Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 8 (19.2.1909)
- Date
- 1909-02-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr-.. 8 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite-135- Lieder, mit Innigkeit und Wärme trug insbesondere Frau Kornitzer mehrere Gedichte von Hugo Salus vor. die Frau Mary Kuh vertont hat. Auch Herr Oberkantor N. Grünwald brillierte mit dem Grieg'schen: „Hüte Dich!" Die wackeren Mitglieder unseres Tempelchores: Frau Schleißner, Frl. Janovsky, Geschwister Krauskopf, Geschwister Wiener, Glaser und Aufrecht sangen mit Verve mehrere Chorlieder. Der jugendliche Schiller Ludwig Gelobter trug einige Stücke auf der Geige vor, welche sein Talent im besten Lichte erstrahlen ließen. Das sogenannte Wiener'sche Quintett, bestehend aus den Damen Barrelet, Fleischer und Wiener und den Jünglingen P. Wiener und O. Lederer, entzückte durch den exakten Vortrag einer Serenade und einer Mazur. Bei dieser Gelegenheit hörte man zum erstenmale im Vereine die sentimentalen Klänge zweier Mandolinen. Sämtliche Kräfte wurden von dem Pianisten Herrn Franz Lanner in unermüdlicher, exakter Weise begleitet. Der Verein kann mit dem Erfolge des VergnügungsabendeS sehr zufrieden sein. Borstehrrirg der israel. Krrltrrsgeweirrde Linz a. d. D. Bei der am 14. Februar 1909 stattgehabten Neuwahl des Vorstandes und der Vertrauensmänner wurden nachstehende Herren gewählt: Benedikt Schwager, Kultusvorsteher; Doktor Hermann Schneeweiß, Vorsteher-Stellvertreter. Als Kultusvorstandsmitglieder die Herren: Josef V e i t l e r, Arthur U nger, Sigmund Kafka, Bernhard Taußig, Karl Epstein, Albert Tandler, Heinrich Freund, Simon Schubert, Leo A l b r e ch t, Josef P o l l a k. Als Ersatzmännner: Josef Töpfer, August Biegler, Ing. Alfred Pisk. Als Vertrauensmänner: Jfidor P i ck, Alfred H l a w a t s ch, Dr. Jakob Kaiser. Nikolsburg. (Todesfall.) Der Obmann unserer Chewra- Kadischa, Herr Natan Oser, ist Freitag den 5. d. M. im Alter von 47 Jahren verschieden. Er bekleidete das Amt eines Gemeinderates, war seit 1896 Obmann unserer heiligen Buderschaft, war Mitglied der Kultus gemeinde, des Ortsschulrates und zahlreicher humanitärer Institute. In allen diesen Körperschaften zeichnete er sich durch seine hervorragende Pflichterfüllung glänzend aus. Dabei war er ein verläßlicher Freund» ein großherziger Helfer, ein Mann fester, niemals schwankender Ueberzeugung, der stets ein edles Ebenmaß der Gesinnung zu bewahren wußte. Das Sonntag den 7. d. M. stattgefundene Begräbnis gestaltete sich zu einer allgemeinen, beispiellosen, imposanten Trauerkundgebung, der Vormittags Trauersitzungen der Vertretungskörper vorangingen. Am Friedhof fanden sich u. A. ein: der Kultusvorsteher Philipp Kohn und der Bürgermeister Moriz Abeles an der Spitze des gesamten Kultus- und Gemeindeausschuffes, der Obmann des Ortsschulrates Franz Deutsch mit sämtlichen Mitgliedern, die gesamte Chewra-Kadischa, ferner Landtagsabgeordneter Bürgermeister Doktor Kreiml mit dem Stadtrat, Landesgerichtsrat Wuschke, Dr. Lederer und I. Spitzer als Vertreter der Kreditbank, Architekt Poche als Genotzenschaftsvertreter, Kaufmann Eduard Linhardt als Obmann des kaufmännischen Gremiums, ferner Deputationen mehrerer Vereine. In der dichtgefüllten Zeremonienhalle hielt Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Moriz