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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-19 · 8 (19.2.1909) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
8 (19.2.1909)
Date
1909-02-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 130 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 8 des Königs riefen sie: „Kinder Israels kehret zurück zum Ewigen, dem Gott Abrahams, Jsaks und Israels." (II. Chronik 30, 6.) Die Aufforderung, sich zum Monotheismus zu bekennen, erging aber nicht nur an die Angehörigen der hebräischen Stämme, sondern auch an alle anderen Landesbewohuer. Und dieselbe scheint bei den letzteren von Erfolg begleitet gewesen zu sein, denn unter den Gottanbetenden werden auch Proselyten genannt. „Und es freute sich sehr," heißt es, „die ganze Versammlung Judas, die Priester, die Leviten und die ganze Versammlung, die aus Israel kam und die Fremden (Proselyten), die aus dem Lande Israel kamen und die in Juda ansässig sind." (Das. V. 25.) Serubabel dürste diese Propaganda in großem Umfange eingeleitet haben. Er dürfte in die heidnischen Gebiete Sendboten geschickt haben, die die Aufgabe hatten, den Anbruch des Meffiasreiches zu verkünden und zur Verehrung des einzigen Gottes aufzufordern. Bei dem Umstande, daß die semitischen Götter damals bei den semitischen Völkern an Ansehen verlieren mußten, indem doch ein nichtsemitisches Volk die Weltherrschaft antrat und die Herrlichkeit der semitischen Gottheiten an sich riß, bei dem Umstande ferner, daß die Judäer diejenige semitische Nation waren, welche unter Vielen zur Selbständigkeit und Größe gelangte, konnte es als erklärlich erscheinen, daß die judäischen Boten in weiten semitischen Kreisen mit ihren Verkündigungen und Aufforderungen großen Eindruck machten und daß sich Viele zum Monotheismus bekannten. Der 113. Psalm dürfte der Freude über diesen Aufschwung des Monotheismus Ausdruck geben: „Lobet Ihr Diener des Ewigen, lobet den Namen des Ewigen. Der Name Gottes sei sei gepriesen von uun an bis in Ewigkeit. Von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang wird gelobt der Name des Ewigen. Hoch über alle Völker ist Gott, über die Himmel ist seine Herrlichkeit." Auch die mündliche Ueberlieferuug weiß von einer tatsächlichen Verbreitung des Monotheismus zu berichten. In Menachat x. 110 a heißt es: „Es spricht Rabbi Aba, der Sohn Rab Jsaks: es sprach Rat Chisda manche sagen, es sprach Rab Jehuda im Namen Rabs: „Von Tyrus bis Kartagena erkennen die Völker Israel und seinen himmlischen Vater an, von Tyrus gegen den Westen und von Kartagena gegen den Osten erkennt man weder Israel noch seinen himmlischen Vater an. Da frug Rab Simi, der Sohn Chijas, den Rab: es heißt doch von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang ist der Name Gottes gepriesen rc. Da erwiderte er ihm (du bist der bekannte Simi). Sie nennen ihn Gott der Götter." 12« min- 21 128 rb -->28i 8ien 21 128 prt2t- 12 «a« T8 -eba 112:21 a-2»a» 21-28 i8i *78i»- n« pi*22 -22-2ip ijn 112:2 ai 2-2»2» 2.1-2« 8*71 *781»' DK pl-22 p8 ni,v -£i*72 -22'2lp21 21J12 1 2» *7*7112 18122 1V »2» 11122 21*7 8-1 12 -2'» 21 .1-2-1-8 «n*?8i 8,1*78 rrb Iipi 18 -2-v V« (Vergleiche Raschi, der zur Stelle bemertt: 8»jo 2-2:282 p«i ,i2°pia 2-2:282») Serubabel ging nun daran, Maßnahmen zu ergreifen, auch seinen politischen Einfluß auf die benachbarten Länder auszudehnen. Wahrscheinlich hat er seine Streitkräfte noch straffer organisiert, mit deren Hilfe er seine Absichten zu erreichen hoffte. Die Regierung des Kambyses, welcher allgemein als ein verworrener Geist galt, erschien ihm kein Hindernis, seine Pläne zu realisieren. Da er sich als der Messias, als der zweite David fühlte, so richtete er sein Augenmerk auf die Gebiete, die einst von seinem Urahn beherrscht wurden. Syrien und Phönizien waren die Länder, die er unter seine Botmäßigkeit zu bringen trachtete. Auch mögen vielleicht in den getroffenen Abmachungen diese Gebiete als zur Machtsphäre Serubabels gehörige bezeichnet worden sein. Serubabel erblickte wahrscheinlich eine Aufforderung oder Ermunterung für sein Unternehmen in dem prophetischen Ausruf Secharjas: „Wer du auch sein magst großer Berg, vor Serubabel wirst du zur Ebene. Und er wird hervorbriugen den Hauptstein und großes Heil wird ihm zu teil werden." (Secharja 4. 