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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-02-05 · 6 (5.2.1909) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 6 Seit 102 Rath«« Strautz für die Verunglückten von Messina. Der seit seiner vorjährigen Europareise auch hier bekannte amerikanische Philanthrop Nathan Strauß hat gleich nach Bekanntwerden des Erdbebenunglückes in Süditalien eine eigene Hilfsaktion in Angriff genommen. Er beauftragte alle seine europäischen Agenturen, nach den vom Unglücke betroffenen Gegenden je ein größeres Quantum von nach seiner Methode pasteurisierter Milch zu senden. Außerdem sandte er selbst mittels der Schiffe „Barbarossa" -und „Hamburg" große Ladungen von von Lebensmittel an die Unglücksstätte. * New-Vork. 5a fob Schiff, Louis Marshall und einige andere hatten in Sachen der Sonntagsruhe eine Besprechung mit dem Polizeichef Bingbam, um für die orthodoxen Juden die Erlaubnis zu erwirken, am Sonntag ihre Geschäfte offen zu halten. Die genannten Herren machten den Polizeichef darauf aufmerksam, daß für die jüdischen Kaufleute der Konkurrenzkampf ein sehr ungleicher und ungünstiger Ware, da sie gezwungen seien, zwei volle Tage in der Woche zu feiern. Herr Bingham versprach, eine Anordnung zu erlaffen, daß man den Juden, die den Sonnabend streng feiern, gestatte, ihre Läden am Sonntag zu öffnen. In der jüdischen Bevölkerung New-Dorks, für die diese Angelegenheit natürlich eine ganz außerordentliche Bedeutung hat, anerkennt man gern den guten Willen der Herren Schiff, Marshall rc, meint aber, daß es richtiger gewesen Ware, sich in dieser Angelegenheit nicht an eine Exekutiv-Behörde, sondern an die gesetzgebenden Körperschaften zu wenden und dort die Frage zur Behandlung zu bringen. _ «N. I. K." Vermischtes. Die konfessionellen Kurien in Bosnien. Die jüngste Rede des Ministerpräsidenten Freiherrn von Bienerth im österreichischen Annerionsausfchusse enthält abermals keine beruhigende Erklärung darüber, daß bei Schaffung von konfessionellen Kurien im bosnischen Landtage auch den Juden eine eigene Kurie zugedacht sei. Aus diesem Grunde hat die Rede des Ministerpräsidenten in der bosnischen Judenschaft, die schon seit der Delegationsrede des gemeinsamen Finanzministers von Burian geschaffene Beunruhigung nur noch gesteigert. Wie wir erfahren, hat das Präsidium des allgemeinen österr.-isreal. Bundes eine Aktion eingeleilet, um dieser befürchteten Zurücksetzung der Juden entgegenzutreten. Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Dienstag den 9. Februar 1909, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten- Bereines. I., Eschenbachgaffe 9, ein Vortrag des Herrn königl. Gcheimen Regierungsrates Prof. Dr. Ludwig Geiger aus Berlin statt. Thema: „Johann Reuchlin und sein Kampf um die Bücher der Juden." Eintritt frei, ohne Karten. Wie«. („Oesterreichisch - Israelitische Union.") Mittwoch den 10. Februar d. I., halb 8 Uhr abends, hält Herr Reichsratsabgeordneter Dozent Dr. Arthur Mahler in der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" einen Vortrag .über das Thema: „Die T a u fb ew e g un g". Die Versammlung findet im großen Saale des «Hotel Guth", II., Stefaniestraße Nr.' 14 statt. Der überaus aktuelle Gegenstand des Vortrages dürfte allgemeines Interesse erwecken. Der Zutritt zu der Versanunlung ist nur gegen Vorweisung der Einladung gestattet. Jüdischer Verein „Einheit". Die Volksrestauration des Vereines wurde Samstag den 80. Jänner von den Herren Gemeinderäten Baurat S t i a ß n y mit Gemalin, Dr. Oskar Hein, Ferdinand K l e b i n d e r und Dr. Alfred Mittler besucht. Selbe kosteten die Speisen und sprachen sich sehr lobend über das Gebotene aus. Frau Baurat Stiaßny nahm sich die Mühe, das Etablissement in allen Teilen zu inspizieren und war so befriedigt, daß sie in liebenswürdigster Weise erklärte, ihr humanitäres Wirken auch dem Verein zu widmen. In der Vorstandssitzung am 31. Jänner berichtete Herr Obmann