Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 16 (16.4.1909)
- Date
- 1909-04-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 16 Dr. Blochs Wochenschrift. seile 285 Die Peffach Feiertage der Grenzsoldaten in Sarajewo. Wie Sie bereits wissen werden, kommt alljährlich den jüdischen Soldaten zu den Osterfeiertagen eine Unterstützung von seiten der braven jüdischen Zivilbevölkerung zu. Speziell dieses Jahr, wo die kritischen Zeiten für uns armen Soldaten gekommen find, war die Unterstützung eine hervorragende. Alles, was in Sarajewo Hände und Füße hatte, opferte sich Tag und Nacht, um den jüdischen Soldaten recht angenehme Feiertage zu bereiten. Es wurden zirka 300 Soldaten in jeder Hinficht aufs befriedigendste bewirtet. Ich und ein Kamerad sind sogar von Jablanica, das sind 6 Stunden von Sarajewo entfernt, nach dort abgegangen, um die Feiertage und den Gottesdienst dort zu verrichten. Wurden jedoch sofort von einem Herrn namens Jsak G. S a l o in samt meinem Kameraden aufgefordert, ihm in seine Wohnung zu folgen, um die Feiertage dort zu verbringen. Auch viele andere Familien taten dasselbe. Bevor ich jedoch weiter berichte, muß ich erwähnen, daß der Leiter der Feiertage eben der Herr Jsak G. Salom war. Herr Salom verdient den äußersten Dank, denn er opferte Nächte für diese Aufgabe und wurde ihm bereits in meiner Gegenwart vom Sarajewoer Offizierskorps für die Aufopferung herzl'chst gedankt. Als wir von Sarajewo nach Jablanica abgiiigen, wurden wir abermals von feiten seiner lieben Gemahlm mit Geschenken bet eil'. Indem ich im Namen aller Miichen Grenzsoldaten üir die gefällige Aufnahme in Ihrem geschätzten Blatte QÜt'g't danke, znchnet mit besonderer Hochachtung Emavu'.l B f e f f e r k o r n, Grenzsoldat in Jablanica (Herzegowina). Jablanica, am 12. April 1909. Wien-Ottakring. Der Obmann des Betbau' Vorstandes für den XVI. und XVII. Bezirk, Herr Eduard Pollitzer, feiert demnächst das Fest der silberne« Hochzeit. Auf Initiative des „israelitisch e u Wähl er vereines" hat sich ein aus allen Schickten der Bevölkerung zusammengesetztes Komitee, dem die Herten Drnka Kay, Urbach, Stein, Schickler, Dr. Deutsch, Goldblatt, A. Kohn, Drab und Blau angehöreu, gebildet, das diesen Anlaß benützen will, um dem Jubilar in Anerkennung seiner hervorragenden Bcrdienste um das Wohl unserer Gemeinde eine besondere Ehrung zu bereiten. Leseu. Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien. IX., Hörlgasse II. Zum Tode Sonnenthals. „ . . . . Auch um die „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in W'en" hat sich der verewigte Künstler sehr g^oße Verdienste erworben. Als Ehrenmitglied dieses akademischen Vereines förderte er ihn nicht materiell in he; vorragender Weise, sondern vergrößerte seine Bibliothek durch bedeutende Spenden um ein Beträchtliches, hielt Vorträge und war stets gerne mit Rat und Tat zur Hand/" Die Lese- und Redehalle gab in einem warmen Beileidsschreiben an die Familie Sonnemhals seiner tiefen Trauer Ausdruck: „ . . . Die jüdische Studentenschaft beklagt den unersetzlichen Verlust ihres treuen, verdienstvollen Freundes und Förderers, einer der größten Männer ihres Volkes ..." Am Leichenbegängnisse nahmen in Vertreiung des Vereines die Herren tsetrn. Karl Sabvrsky und für. Fritz Oberländer teil und legten einen einfachen Kranz mit blau-weißgoldener Schleife am Sarge nieder. Derselbe trug die Inschrift: „Dem verdienstvollen Freunde und Förderer, — dem großen jüdischen Künstler. — Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien." Am Grabe selbst hielt Herr jur. Fritz Oberländer folgenden tiefgefühlten Nachruf: „Unsägliche Trauer erfüllte die jüdische Studentenschaft, als sie von deinem Heimgange erfuhr, verklärter Meister! Wir haben in dir nicht nur