Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 11 (12.3.1909)
- Date
- 1909-03-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 11 Dr. Blochs lagen genügend gewährleistet wird. Die Gemeinde Wien hat. für ihre Sparkasse diese Sicherheit geboten, indem durch Gemeinderatsbeschlutz die Haftung für alle Einlagen übernommen wurde. Was der Herr von Wien mit seinen Barrierestöcken durchgesetzt hat, das kann wohl dem Kullusvorstande nicht zugemutet werden. Der Plan, eine jüdische Sparkasse als G em ein de an st alt ins Leben zu rufen, erscheint aus den angeführten Gründen nicht durchführbar. Die matzgebenden jüdischen Finanzkreise mögen sich immerhin mit dieser Angelegenheit befaffeu uad wenn sie es für opportun halten, du« Projekt zur Ausführung bringen. Den Kultusvorstand und die Gemeinde lasse man hierbei aus dem Spiele. D r. A. B erg er. Die Generalversammlung des Vereines „Frauenhort" im IX. Bezirke, an dessen Spitze bekanntlich die Damen Rosa Zifferer als Präsidentin, Regine Köpft ein und Johanna Fröhlich als Vizepräsidentinnen, Frau Regine Bettelheim als Kassierin und Clotilde Benedikt als Schriftführerin wirken, fand am 7. März im Zeremoniensaale des Tempels im 9. Bezirke statt. Unter den Anwesenden bemerkten wir Herrn Salo Cohn als Vertreter der Kultusgemeinde, Herrn Gottlieb Bettelheim als Präsidenten der Bet Hatfillah, Herrn Gemeinderat A l l m e d e r als Vertreter des 9. Bezirkes, die Vorstände der Israelit i sch en All io n z, des Handwerkervereines, des Altersversorgungshauses, des Lehrmädchenhortes, des V e r e i n e s . f ü r Hausarme, der Zuflucht, der Vereine aus d e m 5., 6., 8., 13. und 20. Bezirk, Bezirksausschuß Pappenheim, Präsident B r o d, Rabbiner Dr. Gelbhaus, Dr. Bloch, Primarius D r. R o s e n f e l d, Baronin Rosa v. Gutman Frau Baurat v. G o t h h i l f, kais. Rat S t i a ß n y und ein distinguiertes Damenpublikum aus den Mitgliedern des Vereines. Frau Zifferer begrüßte die Versammlung und brachte ein soeben eingelangtes Allerhöchstes Dankschreiben Sr. Majestät des Kaisers für die. anläßlich der Jubiläumsjause des Vereines von 260 Schulkindern unterschriebene Huldigungsadresse zur Kenntnis der Versammlung, die sich bei dessen Verlesung von den Sitzen erhob. Die Präsidentin berichtete über die harten Kämpfe des Vereines, der wieder infolge der immer steigenden Armut seiner Schützlinge mit einem Defizit abschließt. .Hingegen hat der „Frauenhort" nach neun Jahren dank der munifizenten Fondsspenden Und Legate an die Errichtung seines Kaiser Franz- Joseph - Arbeiterinne n - Erholungsheimes noch im Jubiläumsjahre schreiten können und wird dasselbe in einet' sehr geräumigen Villa mit großem Waldkomplex in Geben st ein am 1. Juni eröffnet werden, das erste derartige Heim auf dem Kontinente, das Mädchen, die durch Arbeit und Krankheit in der Gesundheit herabgekommen find, völlig kostenlos einen vierwöchentlichen Aufenthalt bei vorzüglicher Verpflegung und frischer Gebirgsluft bieten wird. Nachdem Herr Dr. Alfred G l o g a u den Jahresbericht verlesen, dem wir entnehmen, daß der Verein im Laufe der letzten zwei Jahre auf Grund von 2 6 0 0 Recherchen dreitausend Familien unterstützt, 61 Wöchnerinnen verpflegt, 90 Arbeiterinnen in die Kolonien verschickt, 216 Kurunterstützungen gewährt und im Ganzen 131.895 Kronen verausgabt hat, wird auf Antrag der Herren Revisoren Ignaz Simon und Bezirksarzt Dr. Sch ne pp der Kaffenbericht und die Wiederwahl von vier besonders verdienstvollen Vorstandsdamen Emilie Q u i t t n e r, Helene G l o g a u, Martha S t i a ß n y und Therese Geisenheimer per Akklamation genehmigt, wofür letztere Dame im Namen der Uebrigen herzlichst dankt. Unter großem Beifall wird der langjährige Wohltäter des Vereines Herr Salo Cohn über einen von Frau Sofie Deutsch vorgetragenen Vorschlag des Vorstandes zum Ehrenmitgliede ernannt. Nachdem Herr Salo Cohn als Vertreter der Kultus- Wochenschrift. Seite ist gemeinde, Herr Bettelheim als Präsident des Tempelvereines im 9. Bezirk in herzlichster Weise dem Vereine und seiner Leitung ihre Anerkennung ausgesprochen hatten, beglückwünschte Herr K o p p st e i n den Verein zu seiner ausgezeichneten und hervorragenden Präsidentin. Frau Zifferer dankte hierauf allen Gönnern des Vereines, sowie den Mitgliedern und erschienenen Ehrengästen und schloß mit den Worten eines jüdischen Weisen, daß Vereinigungen, die im Namen des Himmels, also im Dienst der Menschenliebe