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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-05 · 6 (5.2.1909) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 6 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 103 Wien. Der Leopoldstädter Kranken-Unterstützungs-Verein „Nächstenliebe" veranstaltet am 18. Februar 1909 in den Sälen des „Hotel Bayrischer Hof" ein Elite-Kränzchen. Das Reinerträgnis fließt dem außerordentlichen Unterstützungs-, Witwen- und Waisen-Fonde des Vereines zu. Entree K 3.—. Beginn 9 Uhr. Die Ballmusik besorgt die Kapelle des k. u. k. Bosnischen Jnf.-Reg. Nr. 1. Tanzarrangement: Prof. Edwin Reingrube r. Jüdische Toynbeehalle, Wien, XV., Herklotzgasse 81. Am 30. v. M. bielt Herr Professor Simon einen äußerst lehrreichen Vortrag über Erziehung, in welchem der bekannte Pädagog in gemeinverständlicher und hochinteressanter Art beachtenswerte Winke und Lehren zum Ausdruck brachte. In dem folgenden Konzerte erntete der kleine Paul Heller stürmischen Beifall für seine bravourös, mit vorzüglicher Technik und breiten Ton vorgetragenen Violinpiecen. An dem Erfolge des Abends hatte auch dessen liebreizende Schwester Martha, die einige Lieder vortrug, redlichen Anteil. Samstag den 6. d. M. spricht Herr Oberlehrer Riesenfeld über „Mohamed und der Islam". Nach dem Vortrage Konzert. Beginn halb 8 Uhr, Eintritt frei. Bet-Ha-Midrasch. II., Ferdinandsstraße 23. Der Vorstand dieses Vereines hat beschlossen, an dem Bet-Ha- Midrasch alljährlich einen Cyklus von Vorträgen zu veranstalten. Diesen Cyklus eröffnet in diesem Jahre Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Julius M. Bach und zwar Donnerstag den 11. Februar d. I. halb 8 Uhr abends Thema: „Moses in Bibel und Midrasch." Der Vor st and. Wien. (Jüdisches Museum.) Die Arbeiten der Architekten, Bildhauer und Maler, welche gemäß dem Ausspruche der Jury mit Stipendien aus der Freiherrlich v. Rothschildschen Künstlerstiftung bedacht worden sind, gelangen am Samstag und Sonntag dieser Woche zur Ausstellung im Museum. Humanitärer Verein der Mattersdorfer irr Wien. Bei der am 30. Jänner l. I. stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Herren einstimmig gewählt: 'Dr. Ludwig Breuer, Vräses; Julius Leitner, Vizepräses; Moritz Leitner, Kassier: Hermann Groß, SchrifUttbrer; Simon Lackcnbncher, Schriftführer-Stellvertreter: Jakob P'nkas und Alexander Breuer, Revisoren: Sigmund Adler, Dr. Samuel Deutsch, Max Goldberger, Richard Heßl David Neufeld. Josef Philipp. Julius Philipp. Michael Pollak Moriz Rosenberger, Moriz Schneider. Heinrich Soriuzebs, Jakob Steiuhof als Ausschußmitglieder. An Unterstützungen wurden int letzten Jahre 1453 K 61 h ausgezahlt. L »tzuik Herr Adolf S ch r a m e k, Kultusvorsteher und Kohlenbergwerksbefitzer in Wien, ein geborener Leipniker, hat zum Andenken an seine verstorbenen Eltern, welche am hiefigen Friedhofe beerdigt sind, anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät unseres erhabenen Monarchen Kaiser Franz Joseph I. eine Bettstiftung in dem hierortigen Ritter von Gutmann'schen Altersversorgungshause gewidmet. Austritte aus dem Judentum. Vom 24. bfs 30. Jänner 1909. Baier Emil, Dr., Zahnarzt, geh. 15. Februar 1877, Folticeni (Bukowina), IX., Alserstrasse 24. Baumann Alice, Private, geb. 15. Jänner 1884, Wien, III., Baumaunstrasse 7. Bondi Karoline, Private, geb. 29. Juli 1885, Wien, IX., Wiederhofergasse 7. Brandeis Franziska, Private, geb. 26. Oktober 1884, Wien, I., Grünangergasse 8. Byk Dora, geb. 23. Oktober 1887, Olmü'z, VII., Bnrggasse 12. Egert Wilhelm, Dr., prakt. Arzt, geb. 18. Dezember 1872, Slamionka (Galizien) VII., Breitegasse 10. Erdelyi Louise, Schauspielerin, geb. 9. September 1881, Wien, IX., Grüne Torgasse 19. Feuer Leon, Ingenieur, geb. 3. Juli 1882, Ivrakau (Galizien), IX., Nussdorferstrasse 