Anninger zu Vizepräsidenten. die Herren Julius Granichstädten und Stadtbaumeister Edmund Melcher zu Schriftführern und Herr Richard T e w e l e s zum Lassier gewählt wurden. vom ZabrrnarKt des Lebens. Neue Gutachten über das Schächten. Der Verband der Deutschen Juden hat eine grotze Anzahl neuer Gutachten über das Schächten, gesammelt von Dr. Hirsch Hildesheimer, herausgegeben. Name und Stellung der Gutachter ist darin interessant und beachtenswert, der Wortlaut der mitgeteilten Gutachten zu gunsten des Schächtens alle Scheingründe gegen dasselbe unwiderleglich zurückweisend. Aber auch die bereits vor der neuen Sammlung erstatteten und veröffentlichten Gutachten von Autoritäten werden in der jetzigen Schrift gegen antisemitische Anfechtungen wirksam verteidigt und in ihrer vollen Geltung aufrecht erhalten. Unter diesen Einwendungen steht die Behauptung an erster Stelle, datz diese Gutachten angeblich allesamt „vor Erfindung und Einführung der neueren Betäubungsapparate" abgegeben und darum heute „gänzlich veraltet und nicht mehr in Betracht zu ziehen" seien. Bis zum Erweise des Gegenteils, d. h. erst nach einer ganz ausdrücklichen entgegengesetzten Erllärung, ist doch wohl als selbstverständlich anzunehmen, datz ein gewissenhafter Sachverständiger, bevor er urteilte. sich über alle zurzeit der Abgabe seines Gutachtens vorhandenen Betäubungs-Instrumente unterrichtet hat. Nun ist die Schlachtmaske um das Iabr 1870, der erste Schutzapparat anfangs 1880 in den Hm:-