Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 52 (25.12.1908)
- Date
- 1908-12-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 920 m. LLocb's Mscbensevrin. Sir. 52 ' Herrlichkeit und Glanz umgeben von diesen erfolgreichen Tagen an Serubabel. In allen Tonarten wird £t gefeiert, in erhebenden Psalmodien wird er gepriesen, Alle'Strahlen der königlichen Majestät aus längst vergangener Zeit werden um sein Haupt vereinigt. Es ist ein blendender Glanz, der ihn umgibt, eine fast überirdische Glorie, die ihn umstrahlt. Diese enthusiastische Glorifikation des ersten Fürsten des wiedererstandenen, judäischen Staates findet in der mündlichen Ueberlieferung einen Nachklang. Im Midrasch heißt es: „Einst wird Gott im Garten Eden sitzen, die Frommen aller Generationen, die ganze himmlische Umgebung, werden vor ihm erscheinen, die Sonne und die Planeten zur Rechten, der Mond und die Sterne zur Linken und Gott wird eine neue Lehre vortragen, die er durch den Messias einst geben wird. Wenn er aber die Verkündigung vollendet haben wird, da wird sich Serubabel ben Schealtiel feierlichst erheben und rufen: Erhaben und geheiligt sei der große Namen Gottes. Seine Stimme wird ertönen von einem Ende bis zum andern Ende der Welt und alle Weltbewohner werden zusammen Amen rufen: n'pHxn mi mm jna zw nvnf? n"i"pn vny ..-rvni on'Sji by dhois? nbytz bw ^ai nef? wnm awv rrapw idrrrrvv o'Miai naa^i n"ap"n bw iru'ß nivp mann jtoi n'»e v,y jn^ tji?» ntmn min -jVin i*?ipi enpn*i Snan' nvirri v^ai ‘by ^rr^n^NL» p ♦JöK 133?' D*?3 d'^13? '»3 b^ 1B1D nj?1 D^13?n SJ1D8 (Jalkut Schimoni II. C. 296. Vergl. Friedmann' Tana de be Eliahu. S. 59) Wenn Kyros den judäischen Staat wieder hat er stehen lassen, so geschah dies wohl in Anlehnung an das Dogma der altorientalischen Lehre, aber die Grundlage desselben war doch eine ganz andere, als die, wie sie unter der Herrschaft der Chaldäer gewesen wäre. Wohl haben Kyros und später auch sein Sohn Kambyses die Ueberlieferung der babylonischen Hierarchie anerkannt und sie zur Ausführung gebracht. Allein dieses war nur äußerlich der Fall; es war eine Anpassung an die Vorgefundenen staatliche« und sozialen Verhältnisse, um die durch die Eroberung der Länder ohnehin hervorgerufene allgemeine Erschütterung nicht noch mehr zu steigern. Es geschah, um so weit als möglich den Gang des Staatslebens in ein ruhiges Geleise zu bringen. Das Reich des Kyros war in Wirklichkeit auf ganz anderen Grundpfeilern wie die früheren, altorientalischeu, großen Reiche errichtet. Während die Könige des altbabylonischen- und chaldäischen Reiches alle ihrem Szepter unterworfenen Staaten als selbständige, politische Individualitäten gelten und bestehen ließen und nur die Oberherrschaft über sie beanspruchten, tritt das Perserreich als ein Zentralreich auf, welches, nur notgedrungen und dem Zwang der Verhältnisse Rechnung tragend, den früher bestandenen Staatsgebilden Selbständigkeit zugesteht. Dieses geschieht aber nur ausnahmsweise und in einer teilweise von den früheren Staatsformen sich wesentlich unterscheidenden Weise. Wohl wird der Bestand des Königreiches Babylon anerkannt, aber nicht ein Mitglied der früheren Dynastie wird wieder als König eingesetzt, sondern Kyros läßt seinen Sohn Kambyses zum König ausrufen und später nimmt er selbst diesen Titel an. Wohl hebt Kambyses das Königreich Egypten nicht auf, aber nicht ein Nachkomme der Pharaonen wird als Herrscher wieder berufen, sondern er selber ist der König des als Staatsindividualität belassenen Reiches. Nicht die Hegemonie-beansprucht das persische Reich, sondern die Alleinherrschaft durch die Person des Königs. „Er ist Herrscher weithin über diese große Erde, der Einzige, der Gebieter über Viele ist", so wird die Machtsphäre des Perserkönigs gekennzeichnet. (Bab. Inschrift 8.) „Den Herrn aller Menschen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang kann er sich nennen", sagt Aeschines (3,132) vom persischen Großkönig aus. Kyros und seine Nachfolger haben alle Könige der früheren Staaten entthront, nur