geschloffen sind, dauern für alle Zeiten. Dieses Wort mögen alle Gönner des Vereines beherzigen und das Heim, für das schon in den letzten Wochen Bettstiftungen und zahlreiche Spenden an Wäsche und Einrichtungsgegenständen zugefloffen find, durch ihre Förderung zu einem dauernden Denkmal für das Wiener Herz und das Regierungsjubiläum ausgestalten für alle Zeiten. Wien. Am 7. Adar (28. Februar) fand die konstituierende Generalversammlung des Vereines der Sabbalfreunde, „Schomre Schabbos" im Turnsaale der Talmud-Thora-Bolksschule statt, den der Vorstand derselben freundlichst zur Verfügung stellte. Die Versammlung warsehr stark besucht, ein gutes Omen für die Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Gründung in der an jüdischen Vereinen gewiß sehr reichen Wiener Gemeinde. Im Namen der Proponenten begrüßte Herr Pappenheim die Anwesenden, speziell die Herren Rabbiner Fürst (Ad iß Jiiroel), der die Bildung des Vereines angeregt, Dr. Feuchtwang vom Kultusvorstande delegiert, Kramer für das Rrbbmat, Chacham Papo der türkischen Gemeinde, Fü st jr., Dr. Hahn. Schönfeld, Winter, sowie die Vertreter verschiedener Vereine. Redner rekapituliert kurz die Aufgaben des Vereines und erwähnt mit besonderer Freude, daß alle Fraktionen hier vertreten sind, was für den Erfolg bürge. Entschuldigungsschreiben find eingelaufen von den Herren Rabbinen Mayersohn und Dr. Rosenmann, die dem Vereine ihre Kräfte zu widmen Zusagen. Die Herren Rabvrnen Dr. Bach, Dr. Bauer, Dr. David und Dr. Grunwald ließen sich entschuldigen. Odmannder deutschen Sabbatfreunde.HerrM.A. Löb, Frankfurt a. M., bedauert nicht abkommen zu können. Beitrittserklärungen sind eingelaufen von Vrag, Graz, (Fabrikant Adler telegraphisch). Mähr.-Osirau, Boskowltz, Fcanzensbad. Brünn rc. Herr Rabbiner Kramer überbringt im Namen des Herrn Oberrabbiner Doktor Güdemann den Ausdruck der wärmsten Sympathien für die Vereinsziele, denen sich R-dner anschließt. (Lebhafter Beifall.) Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang gibt im Namen des Kultusvorstandes der Freude Ausdruck, daß ein Verein ms Leben gerufen wird, der für die EchaUuug und Kräftigung des religiösen Lebens besonders ersprießlich wirken könne und versichert selben des werktätigen Interesses des Kultusvorstandes. Redner verbreitet sich in kurzen, aber gewohnt meisterhaften Worten über die hohe Wichtigkeit der Vereinszrele. Diese Enunziationen werden von der Versammlung mit rauschendem Beifalle ausgenommen. Vorsitzender dankt den Vorrednern im Namen der Versammlung und ersucht sie, ihren Mandanten diesen Dank zur Kenntnis zu bringen. Herr Bernhard Hofbauer, Obmann der orthodoxen Vereiniguna, gibt wertvolle Anregungen bezüglich der Schulkinder. Herr S. Fischer spricht zur Aufklärungspropaganda, Herr M. Reumann führt Fakten aus seiner Praxis an. Vorsitzender teilt mit. daß bezüglich der Wahlen an die Provonenten (von denen noch die H rren G. Austerlitz, Bondi, I. und M Hofbauer anwesend sind) Vorschläge gelangt siuo, ans denen sich eine List.- ergibt, bezüglich deren Vorlage die Versammlung zu entscheiden habe. Die Verlesung wird verlangt und mit Akklamation genehmigt aewählt erscheinen vie H?rren: G. Austerlitz, S. Bondi, D. Bischofswerder, E. Deutsch. M. Felsenburg, I. Goldschmidt M. Hofbauer. M. Rasch, R. Pollak, I. Schiff. A'iqe'tellte Herren: R. Eiland. 8. Hirschler, I. Löwi. I. Steinfeld, M Stern. Revisoren: Herren Wolf Pappenheim, Adolf Rosental. Der Vorstand wird sich demnächst konstituieren, sofort seine Tätigkeit beginnen und den «itz des Vereines bekanntgeben. Alle Verehrer der Schabbos-Joee werden gebeten, den Verein nach jeder Richtung zu fördern. Ein Tempel in Abbazia. Wir erhalten folgende Zuschrift: Aufruf. Abbazia, der mächtig aufgeblähte südlieb-klimatische Seekurort an der österreichischen Riviera wird alljährlich von Tausenden von Kurgästen israelitischer Konfession aufgesucht. Für die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse derselben ist bislang in höchst unzulänglicher Weis-) gesorgt worden. So fehlt es denn hier, an diesem herrlichen Erdenflecke, wo die Natnr zur Andacht stimmt und zum Lobe und Preise des Schöpfers anregt, an einem jüdischen Gotteshause, es fehlt an einem eigenen Friedhofe. Diesen herzustellen ist eine unabweisliche Pflicht, eine unaufschiebbare Notwendigkeit. Die israelitische Gemeinde ist zn klein und zn schwach, um das aus eigenen Mitteln tnn zn können. Es