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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-12 · 7 (12.2.1909) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
7 (12.2.1909)
Date
1909-02-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 115 Ein Dankschreiben des Dr. Josef Straß er für die Teilnahme des Kultusvorstandes anläßlich des Ablebens seines Vaters, des sei. Herrn Dr. Ludwig Straßer. . Ein Dankschreiben des Herrn O. L. Stier für die Glückwünsche des Kultusvorstandes anläßlich seiner goldenen Hochzeit. Die Zuschrift eines Gemeindemitgliedes, in welcher dasselbe anregt, daß die Kultusgemeinde für eine größere Publizität des Umstandes Sorge tragen solle, daß das Gesetz über die Gebührenfreiheit der anläßlich des Kaiserjubiläums errichteten Stiftungen voraussichtlich in der allernächsten Zeit eine Verlängerung seiner Giltigkeit erfahren dürfte. Das erwähnte Gemeindemilglied ist der Anschauung, daß sich hierdurch einzelne Personen bewogen fühlen werden, noch jetzt größere wohltätige Stiftungen zu errichten. Eine Note des magistratischen Bezirksamtes für den XIX. Bezirk, mittels welcher die Baubewilligung für das von der israelitischen Kultusgemeinde, in Gemeinschaft mit dem Vereine zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen in Wien, zu errichtende Kaiserjubiläums-Knabenwaisenhaus, erteilt wird.. Ueber Vorschlag des Vertreterkollegiums werden an 66 Parteien Gnadengaben im Gesamtbeträge von 34.600.67 Kronen, ferner periodische Unterstützungen im Gesamtbeträge von 64.238 Kronen an 486 Parteien für das Jahr 1909 bewilligt. Es wird der nachstehende Bericht über die Versorgungsanstalt der israelitischen Kultusgemeinde Wien zur Kenntnis gebracht: Am 1. Jänner 1908 lagen 185 Gesuche um Aufnahme in die Versorgungsanstalt vor: im Laufe des Jahres 1908 kamen weitere 182 Gesuche hinzu. Von diesen Gesuchen fanden durch Einberufung der Petenten 168 ihre Erledigung, von "welchen 142 in die Versorgungsanstalt eintraten. und zwar 54 in das Versorgunashaus und 88 in die Siechenabteilung. Von den im Jahre 1908 in die Versorgungsanstalt eingetretenen 142 Personen waren: 1 Ihrem Gebnrtslande nach: Aus Wien 4, Niederösterreich 2. Galizien 30. Böhmen 16, Mähren 30, Schlesien 1. Ungarn 54, Deutschland 2, England 1, Rußland 2. 2 Ihrem Heimatlande nach: Aus Wien 32, Böhmen 11, Mähren 17, Galizien 29, Bosnien 2. Ungarn 47. Deutschland 2. Rußland 2. Am 31. Dezember 1908 befanden sich im Versorgnngshanle 79 Männer und 105 Frauen, im Siechenhause 45 Männer und 63 Frauen. Das Zinsenerträanis de-; Hayum S Goldschmidtscken Legates pro 1908 im Betrage von 48.100 Kronen wird entbrechend dem Vorschläge des Vertreterkollegiums an 17 Vereine, bezw. Institutionen aufgeteilt. Ferner wurden folgende Stiftungen verliehen: Die M. L. Biedermannsche Waisenstiftung und die Moriz Goldberger Rabbinatskandidatenstiftung. Weilers wird das Regulativ der Ludwig Pollakschen Widmung für zehn Wobltätigkeitsvereine in Wien genebmigt und das Regulativ der Elisabeth Ungarschen Stiftung für Talmudisten, welche sich zu Rabbinern hergnbilden, zur neuerlichen Beratung an das Vertreterkollegium zurückgeleitet. In das Ehrendamenkomitee für die israelitische Versorgungsanstalt wird Frau Eugenie Frank berufen. Zum Mitglieds der Prüfungskommission für das Reliaionslehramt an Volks-, Bürger- und Mittelschulen in Wien wird der Direktor des israelitischen Blindeninstitutes. Herr S. Heller berufen. - Behuf« Gemabrung von Teuerungszulagen an die definitiven Religionslehrer sowie weiters an Schächter und Maschgichim wird, gleichwie in den Vorjahren, ein Betrag bis 15.000 Kronen bewilligt. Ferner werden genehmigt: Normale (systemgemäße) Vorrückungen von definitiven Beamten mit einem Jahreserfordernisse von 5740 Kronen. Beförderungen, außertourliche Vorrückungen von definitiven Beamten. Gehaltserhöhungen provisorischer Beamter usw. mit einem Erfordernis von 4720 Kronen. Normale (systemgemäße) Vorrückungen von Dienern mit einem Erfordernisse von 4300 Kronen. Beförderungen