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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-04-16 · 16 (16.4.1909) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
16 (16.4.1909)
Date
1909-04-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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mi Seite 286 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 16 Gesamtzahl der Teilnehmer belief sich auf fast 30.000. — Für die armen Kinder der Brigittenau wurden an 6 Sonntag- Nachmittagen Kinderjausen veranstaltet, bei welchen insgesamt 2000 Kinder unterhalten, bewirtet und teils mit Spielwaren, teils mit Kleidern beschenkt wurden. Der Schlußabend gab den Besuchern der Toynbeehalle Anlaß, der Leitung in besonders herzlicher Weise Dank für das Gebotene zu zollen. Der Abend wurde von der jugendlichen Pianistin Helene Lampl eingeleitet, die in Kompositionen von Liszt, Chopin und Sauer ihre auszereiste Künstlerschaft erwies. Herrliche Stimmittel und treffliche Schulung zeigte Baronesse Ollersbach (Schule Miller) im Vortrage einiger Lieder und der großen Arie aus „Traviata". — Konzertmeister Salander erzielte mit dem Vortrage des so überaus schwierigen Violinkonzertes von BrahmZ stürmischen Beifall, der sich noch steigerte, als der Künstler Sarasates Zigeunerweisen zugab. — Reichliche Zugaben mußte Fräulein Lolly Lederer bringen, deren ernste und heitere Rezitationen von bester Wirkung waren. Der herrliche Tenor des Herrn Oberkantors Don Fuchs kam in Arien und Liedern zu prächtiger Entfaltung und löste hellen Jubel aus. Morris Rosenfelds Dichtung „Der Tränenmillionär" in der Vertonung von Wolf, die Herr Don Fuchs zugab, übte tiefste Wirkung. — Nunmehr ergriff der Obmann der Toynbee-Halle, Herr Dr. S a m u e l y, das Wort, um in einem kurzen Rückblick die Tätigkeit der Toynbee-Halle in der abgelaufenen Saison zu besprechen und dem Auditorium, das stets mit größter Aufmerksamkeit und wahrnehmbarem Erfolge den Vorträgen gelauscht, zu danken. Dr. S a m u e l y würdigte sodann die überaus hingebungsvolle Wirksamkeit des Obmann-Stellvertreters Herrn Karl Freund, der mit bewundernswertem Eifer die wirtschaftlichen Agenden führte und die Kinderjausen veranstaltete, und des Sekretärs Herrn Guido Fuchsgelb. — Obmann-Stellvertreter Karl Freund sprach dem Damenkomitee und den Teeftäuleins herzlichen Dank für ihr eifriges Wirken aus. — Mit rührenden Dankeskundgebungen der Toynbeehalle-Besucher fand der Abend seinen Abschluß. Sonuenthalgedenkfeier Die Wiener Jüdische Toynbeehalle veranstaltet Sonntag den 17. April, 7 Uhr abends, in ihrem Vortragssaale XX., Othmargaffe 46, eine Sonnenthalgedenkfeier. Am Vortragstische: Schriftsteller Adolf Gelber und Schauspieler Leo Connard. Austritte aus dem Judentum. Vom 4. bis 10. April 1909. Diamand Isidor. Dr., Advokaturs-Konzipient, geb. 12. September 1882, Wien, II., Kleine Schiffgasse 2. Eisler Anna, Maschinstrickerin, geb. 2. September 1882, Wien, XX, Hellwagstrasse 5. Fischer Resi, geb. Max, Verkäuferin, geb. 23. August 1866, Schaffa (Mähren), II., Castellezgasse 11.. Goldberger de Buda Louise Marie, Private, geb. 29. Oktober 1888, Wien, I., Zelinkagasse 2. Hahn Malvine, geb. Schmitz, Manipulantin, geb. 19. Juli 1885, Pressburg, III., Apostelgasse 4. Holzmann Sigmund, Kellner, geb. 27. November 1883, Fahndorf (N'iederösterreich), I., Petersplatz 9. Lichtenthal Selma, Artistin, geb. 17. Oktober 1881, Halle a./S. (Preussen), I., Brandstätte 5. Löw-Beer Oskar, Privatbeamter, geb. 17. Mai 1877, Wien, V., Schönbrunnerstrasse 85. Nemeti Alice, Private, geb. 22. Dezember 1887, Herkulesbad (Ungarn), VIII., Hernalser Gürtel 20. Scheiner Roza Machla Kim, Private, geb. 22. Juli 1879, Lemberg (Galizien), IV., Plösslgasse 1. Steinsberg Rudolf Erich, geb. 1. August 1884, Galatz (Rumänien), VI., Magdalenenstrasse 60. Töpfer Elsa, geb. 20. März 1876, Linz (Oberösterreich), I«, Wipplingerstrasse 20. Urmann Elimelech vel Eduard, recte Traub, Techniker, geb. 23. Juli, Czernowitz, IV., Waaggasse 19. Trieft. Unserm Rabbiner Herrn Dr. U. B r e t t h o l z ist vom Minister für Kultus und Unterricht der Titel Professor verlichen worden. Brüx. Gestern fand die Deloriernng des hochverdienten Vorstehers der israelitischen Kultusgemcinoe, Herrn J.