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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-03-12 · 11 (12.3.1909) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
11 (12.3.1909)
Date
1909-03-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 11 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 193 und höchst interessante Unternehmen*) zu begrüßen, das in seinen erschienenen acht Bänden nicht nur seine literarische Berechtigung, sondern seine unbedingte Notwendigkeit nachgewiesen hat. Der Herausgeber dieser Sammlung, der mit feinem, künstlerischem Verständnis seit Jahren an der Einführung unserer östlichen Literatur arbeitet, hat hier wieder eine Zusammenstellung gebracht, die von wirklicher Kenntnis unserer Literatur und gutem Geschmack zeugt. Die Meisterwerke jüdischer Novellistik des Ostens und des Westens sind harmonisch geeint und jeder Band ist ein abgerundetes Ganzes. Es ist gewöhnlich übertrieben, ist der Literatur von einem längstgefühlten Bedürfnis zu sprechen und in der Tat sind es die wenigsten Romane oder Novellen, die der Welt so viel geben, daß ihr Fehlen zu bedauern wäre. Bei uns Juden nimmt jedoch die Literatur als ein wichtiger Faktor unserer Kultur, die wir mit allen Kräften zu erhalten bestrebt sind, eine ganz ankere Stellung ein, unsere Literatur ist in den wenigsten Fällen nur Unterhaltungstektüre und ihre Probleme greifen so ins Weite, daß sie nicht nurden Konflikt Einzelner, sondern gewöhnlich den eines ganzen Volkes umfassen. Deshalb kann ich ruhig sagen, daß die vorliegende Sammlung ein längstgefühltes Bedürfnis erfüllt, indem sie einem ganzen Volle die Literatur gibt, die sein tiefstes Wesen berührt, die seine Eigenart erläutert und die seine moderne Bibel ist. Diese kleine jüdische Bibliothek, die hier geschaffen wurde, trägt scviel jüdische Geschichte in sich, birgt sooiele jüdische Traditionen, daß ihr Einfluß auf das Bewußtsein der jüdischen Masse ein ungeheuerer sein kann. Sie ist im gewissen Sinne Besitz, ein Besitz der jene Beruhigung gibt, die ein eigenes Heim hervorruft und für alle die Heimatlosen, deren Sehnsucht hinausgelt über die Grenze des bloßen und nackten Lebens, eine geistige Heimstätte, in der sie zu Hause sind. Das ist gewiß nicht zu unterschätzen. Der erste Bank bringt intereffante moderne Skizzen hervorragender Autoren, von denen ich hier nur B r o c i n e r, B u b e r, Ewers, Huldschi u er, Stetten heim, Turszinsky nennen will. Eine besondere Erwähnung verdient auch Hermann Menkes mit seinem „Liebesgarten", einer Novelle, so durchziltert von dem Hauche einer süßen und entsagungsvollen Melodie, von vermoderter Liebe und entschlafenem Gram, daß sie füglich die bcste Novelle dieses Bandes genannt werden kann und Marie Eugenie belle Grazie mit ihrer schweren und ernsthaften Skizze „Christus läuft . . ." Im zweiten Band herrscht M o s e n t h a l, der deutsche Jude, diesem Bande ist etwas von vergangener deutscher Romantik, seltsam gemischt mit jüdischen Konflikten. Es sind die Juden zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit einem deulschen Herzen, an denen nur mehr die Gewohnheit und Religion jüdisch ist. Der Dichter spielt mit dem Judentum, ohne eigentlich mehr von ihm zu empfinden als seine Aeußerlichkeiten. Dennoch sind diese Novellen für die Kenntnis des damaligen deutschen Juden von großem Werte und nicht zu cntbehren. Der dritte und vierte Baud