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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-01-15 · 3 (15.1.1909) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
3 (15.1.1909)
Date
1909-01-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 46 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 3 Es wäre nun naheliegend, daß die Kultusgemeinde diese Tatsache zum Anlasse nähme, auch ihrerseits die Bekanntgabe der Personalbesteuerung der Kultussteuerträger zu verlangen, um eine sichere Grundlage für ihre Vorschreibungen zu erreichen. E. P. § Verein der Sabbathfreunde. In diesen Blättern (32 und 52 1906) wurde „das Sabbathproblem in Oesterreich-Ungarn von Herrn Rabbiner Winter, Chorostton, derzeit in Wien, behandelt. Nach langen Vorbereitungen und Vorberatungen hat sich am 27. Dezember eine sehr zahlreich besuchte Versammlung im Lokale der „Einheit" mit diesem Problem besaht und die Gründung eines „Vereins der Sabbathfreunde Schomre Schabbos" beschlossen. An der sehr animierten Debatte nahmen teil die Herren N. Ardel, G. Austerlitz. I. u. D. Bischofswerder, B. u. M. Hofbauer, M. Klein. M. Nasch, Wolf Pappenheim, Natan Pollat, N. Schiff und andere. „Sehet, Gott hat euch den Sabbath geschenkt." Dieses fundamentale Gesetz der Sabbathruhe und Heiligung, das den ethischen und moralischen Wert der Iudenschaft auf dem höchsten Niveau erhalten hat, das den Geist des gedrücktesten Juden gestählt hat für den Kampf ums Dasein; dieser Ruhetag, der von den streng gläubigen Juden auch heute noch in erster Reihe der Beschäftigung mit dem heiligen Schrifttum, der Ouelle der Moralität, der Mildtätigkeit gewidmet wird, wahrlich sie können gar nicht genug von uns gehegt und gepflegt werden. Der in Gründung begriffene Verein hat als statutarische Zwecke bestimmt: Für die Heilighaltung des Sabbaths einzutreten: 1. durch Aufklärung über die Bedeutung des Sabbathgesetzes, 2. durch Zentralisierung der Stellenvermittlung für Schomre Schabbos, 3. durch ideelle und wirtschaftliche Unterstützung solcher Unternehmungen, die der Förderung der Sabbathruhe dienen, 4. durch Versicherung gegen Stellenlosigkeit, 5. durch Bekämpfung der die Beobachtung des Sabbaths schädigenden Tendenzen. Wer den Schabbos als Ruhetag feiert, ja, wer auch nur den Wunsch hegt, daß sich das Judentum in der hergebrachten Weise erhält, der trete Diesem Vereine bei, der bestimmt ist, der Strenggläubigkeit eine Stütze zu werden. Der Jahresbeitrag wurde für Arbeitnehmer mit 1 Krone pro Vierteljahr, für sonstige Mitglieder mit 6 Kronen pro Jahr festgesetzt. Anmeldungen werden entgegengenommen von dem provisorischen Schriftführer Herrn Julius Steinfeld, Adresse Herren Kohn & Schift, I. Neuthorgasse 5. Jüdischer Verein „Einheit." In der Großstadt finden sich Tausende und Abertausende von Leuten, die sich selbst erhalten, aber gerade nur über das kleinste Eristenzminimum verfügen. Studierende, kleine Beamte, Arbeiter, Hausierer, die vom frühen Morgen ab tätig sind: die zahllosen Rekonvaleszenten, die hier Heilung gefunden haben, die ambulatorisch behandelten Kranken, die Kraft brauchen, all diese kleinen Leute finden seit 272 Jahren in der Restauration des Vereines die Möglichkeit, für 40 und 30 Heller eine gute, streng koschere Mahlzeit zu nehmen. Rund 250.000 Mahlzeiten sind dort verabreicht worden. Der löbliche Kultusvorstand hat dem Vereine Anerkennung gezollt durch eine kleine Subvention und durch Zuweisung einer Anzahl Studenten zur Verköstigung, während die mensa geschlossen war. Ueber die Verköstigung schreibt Herr Dr. Fritz Löhner: ,-Jch habe in der „Einheit" gespeist und drücke in meinem und sämtlicher Kommilitonen Namen, die dank der wohltätigen Unterstützung des hochlöblichen Kultusvorstandes hier speisten, die Anerkennung aus, daß die Speisen ausgezeichnet zu bereitet und