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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-26 · 9 (26.2.1909) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
9 (26.2.1909)
Date
1909-02-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 9 Dr. Blochs Wochenschrift. Gelte 149 Kanbujiya uvamarsiyus amariyata.) (Bezolt das.) Serugabels Wirken und seine Bestrebungen sind in Vergessenheit geraten. Denn nur dem Erfolgreichen bewahrt die Nachwelt ein treues Andenken. Aber das Prophetenwort hat ihm, dem edlen Davidsprößling, dem Frommen, Reinen und Gerechten ein , Denkmal gesetzt, welck es unerschüttert bleiben wird in den Fluten der Zeiten: „Ich nehme dich Serubabel, Sohn Schealtiels, meinen Diener,- spricht Gott, mache dich gleich einem Siegelring, denn dich habe ich auserwählt, spricht der Herr der Heerscharen." Korrespondenzen« Die bosnischen Inden erhalten keine eigene Wahlkurie. Nun ist auch die bosnische Verfassungsenquete zu Ende, und es steht nun fest, daß die österreichisch-ungarische Regierung nicht die Absicht hat, die jüdische Konfession genau.so zu behandeln, wie die übrigen Konfessionen. So hat es der Ziviladlatus der Regierung in der Enquete offen erklärt. Ueber die Sitzung vom 16. Februar, in welcher die Wahlordnung und die Einteilung der Wahlkurien zur Beratung standen, geht uns aus Sarajewo folgender Bericht zu: Ieschua Schalom tritt für die Errichtung einer jüdischen Wahlkurie ein. Die verhältnismäßig geringe Zahl der Juden könne kein Grund dafür sein, daß die Juden aus dem Parlament ausgeschlossen werden. Während der oltomanischen Herrschaft wohnten noch weniger Juden in Bosnien, und trotzdem wurden zwei bosnische Juden in das erste türkische Parlament entsendet. Er beruft sich, auf das allerhöchste Handschreiben, in welchem den Juden, ebenso wie den übrigen Konfessionen, .Gleichberechtigung in Aussicht gestellt wird, und verlangt die Errichtung der Judenkurie. Ziviladlatus Baron Benko erklärt, es wohnen in Bosnien und in der Herzegowina insgesamt nur 11.000 Juden,' nach den allgemeinen Prinzipien der Wahlordnung entfällt aber auf je 25.000 Seelen ein Abgeordneter. Ade Maga Mefics tritt ebenfalls für die Errichtung einer jüdischen Kurie ein> schon mit Rücksicht auf die große Steuerleistung der Juden. Ziviladlatus Baron Benko erklärt, die Juden können einen Vertreter ihrer Jnteresten wählen, auch wenn derselbe kein Jude ist. Er beantragt die Errichtung dreier Kurien. Die Hälfte der Mandate soll den Landbezirken, ein Viertel der städtischen Kurie, ein Viertel der Virilisten- und Jntelligenzkurie zufaUen. Mandics hält die Errichtung einer Iudenkurie mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Bedeutung der Juden für notwendig. Er beantragt, die Vertagung der Debatte, weil das notwendige Datenmaterial bezüglich der Einteilung der Kurien fehlt. Ziviladlatus Baron Benko spricht sich gegen die Vertagung aus. Pope Bilbia verwirft das Kuriensystem, verlangt die Einführung des allgemeinen direkten Wahlrechtes und ausgedehnten Schutz der bäuerlichen Interessen. Ziviladlatus Baron Benko weist darauf hin, daß der Antrag des Popen Bilbia mit dem Handschreiben des Monarchen in Widerspruch stehe. Er glaubt nicht, daß die Bauernschaft Bosniens und der Herzegowina heute schon für das allgemeine Wahlrecht reif sei. DzaMonja verlangt zwei Mandate für die Arbeiter auf Grund des allgemeinen Wahlrechtes. Ziviladlatus Baron Benko erklärt, die Arbeiter werden ihre Vertretung in der Kurie der Virilisten haben. Efad Efendi Kulovics