ist dem Osten gewidmet. Hier lacht Scholem Alejchem sein herzhaftes, fröhliches Lachen, liier erzählt der vrachtvolle M e n d e l e M o ch e r S'f o r i m seine wunderbaren Judengeschichten. David Pinsky, I. L. Perrz, Abraham Reisen, M. S p e k t o r, die Rep äsentanteu der ostjüdischen^Literatur fehlen nicht und auch der sinnende Schalom Asch rst mit einigen nachdenklichen Geschichten vertreten. Es sind außerdem bereits vier Bände weiter erschienen und weitere zwei in Vorbereitung. Da der Herausgeber auch Sknzen jüdisch.n Inhaltes von Nichtjuden veröffentlicht, trifft man hier Namen wie Anatole France, Elise OrszeSko, Tschechoff, Gorki, Menard und viele andere. Die Sammlung schreitet unermüdlich fort und wird all das bringen, was sich mit dem jüdischen Problem beschäftigt und für dasselbe von Wert ist. Ueber die Grenzen aller Länder hinweg, allüberall wo Juden wohnen, holt es sich seine Beiträge und dient so nicht nur dem Interesse des Ostens oder des Westens, sondein der jüdischen Kultur überhaupt. Das ist eine Auf abe, würdig der Unterstützung jedes aufrechten Juden, der beim croßen Bau unserer geistigen Selbständigkeit Mitarbeiten will. So wird auch der „Jüdische Nc Vellenschatz" seinen Weg machen und in jedem Hause das werden, was er seiner Art nach ist: Eine gute jüdische Hausbibliothek. , Thekla Blech-Merwin. Kriefkasterr« A. S. Laut einer soeben ausgegebenen Statistik der englischen Bibelgesellschaft ist die Nachfrage nach Bibeln, besonders dem Alten Testament, in der jüngsten Zeit stark gestiegen. In der Zeit vom April bis November vorigen Jahres hat die englische Bibelgesellschaft „laut Gewicht" nicht weniger als 187 Tonnen Bibeln drucken lassen und an ihre Exposituren in der ganzen Welt verschickt. Die Bibel ist in 130 verschiedenen Sprachen erschienen. *) Jüdischer Novellenschatz. Berlin und Leipzig. Verlag von Hermann Seemann Nachfolger. Verlagsgesellschaft m. b. H. Als Herausgeber verantwortlich Dr. Julius Moses, Berlin. Rabiner I. Adler, Luze. Wir notieren hiermit ihre Richtigstellung: „Sig. Kornfeld ist in Goltsch-Jenikau, Böhmen, als Sohn des Mo itz Kornfeld, eines durch seine Bildung und Menschenfreundlichkeit hervorragenden Mannes, geboren. Auch seine Mutter war »ine intelligente, charakterstarke Frau. Sein Onkel war der weltbekannte Rabbi Aharon Kornfeld ^rr, ein Mann, der ob seiner Gelehrsamkeit und Bescheidenheit das größte Ansehen in ganz Israel genoß." T. S. Dem neuen Präsidenten des österreichischen Abgeordnetenhauses Dr. Pattai widmete einst Schönerer ein Sträußchen mit der Bemerkung: „Derselbe würde auch die Präsidentschaft der „Alliance Jsraelite" übernehmen, falls sich dies verlohnen sollte". Wie sich übrigens Dr. Pattai in einer Duellgeschichte gegenüber dem Dr. Jaques Fischer benahm, ist bekannt; erst anrempeln, dann bei der Advokatenkammer verzünden, hinterher sich der Forderung entziehen — das haben wir wiederholt in der „Oesterr. Wochenschrift" dokumentarisch festgelegt. Z. Korner, Wien. Der 23. September 1849 fiel weder auf den 1. noch auf den 2. Neujahrstag, sondern auf Sonntag den 7. Tischri. Notizen. Wiener Bankverein. Die n e u n u n d d r e i ß i g st e ordentliche Generalversammlung findet am 3. April 1909, um 11 Uhr vormittags, in Wien, I, Herrengaffe 8, statt. Verhandlungsgegenstände: 1. Jahresbericht des Administrationsrates. 