-U.-Dr. Josef Spitz, mit dem Ritrerkr>.uze des Franz-Joseph»Ordens statt. Von einer öffentlichen Feierlichkeit wurde abgesehen, weil Herr Dr. Spitz nach längerer Krankheit sich in Rekonvaleszenz befindet. Herr k. k. Bezirkshauptman Dr. Siegel begab sich daher persönlich in die Wohnung des Herrn Kultusvorstehers und überreichte ihm mit einer Ansprache die Insignien der Allerhöchsten Auszeichnung. Die Repräsentanz der israelitischen Kultusgemeinde überreichte Herrn Dr. Spitz, der Stadtverordneter und seit 25 Jahren Kultusvorsteher ist, ein prachtvoll ausgestattetes Tableau, auf welchem die Photographien sämtlicher Mitglieder der Kultusrepräsentanz, des Rabbiners und des Oberkantors und das Bild des Jubilars gruppiert erscheinen. Driesch (Mähren . Wie uns berichtet wird, fand hier Sonntag, am 11. April, die Verlobung des Fräulein Rahel Stern, der Tochter unseres langjährigen Mitarbeiters, des verstorbenen Rabbiners und Schriftstelle.s Dr. M. L. Stern, mit Herrn Alfred Galandauer, Bankbeamten in Halberstadt, einem Sohne des verstorbenen gelehrten Rabbiners Heinrich Galandauer in Soborten, statt, zu welcher Feier sich die Mitglieder der altehrwürdigen Triescher Gemeinde vollzählig eingefunden hatten. Nach Bekanntgabe der Verlobung durch Herrn Kultusvorsteher Münch folgten Toaste und herzliche Worte der Beglückwünschung. Eine Aktion für Abbazia. Triest, 14. April 1909. In Bezug auf den „Aufruf" betreffend die Errichtung eines Friedhofes in Abbazia erlaube ich mir ergänzend zu bemerken, daß sämtliche Spenden und die Höhe der Beträge in den Spalten der „Oesterr. Wochenschrift" ausgewiesen werden. Hochachtungsvoll Prof. Dr. 11. Brettholz, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Triest. Verbot des Aufenthaltes von Juden in den kaukasischen Kurorten. Wie das „Berliner Tageblatt" aus Petersburg erfährt» ist auf Anordnung des zuständigen Gebietschefs in den kaukasischen Badeorten allen Juden der Aufenthalt für die laufende Badesaison untersagt worden. Auch wurde den jüdischen Musikanten die Teilnahme am Chororchester verboten. Feuilleton. Heinrich Heine in Knffeldorf. Von Wilhelm Schäfer. In der Bolkerstraße zu Düsseldorf steht ein enges Höschen mit grün gehaltenen Wänden und dem Geruch der kleinen Leute, und sehr seltsam ist es, dort an den blaffen Iudenknaben zu denken, der später „unsere Muttersprache mächtiger sprach, als alle unsere deutschen Müllers oder Schulzens", wie Richard Dehmel sagt. Nur schade, daß dieses Höschen fast von niemandem gekannt wird und daß die wenigen, die in Düsseldorf das Geburtshaus von Heinrich Heine suchen, sich mit der Marmortasel an dem Metzgerhaus vorn an der Straße begnügen. Denn nicht da vorn, sondern in dem zurückgestellten Hinterhaus soll nach der Ueberüeferung der Dichter geboren sein; und es ist wunderlich, wie anders das dem Gefühl eingehl. Schon manchem habe ich den Weg dahin gezeigt, aus der engen, schmuddeligen Bolkerstraße über die schwarzweißen Hausflurplatten und an der Glastür des Metzgerladens vorbei in den verlorenen grüngekalkten Hof, wo hinten quer das alte Wohnhaus steht. Ich sehe

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