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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-04-23 · 17 (23.4.1909) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
17 (23.4.1909)
Date
1909-04-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 17 Hr. Blochs Wochenschrift. Seite 3d7 London. In einem Interview mit dem Zionisten Mr. Norman Be'ütw ich, das im „Jewish Chronicle" Rechte und Pflichten als englische Bürger erfüllen. Daher sMd die Besorgnisse, die wir zum Ausdruck gebracht haben, ernst und schwerwiegend?" . am 26. März erschien, fand sich folgende Stelle: E) ..Fühlen die zionistischen Studenten, datz sie sich vollständitz mit der englischen Nation identifizieren können?" (Antwort des Mr. Norman B e n t w i chl: „Sie fühlen, datz dies für sie als Juden nicht möglich ist. Sie können in ihrem Denken nicht so ganz Engländer sein, wie diejenigen, die von englischen Ellern geboren sind und die von Vorfahren abstammen, die ihr Blut mit anderen Engländern seit Generationen vermischt haben. ... Es hat keinen Zweck, diese Tatsache zu verheimlichen. Mir scheint es unmöglich zu sein, die Religion von der Nationalität im Judentum zu trennen." Gegen diese unbegreiflichen Aeutzerungen haben hervorragende englische Juden, wie I. G o l l a N c z. Isidore Harris, Laurie Magnus, Sir Philip Magnus. C. G. Montefiore, R. M. Sebag Montefiore, Leopold Rothschild, Oswald John Simon und verschiedene andere folgende geharnischte Erklärung erlassen: 1. Wir beklagen aufs tiefste die Behauptung, „datz Juden in ihrem Denken nicht ganz Engländer sind und es nie sein können". Wir erheben Protest gegen den Anterschied der zwischen Juden und Personen, „die von englischen Eltern geboren sind", gemacht werden. Denn Wir behaupten, daß Juden Engländer sein können und sind, wenn sie von englischen Eltern geboren sind, auch wenn ihre Eltern Juden sind. Wenn ein Fremder naturalisiert worden ist, dann ist er ein Engländer in seinen Rechten und Pflichten, und wir erachten es als seine Pflicht, darauf zu hallen, datz seine Linder als Juden „in ihrem Wirken, Streben und Eifer genau wie diejenigen sind, „die von Vorfahren abstammen, die ihr Blut mit anderen Engländern seit Generationen vermischt haben". 2. Wenn wir auch verschiedene Auffassung vom Judentum haben, darin stimmen wir alle überein, datz wir die Annahme zurückweisen, datz das Judentum seinen Anhängern nicht gestattet, „ganz Engländer zu sein in ihrem Denken." 3. Wir betrachten es als eine Gefahr, datz die von gebildeten Juden herstammende Generation in Ansichten bestärkt wird, die dazu führen müssen: a) sie den anderen Engländern zu entfremden, b) die Grundlage der Beweisführung zu zerstören, die zum Beispiel von Lord Macaulay aufgestellt worden ist und auf das Gesetz für die Emanzipation der Juden sich stützt, c) mit Wahrscheinlichkeit Mitztrauen bezüglich des Patriotismus der englischen Juden Hervorrufen wird bei allen Gesellschaftsklassen und besonders bei den arbeitenden Klassen, unter denen die jüdischen Einwanderer ihr Fortkommen suchen müssen. 4. Wir konstatieren gern, datz auch Studenten, die den zionistischen Bestrebungen folgen, sich nicht „als eine andere Nation, abgesondert vom englischen Volke betrachten", und datz sie bereit sein wollen, „voll und ganz ihre Rechte und Pflichten als englische Bürger zu erfüllen". Aber wir möchten feststellen, datz diese Zugeständnisse tatsächlich keinen richtigen Wert haben. Denn wir Hallen es nicht für logisch, datz die Personen, die „Rechte und Pflichten als englische Bürger verlangen", in dem gleichen Atemzuge behaupten, datz „sie sich nicht gänzlich mit der englischen Nation