hält ein warmes Plädoyer für die Judenkurie. Er stimmt der Ansicht des Ziviladlatus zu, daß eine Majorität der bäuerlichen Vertreter im Gegensätze zu dem allerhöchsten Handschreiben stünde, welches die Interessenvertretung verlangt. Redner hebt die Wichtigkeit des Grundbesitzes hervor und beantragt zur Herstellung des Gleichgewichtes die Errichtung der Kurie des Großgrundbesitzes. Pilar will die Rechte des moslimischen Elements geschützt wissen. Dr. Rothkopf beantragt eine andere Verteilung der Mandate mit Berücksichtigung der agrarischen Interessenten. Er tritt für die Errichtung der Iudenkurie ein, die der Städtekurie zugeteilt werden soll. Seiner Ansicht nach müßte überhaupt mit der konfessionellen Differenzierung aufgeräumt werden. Ziviladlatus Baron Benko resümiert das Resultat der bisherigen Debatte und geht sodann zur Beratung des Wahlrechtes über. Das Wahlrecht soll allgemein und direkt sein. Für das aktive Wahlrecht soll das 24. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht das 30. Lebensjahr ausgestellt werden. Die Beamten sollen kein passives Wahlrecht besitzen. Die Frage, ob Geistlichen das passive Wahlrecht zugestanden werde, soll erst entschieden werden. Die Regierung ist für das passive Wahlrecht der Geistlichen, weil in den meisten Dörfern die Geistlichen allein die Intelligenzklasse vertreten. Den Franziskanern wurde das passive Wahlrecht verboten. Die Angehörigen der Monarchie sollen nur aktives Wahlrecht besitzen, ausgenommen, wenn sie in den annektierten Ländern geboren sind. Frequenz der Wiener israelitischen Gemeinde- Bibliothek im Jahre 1908. (II., Ferdinandstraße 23.) Die Bibliothek wurde im Jahre 1908 von 3178 Lesern (gegen 3481 im Vorjahre) besucht, an welche 9920 Bände (gegen 8141 im Vorjahre), exklusive Zeitschriften ausgefolgt wurden. Die Zahl der entlehnten Bände beträgt 2300 (gegen 1820 im Vorjahre). Nach Berufen verteilen sich die Benützer der Bibliothek: Rabbiner, Professoren, Schriftsteller, Künstler. Journalisten, Advokaten, Aerzte und Kaufleute rc. 1626; Lehrer, Kantoren und Beamte 286; Handelsangestellte, Gewerbetreibende und Private ohne Beruf 351; Hochschüler (Hörer aller Fakultäten) 1974; Mittelschüler, Talmud- und Lyzeumschüler, Handels¬ und Bürgerschüler 941. Der stärkst besuchte Tag war der 22. Oktober mit 45 Lesern und wurden an selbe 79 Bücher ausgefolgt. Nach Außen wurde die Bibliothek in Anspruch genommen von Mährisch-Auffee, Baden bei Wien, Boskowitz. Brünn, Czernowitz, Eibenschütz, Göding, Holleschau, Jamnitz. Kojetein, Königgrätz, Mährisch-Kromau, Lemberg, Matzen, Mödling, Neuhaus, Przemysl, Prerau, Rausnitz, Reichenberg. Salzburg, Schaffa, Troppau, Abbs a. d. Donau, Amsterdam. Dürmenach in Ober-Elsaß. Für hiesige Gelehrte intervenierte die Bibliotheks-Verwaltung bei der Bodleiana in Oxford, der Universitäts- Bibliothek in Leipzig, dem Nationalmuseum in Budapest, der Stadtbibliothek in Frankfurt a. M., bei den Gemeindebibliotheken in Berlin und Prag, der Seminarbibliothek in Breslau und bei der Bibliothek des Landes-Rabbbiner-Seminars in Budapest. Wien. (Der „B ezalel" im jüdischen Mus e u m.) Daselbst gelangen Samstag den 27. und Sonntag den 28. d. M. zu den üblichen Besuchsstunden (11—1 Uhr) die schönsten Erzeugnisse der Kunstgewerbeschule „Bezalel" in Jerusalem zur Ausstellung. . Die Kollektion umfaßt Muster von Teppichen, ferner Holzrahmen mit Inkrustationen von Perlmutter usnr., endlich tauschierte und inkrustierte Gegenstände aus Bronze,

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