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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1909-01-01 · 1 (1.1.1909) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
26 (1909)
Issue
1 (1.1.1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Gelte 18 O§. Lwcd's MoeüenscdkLtr. Nr. 1 und nicht aus Knochen. Ach! wie oft, wenn der Aermste schon kaum auf den Füßen stehen konnte und eine Empfindung hatte, als ob ihn Jemand mit Zangen an den Waden reißen; würden, als ob er eine Zentnerlast im Bauche trüge, steht der grausame Manu vor ihm, hört nicht auf, ihn mit Fluchen und Schimpfen zur Arbeit anzutreiben, läßt Pettscheuhiebe auf seinen Rücken uiedersausen und schlägt ihn mit einem Stück Holz in die Seiten. . . . Ein Glück noch, daß es bei diesem Fuhrmann einen Tag in der Woche gibt, au dem das Pferd unbehelligt im Stall steht. Es steht, ftißt und tut nichts. Vergeblich strengte Methusalem seinen ganzen Pferdeverstand au, uni zu begreifen, was das für ein Tag ist, au dem man sich nicht einmal vom Fleck zu rühren braucht. „Warum soll nicht dasselbe der Reihe nach au allen Tagen der Woche der Fall sein?“ dachte er manchmal, und die Ohren spitzend und mit den Augen blinzelnd, betrachtete er von der Seite seine beiden, zugleich mit ihm das schwere Gefährt schleppenden Kameraden. IV. Aus dem Dienst bei dem Fuhrmann in eine Tretmühle gelaugt, arbeitete Methusalem nicht minder schwer. Den ganzen Tag im Kreise sich drehend, mußte er förmliche Unmengen Staub und Spreu schlucken, und war von dem ewig-u: „Krach, — krach, — krach, —" der knirschenden Räder ganz betäubt. „Wozu nützt das Sich-im-Kreise- Dreheu?" dachte er manchmal und wollte wenigstens einen Augenblick inne halten, „wer war so klug, dieses auf einem Ort Sich-in-der-Runde-Drehen auszudenken? ..." Doch ließ man ihm keine Zeit zum Besinnen; unten stand Jemand und haute ohne Unterbrechung aus ihn ein: „Hoi-ho! hoi-ho! . . . „Irgend ein wildes Tier!" dachte Methusalem indem er deu Mann mit der Peitsche von der Seite anblickte, „Ich wünschte dir au meiner Stelle zu sein; Peitschenhiebe ohne Ende, und dabei gezwungen, sich immer auf demselben Fleck im Kreise zu drehen! . . Selbstverständlich untergrub diese Arbeit Methusalems Gesundheit; er erblindete, — in Folge des Staubes, — auf einem Auge, das andere war immer entzündet und die Berne hatten chre Biegsamkeit eingebüßt. Da er also fast wertlos geworden war, führte man ihn abermals aus den Markt, sich der stillen Hoffnung hiugebend, daß es gelingen würde, irgend Jemand mit dem alten Gaul anzuschmieren. Man wusch und striegelte chn, band ihm deu Schwanz in die Höhe, schwärzte ihm die Hufe mit einer Salbe, — doch all' dies half nichts: die Welt läßt sich nicht betrügen. Obgleich man chn quälte, damit er munter und keck dreiuschaue, ließ er deu Kopf mit großer Bescheidenheit hängen, hielt die Beine, als wären sie verstaucht, schob die Unterlippe ein wenig zur Seite, und seinem sehenden Auge entquoll eine Träne nach der anderen! . . . Nein, der findet entschieden keinen Käufer! Ewige Leute traten auf ihn zu, doch blickten sie ihm nicht mal iu die Zähne; sie spuckten verächtlich vor ihm aus — und gingen weiter. Einer von ihnen hatte sichtlich Lust, indessen wollte er nicht Methusalem kaufen, sondern dessen Fell. Mau wurde aber nicht handelseinig, da der Käufer behauptete, daß die Kosten des Abstellens, Gerbens u. s. w. den Wert des Fells beiweitem übersteigen würden. Judeffen war es Methusalem doch bestimmt, im Alter noch glückliche Tage zu haben; denn Kasryl kam, kaufte ihn und brachte chn nach Mazepöwka. (Fortsetzung folgt.) gitaratnv. Perles-Kalender für das Jahr 1962 (k. u. k. Hofbuchhandlung Moritz Perles in Wien) erschienen: „Illustrierter österreichischer Volkskalender für das Jahr 1809", der seit lange durch Reichhaltigkeit des belletristischen,, wie des informativen Teiles den ersten Rang einvimmt Mit sorgfältigem Verständnisse für olle Bedürfnisse finden fich da die Kalender für die Jugend: Studenten dient der M e n t o r k a l e n d e r, den Schülerinnen der Notizkalender für die weibliche Jugend, Frequentanten der Handelsschulen und Handelsakademiker der Merkurkalender. Unsere Damen sind als Hausfiauen bedacht mit dem die Ordnung in den Ausgaben erleichternden Haushaltungsnotizkalender, dem Haushaltungsbuch mit vorgedruckten Rubriken und dem Hausfrauenkalender; ein zierlicher, geschmackvoller Kalender für Tasche und Schreibtisch ist der Damenalmanach. Eine reiche Auswahl von Blockkalendern mit deutlichen Ziffern, Raum für Notizen, historischen Daten, Kochrezepten u. s. w. dient den Zwecken des Komptoirs, für