Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 26 (1909)
- Issue
- 1 (1.1.1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette IS Nr i Wr. »iscv's Mscvenscvrlw „Dieses Tauchbad ruhte auf Stierhäuptern und das Waffer stieg auf und ergoß sich durch die Füße der Rinder" (Barajtha di melekhet hamischkan). Im jerus. T. Fr. Torna, Absch. HI, wird erzählt, daß die Füße der Rinder wie die Granatäpfel durchbrochen waren; das Wasser wurde aus En Etam hergeleitet, stieg durch die Füße der Rinder in das Meer und ergoß sich aus den Mäulern der Rinder; S. Lund, p. 354. Die Abbildung des Meeres bei Lund, die alten jüdischen Heiligtümer. Seite 366. (Siehe Flesch, S. 43. Anmerk.) Das Badezimmer ist aber lange vor Salomo schon erfunden. Jeder Kenner des biblisch-rabbinischen Schrtfttumes weiß, daß das Reinigungsbad (Tauchbad) so alt wie die Thora. Das Meer (Täuchbad) des Salomo ist meinjona dechanukoh, denn es findet fich in der Haftorah für den 2. Sabbat Chanukah. (Könige I. 7, 44.) Dr. F. Rich. Heinschel- Im Kampf um die Weltanschauung mit Bei« trägen von Wilhelm Bölsche, Otto Ernst, Dr. Ludwig Fulda. Professor Dr. Gerh. Hellmers-Bremen, Professor Dr. Fr. v, Liszt, Professor Dr. Muther, Dr. Friedr. Naumann, M. d. R. Professor Dr. Stengel. M. d. R. (Konkordia Deutsche Verlags- Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 30). Preis drosch. M. —.50. Vorliegendes Bändchen, das die flammenden Proteste oben genannter hervorragender Männer, deren Nu men in der Geisteswelt einen Hellen Klang haben, gegen jegliche Beschränkung deutscher Forschung in Wissenschaft und Kunst enthält, verdient weiteste Verbreitung. Es richtet an alle Frennde von Kunst und Wissenschaft die dringende Aufforderung, durch Aufklärung der Volksmassen, durch Einwirkung auf Legislative, und Verwaltung den Kampf um die Freiheit deutschen Geisteslebens, zu unterstützen. Die Beiträge sind auf der letzten Versammlung des Goethebundes von den dort vereinigten Vorkämpfern deutscher Kultur aufs Lebhafteste mit Beifall ausgezeichnet worden. Boehmer I., Das erste Buch Mose, ausgelegt für Bibelfreunde. Stuttgart 1905. Greiner u. Pfeiffer. IV r- 495 S. Mk. 5.—, geb. Mk. 6.—. Das Buch kann indischen Lesern nicht empfohlen werden. Der Standpunkt des Verfassers ist der althergebrachte der orthodoxenchristlichen Theologie, daß das Alte Testament nur den mehr oder minder rohen Unterbau des Neuen bildet. „Golgatha ist ungleich erhabener als Sinai, Jesus mehr denn Mose. Daher kann uns der ursprüngliche Wortfinn (des Gotteswortes im Alten Testament) nicht mehr unmittelbar erbaulich sein, so daß wir hier ohne weiteres Gottes Wort vor uns hätten" (S. 454). Seite 460 wird Stöcker angeführt als „einer der führenden Männer der evangelischen Kirche, dem niemand lauterste Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und heißeste Liebe zur Kirche Gottes absprechen wird", und zwar dafür, „daß das erste Buch Moses Sagenhaftes enthalte". Auch im einzelnen vermag bei allem Streben, ihm gerecht zu werden, uns das Buch nichts Brauchbares zu bieten. x. LyNN W. Th., Bible Chronology. London 1905. S. Vagster & Sons. 101 S. Sh. 1. Ein kleines Kompendium der biblischen Geschichte und Geographie mit brauchbaren Karten. Die alttestamentliche Chronologie weicht allerdings von der jetzt gültigen erheblich ab. x. Bischofs E, Babylonisch-Astrales im Weltbilde des Talmud und Midrasch. Leipzig 1907. I. C. Hinrichs. VI und 172 S. Wie bei früheren Schriften des verdienstvollen Verfaffers, wird man auch hier von der Fülle