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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-03-19 · 12 (19.3.1909) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
12 (19.3.1909)
Date
1909-03-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 12 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 2G7 führung dieses Projektes ist gewiß nicht Sache des Kultusvorstandes, sondern einzig und allein derjenigen jüdischen Finanzkreise, die für die Hebung der ökonomischen Lage der Judenschaft Herz und Verständnis haben, und an diese waren meine Ausführungen adressiert. I. Erobtuch. Professor Dr. Benedikt als Doppeljubilar. Der Abteilungsvorstand an der Allgemeinen Poliklinik und emeritierte Professor der Elektrotherapie und Nervenpathelogie an der Wiener Universität Dr. Moritz Benedikt begeht in nächster Zeit sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum, zugleich jährt sich auch Heuer zum vierzigstenmal der Tag seiner Ernennung zum außerordentlichen Prof-.ffor an der Wiener Universität. Professor Benedikt ist am 6. Juli 1835 in Eisenstadt in Ungarn geboren und studierte an der Wiener Universität unter Hyrtl, Brückl, Oppolzer, Arlt und Rokitansky Medizin. 1859 wurde er zum Doktor der Medizin und Chirurgie promoviert und im Jahre 1862 habilitierte er sich als Privatdozent für Elektrotherapie und Nervenpathologie. 1869 wurde er zum außerordentlichen Professor dieser Fächer an der Wiener Universität ernannt. Der Jubilar ist auch Ehrendoktor furis utrlusgas der Universität Glasgow, Ehrenmitglied der königlichen Akademie der Medizin in Rom und Neapel, ferner Ehrenmitglied ärztlicher Vereinigungen in Paris, Kiew, Florenz, Moskau, Petersburg, New-Iork, Odessa, Konstantinopel und Dresden und Besitzer der Kriegsmedaille. Der Gelehrte hat sich besonders im Anfänge seiner wissenschaftlichen Laufbahn nicht nur mit fachschriftstellerischen Arbeiten, sondern auch eingehend mit der modernen Literatur beschäftigt. Diesem Studium entsprang auch sein Erstlingswerk, das im Jahre 1854 unter dem Titel „Studien über österreichische dramatische Dichter" in Wien erschien. Professor Benedikt befaßte sich auch eingehendst mit dem Studium der Schädelbildung bei Verbrechern und hat die Erfolge dieser Studien in seinem 1876 veröffentlichten Werke „Anatomische Studien am Vcrbrechergehirn" zusammengefaßt. In akademischen Kreisen werden besondere Ehrungen für den Jubilar vorbereitet. Det Kaiser im Weyrmgerhof. Se. Majestät der Kaiser hat Donnerstag den 11. d. M.. Nachmittags, das Atelier des greisen Bildhauers Christoph Josef Erl er im 4. Bezirk, Weyringergasse 37, besucht und dessen neuestes Werk, das Denkmal für die Freiheitskämpfer des Jahres 1809 aus der Vaterstadt des Künstlers, Kitzbühel in Tirol, besichtigt. Das Denkmal, das bis auf den Guß vollendet ist, stellt die markige Gestalt eines Tirolers in der alten Kitzbüheler Tracht dar, der das Gewehr in der Hand, auf einem Felsblocke stehend, nach dem Feinde auslugt. Schon einige Tage vorher war das Monument zur Besichtigung ausgestellt, und Ihre k. u. k. Hoheiten Herr Erzherzog Franz Ferdinand d'Este und Gemahlin, sowie Herr Erzherzog Rainer hatten es bereits besichtigt. Se. Majestät der Kaiser fuhr in geschlossener Hofeguipage mit dem Flügeladjutanten Frh. v. Bronn in das Haus, einem mächtigen Neubau mit großem Garten hinein und wurde vom Bildhauer Erl er, sowie von dem Hausbesitzer Herrn Jakob S. Stratzberg, mit den Worten empfangen: „Als Besitzer des Hauses gestatte ich mir, Ew. Majestät in tiefster Ehrfurcht auf das herzlichste zu begrüßen." Se. Majestät dankte und begab sich söbann in das