Bernhard Hofbauer, daß es dank der intensiven Tätigkeit eines jungen Vorstandsmitgliedes und dank dem Entgegenkommen wohltätiger Glaubensgenossen gelungen sei, den Verein materiell bedeutend zu fördern, so daß es nur noch einiger Anstrengung bedarf, dem Verein auch materiell eine gesunde Basis zu geben. Zu dieser Sitzung war auch Herr Bürgermeister und Kultuspräsident Moritz Kurz, Großindustrieller in Mikulnce, geladen, der das Präsidium eines Komitees unseres Vereines für Ostgalizicn übernommen hat. Derselbe wurde vom Obmanne und dem Gesamtvorstande aufs Wärmste begrüßt und erklärte, da er schon wiederholt Gelegenheit hatte, die große Notwendigkeit der Küche zu konstatieren, er werde seinen ganzen Einfluß auswenden, um dem Vereine Freunde und Förderer zu gewinnen. Dieses Versprechen ist sehr wertvoll, da Herr Kurz in einem großen Kreise eine dominierende Stellung einnimmt. Die Volksrestauration (Mittag 40 h, Abend 30 h) befindet sich II., Floßgasse 9. Zuschriften erbittet der Verein an seinen Obmann Herrn Bernhard H o f b a u e r, I., Tuchlauben 20. „Verein zur Ausspeifung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk". (Knaben- und Mädchenhort). Die Generalversammlung findet Dienstag den 10. d. M., halb 8 Uhr abends, in Horvaths Restauration, XVI. Bez., Hubergaffe 10 statt. Wien (Todesfall.) Sonntag den 31. v. M. wurde am Zentralfriedhof Frau Regine Herrnfeld, Gattin des bekannten volkswirtschaftlichen Schriftstellers Herrn Heinrich Herrufeld, zur ewigen Ruhe gebettet. Die große Zahl der erschienenen Trauergäste bewies, welcher Sympathien sich die Familie Herrnfeld in den Wiener Gesellschaftskreisen zu erfreuen hat. Oberrabbiner Dr. Güdemann hob in seinem Nachrufe die tiefe Religiosität der Verstorbenen hervor, mit welcher Geduld sie ihr jahrelanges Leiden ertrug. Der Verlust ihres einzigen Kindes, eines hoffnungsvollen. Sohnes, brach schließlich ihr Herz zusammen. Wien. (Todesfall.) Am 27. v. M. starb hier plötzlich im 58. Lebensjahre Frau Anna Kreisler, die Gattin des geschätzten Arztes Dr. S. Kreisler und Mutter des Violinvirtuosen Fritz Kreisler und des Cellovirtuosen Hugo Kreisler. Sie wurde unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. Trotzdem Frau Anna Kreisler seit nahezu 2 Jahrzehnten gelähmt war und sich nur im Rollstuhle fortbewegen konnte, war sie doch die Seele des Hauses, der Mittelpunkt, um den sich Gatte und Kinder und ein zahlreicher Freundeskreis scharten. Wenn auch die so plötzlich eingetretene Lähmung die lebensfrohe Frau, die mit ihrem Wunderknaben Fritz weite Reisen durch Europa und Amerika unternommen hatte, anfangs schwer niederbeugte, ihr die Lebensfreude raubte, hatte sie sich doch im Laufe der Zeit mit ihrem Geschick abgefunden, und sie nahm bald wieder regen Anteil an allen Ereignissen die ihre Familie und ihre Freunde betrafen. Ihr Tod hat in ein inniges Familienleben eine unausfüllbare Lücke gerissen. R. F. Wien. Herr Jakob Gritz seit 1. Mai 1876, Kantor und Sekretär im Bethausverein Am Volkert feiert -Samstag den 13. Februar a. c. seinen siebzigsten Geburtstag und zugleich sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum. Theologischer Verein. ■ Die gefertigte Vereinsleitung teilt mit, daß gemäß dem Beschlüsse der Trauerversammlung anläßlich des Hinscheidens des Lektor Friedmann sel. And. zwei Preise per je 100 Kronen für wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben werden. Themen: 1. Was hat Lektor Friedmann zur Midraschforschung beigetragen? 2. Die bibelexegetischen Arbeiten des Lektor Friedmann. Das Recht der Beteiligung steht allen Hörern der JiraelUischtheologrschen Lehranstalt zu. Einreichungstermin 18. Kislew des laufenden Jahres. Die Preise werden am Todestage des Lektors verteilt. Zur Ueberuahme des Richteramtes baben sich die Herren Professoren der Anstalt in liebenswürdiger Weise bernt erklärt. Nähere Auskunft erteilt der Präsident des Vereines.

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