Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 16 (16.4.1909)
- Date
- 1909-04-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 284 Dr- Blochs Wochenschrift. Nr. 16 DLtti der Königin von Italien an die Minsker Zudcngemernde. Wie wir seinerzeit berichteten, hat die Minsker •jubettcjemeinbe nach bem großen Erbbebenunglück in Eübitalien einen Unterstützungsbeitrag von 1000 Lire bewilligt imb bic Summe an bie Königin von Italien abgeschickt. Dieser Tage erhielt nun bie Minsker Iubengemeinbe vom italienischen Ministerpräsibenten ein Schreiben, in welchem berselbe in sehr schmeichelhaften Worten ben Dank ber Königin von Italien für bie Spenbe bekanntgab. ^as katholische und das israelitische Luftschiff. Aus .Paris wirb uns berichtet: Der Erzbischof von Paris hat vor einigen Tagen in bem Aerobrom vöN llvisy auf Einlabung ber erst seit kurzem bestehenben Aviatikergesellschaft zwei Aeroplane mit feierlicher reli- Alöfer Zeremonie eingeweiht. Die beiben Aeroplane erhielten die Namen: „II be france" unb „Alsace". Bei bem dritten Aeroplan, ber einem Israeliten gehört, entfiel bie religiöse Zeremonie. Es ist bies ber erste Fall, batz ein Luftschiff auf solche Weise eingeweiht wirb. Also nicht nur auf Erben, sonbern auch in ben Lüften soll fortan Ungleichheit herrschen unb selbst „über allen Wipfeln" gibt's keine Ruh". Schwere Lage der Juden in Bemen. Aus Konstantinopel wirb berichtet: Aus Bernen, woselbst sich bie Araber in Aufruhr befinben, kommen täglich Nachrichten über Verfolgungen, benen bie Iuben seitens ber Araber ausgesetzt sinb. Unter ben Iuben herrscht große Aufregung. Vor einigen Tagen erhielt ber Minister bes Innern vom Großrabbiner von Deinen eine im energischen Töne gehaltene Beschwerde, in welcher ausgeführt wirb, baß es eine Schmach sei, baß es in ber Aera bes Rechtes unb ber Gleichheit, bie jetzt im Reiche herrsche, geduldet werbe, baß in einer türkischen Provinz bie Iuben bedrückt und verfolgt werden. Der Grotzrabbiner steift nun das Ersuchen, die Regierung möge energische Maßnahmen treffen, damit dieser widerrechtliche Zustand ein Ende nehme und sich nicht mehr wiederhole. Deutscher Gesellig-Wissenschaftlicher Berei«. In der letzten Versammlung des „Deutschen Gesellig-Wissenschaftlichen Vereines" hielt Herr Dr. Jakeb Tarlau den angekündigten Vortrag über „Das Wunder in der Bibel". Der Vortragende sah davon ab, den Gegenstand theologisch zu behandeln und arbeitete das Thema philosophisch und physiologisch aus und lieferte einen Beitrag zur Geschichte des Spiritualismus und seiner Entwicklung. Au die Berichte übernatürlicher Ereignisse in der Bib I onknüpfend, versuchte er zu erklären, in welcher Weise die spirituelle Evolution der Menschheit vor sich gegangen ist, und schilderte, wie im Uranfange die Beziehungen der geistigen und körperlichen Welt naiv, einfach, ungebrochen und nnverwischt sind, wie das Geschöpf dem Schöpfer, der Mensch Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht, wie dann später Verhüllungen und Verschleierungen die Stelle dieser ersten kindlichen Perzeption eiunehmen, wie Engelsboten, Träume, Visionen und schließlich die Propheten die Marksteine sind in dieser geistigen Entwicklung, und wie zuletzt alle diese einzelnen Strahlen zu einem großen Gesamtlichte vereinigt werden und am Ende der Mensch die Beziehungen der beiden Welten klar und unverdunkelt wiederfindet, aber nicht als äußerliches Schauspiel, als Wunder, sondern als innerliches Erlebnis, als das Wunderbare. Der Vortrag fand bei den zahlreich erschienenen Mitgliedern und ihren Gästen ungeteilten Beifall und Anerkennung und rief eine anregende Diskussion hervor, an der sich Frau Dr. Gold und die Herren Jos. Friedman«, E. Bernage und Präsident Großmann