8. Fried Eugenie, Buchhalterin, geb. 11. März 1885, Wien, II., Raitnun Iirasse 4. Herlinger Robert, früher Nussbaum, Komptoirist, geb. 9. Mai 1890, Wien, XII., Graf Seilerngas-e 16. Herzog Karl, false Jakobowitz, Reisender, geb. 10. Dezember 1863, Lipuik (Galizien), III., Wällischgasse 3. Kaiser Elsa, Private, geb. 21. Angust 1878, Wien, IX., Alaerstrasse 12. Kühn Gustav (früher Kohn), Reisender, geb. 11. Dezember 1877, Pohrlitz (Mähren), IX., Porzellangasse 38. Mühsam Martin, Bankbeamter, geb. 24. Dezember 1869, Posteiberg (Böhmen), IX., Türkenstrasse 9. Nagel Clara, Bankbeamtin, geb. 2. Oktober 1876, Polna, IX., Seehsscbimmelgasse 9. Neumann Alice, geb. Bastre, geb. 3. Juli 1870, Genf, XV., Sechshauserstrasse 28. Raab Jakob, Privatbeamter, geb. 12. Oktober 1885, Krasne (Galizien), IX., Porzellangasse 45. Sinai Theodor, Möbelfabrikant, geb. 10. Oktober 1874, Floridsdorf, XXL, Hauptstrasse 20. Trebitsch Arthur, geb. 17. April 1880, Wien, VII., Schottenfeldgasse 15. Werner Ernst, Vertreter, geb. 17. März 1875, Freiberg (Mähren), V., Gartengasse 11 Westei Albert, Zeitungsausträger, geb. 27. Juni 1869, Wäbiing, XVII., Ottakringerstrasse 72. Salzburg. Unser ehrwürdiger Herr Rabbiner erhielt von der hiesigen Landesregierung das folgende Schreiben: „K. k. Lundespräsidium Salzburg, 28. Jänner 1*09 Zahl 315/Präs. „Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät Oberstkämmereramt bat mich ersucht, Euerer Hochwohlgeboren für die Vorlage einer Abschrift der Festrede, welche Sie am 2. December 1908 im israelitischen Tempel in Salzburg anläßlich der von der hiefigen israelitischen Gemeinde veranstalteten Huldigungsfeier gehalten haben, den Allerhöchsten Dank bekannt zu geben." „Mit größtem Vergnügen komme ich hiemit diesem Ersuchen nach und beehre ich mich noch. Euer Hochwohlgeboren mitzuteilen, daß die erwähnte Abschrift der Festrede der k. u. k. Familien-Fideikommiß-Bibliothekt einverleibt werden wird. Der k. u. k. Landespräsident Schaffgotsch. An Sr. Hochwohlgeboren Herrn Altmann, Rabbiner in Salzburg." Malmö. Bei der am 31. Jänner l. I. stattgefundenen Generalversammlung wurde Herr Rabbiner Dr Wohl st ein in den Vorstand des internationalen Friedensvereines in Malmö gewählt. F. Bukarest. (Verlobung.) Fräulein Ottilie Beck. Tochter des Rabbiners der hiefigen Gemeinde Doktor M. Beck, hat sich mit dem Ingenieur Herrn Hermann Marcus aus Freiburg verlobt. Feuilleton. Me Inden am altosmanifchen Hofe. Von Dr. E. Schul; (Hamburg.) Der im dreizehnten, noch mehr im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert rapid aufsteigende Stern des Hauses Osman traf in den eroberten Städten Kleinafiens und Europas zahlreiche Juden in größeren und kleineren Gemeinden, deren Stellung als Untertanen und Nicht-Mohammedaner einer Regelung bedurfte, genau wie die der übrigen Konfessionen und Nationalitäten. Ausdrücklich werden die osmanischen Juden in der Kleiderordnung erwähnt, die Murad, der Sieger und Zerstörer des Serbenreiches auf dem Amselfelde (Murad wurde auf dem Schlachtfelde selbst im Jahre 1389 bekanntlich in tückischer Weise von Kobilowitsch durch einen Dolchstich in den Unterleib tödlich verwundet>. dem Reiche gab. Sie mußten als Farbe der Fuß- und Kopfbrkleidung Blau tragen. War Blau vorher die bevorzugte Farbe des feindlichen byzantinischen und persischen Hofes gewesen, so sollte sie jetzt zur Verachtung von den Juden getragen werden, während Rot die Favorit färbe des türkischen Hofes und Heeres wurde. Vou Haß wurde Murad sicherlich nicht dabei geleitet. Denn die furchtbaren, periodischen Judenverfolgungen in allen Teilen Europas lim Gefolge des ..Schwarzen Todes") hatten schon viele Juden veranlaßt, unter türkischen Schutz sich zu begeben, wo sie weit duldsamer behandelt

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