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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-26 · 9 (26.2.1909) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
9 (26.2.1909)
Date
1909-02-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 148 Dr. Blochs Wochenschrift. £ Nr. 9 Ausweg wäre meiner Ansicht nach der, die bestehenden Leseschulen in die Bibelschulen zu verlegen und als Vorstufe denselben anzugliedern. Damit wäre ein Doppeltes erreicht, erstens, das von der Leseschule angestrebte Ziel, zweitens würde der Bibelschule selbst brauchbares Schülermaterial zugeführt werden (Fortsetzung folgt.) Der alte Grient und die Anfänge des zweite« fndifche« Staate». Von Dr. S. Gelbhans, Gemeinde-Rabbiner. (Schluß.) Aber unter Kambyses Herrschaft wurden sie mit verdoppelter Kraft fortgesetzt, bis die Widersacher Serubabels ihr Ziel erreichten. In dem Buche Esra 4, 6 wird mitgeteilt, daß die Feinde der Judäer an den König Ahasveros Allklagebriefe gegen sie gerichtet haben. Unter Ahasveros ist aber Kambyses zu verstehen. Von Kambyses ist bis jetzt noch keine Keilinschrift gefunden worden. Sein Name ist in der biblischen und rabbinischen Literatur, trotzdem er einschneidend in die Geschicke Judäas eingriff, völlig unbekannt. Nur in letzter Zeit ist der Name dieses zweiten persischen Großkönigs in einem jüdisch-aramäischen Dokument aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert gefunden worden. In den ersten der drei aramäischen Papyrus- Urkunden aus Elphantine (herausgegebeu von Eduard Sachau, Berlin 1907) heißt es Vers 13: „Und als Kambusi nach Egypten kam" panA b$ ’va» 'n- Und in der III. Urkunde S. 40. l'eißt es: „ Vor unserer Zeit vor Kambyses" jörnn ‘71333 onp }ö-p. Es ist möglich, daß Kambyses auch den Namen Ahasveros und Artaschasta führte, weshalb er unter den letzten Namen in den biblischen Schriften erscheint. Nach dem Seder olam war Ahasveros der Nachfolger des Kyros: „Kyros regierte knappe drei Jahre. Und in der Regierung des Ahasveros rc. BrnwiK mrtoipa cn» '3 “ba btto 73 Ferner heißt es: „Drei Jahre des Kyros und vierzehn des Ahasveros" whiotw bv ti «rra bv ■: (Das C. 29). Winkler hat dargetan, daß man unter Ahasveros und Artaschasta Kambyses zu verstehen hat. (Kat. 288.) Aber Josephus berichtet ja ausdrücklich, daß ein Anklagebrief an Kambyses gerichtet wurde. Dieser war nicht, wie in dem Buche Esra mitgeteilt, von den inneren Feinden Judäas, sondern von den benachbarten Völkern abgefaßt. Josephus schreibt: „Sobald sein (Kyros') Sohn den Thron bestiegen hatte, schrieben die Syrier, die Phönizier, die Ammoniter, die Moabiter und die Samariter einen Brief folgenden Inhaltes rc. KajaSusc-'j 2s toO Kupcu ~a:22c paa:Äs:av ~apa- Xa66voc. ol sv —’Jpia v.cti Ooivr/.r^ y.a: ’Ajijiavraot. v.a.1 Mwa6'T:2i y.a.1 2üoc['.aps''a ypaxo’jx'.v ZTZ'.ozoAr^ KajiSuavj orp.oOaav xa2s. (Folgt die Anklage.) Josephus fährt fort: „Als Kambyses diesen Brief gelesen hatte, geriet er in seiner heftigen Gemütsart in Zorn und schrieb folgende Antwort: Der König Kambyses an den Kanzler Rathymus rc." (Folgt die Antwort.) Kambyses hat wahrscheinlich die Anklagebriefe in Egypten erhalten. Hier, wo er große Siege erfochten und das Land der Pharaonen erobert hatte, fühlte er sich gegen alle Anfechtungen der seinem Szepter untergebenen Satrapen und erblichen Statthalter sicher. Er fürchtete auch nicht die Auflehnung des judäischen Regenten. Er beschloß, die Regentschaft Serubabels aufzuheben. Er vernichtete alle seine Pläne und machte allen seinen Aspirationen ein Ende. Serubabel ist nicht, wie vielfach vermutet wurde, getötet worden. Denn er. hat sih nichts zuschulden kommen lassen. Eine Empörung gegen den Großkönig hat er ja nicht unternommen, weßhalb er auch staatsrechtlich nicht bestraft