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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-12 · 7 (12.2.1909) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
7 (12.2.1909)
Date
1909-02-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 114 Dr. Blechs Wochenschrift. Nr. 7 babel nicht gleichgültig gegenüberstehen. Er mußte demselben, seinem Charakter gemäß gegenübertreten. Er nahm höchstwahrscheinlich das seit den ältesten Zeiten dem Regenten zustehende Recht der Priesterkontrolle für sich in Anspruch. Er drang auf strengste Zucht, Demut, Sittenreinheit, Bescheidenheit, Einschränkung der sinnlichen Begehrungen. Herzensfrömmigkeit und Gemütslauterkeit. Er wollte das kultische Moment nicht als den wichtigsten Bestandteil des Gottesdienstes angesehen wissen, sondern erblickte denselben in der Seelenerhebung, in der Andacht. Er wies die unberechtigten Aspirationen der Priester in die ihnen gebührenden Grenzen zurück, beschränkte sie auf ihr eigentliches Gebiet des wahren Gottesdienstes. Durch diese Maßregeln erschien er als der eigentliche Gebieter der Priesterschaft, gleichsam als ein Laien-Hohepriester. Darauf mag sich der Ausspruch des Phropheten beziehen. „Höre Josua, Hohepriester, du und deine Genossen, die vor dir sich befinden (denn hervorragende Männer sind sie), ich bringe meinen Diener den Sprößliug (Davids) rc. Ich werde verschwinden lassen die Schuld des Landes an einem Tage." (Das. 3, 8—10.) Das Auftreten Serubabels ist es, welches den Ausschreitungen des Priesterstandes Einhalt tat. Diese energischen Maßnahmen mußten aber die Priesterschaft gegen den Sittenreiniger aufbringen und ihm in ihrer Mitte viele geheime Gegner erstehen lassen, welche die Zahl seiner Widersacher vermehrten und ihm bei der Vollführung seiner erfaßten Hauptaufgabe wenig förderlich wären. Das Hauptziel seiner Bestrebungen mußte doch die Ausbreitung des Monotheismus und dessen Heilslehre in die weitesten Kreise der Menschen sein. Dieses war ja ein Hauptpostulat des Messiasreiches, als dessen Repräsentant Serubabel sich ansah. Zwei große Propheten in alter Zeit verkündeten die Anerkennung Gottes und seiner Lehre seitens der Völker als das sichtbarste Zeichen des messianischen Zeitalters. Jesajas ruft: „Es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Häusel Gottes auf- ' gerichtet sein über den Bergen und er wird überragen die Hügel und es werden zu ihm hinströmen alle Völker. Und viele Nationen werden hingehen und sprechen: Lasst uns hinaufgehen zum Berge des Ewigen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, daß wir einherwandeln auf seinen Straßen, denn von Zion geht aus die Lehre und das Wort Gottes von Jerusalem" (Jesajas 2, 2—4.) Ebenso lauten die Worte Michas (4, 1—3). Und ein prophetischer Ausspruch aus der Zeit Serubabels bezeugt unzweideutig das Vorhandensein einer großen, monotheistischen Bewegung unter den Völkern." Maleachi ruft: „Vom Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergänge ist mein Name groß unter den Völkern und an allen Orten wird Räucherwerk meinem Namen dargebracht." (1, 11.) Eine solche Bewegung ist gewiß ohne ein Hinzutun von Seite judäischer Kreise nicht vor sich gegangen. In allererster Linie dürfte sie von Serubabel ansgegangeu oder sicherlich durch ihn mit außergewöhnlichem Kraftaufwande gefördert worden sein. Auf ihn bezieht sich das Wort Maleachis: Siehe ich schicke euch meinen Boten und er wird den Weg vor mir ebnen spricht der Herr d r Heerschaaren. Er ist wie das Feuer und wie die Lauge der Wäsche. (3. 1. 2.) Er verwarf jede Halbheit der heiduischeu Völker, welche den Gott Israels als einen Gott unter ihren Göttern anbeten wollten, verwehrte er das Mitbauen am Tempel, wie es in dem Berichte Esra 4. 