Lewin dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf, worauf nach mehreren Reden die Bestattung im Ehrengrab erfolgte, das die Kultusgemeinde gewidmet hatte. Eisenstadt. Dienstag den 9. Februar fand das Leichenbegängnis des berühmten Oberrabbiners S. Kutna unter riesiger Teilnahme Eisenstädter und auswärtiger Trauergäste statt. Vertreten waren teils durch ihre Rabbiner und Vorsteher, teils durch größere Deputationen die Wiener israelitische Kultusgemeinde (Vorstandsmitglied kaiserlicher Rat Kauders und Sekretär Dr. Sldler), Schiffschul. Freie Vereinigung, ungarische orthodoxe Landeskanzlei, ferner die Gemeinden Budapest, Preßburg. Großwardein, Tapoltschan, Neutra, Tirnau, Nagh-Megyer, Oedenburg (beide Gemeinden), Raab, Csorna, Beleb, Sarrat, Steinamanger, Kapuvär, Lakenbach, Deutsch- Kren;, Janoshaza, Kobersdorf, Mattersdorf, Frauenkirchen u. v. A. Ueberdies waren Jünger und Verehrer des Verewigten von allen Richtungen herbeigeströmt, um den Meister die letzte Ehre zu erweisen. Im Tempel hatten sich die Honoratioren der Stadt eingefunden, der Oberst-Kommandant der Militär-Oberrealschule mit dem Offizierskorps, der Bezirksoberstuhlrichter, eine Abordnung des geistlichen Barmherzigen-Ordens, der städtische Magistrat unter Führung des Bürgermeisters, der fürstlich Eszterhazysche Rat, eine Deputation des Professorenkörpers u. m. a. Nachdem um SU10 Uhr vormittags der zweitälteste Enkel Gabriel Fürst im Trauerhause innige Abschiedsworte an den verklärten Großvater gerichtet hatte, gab Kultusvorstand kais. Rat Kauders in wenigen, kernigen Worten der Hoffnung Ausdruck, die altehrwürdige Gemeinde werde den Traditionen des dahingegangenen Meisters treu bleiben und einen seiner würdigen Nachfolger wählen. Dann wurde die Bahre von den Verwandten und Schülern in das Gotteshaus getragen und gegenüber der heiligen Lade aufgestellt. Hier hielt der älteste Enkel, Rabbiner Aron Fürst — Wien (Sechshaus) seinem Großvater den Hesped. Ihm folgte sein Vater, Rabbiner Fürst (Schiffschul), der ein treues Bild des Lebens und Wirkens des Verblichenen entwarf, seine beispiellose Hingebung für die heilige Sache des traditionellen Judentums und sein oftmaliges Erscheinen vor den Stufen des erbabenen Thrones Sr. Majestät hervorhob. Oberrabbiner Schreiber— Preßburg kennzeichnete' die Bedeutung Kutna's für die jüdische Welt des In- und Auslandes, feierte ihn als den ruhmreichen Führer, als mannhaften, unerschrockenen Gotteskämpfer. Namens der Gemeinde sprach Talmudlehrer Kreisch, nach ihm Rabbiner Nobel— Filehne (Posen), ein Großneffe des Verblichenen, sodann Rabbiner Läwy—Frauenkirchen im Namen sämtlicher anwesenden Rabbiner. Am Eingang des Friedhofes gab Herr Affessor Beit—Thrnau dem Danke und der Verehrung der Schüler von Einst und Jetzt wehmutsvollen Ausdruck und am offenen Grabe rief der Gemeindepräses, Herr Breyer, dem Verklärten die letzten Abschiedsgrüße der Gemeinde nach. Was an Rabbiner Kutna sterblich war, wurde neben der Ruhestätte seines berühmten Schwiegervaters, des Gaon R. Gottlieb Fischer ins Grab gesenkt. Ihr Fernbleiben entschuldigten u. a. Rabb. Dr. Breuer—Frankfurt. Hildesheimer-Berlin. Ritter—Rotterdam, Lerner— Altona, Nobel-Hamburg, Bondi—Mainz u. v. a. Sehr warm kondolierte der Familie u. a. Staatssekretär Franz v. Bolgar, der in dem Dahingrschiedenen „den Verlust eines großen Patrioten, eines edlen Menschenfreundes und überdies eines unvergeßlichen, persönlichen Freundes beklage". 