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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-19 · 8 (19.2.1909) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
8 (19.2.1909)
Date
1909-02-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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M. r Dr. Dlochs Wochenschrift. Gelte ISS früher war die Türkei geneigt, die weiten, brachliegenden Ebenen der Amelioration und der Agrikultur zu öffnen, umso leichter wäre der Einlas; für ackerbautreibende Juden unter dem konstitutionellen Regime zu erreichen. Der Preis des Bodens soll überdies sehr billig sein, allerdings teuer würde sich die Wiederherstellung der alten, verfallenen Wasserleitungen stellen, die jedoch unerläßlich ist, soll das Land auf die ehemalige Ertragsfähigkeit gebracht werden. Auf dem ganzen Erdenrund findet sich kein so sehr geeignetes, einer unbeschränkten jüdischen Einwanderung so günstiges Gebiet, wie in jenem Teile Asiens, das der Geschichte unseres Volkes nickt so fremd und fern steht, wie Argentinien oder Westafrika. Ich würde es ja freudig begrüßen, wenn der Einlaß und Niederlaß der von Rußland ausgestoßenen Juden in Palästina ermöglicht werden könnte: wenn Palästina ein so ausgedehntes, kultivierbares Land besäße, auf dem Millionen Menschen Ackerbau uud Viehzucht betreiben und einen fortwährenden Nachzug vertragen könnten: wenn die Sicherheit der Ansiedler von der Türkei gewährleistet würde, wo neulich in S a f e t die österreichische Judenkolonie bedroht und Häuser demoliert wurden: wenn die kolossalen Fonds vorhanden wären, welche zum Ankauf der erforderlichen, weit ausgedehnten Ländereien, die jetzt schon sehr teuer und zum Teil in festen Händen sind, aufbrinabar sein würden, und endlich wenn seitens der katholischen Mächte gegen die jüdische Okkupation der heiligen Lande kein Einwand zu erwarten stünde. Ohne diese Voraussetzungen die Emigranten nach Valästina leiten, hieße sie auf ein unsicheres Schiff vfercken und sie allen Zufälligkeiten preisgehen, statt ihnen eine über Generationen reichende Existenz zu schaffen. Mesopotamien hingegen ist eine offene Tafel, an die sich die Einwanderer ohne Zahl hinsetzen und sattesten können. Aquädukte. Pflüge. Eggen und Saaten, diese genügen, um das Land zur ehemaligen Blüte zu bringen. Für alles übrige sorgt schon die großmütige Natur, welche in kürzester Zeit und in ünyiger Weise die Erde mit Weizen. Gerste. Mana. Hanf. Reis, Kukurutz und Hülsenfrüchten bedeckt, den Weinstock und die Dattelpalme treiben läßt. In dieser gesegneten, durch Tyrannei und Sklaverei entvölkerten Erde wurzelt die Zukunft der heimatlos gewordenen Millionen Juden, denen das engeValästina weder Raum noch genügendes Arbeitsfeld bietet! Leo Herzberg-Fränkl, Meran. Ein neues Werk von Moriz Lazarus über das Judentum. Im berühmten Berliner Verlag von Georg Reimer erscheint ein neues Werk vom verewigten Geheimlat Professor Moriz Lazarus unter dem Titel: „Die Erneuerung des Judentums" von Professor Dr. M. Lazarus." Motto: „Es ist Zeit, daß wir aushören zu verschweigen, zu vertuschen, zu vermitteln; daß wir aufhören vor uns und vor Anderen zu heucheln und zu denken, die Last von einer Schulter aus die andere zu schieben, statt sie abzuwerfen; das eine oder das andere Auge zuzudrücken anstatt beide zu öffnen und klar zu sehen." (Lazarus: Gedanken über Aufklärung.) Bemerkung