Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-03-05 · 10 (5.3.1909) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
10 (5.3.1909)
Date
1909-03-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021818-3021829--18134-3043045
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 178 Dr. Blochs Wochenschrift. JIr, V bericht von der Kammer angehört und cntgegengenommen. In seinem Bestreben jedoch, die Macht des Komitees für Einigkeit und Fortschritt zu schwächen, um nicht einen Staat im Staate aufkommen zu laffeu, verlor er plötzlich die Gunst der Jungtürken — und er fiel. Für die Toleranz und das Feingefühl der Türken ist cs bezeichnend, daß sie auf der Suche nach Anklagen gegen Kiamil, uw seinen Sturz zu beschleunigen, ibm seine Abstammung nicht zum Vorwurf machten. K. F. in Kiew. Im Oberrate des russischen Volksverbandes in Petersburg hielt Deputierter Markow dieser Tage einen Vortrag, in welchem er sich bemühte, nachzuweisen, daß der russische Ministerpräsident Stolypin vom Juden abstamme. An das Referat schloß sich eine sehr lebhafte Debatte, die damit endete, daß alle Anwesenden die Ueberzeugung aussprachen, daß der Urgroßvater Stolypin's ein getaufter littauischer Jude war. AIS Beweis hiefür wird besonders die Tatsache angeführt, daß im Familienwappen derer von Stolypin auch ein blaues Kreuz zu sehen sei, und das blaue Kreuz wurde im 18. Jahrhundert gewöhnlich den getauften Juden als Symbol ihres Uebertrittes verliehen. B. F. Der Vorgang spielte sich ab in Frankfurt a. M., wo der vor wenigen Wochen verstorbene Hofprediger Stöcker einen öffentlichen Vortrag hielt über Gebetswunder und als Beispiel den Fall eines christlichen Jünglings erzählte, der ganz verzweifelt einst zu ihm gekommen sei, weil ihm zehn Mark zur Miete fehlten. Auf Stöckers Rat betete der fromme Jüngling um die zehn Mark und ging über die Linden nach Hause — da plötzlich sah er ein funkelndes Zehnmarkstück auf dem Boden liegen; er nahm es an sich, tat es in sein Portemonnaie und bezahüe seine Miete damit. Die Zuhörerschaft war sehr ergriffen, doch ein gottloser Mensch stand auf und sagte: es bandle sich da offenbar um eine Fundunterschlagung, die er zu seinem Leidwesen gleich der Staatsanwaltschaft übergeben müsse. Allgemeine Verblüffung. Der Staatsanwalt hat sich der Sache zwar nicht angenommen, aber Stöcker erlebte doch den Kummer, daß der „Kladderadatsch" schrieb: „Dieser Punkt mit dem Wunder ist entschieden ein wunder Punkt!" _ Notizen. Gisela-Verein, Lebens- und Aussteuerversicherungs-Anstalt. Diese Anstalt ist wie alljährlich so auch im Berichtsjahre ls;08 an Geschäfts- und Vermögensumfang mächtig gewachsen. Sie zeigt, welche Erfolge durch eine sorgfältige Propaganda des VersicherungsgedankenS auch bei rigoroser Verwaltungssparsamkeit zu erreichen sind. Aus dem reichen Zahlenmaterial der uns' vorliegenden Bilanz seien folgende Ziffern besonders hervorgehoben: Neuzugang: '8.593 Polizzen mit Kronen 33,689.000 Versicherungskapital. Versicherungsstöck Ende 1908: 166.355 Polizzen mit Kr. 207,462 000 Versicherungskapital. Schodenzahlungen: Für 4915 Polizzen Kr. 5,138.000. Prämieneinnahme: Kr. 9,212.000. Erträgnisse: Kr. 3,492000. Reingewinn: Kr. 559.000. Rücklagen an Prämien- und Schadenreserven sowie Ueberträgen: Kr. 71,184.000. Sicherheitsreserven: Kr. 689.090. Gemeinnützige Fonds: Kr. 1.541.000. Dividendenfonds der Mitglieder, welcher pro 1904 bis inklusive 1908 im Jahre 1909 an die bezugsberechtigten Mitglieder bar verteilt wird: Kr. 1,870.000. Die gesamten Aktiven beziffern sich auf 76 Millionen Kronen und sind vorwiegend in etflftcUtgcn Hypotheken und pupillarsicheren Effekten investiert. Aus dem im Rahmen der Anstalt bestehenden Fonds zur Ausstattung armer Mädchen wurden im Berichtsjahre 190 bedürftige Bräute, für welche ehemals Polizzen bestanden hatten, mit Heiratsstipendien bedacht. Durch die einzig dastehende Einrichtung dieses Fonds ist der Gisela-Verein in der Lage, auch denjenigen helfend beizustehen, welche das begonnene Vo sorgcwerk wegen ungünstiger materieller Verhältnisse wieder aufgeben mußten. Neben dem Pensionsfonds für die Beamten besitzt der Verein einen Fonds, aus welchem berufsunfähig gewordenen Akquisiteuren und Inkassanten, deren Witwen und Waisen dauernde Renten zugeführt werden. Kais. kön. privilegierte Oesterreichische Länderbank. D e 28. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der kais. kön. privilegierten Oesterreichischen Länderbank findet Dienstag den 30. März d. I., 6 Uhr abends, im Anstaltsgebäude (I., Hohenstaufengaffe Nr. 3) statt. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Bericht des Gouverneurs über das abgelaufene Geschäftsjahr. 