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß pro 1908 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1908 (§ 58, üt. e der Statuten). 4. Wahl in den Administrationsrat. 5. Wahlen in das Zensoren-Kollegium und den Aufsichtsrat für die Filialen. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien samt Kupons bis spätestens 20. März d. I. in Wien bei der Liguidatur des Wiener Bank Verein (I-, Herrengaffe 8), in Aussig a. d. E., Bielitz-Biala, Besinn, Budapest, Czernotmtz, Friedek-Mistek, Graz, Karlsbad, Klagenfurt, Konstantinopel, Lemberg, Marienbad, Pilsen, Prag, Proßnitz, St. Pötten, Teplitz, Teschen, Villach und Wr.-Neustadt bei den Zweigniederlassungen des Wiener Bank-Verein, in Triest bei der Banca Commerciale Triestiua, in Berlin bei ver Deutschen Bank und der Dresdner Bank, in Dresden bei der Dresdner Bank und der Deutschen Bank Filiale Dresden, in Frankfurt a./M. bei der Deutschen Vereinsbank. der Deutschen Bank Filiale Frankfurt a./M. und der Dresdner Bank in Frankfurt a./M., in Stuttgart bei der Württembergischen Bereinsbank, in München bei der Deutschen Bank Filiale München und der Filiale der Dresdner Bank in München, in Zürich bei der Schweizer. Kreditanstalt und beim Schweizer. Bankverein, in Basel bei der Schweizer. Kreditanstalt, beim Schweizer. Bankverein und bei der Aktiengesellschaft von Speyr & Co. zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liquidatur in Wien in zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß § 54 der Statuten die Legitimationskarte für die Teilnahme an der Generalversammlung erfolgt, welche auf den Namen der Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Person oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. 8ubskriptions - Einladung. I nter Bezugnahme auf die Kundmachung Sr. Exzellenz des Herrn k. k. Kinanzministers wird der Betrag von X o m i iu 1 e 220,000.000 K r o n e n steuerfreier 4 prozentiger österreichischer Staatssehatzseheine zur Subskription aufgelegt. Die Subskription findet, von Dienstag, den 9. März 1909 angefangen, während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden statt: bei dem k. k. Postsparkassen-Amte in Wien und den von demselben zur Entgegennahme von Supskriptionen ermächtigten Sammelstellen (k. k. Postämtern), ferner in Wien bei S. M. v. Rothschild, bei der K. k. privilegierten allgemeinen österreichischen Bodenkreditanstalt, bei der K. k. priv. Oesterreichischen Kridetanstalt für Handel und Gewerbe, bei der Anglo- Oesterreichischen Bank, bei dem Wiener Bankverein, bei der Kail. kön. privilegierten üesterreichischen Länderbank, weiters bei den Zweigniederlassungen: der K. k. priv. Oesterr. Kreditanstalt l'ür Handel und Gewerbe in Bozen, Bregenz, Brünn, Feldkirch, Gablonz, Görz, Innsbruck, Karlsbad, Laibach, Lemberg, Mährisch-Ostrau, Olmiitz, Pola, Prag, Reichenberg, Teplitz, Triest, Troppau und Warnsdorf, der Anglo- Oesterreichisehen Bank in Aussig a. E., Bodenbach, Brünn, Prag, Teplitz, Tetschen, Trautenau und Triest, des Wiener Bankvereins in Aussig a. E., Bielitz-Biala, Brünn, Czernowitz, Friedek-Mistek, Graz, Karlsbad, Klagenfurt, Lemberg, Marienbad, Pilsen, Prag, Prossnitz, St. Pölten, Teplitz, Teschen, Villach und Wr.-Neustadt, der Kais. kön. privilegierten Oesterreichischen Länderbank in Graz, Prag, Schluekenau, Schönlinde und Weipert. Für die Subskriptioun gelten folgende Bedingungen: 1. Der Subskriptionspreis ist auf

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