7.) Daß diese Worte auf Serubabel als Messias und auf die Regierung Kambyses bezogen wurden, ist noch aus der Uebersetzung des Targum zu sehen. „Die törichte Regierung gleicht vor Serubabel einer Ebene. Er wird erscheinen lassen seinen Messias, dessen Namen von Anbeginn genannt wurde und er wird über alle Reiche herrschen." -*721 81V22 82-.1 *72211 21p 81»DV 8112*72 82-»1 18 82 ,8112*72 *722 2-*7»'l p21p*72 .1-2» 1-281 ,T1'»2 1- Daß Syrien und Phönizien als die (vielleicht nur als Voretappe) zu okkupierenden Länder von Serubabel gedacht wurden, geht aus dem Wortlaute der Anklageschrift hervor, welche die Feinde Serubabels an den persischen Hof schickten, und ist aus der erflossenen Antwort deutlich zu ersehen, welche Josephus und 3. Esdra gleichlautend mitteilen. Dieselben lauten: „Wir wollen dich dann noch auf etwas aufmerksam machen, was dir vielleicht unbekannt ist: sobald diese Stadt wieder aufgebant und mit Mauern umgeben ist, bist du von Cölesyrien und Phönizien abgeschnitten." TLSoi^e o’ ij[nv xat xouxo aot orjAwaat, ayvoo6p.evov law?;, St: vf\Q xoAeo)? ootw auvotxta0Ei'ar]s xat xöv xuxAov xöv xet^wv dcTuoXaSoÖGTjs dxoxAetexat aot ödog rj ex: KotAvjV Suptav xat <Dotvtx7jv. In der Antwort wird bemerkt: (Antiqu. XI. 2, 2, III. Esdra C 2, 20.) „Es hat sich ausgewiesen, daß dieselben mächtige tyrannische Könige gehabt haben, die sogar Cölesyrien und Phönizien tributpflichtig machten. x«! ßaatAetg auxtöv eyvwjjiev Suvaxous xat ßtatoug, cpopoXoyyjaavxa? KotXrjv Suptav xat Ootvtxrjv. Die Macht Serubabels war selbst gegenüber der persischen eine achtunggebietende. Man hat gewöhnlich die Vorstellung, daß Judäa ein Zwergstaat und das damalige Palästina ein „Ländchen" war und man hegt überschwängliche Ansichten von der großen Truppenzahl der Perser. Aber dem ist nicht so. Nach Aenophon wurden die erwachsenen Perser auf 120.000 geschätzt (Cyr. 1, 2, 15) und die Gesamtzahl der Bewohner der eigentlichen Persis betrug eine halbe Million. Die Zahl der Bewohner Judäas und Nordisraels war keine geringe. Nicht die große Menge der persischen Kriegsscharen, sondern ihre strategische, geistige Überlegenheit hat die Welt erobert. Serubabel dürfte aber über eine ziemlich große Truppenmacht verfügt haben, von deren patriotischem Eifer man viel erwarten durfte. Aber Hindernisse aller Art stellten sich den Bestrebungen Serubabels entgegen. Er war von allen Seiten von Feinden umgeben, die ihn teils nicht verstanden, teils durch sein strenges, rechtliches Vorgehen in ihren Interessen geschädigt wurden. Die herrschenden Familien fühlten sich durch den den Bauern zuteil gewordenen Schutz in ihren vermeintlichen Rechten tief verletzt. Die Priester konnten es ihm nicht verzeihen, daß er ihre Autorität einschränkte 'und sie zu strenger Zucht und einfacher, bescheidener Lebensführung zwang. Die benachbarten Satrapen sahen in seinen Handlungen ein dem Großreiche gegenüber revolutionäres Beginnen und sie alle suchten ihm beim persischen Hof entgegen zu arbeiten. Die Jntriguen haben gewiß schon während der Regierung des Kyros ihren Anfang genommen. Josephus, der von dem Treiben der Feinde der Judäer berichtet, fügt hinzu: „Unglücklicher Weise war Kyros im Kriege verwickelt, so daß er nichts von diesen Ränken erfuhr. Köpw ydp fiept xe dAAooc dayo/.r/Jevu xoXejxou? dyvota Touxtov f/V xa' axpaxeu.aap.svO) int Maaaayexa? exet auveSiQ xsXeux^aat tov ßtov. (Schluß folgt.)

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