2. Bericht der Zensoren über die Geschäftsgebarung im Jahre 1908. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes des Jahres 1908. 4. Wahlen in den Verwaltungsrat (§§ 21, 22 und 24). 5. Wahl der Zensoren und deren Ersatzmänner für das Jahr 1909 (§ 38), sowie Wertbestimmunz der Anwesenheitsmarken sür dieselben. (§ 40). Die stimmberechtigten Aktionäre (§§ 42, 43), welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, werden hiemit eingeladen, ihre Aktien spätestens am 16 März d. I. zu deponieren, und zwar: in Wien bei der kais. kön. priv. Oesterreichischen Länderbaük, in Prag bei der Filiale der kais. kön. priv. Oesterreichischen Länderbank, in Graz bei der Filia'e der kais. kön. priv. Oester reichischen Länderbank, in Berlin bei der Deutschen Bank, sowie deren Filialen und bei der Dresdener Bank, in Frankfurt am Main, bei der Dentschen Vereinsbank und bei der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank, in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, in Paris bei der Banque Imperials Royale Privilegien des Pays Autrichiens, Succursale de Paris, 12, Rue du quatre-Septembre und bei der Societe Generale ponr rävoriser le developpement du Commerce et de l’Industiie eu Frauce, 54, Rue de Provence, in Lyon bei der Societe Lyonnaise de Depots et de Comptes Courants et de Cr6dit Industriel. Allgemeine österreichische Bodenkredit-Anstalt. Die vicrundvierzigste ordentliche Generalversammlung der k. k. privilegierten Allgemeinen österreichischen Bodenkredit-Anstalt findet am 16. April 1909 um 3Vz Uhr nachmittags, in Wien, I., Teinfaltstraße Nr. 8, statt. Verhandlungsgegenstände: a) Bericht des Gouverneurs, b) Bericht der Zensoren, c) Beschlußfassung über die Gesellschaftsrechnungen und die Verwendung des Gewinnes, d) Bestimmung des Wertes der Anwesenheitsmarken für die Verwaltungsräte und Zensoren. e) Bestimmung der Höhe der Tantiemen, k) Beschlußfassung über Statutenänderungen, g) Wahl von V.rwaltungsräten. b) Wahl eines Zensors. In dieser Generalversammlung sind jene Herren Aktionäre stimmberechtigt, welche mindestens einen Monat vor dem Zusammentreten derselben, daher bis längstens 16. März d. I. fünfzig Aktien nebst Kupons bei der Kasse der Gesellschaft in Wien (Teinfaltstraße Nr. 8) oder in Paris (Avenue de l'Opßra No. 19) deponieren. Wiederösterreiehische Escompte Gesellschaft Zufolge Beschlusses der sechsundfünfzigsten ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre der Niederösterreichischen Escompte-Gesellschaft wird der Aktien - Coupon Nr. 8 pro 1908 mit K 34.— vom 2. März 1. J. an bei der Liquidator der Gesellschaft eingelöst. WIEN, 1. März 1909. Der Verwaltungsrat. Konkurs, Bei der israelitischen Kultusgemeinde in D o b r i s gelangt die Stelle eines Rabbiners zur Besetzung. Bewerber, welche österreichische Staatsbürger sein müssen und die Befähigung zum Erteilen des Religions-Unterrichtes an böhmischen Schulen besitzen, haben ihre Gesuche mit Zeugnis- Abschriften nebst den curriculum vitae bis zum 30. März 1. J. an den Vorstand der Israel. Kultusgemeinde in D o bf is zu richten. Mit diesem Posten ist ein Gehalt von K 1800.— , den Stiftungsbeiträgen von K 100.—, sowie der Ertrag der Matrikenführung und die staatliche Vergütung für die Erteilung des Religions-Unterrichtes an den hiesigen böhmischen Volks- und Bürgerschulen, nebst freier Wohnung verbunden. Reflektanten, welche in der Lage sind, deutschen Privatunterricht, eventuell in Sammelstunden zu erteilen, bietet sich ein ziemliches Nebeneinkommen. Stif tungs - Verleihung. Mit 15. April 1909 gelangen bei der israelitischen Kultusgemeinde Turnau in Böhmen aus der Mayer und Mirl Goldman n-S t i f t u n g 2000 Kronen zur Verleihung. Anspruch hierauf haben nach der Reihenfolge ein armer braver Student zu den Rigorosen, und wenn kein Solcher vorhanden, ein Handwerker zur Etablierung, oder ein Oekonom zum Ankauf oder Pachtung von Grund und Boden, und zwar in erster Reihe aus der Mayer und Mirl Goldmann’s Verwandtschaft, wo sich selbe immer auch in der österr.-ungar. Monarchie befindet, und wenn kein solcher mit vorstehender Qualifikation vorhanden, haben die Söhne der hierortigen Kultusbeamten den Vorzug. Bewerber haben ihre Gesuche, beziehungsweise mit Nachweis des Verwandtschaftsgrades längstens bis 1. April 1909 bei dem benannten Kultusvorstande einzureichen. Der Kultusvorstand der israel. Kultusgemeinde zu Turnau in Böhmen. Ich suche zur Führung meines streng rituellen Haushaltes und zur Beaufsichtigung meiner 3 Kinder (2 bis 7 Jahre) inteil. Fräulein oder junge Witwe aus gutem, wohlachtbarem jüdischen Hause. Freundl. Zuschriften unter A. 8. an die Expedition des Blattes.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.