Atelier, wo die Tochter des Künstlers, Frl. Mitzi Erler, mit einer kurzen Ansprache dem Monarchen ein Bukett überreichte, das dieser huldvollst entgegennahm. Se. Majestät besichtigte sodann das Denkmal, das auf ihn den besten Eindruck machte. Se. Majestät spendete dem Künstler sein vollstes Lob, wendete sich auch noch den anderen Werken des Künstlers zu und erkundigte sich schließlich noch in liebenswürdigster Weise nach der Familie des greisen Meisters. Hierauf wendete sich Se. Majestät zu Herrn Straßberg und fragte ihn: „Sie sind der Besitzer des Hauses? Gehört der rückwärtige Trakt auch dazu? Sind Sie Bauunternehmer? Haben Sie das Haus selbst gebaut?" Herr Straßberg beantwortete jede Frage, und als er hinzufügte, daß er seit vier Jahren sein Gewerbe aufgegeben habe und an der Wiener Universität Philosophie studiere, gratulierte ihm der Monarch in huldvollster Weise. Se. Majestät verabschiedete sich nunmehr und meinte noch im Weggehen zu Herrn Straßberg: In letzter Zeit ist auf der Wieden viel gebaut worden." Unter den brausenden Hochrufen des zahlreich ange^ammelten Publikums fuhr nun Se. Majestät nach Schönbrunn. Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen. Ausweis über die Hilsstätigkeit des Verbandes in der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Dezember 1 '08. Ansuchen wurden einaebracht von.647 Petentinnen Hievon wurden zur Unterstützung bewilligt .... 601 „ und abgewiesen.•.4 6 „ Die bewilligten Unterstiitz-angsfälle verteilen sich auf die einzelnen Monate wie folgt: Jänner 1908: 59 Petentinnen Februar 49 „ März „ 56 „ April 47 „ Mai „ 48 „ Juni „ 48 „ Juli „ 60 „ August „ 41 „ Sevtember 43 „ Oktober 34 „ November 52 „ Dezember „ 64 » Die bewilligten Unterstützungsfälle verteilen fick auf die einzelnen Bezirke, beziehungsweise Verbandsvereine wie folgt: I. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein . . . 2 Petentinnen II. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein für Hausarme .70 II. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein „Zuflucht" l30 *11. u. X. Bezirk: Frauenwohltätigkeitsverein „Providentia" . 31 „ IV. n. V. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein für die Bezirke IV u. V .... . . . 9 „ VI. u. VII. Bezirk: Jsr. Franenwohltätigkeitsverein für die Bezirke VI u. VII.... 13 „ VIIf. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein „Josefstadt" .... -. 3 IX. u. XIX. Bezirk: Jsr. Frauenwoh tätigkeitsverein ..Frauenhort".. XI. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein „Simmering" . XII. bis XV. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsveretn im Bezirke Sechshaus.3^ XVI. u. XVII. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein für die Bezirke XVI u. XVII . 26 XVIII. Bezirk: Jsr. Frauenwohltätigkeitsverein für den XVIII. Bezirk.. . - 1 XX. Bezirk: I. Brigittenauer isr. Franenwohltätigkeitsverein. XXL Bezirk: Jsr Franenwohltätigkeilsverein „Floridsdorf" . 5 Von den verschiedenen Arten von Hilstkeiitung wurden bewilligt : Gelduntcrstützungen an. »56 Petentinnen Bettwäsche an. ö Leibwäsche an.H Kindswäsche an. 348 „ Gebutshilfliche Utensilien an. 322 „ Honorierung von Hebammen an.• 434 „ Honorierung von Aerzten an.„ Honorierung von Pflegerinnen an.70 „ Kotten der Hilfstätigkeit des Verbandes im Jahre 1908: K. 22.381.29. An die vom Verbände u n t e r st ü tz t e n Wöchnerinnen wurde nebst den Gaben aus Verbandsmitteln überdies gewätrt: 1. G e l d u n t e r st n tz u n g e n seitens der israelit'- s ch e n K u 1 t u s g e m c i n d e aus den in der Verwaltung derselben

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