des verarbeiteten Materials wie nicht minder von dessen scharfer und klarer Durchdringung geradezu verblüfft. Bon den Forschungen Wincklers und insbesondere Jeremias' ausgehend sucht Bischoff den astronomischen Charakter mystischer Begriffe, wie des „Thrones der Herrliche keit" und der „Maase Merkaba", ferner des „Thrones Salo mos", der Namen der 12 Stämme u. a. m. klarzulegen. Fast jedes Kapitel enthält überraschend Neues oder das Bekannte in neuer Beleuchtung. Die Darstellung der talmudischen Astrologie (S. 115 ff.) verdient ganz besondere Anerkennung. Jüdisch- Leser muß es angenehm berühren, in Bischoff einen Gelehrten zu finden, der mit strengster Vorurteilslosigkeit auf Schritt und Tritt dem Judentum gerecht zu werden sucht und es gegen unverdiente Herabsetzung in Schutz nimmt. S. 10 verspottet er „die Syllogismen moderner Bibelkritik und Religionswissenschaft". S. 68 betont er die Freifinnigkeit des talmudischen Judentums, das einer jeden, wenn nur ausreichend begründeten Meinung Achtung zollt, 126 die Lehre von der Willensfreiheit als Gemeingut aller bedeutenderen jüdischen Schriftsteller. S. 78 gibt er den talmudischen Zitaten aus dem Sirachbuche allen anderen Varianten den Vorzug. (S. 54 muß es „dagim" pisces heißen). M. Krirfkastr«. Baden. Es ist bezeichnend für die Stadtväter des Kurortes Baden bei Wien, daß fie einem jüdischen Fabriksbeamten trotz gesetzlicher Qualifikation das Heimarsrecht verweigert haben Wenn die Abneigung gegen Juden so stark ist, sollten die Herren nur im Sommer solche Demonstratione» machen, wenn der Kurort von Juden überfüllt ist. Es werden sich noch Städte finden, die jüdisches Geld nehmen, ohne ihre Gäste zu beleidigen. Zeit wäre es, daß man solche jeP schon aufsucht. Das Verschwinden der Juden aus Meran hat seinerzeit dort auch die Antisemiten stark gebändigt. A. Z. Anonym nicht. Mit dem 1. Jänner 1909 tritt die „Oesterreichische Wochenschrift" in das erste Quartal ihres 26. Jahrganges ein. Wir richten an unsere Abonnenten, deren Abonnement Ende Dezember abläuft, die Bitte, dasselbe mittels des in voriger Nummer beigelegten Posterlagscheines rechtzeitig zu erneuern, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter brechung eintrete. Die Administration. Bitte! Viele hunderte israelitische Kinder in der Brigittenau sind der bittersten Not preisgegeben. Sie leiden Hunger und frieren. Wir bitten unsere Glaubensgenossen: Nehmet Huch dieser armen zarten Kinder an und helfet nach Eueren Kräften, damit die im Lokale XX., Kluokygasse 7 bereits begonnene Ausspeisung im notwendigen Umfange fortgeführt werden könne. Spenden nimmt entgegen: Das gefertigte Komitee für die Verköstigung israel. Kinder in der Brigittenau und die Kassa der israel. Kultnsgemeinde in Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock. Or. Alfred Berger Heinrich Weiner Kultusvorstand Obm. des Vereines „Brüder“ I., Judenplatz Nr. 8 IX., Pramergasse 1. Israelitische Kultusflemeinde Wien. Z. 14237, ex 1908. Wien, 28. Dezember 1908. Kundmaehung. Der vom Kultusvorstande in der öffentlichen Sitzung vom 27. Dezember 1908 festgesetzte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehenden Fonde und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1909 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 4, II. Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf. Die Gemeindemitglieder sind gemäss § 90 des Statutes berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Dr. Theodor Lieben Der Präsident: Erster Sekretäi. Dr. Alfred. Sterz