diejenigen, welche mit ihnen vor oder während der Eroberungen in Verbindung getreten sind, haben sie oder ihre Angehörigen auf den Thronen belasten. Ihre Selbständigkeit aber haben sie, soweit es anging, beschränkt. Diese Beschränkung kam zuerst in dem Herrschertitel und der Regentenbezeichnung zum deutlichen Ausdrucke. Der Königstitel wurde nur sehr selten beibehalten. An Stelle desselben ist der Titel Fürst oder Pacha getreten. Manche werden als erbliche Satrapen oder Statthalter bestätigt. Als solche waren die Könige von Kikilien, die Herrscher der Paphlagonen, die bithnischen Fürsten, die von Karien und Lykien (Mayer das. 56). Daraus ist auch zu erklären, daß. Kyros den judäischen Herrscher nicht zum König, ■jbo sondern vorläufig zum Fürsten, Nassi **>»3 ernannte. Später wird die Bezeichnung Pacha nns eingeführt. Die Gefäße übergibt Kyros dem Scheschbazar, dem Fürsten von Jehuda. ,rn,T^ *nwn ’nsawb qibd'i (Esra 1, 8). Serubabel ben Schealtiel wird der Satrap, der Statthalter Jehudas genannt. .nun' nns ja baam (Chagai 1, 1:) Hätte die Restauration des judäischen Staatswesens unter Emil Marduk oder unter Nabonaid stattgefunden, so hätten die judäischen Staatsoberhäupter genau denselben Titel haben müssen, wie die Herrscher vor der zeitweiligen Aufhebung des Staatsbestandes. Der Titel wäre König gewesen. Kyros machte den Nachkommen des Königs Jehojachin nur zum erblichen Statthalter. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Generalversammlung des Tempelvereines Brigittenau. Mittwoch den 16. d. M. fand im „Cafö Neptun" am Mathildenplotze die 12. Generalversammlung des Tempelvereines statt. Herr Eltbogen, der seit der Gründung des Vereines als Obmann fungiert und dem es auch zum großen Teile zu verdanken ist, daß in einem der ärmsten Wiener Bezirke ein herrlicher Tempel mit vortrefflichen Funktionären existiert, eröffnete die Generalversammlung, begrüßte die Erschienenen und sagte dann, daß er ganz besonders erfreut sei. Herrn Adolf Schramek als Delegierten des Kultusvorstandes zu begrüßen, zumal Herr Schramek nicht nur bloß Kultusvorsteher, sondern auch Obmann eines Bethausvereines ist und er infolgedessen die Tätigkeit und Bedürfnisse eines Bethausvereines besser zu beurteilen weiß. Dem persönlich erschienenen Herausgeber der „Oesterr. Wochenschrift" Herrn Dr. Bloch bat er, jederzeit für die berechtigten Interessen des Vereines in seinem Blatte einzutreten. Vor dem Uebergang zur Tagesordnung erwähnt der Obmann das seltene und freudenvolle Fest, welches Oesterreichs Völker heuer zu feiern Gelegenheit halten. Das 60 jährige Regierungsjubiläum unseres erhabenen Monarchen Kaiser Franz Joseph I. (Die Versammlung erhob sich und hörte stehend die Kaiserrede des Vorsitzenden an, der mit begeistert aufgenommenen Hochrufen auf den Herrscher schloß.) Der Obmann widmete sodann den im Berichtsjahre verstorbenen Mitgliedern des Vereines einen warmen Nachruf. Zum ersten Punkte der Tagesordnung übergehend, schildert der Obmann das segensreiche Wirken der vom Tempelverein mit großen Opfern errichteten Bibelschule und bemerkt, daß 'sich hiebei die zwei Vorstandsmitglieder die Herren Josef Kohn und Juwelier Jakob Kohn große Verdienste erworben haben. Dem Kultusvorstande dankt er ganz besonders für die Gewährung einer jährlichen Subvention von 2000 L. Die Schule, die sich als Bedürfnis für die jüdische Bevölkerung der Brigittenau erweist und im heurigen Jahre 200 Schüler hatte, .kann aber trotz dieser Subvention und den wirklich großen Opfern, denen sich die Mitglieder des Tempelvereines freiwillig unterziehen, nicht ohne Defizit arbeiten und ist es daher im Interesse der unterrichtsbedürftigen Kinder und unserer Religion gelegen, seitens der Gesamtjudenschaft von Wien dafür zu sorgen, daß der Schule jene materiellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, die sie zu ihrer Erhaltung unbedingt nötig hat. Der Tempelverein hat im abgelaufenen Jahre eine Zunahme von Mitgliedern und Einnahmen erfahren. Als Beweis, wie die Bevölkerung mit unserem Tempel