8. Prag. Herr MUDr. Alois Pollak, Arzt in Kgl. W e i n b e r g e-P r a g, wurde zum Ehrenmitgliede des Vereines „Academia fisico chemica italiana“ in Palermo ernannt. Freiwaldau. Unter dem Vorsitze des Alterspräsidenten Herrn Julius L i ch t w i tz fand am 28. v. M. die Neukonstituierung des Kultusvorstandes statt und wurde Herr Sigmund Braun, der bereits seit neun Jahren dieses Amt bekleidet, neuerlich zum viertenmale zum Kultusvorsteher gewählt; zum Vorsteher-Stellvertreter Herr A. Lichten st ern und als Beirat Herr Dr. Max Wasservogel. Birovitiea. Bei der am 17. d. M. stattgehabten Generalversammlung unserer israelitischen Kultusgemeinde wurden folgende Herren in den Kultusvorstand gewählt: Julius Reich» Vorsteher; David Wollner, Vizepräses; Anton Morgenstern, Tempelpräses; Josef Schwarz, Schriftführer; Jfidor König, Kassier. Vorstandsmitglieder : Julius Pollak, Jakob Kraus, Dr. Felix Kohn, Alfred Rotter, David Koller und Adolf Pajtas. Budapest. (Gedächtnisfeier.) Die Budapester rechtsuferige, autonome, orthodoxe israelitische Gemeinde hielt den vergangenen Sonntag nachmittags in ihrem Tempel III., Zfigmond-u. 74 einen Gedenkgottesdienst für das verstorbene Gründungsmitglied und langjährigen Präses Israel Lowy. Die Gedenkrede hielt der Rabbiner Josef Jakob Groß, welcher die Verdienste und Wohltaten des gewesenen Präsidenten hervorhob und er ermahnte zugleich die anwesenden Söhne, sie mögen auf demselben Wege im Interesse der Gemeinde fortfahren, so auch diese in derselben Weise als Pflicht betrachten. Erwähnenswert ist noch, daß Präsident Israel Löwy in seinem eigenen Hause III., Lajos-u. 64 für die Gemeinde auf eigene Kosten ein Bethaus errichtete und ganz ausstattete, in welchem täglich früh und abends auch derzeit Gottesdienst verrichtet wird. Jubiläum eines Oberrabbiners. Aus Sätoraljaujhely schreibt man uns: Der Ungvärer Oberrabbiner Lazar L ö w tritt am 14. d. M. in das 70. Lebensjahr. Diese Gelegenheit benützen die zahlreichen Schüler und Verehrer des greisen Oberrabbiners, um ihrer Anhänglichkeit ihm gegenüber Ausdruck zu verleihen. In einer von nahezu hundert Personen besuchten Versammlung wurde beschlossen, unter Zuziehung der im ganzen Lande verbreiteten Schüler desselben eine große Feier zu veranstalten. Einem Aufruf zufolge haben schon bis heute mehr als dreihundert Personen ihr Erscheinen zugesagt. Am genannten Tage geht ein Separatzug von Sätoraljaujhely nach Ungvär. Der Oberrabbiner, der früher in Sätoraljaujhely als Nachfolger seines berühmten Vaters Jeremias Löw wirkte, spielte in den Sechziger- und Siebziger-Jahren, bevor er Rabbiner wurde, in der Kaufmannswelt eine Rolle. Er gründete mit dem jetzigen Ministerialrat Kornel Chyzer die Sätoraljaujhelyer Bürgerbank. Von Sr. Majestät wurde er im Jahre 1906 mit dem goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Trieft. Von der k. k. Statthalterei erhielt unser Rabbiner nachstehende Zuschrift: Seiner Hochwohlgeboren Herrn Dr. U s ch e r Brettholz, Rabbiner Triest. Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung hat der Herr Oberstkämmerer Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät mit. der Zuschrift vom 30. Jänner 1909, Z. 3960 ex 1908 das Statt.