den großen Künstler auf immer verloren, sondern auch einen der treuesten, opferwilligsten und verdienstvollen Freunde und Förderer unser.w Bestrebungen. Du warst uns stets ein treuer Berater in schwerer Zeit und hattest für uns immer ein offenes, warmfühlendes Herz. Traurig haben wir dich auf deinem letzten Wege begleitet, mit tiefster Trauer im Herzen nehmen wir Abschied von dir auf immer! Ruhe sanft, verehrter Meister! Dein Andenken sei uns heilig!" ÜB’eit. In der zweiten Hälfte April beginnt an den Fachschulen des M ä d ch e n - U n t e r st ü tz u n g s-V e r e i n es ein Kurs für M a f ch i n n ä h e n, -stopfen und -sticken. Aufnahmsbewerberinnen, mittellose israelitische Mädchen, die der Schulpflicht genügt haben, können sich unter Beibringung ihr-s Geburts- und Schulentlassungs-Zeugnisses in der Schnlkanz'ei. II., Pillersdorfgaffe 8, melden. (Montag und Mittwoch vormittag von 10 bis 12 Uhr.) Wien. (R a b b i n e rw a h l.) Der Vorstand des .. Israelitischen Tempel- und Schulvereines", VI., Stnmpergasse, dessen Raln biner. Ebrwüldeu Dr. S. Rubin einer Berufung auf die Lehrkanzel des sel. Lektors Friedmann Folge gab, wählte mit Stimmerieinhelli.- keit den Sechshauser Rabbiner Ehrwürden A. Fürst auch zu seinem Rabbiner. Herr Rabbiner Fürst wird nunmehr an beiden Synagogen amtieren. Israelitischer ähL^rvereirr. Am 31. A:ärz d. I. fand in F. Horvaths Restauration, XVI., Hubergasse, die erste ordentliche Generalversammlung biene Be reines statt und wurden folgende Herren in den Vorstand gewäbl! : B. Trnka, A. Gold blatr. Rudolf Urbach, Adolf Kohn, M. Pick, Josef Weift. A. Hahn, O. Katz, Blau, §. Naumann, G. Drab. Jak. Kohn. Die Versammlung, weiche sehr stark besucht war und durch die Anwesenheit der Obmänner und Vorstände der verschiedet ui humanitären Jnstitulionen und religiösen Korporationen auegezeichmi war, anerkannte wiederholt das erfolgreiche Wirken des israelitisch i Wahlervereines tu der letzten. Wahlkampagne. Das tatkräftige Eingreifen des Wählervereines hat lms Interesse der jüdischen Bevö.k.rnng im XVI. und XVII. Bezirk tut den Vorgängen in KnltnSangelegenbeiten geweckt. Der Vorstand des israel tischen Wäh'.ervcreines bat es verstanden, durch sein kluges, taktisches Vorgehen bei der letzten Wahl sich die Sympathien der ganzen jüdischen Bevölkerung unseres Bezirkes zu erwerben und viele früher dem Vereine noch fernstehende Kreise sind zur Ueberzeugung g langt, daß seine Tätigkeit im Interesse aller Inden gelegen ist. Mit der Erteilung des Absolutoriums an den Vorstand enbttc in vorgerückter Stunde die Generalversammlung. Wien. (Indischer Kolonisationsverein.) Am 17. d. M. findet im Jüdischen Museum. 2. Bezirk, Praterstraße Nr. 28, von 11 bis 1 Uhr mittags eine Ausstellung von Plänen zur Anlage einer städtischen Kolonie nächst Jaffa in Palästina statt. Die Pläne, die vom Baura: S t i a ß n y verfaßt sind, umfassen einen Lageplan, eine perspektivische Ansicht, eine Kolonie, sowie Typen einzelner Wohngebäude und bleiben nur während der genannten Zeit zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. Wien. (Beth-Hamidrafch„Talmu d-T Hora". II.. M a l z g a s s e 16) Samstag, den 17. April 1909, findet im Lehrsaale Nr. 9, I. Stock, ein Vortrag des Herrn Prof. Moritz A n t s ch e r l statt. Thema: Ueber „P i u t i m" oder die liturgischen Feiertagsgesänge. Jüdische Toynbeehalle, Wie», XX., Othmargasse -16. Nach einem Zyklus von 145 'Abenden hat die Jüdische Toynbeehalle am 3. April d. I. mit einem glanzvollen Konzerte ihre Vortragssaison pro 1908/9 beschloffen. Es haben in der Zeit vom 8. November 1908 bis zum 3. April 1909 an 95 Abenden populär-wissenschaftliche Vorträge, an 21 Abenden Bibelvorträge, an 23 Abenden K o nz e r t e, ferner 6 Elternabende stattgefunden und die