der Herausgeberin. Warum ich erst sechs Jahre nach dem Tode seines Schöpfers diese- Werk veröffentliche? — wird man fragen. Weil ich jetzt erst den Augenblick dazu gekommen glaube. Wohin ich sehe, ringt es in der Judenheit um des Judentums willen nach Befreiung ... wie noch nie! Aber — fehlt nicht der Führer? Nahida Lazarus. Ueber dieses neue besonders intereffante Werk schreibt uns die Herausgeberin. Frau Geheime Regierungsrat Nahida Lazarus aus Meran: „Lazarus hat die Gedanken zu diesem kleinen, zirka 10 Bogen starken, aber hochbedeutsamen Buche, das wohl großes Aufsehen machen wird, (kommen doch schon Anfragen an mich wegen Uebersetzung ins Englische und Französische!) Zeit seines Lebens in der Seele getragen. Aber erst in den Achtziger-Jahren, als die „Schmach des Judentums", der elende Antisemitismus, durch Stöckers unseligen Einfluß in Berlin immer mächtiger sein Haupt erhob, kam er zu der Ueberzeugung, daß wichtiger als alle Apologetik eine „Erneuerung" des Judentums sei. Frische Säfte müßten dem altehrwürdigen Organismus eingeflößt werden, durch Verjüngung, Säuberung, Belebung. Da begann er seine Gedanken niederzuschreiben, — später als ich seine begeisterte Schülerin wurde, hat er mir vieles diktiert, wiederholt hat er geprüft, ergänzt und so ist langsam, meist in Augenblicken tiefer Bewegung, nach und nach dies Werk entstanden, das er in seinem Vorwort „mein Vermächtnis an meine Glaubensgenoffen" nennt. Denn er hat nie beabsichtigt, es bei seinen Lebzeiten zu veröffentlichen. Er selbst erklärt am Schluß seines Vorwortes: „Von dem Vorzug, ganz besonders aber von dem Nachteil aller persönlichen Beziehung befreit, sollen sie (die Gedanken) für sich allein durch ihren* Inhalt wirken. Habe ich doch neuerdings bei meinem Buche „Treu und Frei" wieder erfahren müssen, wie schwer es den Menschen wird, einen Gedankengehalt von seiner persönlichen Beziehung zu ' trennen und ein reines völlig intereffeloses^WollerH bei seiner. Schöpfung anzuerkennen." Mit herzlich-hochachtungsvollem Gruß, Ihre Nahida Lazarus. Die Verdienste eines jüdischen Hauptmannes. Aus Paris wird berichtet: Auf Antrag des französischen Kriegsministers wurde der Hauptmann des 46. Infanterieregiments M. See zum Chevalier der Ehrenlegion ernannt. Die Ernennung erfolgte auf Grund folgender Verdienste: sieben Schlachten, hervorragende Dienste, geleistet in der Kommission zur Feststellung der französisch-siamesischen Grenze^ welche bei der Feststellung der Friedensbedingungen zwischen Frankreich und Siam von großer Wichtigkeit waren. Hierbei sei daran erinnert, daß der Chef dieser Kommission Lieutnant-Colonel Bernard ein Bruder des verstorbenen Bernard Lazare war. Auszeichnung des Bildhauers Moses Ezekiel. Der Bildhauer Moses Ezekiel in Rom wurde anläßlich der Fertigstellung seiner jüngsten Napoleonstatue vom König von Italien neuerlich ausgezeichnet, indem er den Künstler zum „Offizier der Krone von Italien" ernannte. _ Der alte Orient «ad die Anfänge des zweiten jüdischen Staates. Von Dr. S. Gelbhaus. Gemeinde-Rabbiner. (Fortsetzung.) Nach dem Untergange des nordisraelitischen Reiches organisierte Hiskia Missionen, die den Zweck hatten, die Bewohner desselben für den Monotheismus zu gewinnen. Es gingen die Boten mit Episteln des Königs und seiner Obersten durch ganz Israel und Jehuda uud auf Befehl

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