definitiver Diener, Gehaltserhöhungen provisorischer Diener mit einem Erfordernis von 1340 Kronen. Endlich Remunerationen an Beamte und Diener im Gesamtbetrags von 3720 Kronen. Ueber Antrag des Vertreterkollegiums wird eine aus drei Vorstandsmitgliedern bestehende Verwaltungskommission eingesetrt, welche sich mit den Agenden des gesamten administrativen Dienstes der Gemeinde und ihrer Anstalten zu befassen hat. — Die Kommission ist berechtigt. zu ihren Beratungen von Fall zu Fall Erperten sowohl aus dem Vorstande, als auch aus der Mitte der Gemeinde beizuziehen. Nach Erledigung von Steuerangelegenheiten wird die Sitzung um IV2 Uhr geschlossen. Temvelrvenk«»n im Bethause. II.. vom 1. b's 31. Männer 1909: Albert Winterberg TC 20.—, Ludwig Miiel 20.—. Leopold Friedlander 5.—, Siegmund Steiner 10.—, zusammen K 55 —. Von den Wiener Terrttorialisten. Samstag, den 6. d. M. fand im Salon des Cafe City die diesjährige Generalversammlung des ..Wiener Zentralvereines der Jüdisch-territorialistischen Organisation „Jto" statt, über deren Verlauf wir im nachstehenden berichten. Der Vorsitzende. Herr Wolf Pappenheim, begrüßt die Versammlung namens des Komitees und erteilt dem Referenten, Herrn M. Schmidt, das Wort. Redner beivricht zunächst informativ die erniten und ariindlichen Arbeiten d«»S Londoner ..Jto"-Komifees, die daraus allzielen, den iüdffch-n Massen ein vass-ndes Territorium rur Bestedelnna nach den PrmUvien der »Jto" ans autonomer ^fi« verschaffen. Die varlieaend-n Landvroi-kte verteilen ffch ans alle Erdteile. anSaenommen Em-ova. Groß«» Seniat'an verursachte die Mitteilung des R-serenten, d-iß unter d'elen van d»r »Jto" in Erwägung aezooenen Elebieten, sich auch ein im Orient gelegenes besindet. der Vorwurf allo, daß die ..Jto" aus doamaiisch-n lAründen den Orient van vornherein ansschaltete. aanz unst'chbaltig sei. Die Jtoisten. saot Redner, wallen sich nur nicht in ein bestimmtes Terr'to-inm verlieben, lond-rn sasien als Realpolitiker alle territorialen Möglichkeiten ins Anne. In der Tat bat während seine« dreisäbriaen Bestandes das Landauer „Iw" Komitee eine qanre R-ihe v^n teil« durch fgcbw'ssenschgstliche R-serenten und teils durch Erv-d'tionen, an welchen allererste Autoritäten teilnahmen, gründlickist erfo icht. Das gesammelte reiche Material wurde in einem Blanbnche der »Geographischen Kommist-on der .Jto" bereit« unterbreitet. Im weit'ren bericht t Herr" Schmidt, das? erst kürzlich eine Expedition ans Rordasrika rückoekehrt ist. deren eben ansgearbeitetes Stndienresultat gleichfalls der „Geographischen Kommission" vargelegt werden wird. Obne jedoch den Bericht der Nord-Nsrika- Erv°d?tion erst abznwarten, ist man an da« Studium eines weiteren Projektes aeschrit'en. zu welchem Bebnfe Mr. Zgnawill auch diverse R-ilen unternommen bat. Sobald alle Möglichkeiten aevrüst und sämtliche Berichte fertiggestellt lein werden, wird die „Geoaravbnche Kommission" die endgültige Wahl des geeignetsten Territoriums treffen. Sollte die »Jto""—^was jedoch ^gar nicht zu erwarten stellt — zur Uellerzeuqung gelangen, daß auf der ganzen Erde kein Jl ecken mehr vorhanden ist. der sich für eine jüdisch-nationale Kolonisation nach den Prinzipien der »Jto" eignet, dann wird sie keinen Augenblick rögern, dies der jüdischen Welt offen und ehrlich zu gestehen. Dann freilich wird das jüdische Volk nm eine Illusion ärmer, dafür aber um Erfahrungen reicher sein. Vorläufig liegt aber kein Grund zum Zweifeln nud Nörgeln vor; im Gegenteil, das Resultat der bisher gemachten Studien und gepflogenen Verhandlungen berechtigt zu den besten Hoffnungen. daß es der »Jto" endlich gelingen wird, für das jüdische Volk ein paffendes Land zu finden, nur ist es freilich eine Aufgabe, die)sehr viel Geduld und Ausdauer erfordert. ' Parallel mit der Arbeit für ein jüdisches Territorium hat sich die »Jto" zu gleichem Maße mit der Regulierung der bisher wilden jüdischen Emigration heschästigt und auch auf diesem Gebiete hat sie

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