3. l-utet: „Und es sprachen zu ihnen Serubabel und Josua: Nicht zusammen wollen wir das Haus unseres Gottes bauen, sondern wir allein wollen es errichten dem Ewigen, dem Gotte Israels". Er drang auf einen strengen reinen Monotheismus. Dieses dürfte in der Weise von ihm geschehen sein, daß er eine Propaganda iusLeben rief, die sich auf Gebiete innerhalb und außerhalb Judäas erstreckte. Ein Vorbild in einem kleinen Rahmen bot sich ihm in älterer Zeit dar. (Fortsetzung folgt.) Aus der Plenarsitzung des Kultusvorftandes vom 7. Februar 1909 unter dem Borsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern. Beginn 10 Uhr vormittags. Im Einlaufe befinden sich: An Spenden: Herr Vertr. Dr. Leopold Kohn noe. der Verlassenschaft bezw. des sel. Herrn Julius Frankl: zur Verteilung an jüdische Arme . . . . K 16.740 „ Errichtung einer Kadisch-Stiftung . . „ 1.674 K 18.414.— Herr Vizepräs. Dr. Gustav Kohn noe. des Herrn u. Frau Wilhelm und Rosa Freyberg, Wien, zur Einverleibung in die „Kaiser Jubiläums-Stiftung für das israelitische Spital in Gleichenberg"...„ 5.000.— Herr Salo Cohn, für die israel. Arnlenanstalt als Beitrag für die nachträgliche Kohlenverteilung . . X 1.000.- „ das Königsberg-Institut ....... 300.— „ 1.300.— Frau Jda Kuranda und Herr Wilhelm Spitzer anläßlich des Ablebens ihres Vaters des Herrn Gustav Spitzers. A. zur Verteilung an Arme israel.Konfession „ 1.000.-- Herr Dr. Otto Eckstein noe. der Verlassrnschaft des sel. Herrn Gustav Redlich Edlen von Vezeg, für jüdische Arme.„ 500.— Herr Michael Glogau als Beitrag zur Gründung einer jüdischen Mensa.. 200.— Herr Präsident Dr. Alfred Stern, die Präsenzgebühr der Pollak von Rudin-Stiftung für den allg. österr.-israel. Bund.„ 200.— Die Erben nach weiland kais. Rat Sal. Kohnberger für ' das Versorgungshaus, anläßlich der ersten Jährung des Todestaaes.... ... . ..200.— Herr Moriz Edler von Knffner, anläßlich des diesjährigen Sterbeg-dächtnistages seiner verewigten Mutter Frau Rosalia Edle von Kufsner, zur Verteilung an Arme der Bezirke XVI und XVII. .. „ 160.- Herr Leopold Kollmann anläßlich des Ablebens des Herrn Wilhelm Kollmann s. A. für^fromme und wohltätige Werke. „ 100.- Herr M. Haßberg . . . . . . . .X 30.— "Herr N.- N. d: j,N.!-Fr.'Presse"' -■ ■ „-20.^--.: zusammen . K 50.— für den „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder" ..„ 50:- Herr Kommerzialrat Fritz Redlich, Göding: für die Armeuaustali.K. 20.— für die Speiseanstalt . . . .... ... 20.— „ 40.— Von L. W. für die Witwen und Waisen der Fanny Jeiteles-Stiftung.. 30.— Von Anonymus für die Witwen und Waisen der Fanny Jeiteles-Stiftung...- „ HO. - Von T. W. für die Witwen und Waisen der Fanny Jeiteles-Stiftung .. . . . . ..... . . . . . . . „ 10.— Von Anonymus fürl!die Insassen ^der Jeiteles-Stiftung . „ 10.— Von T. W. für das Jeiteles-Pfründnerinnen-Beitrags- Konto . . . . . . . ..'. ..„ 10.- Für die Schulküche im XX. Bezirke: Herr Vizepräsident. Dr. Gustav Kohn sein von der israelitischen Kultus^ gemeinde und Chewra-Kadischa Wr.-Neustadt erhaltenes Honorar für eine durchgeführte Rechtssache . . „ 100.— Von Ferdinand Berger, Leopoldsdorf, und Leopold Bassel, Ober-Siebenbrunn, Niederösterreich . . . . „ 10.- Von Frau Mathilde Perger.5.— Von Selma und Herrn Albert Bruckmann.„ 2.— Von Herrn Professor Dr Samuel Kraus eine Anzahl jüdisch-pädagogischer Werke für die israelitische Lehrerbildungsanstalt. Entnahme der Sammelbüchse im Tempel II. für den Frauenverein.... 15.20 Ferner eine Zuschrift des ehemaligen Vorstandsmitgliedes Dr. Adolf Stein, in welcher derselbe dem Vorstande für die ihm anläßlich seines Ausscheidens aus dem Kultusvorstande kundgegebenen Sympathien seinen Dank ausspricht und versichert, stets bereit zu sein, für die Gemeinde oder das Judentum überhaupt nach. Kräften einzutreten. Eine Zuschrift des Herrn Rabbiners Dr. Leopold Goldschmid, Proßnitz, in welcher derselbe für das Interesse den Dank ausspricht, das der Vorstand anläßlich seiner Berufung zur Abhaltung eines Vortrages in Wien bekundet hat.

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