identifizieren können" und „in ihrem Denken nicht ganz Engländer sein können". Wir befürchten, datz andersgläubige Engländer nicht volles Vertrauen zu der zukünftigen Betätigung derjenigen Männer haben werden, die in diesen Ansichten grotzgezogen worden sind, und die so „ihre Der dänische Bischof D. <5. Monrad über die Juden. Der dänische Bischof D. G. Monrad schreibt in seiner Schrift „Gegenrede des Liberalismus auf Bischof Martensens soziale Ethik": „Martensen macht darauf aufmerksam, datz die Juden ihre Nationalität als eine königliche betrüchten. zu der alle anderen Nationalitäten in einer Art Väsallem Verhältnis zu stehen hätten. Ich pflichte dieser jüdischen Anschauung bei, bbgleich ich sie zum Teil auf andere Erüüde stütze als die Juden. Das jüdische Volk ist nicht allein merkwürdig, es ist ganz und gar einzig dastehend. Die Juden sind in unserer Mitte und legen, nicht durch ihr Bekenntnis» wohl aber durch ihr Dasein Zeugnis von der Wahrheit der Offenbarung ab. Man hat mir gesagt, dast Judenblut stärker sei als jedes andere Blut, dätz inMischehen der jüdische Völkstypus wett kräftiger durchschlage als jeder andere Völkstypus. Wenn man die geringe Zahl der Juden bedenkt und dann erwägt, wie viele sich zu Einflutz und Bedeutung in der Gesellschaft emporringen, so kann man nicht umhin, die Ueberlegenheit der jüdischen Nationalität anzuerkennen. Denkt nur. wenn Dänemark zu gründe ginge, wenn die Dänen als Sklaven verkauft und in der ganzen Welt verstreut würden. wie lange würde es wohl währen, bis jede Spur der dänischen Nationalität verschwunden wäre? Aber über achtzehnhundert Jahre ist es her, seit Jerusalem eingenommen, der jüdische Staat vernichtet und die Juden in der ganzen Welt verstreut wurden, und noch heutigen Tages besteht die jüdische Nationalität. Ist das nicht merkwürdig? Wenn wir düs sehen, sehen wir nicht mit eigenen Augen ein Wunder? Woher kommt das? Weil die Juden das auserwählte Volk Gottes waren Man könnte vielleicht einräumen, datz die Juden das auserwählte Volk Gottes gewesen seien, dann gber fragen, ob sie nicht durch die Kreuzigung des Erlösers die Herrlichkeit verscherzt hätten und die Kinder dek VerdaMchnis und des Zornes Gottes geworden wären. Lassen wir den Apostel Paulus diese Frage beantworte''. Er schreibt in dem Briefe an die Römer: „Denn ich will Euch Brüder über dieses Geheimnis nicht in Unwissenheit lassen idamit Ihr nicht Euch selbst erhebet), datz die Blindheit einem Teile von Israel zuteil geworden, bis die Fülle der Heiden eingegangen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden. Sie sind zwar in Hinsicht des Evangeliums Feinde um Euretwillen: aber in Hinsicht der Auserwählung sind sie Lieblinge um der Väter willen: denn Gottes Gaben und Berufung gereuen Gott nicht." Rückberufung der Juden nach Spanien. Madrid. Seitdem vor länger als zwanzig Jahren der hochsinnige Senator Don Isidoro Lopez Lapuya mit flammenden Worten seine Landesgenossen aufgefordert hat, „die Schuld der Vergangenheit zu sühnen" und die Juden in ihre spanische Heimat, die sie hartherzig von sich gestotzen, zurückzurufen, hat diese Bewegung immer wieder warmherzige Befürworter gefunden. Wie sie berichteten, hat sich neuerdings der hochangesehene Arzt und Senator Dr. Angel Pulido an die Spitze der Bewegung gestellt, indem er in Wort und Schrift für die Wiedergewinnung der „Spanier ohne Vaterland" sich einsetzt. Erfreulicherweise gewinnen diese Bestrebungen, in deren Dienst sich namentlich die von der modernen Frauenrechtlerin Carmen de Burgas geleitete „Rivista Critica" gestellt hat. fortgesetzt an Anhängern, und

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