das auch Spielmanns Bureaukon paß und die praktischeste Schreibunterlage: Pultmappe, bestimmt ist, des SalonL und der Küche (Küchenblockkalender). Für Brieftaschen, Geldbörsen, Westentaschen sind die in nichts weniger als 45 Ausgaben erscheinenden Portemonnaiekalender bestimmt. Besondere Erwähnung verdient der reizende Kaiserjabiläums-Portemonnaiekalender. Allbekannt und beliebt sind die Perles'schen Fachkalender, deren es für jeden Stand, jeden Beruf gibt: von A bis Z, von den Apothekern bis zu den Zimmermeistern st da für jedermann gesorgt. Bücher der Weisheit und Schönheit. Herausgeber I. E. Frh. v. Grotthus. Druck und Verlag von Greiner und Pfeiffer, Stuttgart. Jeder Band Mark 2.50. Gustav Theod. Fechner. Eine Auswahl aus fernen Schriften von Dr. O. Richter. Das Unternehmen des verdienstvollen Verlages hat längst die verdiente Anerkennung gefunden. Der vorliegende Band kommt zur rechten Stunde. Fechner, der Träumer, entpuppt sich als Prophet und Pfadweiser für die Zeit, die jetzt zu dämmern beginnt. Man staunt über den Mut, mit dem er, damals der Einsame, dem lärmenden Mänadentum des Materialismus entgegentrat. Wer für die Herzenstöne wahrer Religiosität ein Ohr hat, wrrb ihn immer wieder mit Entzücken lesen. Und wer über die Weltbefeettheit in der Anschauung der jüdischen Philosophen des Mittelalters überlegen gelächelt hat, wird kleinlaut und zum mindesten bedächtiger werden, wenn er einen Modernen, wie Fechner, dieselbe Lehre vortragen hört. Einen weiteren Band der Sammlung bilden I. I. Rousseaus Briefe. In Auswahl herausgcgeben von F. M. Kircheisen. In Rouffeaus Vaterstadt Genf plant man, dem großen Sohne der Schweiz durch eine kritische Gesamtausgabe seiner Werke und Briefe ein würdiges Denkmal zu setzen. Die Auswahl, die hier geboten wird, ist geeignet, auf die Fülle wertvollen biographischen und sittengeschicht- Uchen Stoffes hinzuweisen, die eine Durchforschung seiner Briefe als' Ausbeute verheißt. Wer wollte jene Zeit schildern, ohne von den Beziehungen Kenntnis zu nehmen, die den Verfasser des „Emile" und der „Confesstons" mit Friedrich dem Großen, Hume, der Pompadour, d'Alembert, Diderot, Voltaire, Mirabeau und so vielen anderen Größen seiner Tage verbanden! Ihnen allen begegnet man, ebenso wie seiner Geliebten und — feiner Amme in der vorliegenden Auswahl seiner Briefe. Der Buchschmuck von F. Staffen verdient besondere Hervorhebung. x. König Salomos Badezimmer. Die Notiz der Zeilschrift „Ehronicles" über das luxuriös eingerichtete Badezimmer des Königs Salomo bedarf der Richtigstellung. In der „Barajtha di melekhet hamischkan", Absch. XI (Edit. Friedmann. Absch. XII; s. Erubin 14 a) heißt es: „Mose machte ein Waschbecken"; denn es heißt: „(Ett. 30, 18) Mache ein kupfernes Waschbecken." Salomoh aber machte 10 Waschbecken; denn es heißt: „(Könige I, 7, 38) Er verfertigte 10 Waschbecken und stellte sie im Hekal auf." Salomoh fügte noch hinzu, indem er das Meer (Tauchbad) machte; denn es heißt: „(Könige I, 7, 23) Er machte das Meer gegoffen von einem Rande zum andern 10 Ellen" (das. 26), „seine Dicke ein Tefach 2000 Bath fassend." Diese Waschbecken scheinen wohl die Badewannen zu sein, welche nach Ansicht der „Ehronicles" am Eingänge des Tempels für die Priester angebracht waren, aber nicht um den ganzen Körper, sondern um Hände und Füße zu reinigen. Das angebliche Badezimmer des Salomo ist das Tauchbad (Meer), welches Wasser zu 150 Reinigungsbädern enthielt. „Das Meer umfaßte 2000 Bat. 2000 ----- 6000 ---- 150 Reinigungsbäder. Das Meer war 10 Ellen breit und 5 Ellen hoch. Die 3 untern Ellen waren viereckig, die 2 obern rund. Die 3 untern Ellen ergaben 3 ----- 100 ----- 300 100 Reinigungsbäder. Die 2 obern Ellen (da der eingeschriebene Kreis zu dem umschriebenen Quadrat wie 3:4 sich verhält) 2.75 150 350 ----- 50 ReinigungSbäder. Zusammen 150 Reinigungsbäder. (Das Wassermaß für das rituelle Bad ist eine Elle lang, eine Elle breit, bei einer Höhe von 3 Ellen; Erubin 46, Pesachim 109 a; s. Flesch, die Barajtha von der Herstellung der Stiftshütte, S. 42 und S. 74.) „Ehronicles" gibt die überlieferten Maße mit 45 Fuß im Umfange und 61/., Fuß Tiefe an, das entspricht nicht der Ueberlieferung. Das Meer war 5 Ellen tief und hatte von einem Rande zum anderen 10 Ellen. Amrnch, „Elle, Ellenbogen, uloa, cubitus." Ursprünglich die Länge des Vorderarmes vom Anfänge des Elleubogenknochens bis zur Spitze des Mittelfingers. — Thenius (Ster. Krit. 1846, p. 113) berechnet die Normallänge auf 0-4839 Meter, das ist gleich 1-4517 Schweizerfuß, also nicht völlig P/a Fuß.

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