werden konnte. Er ist höchst wahrscheinlich von seinem Posten abberufen worden und ist nach Babylon zurückgekehrt. Im Seder Olam Suta wird dieses auch berichtet. Kambyses hat treulos gegen Serubabel gehandelt. Denn er stand bereits im Mannesalter, als sein Vater Kyros die Verhandlungen mit Serubabel und den Judäern in Babylon führte. Er wußte um alle Stipulationen, die zwischen beiden Parteien getroffen wurden. Er kannte die Machtausdehnung, die Serubabel zugesprochen wurde. Er, der gleich nach der Eroberung Babylons König von Babylon wurde, kannte genau das Bündnis oder den Vertrag, der zwischen Beiden geschlossen wurde. Er war vielleicht selbst der Vertragschließende. Aber sein tückisches Herz ließ ihn dieses alles vergessen. Kambyses wird von Darius auf der großen Felseninschrift in Behistan folgendermaßen geschildert: „Einer, Kambuzia mit Namen, der Sohn der Kuras von unserer Familie, der war hier König geworden. Dieser Kambuzia- Bruder war Bardya. Sie hatten einen und denselben Vater, eine und dieselbe Mutter. Darauf tötete Kambuzia jenen Bardya. Als Kambuzia den Bardya getötet hatte, da hatte das Volk keine Kenntnis, daß Bardya getötet worden sei." (Bezolt Achämeniden-Jnschriften S. 5—8.) (Große Darius- Jnschrift von Behistan, Col. I. § 10. Vgl. F. Spiegel, Die altpersischen Keilinschriften s2. Aufl.j, p. 6 f.) (Thatiy Darayavaus Khsayathiya . . . Kanbujiya nama Kuraus puttra amakham tawnaya paruvam ida Khsaya thiya aha. Avakya Kanbujiyahya brata Bardiya nama ahahamata hamapita Kanbujiyahya. Pasava Kanbujiyd avam Bardiyam avaja. Yatha Kanbujiya Bardiyam avaja Karahya naiy ahava tya Bardiya avajata.) Der meuchlerische Brudermörder Kambyses konnte es über sich leicht gewinnen, gegen den judäischen Regenten treulos zu handeln, den geschloffenen Bund und das verpfändete Fürstenwort zu brechen. Gebrochenen Herzens und wehmütiger Seele nahm Serubabel Abschied von dem Schauplatze seiner Tätigkeit. Der messianische Traum war zerronnen, seine Hoffnungen waren vernichtet. Er war der von den Propheten verheißene Gottesgesalbte noch nicht. Ein Anderer, so mußte er sich sagen, wird erst kommen, welcher das Reich Gottes auf Erden begründen soll. Als ein Ausdruck seiner düsteren Stimmung dürfte der 56. Psalm gelten: „Ein Gedicht Davids, Vernimm, o Gott, mein Gebet und entziehe dich nicht meinem Flehen. Horch auf mich und erhöre mich, ich irre umher in meinem Jammer und seufze. Wegen der Stimme des Feindes, wegen des Druckes des Frevlers. Denn sie. beugen auf mich das Unheil herab und im Zorne hassen sie mich. Mein Herz zittert in meinem Innern und Todesschrecken überfallen mich. Und ich spreche, hätte ich Flügel gleich einer . Taube, ich flöge davon, daß ich wo weile. Weit, weit flöge ich, würde in der Wüste rasten. Selah. Ich enteilte in einen Zufluchtsort vor Windsbraut und vor Sturm. . . . Denn nicht ein Feind lästert mich, daß ich es ertrage, nicht ein Hasser erhebt sich, daß ich mich vor ihm verberge. Sondern du, ein Mensch meines Standes, mein Vertrauter und mein Bekannter. ... Er streckte seine Hand aus gegen seinen Freund, er brach seinen Bund. Glatt wie Rahm sind seine Worte, weicher sind seine Reden wie Oel, sie sind aber gezückte Schwerter. Wirf auf Gott dein Anliegen, er wird dich versorgen. Du aber, o Gott, wirst sie stürzen in die Grube des Verderbens, die Männer des Blutes und des Truges werden nicht die Hälfte ihres Lebens erreichen. Ich aber vertraue auf dich." Kambyses hat seinem Dasein, im besten Mannesalter stehend, ein gewaltsames Ende gemacht. Der Bericht auf der Felseninschrift in Behistan lautet: . „Darauf starb Kambuzia durch Selbstmord. So spricht Darius der König." Jbid. § II. (Thatry Darayavaus Khsayathiya . . . Pasava

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