beteiligten. Im geselligen Teil dcs Abends erfreute Frau Dr. Tarlau, die Gemahlin des Vortragenden, die Anw-ünden mit der Rezitation mehrerer ihrer wahrhaft entzückenden dichterischen Produktionen. Sie gab unter Anderem den erklärenden Text zu einer Pantomime, die schon vor Jahren bei ihrer Aufführung in Wien Aufsehen erregt hat, ein hochmodernes lyrisches Gedicht und ein aus dem Orientalischen übersetztes Gebet und packte die Versammlung mit jeder einzelnen ihrer Leistungen. „Staatszeitung". Vermischtes. Spendenliste für die Plenarsitzung am 21. März 1909. Sammlung des Herrn Leopold Klein zum Baufonde des israelitischen Knabenwaisenhauses in Wien . . , . , L 502.50 und zwar von: Leopold und Adele Klein Kronen 50.—, Fa. Alois Lemberger 50.—, Max Scherer & Co. 20. - , Julius Bendix Söhne, Berlin 20.—, Sandor Flaschner 10. — , Hugo Mensch 10.—, Fa. Lederer u. Wolf 50.—, Hugo König, Brünn 10.—, Rud.tf Winternitz & Co. 10.—, Julius Eisner 10.—, S. Mannheit 10.—, Josef Karpeles 10.—, Edmund Reumann 10.—, Felix Wohlmnth 5.—, Kranzthor li. Roth 5.—, Kart Neugebauer 5.-^-, Lurie & Bauer 10.—, Tischgesellschaft Restauration Köpf (Mayer, Kantor, Popper, Bäcker, Frankl, Monti, Goldschmidi) 10.—, Gustav Schlesinger 10.—, Dr. Heinr. Stransky 8.—, D. Müller L Co. 10.—, S. B. & S. 5.—, Julius Blum 5 —, L. Selinger 2.—, Adolf Pöchacker 5.—, Karl Stumm 2.—, Hermann Neumann, Budapest 1. —, Willi Deutsch 2.—, Max Kohn August Lonsky, Neutitschein 5.-, N. I. Elsinger & Söhne 10.—, Ferdinand und Leopold Bauer 2.—, Adolf Pasch 3.-, Ignaz Geirinaer 2.-, Leo Freyberger 2. -, Theodor Löss 3.—, Moritz Frey 1.—, Bensch Josef 1.—, Richard Klein 5.- , Hedwin Klein 5.—, Otto Klein 5.—, I. S. 5.—, W lhelm Gärtner 1.50, Moses Güntner 1.—, Emil Löwenthal, Brünn 10.—, Philipp Kohn 10.—, Paula Korst 20.—, A. S. 1.—, A. Z. 1.—, R. 1—, Albert Roth 1.—, Jakob Allerhand, Neutitschein 5.—, Jakob Bäcker 5.—, P. 1.— , Emil Wolf >.—, Kamilla Sclimeidler 1.—, Leopold Ktinger 2.—, Hielte & Wünsche 5.—, Hochmaun 2.—, Hielle L Hampel 2.—. R. H. 3.—, Pachner L Schlesinger 2. - , Stieglitz Ludwig 1.—, Emanuel Blumenthal 4.—, Arthur Blumenthal 3.—, Olga Blumenrhal 3.—, Rosa Hochmauth 2. , Josef Beer 2.—, David Steiner 2.—, Dr. Siegfried Spitzer jun. 10.—. Von Herrn S. Heit: für Chewra-Kadischa.K 100.— „ Handlungskrankenvereiu. >00.— „ Frauen verein, I. Bezirk.. -^0.— „ Frauenlo t.. 50 — „ Hospital, Gleichenderg. 50.— „ yirnicnmiftalt.50.— „ Versorgungsanstalt.5:;.— „ B.thauspersonale, I. Bezirk .... . „ 50.— „ 500.— Purim-Spende für Waisenkinder von den Schülerinnen der I. Klasse des Cottage-Lyzeums ... 12.60 Von Herrn Anton Winter zur Verteilung an Arme am Todestage seiner Mutter, Rosalia Winter s. A. . . . „ 100.— Von Herrn Anselm und Frau Amalia Wechsler zur Verteilung an israelitische Arme am 10. März d. I. . . „ 130.87 Von Herrn Alexander Ambes für das Sicchenhaus . . . „ 20.— Von Herrn Rudolf Gärtner noe. der Fa. Heeg L Friedmann für verlassene Kinder.. 20.— Von Herrn T. W., XX., Jägerstraße für die Jeiteles- Pslündnersliftung .. 10 — Von Herrn Josef Zuleger für arme russische Juden . . . „ 8.— Von Herrn Josef Hoffmann für russische Juden . ... . „ 6.— Von Herrn Dr. Adolf Bachrach, k. k. Regierungsrat, für die Versorgungsanstalt.. „ 100.— Von Herren Ernst Simon, Ernst Götzel. Max Frank als Kranzablösungsspende für weiland Herrn Carl Seligmann je X 20.—.. 60.— Aus dem Nachlasse des sel. Herrn Abraham M. Elias zur Verteilung an jüdische Arme.... „ 2000.— Bon einem Anonymus für die Jeiteles-Pfründnerstiftung. „ 20,— Bet Hawidrasch „Montefiore". II., Taborstraße 38. Von Sonntag den 18. d. M., abends 7 Uhr, angefangen allabendlich Vortrag des Herrn Rabbiners Schönfeld. Der Midrasch rabba zu Megillath Ruth.