rein servier t waren." Äuch die Allianz, Armenanstalt- Union senden dem Vereine Köstlinge, und es herrscht nur eine Stimme über die Nützlichkeit, ja, Unentbehrlichkeit dieser Küche. Und dieser Verein hat zu kämpfen um leine EXistenz. Ohne Fonds gegründet, hat er eine kleine Schuldenlast und keinen Betriebsfonds! Mögen doch unsere wohltätigen Glaubensgenossen bedenken, daß sie mit jeder, auch der kleinsten Spende dazu beitragen, daß hunderttausend Male im Jahre Unbemittelte eine nahrhafte Mahlzeit erhalten, die sonst von Brot leben müßten. Daß bei den angeführten Preisen tüchtig daraufgezahlt wird, ist ja klar, .und bedarf es der äußersten Sparsamkeit, um den Aufwand möglichst zu reduzieren. Es ergeht die dringendste Bitte an die Zahllosen, jüdischen, guten Herzen, dem Verein beizutreten. Zuschriften und Sendungen nimmt entgegen der Obmann des Vereines, Herr Bernhard Hofbauer, I.Tuchlauben 20. Budavest. Die ortbod. Gemeinde in Maros-Vaiarhely bot, wie die „Allg. Jüd. Ztg." berichtet, ihrem Rubbiner eine einmalige Abfindungssumme von 15 000 Kronen oder lebenslängliche Zahlung seines bisherigen Fixums, wenn er abdanke. .Bei dieser Gelegenheit erinnert die „Allg. Jüd. Ztg." daran, daß die orthodoxe Gemeinde in Mozö- Kövesd ihrem Rabbiner 6000 Kronen und die Gemeinde in Saranno ihrem Rabbiner 8000 Kronen für den freiwilligen Rücktritt boten, die Rabbiner aber die Abfindungssumme nicht nahmen und zu ihrem Schaden klagten, während der Rabbiner der Maros-Vafarhelyer status quo-Gemeinde die. ihm gebotenen ,6000 Kronen akzeptierte und Anstellung bei der Budave^er neologen Gemeinde fand. Es find traurige Zustände, auf die diese Mitteilungen Hinweisen. Brünn. Bei der Konstituierung des neuergänzten Kultusvorstandes wurde Dr. Hieronymus Fialla, Advokat, zum Präses, Leopold Bauer, Fabrikant, zum Präsesstellvertreter einstimmig wiedergewählt. Ebenso wurden die bisherigen Sektionsobmänner stimmeneinhellig Wiedergewählt, und zwar für Kultus: Gust. Tandler, für Unterricht: Statthallereirat Dr. S. Spitzer, für Finanzen: Heinr. Kutscher, für Wohltätigkeit: Siegm. Schwarz. Verband der israelitischen Religionslehrer an den Mittelschulen Böhmens. Die mit den letzten Hauptferien begonnenen Ferialkurse für israelitische Religionslehrer fanden am 28., 29. und 30. Dezember v. I. anläßlich der Weihnachtsferien ihre würdige Fortsetzung. Abermals lieferte die große Beteiligung und der unermüdliche Eifer, den die Hörer allen Darbietungen der Dozenten entgegenbrachten, den Beweis dafür, daß die Einführung der Ferialkurse einem tatsächlichen, tief empfundenen Bedürfnisse nach Weiterbildung entspricht. Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, hat der Verband gleich nach Abhaltung der ersten Ferialkurse eine umfassende Aktion im ganzen Lande eingeleitet, um von den einzelnen Gemeinden und größeren, der Wohltätigkeit dienenden Korporationen die zur Bestreitung der Aufenthaltskosten der auswärtigen Teilnehmer notwendigen Subventionen zu beschaffen und also die Ferialkurse zu einer ständigen Bildungsstätte für den Lehrerstand auszugestalten. Mit besonderer Freude dürfen wir nun konstatieren, daß der Appell an die weite Oeffentlichkeit von dem günstigsten Erfolge begleitet war und es ist begründete Hoffnung zu hegen, daß der Realisierung des Planes, die Ferialkurse zu stabilisieren, keinerlei materielle Hindernisse im Wege stehen werden. Ebenso bürgt die Freude und Begeisterung, mit welcher der Ausschuß des Verbandes und die sonstigen Mitglieder desselben dieses Unternehmens begleiten, dafür, daß es auch an Vorträgen nie mangeln wird. Die Vorträge waren auch diesmal vom Gesichtspunkte des für das Fach und den Stand Praktischen ausgewählt. Herr Rabbmer S. Knöpfelmacher lieferte einige Proben aus der Bibelexegese, Herr

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